bruzundanga hat geschrieben:
Man sollte natürlich nicht vergessen, dass ein hartes durchgreifen in der Gegenwart nicht unbedingt im Widerspruch steht mit Massnahmen für die Zukunft.
Jedes technische Probelm löst der Mensch äusserst findig. Sobald aber soziale Probleme auftauchen, ist seit Jahrtausenden anscheinend kein Fortschritt gemacht worden.
Früher hat man Schädlinge mit DDT bekämpft, heute gibt es bessere Möglichkeiten.
Auch bei Tatsachen sollte man über ihre Entstehung nachdenken und somit vielleicht Denkanstösse für die Zukunft ermöglichen.
Ist leider etwas unbequem.
Diese Unbequemlichkeit müssen leider die "afortunados" der Gesellschaft in Kauf nehmen, sonst hilft früher oder später auch keine Bope mehr.
Wider dem Scheuklappendenken und ohne Armutsromantik
Br.

Super Antwort.
Nur leider denkt ja in Brasilien niemand wirklich an die Zukunft und daher befürchte ich, dass es früher oder später zu einem Bürgerkrieg und gleichzeitigem Militärputsch kommen wird.
Und die Tatsachen in Brasilien (bzw. z.B. in den Favelas von Rio) sind ja für Europäer absolut unverständlich. Ich bin mir sicher eine deutsche Polizeieinheit wäre innerhalb einer Woche tot.
Das soziale Problem in Brasilien lässt sich recht einfach benennen: Extreme soziale Ungerechtigkeit, fehlender Mittelstand, Korruption, untaugliches Bildungssystem und vor allem keine Zivilcourage. Man hofft auf Gott.
Das ist wohl der einzige Grund, warum bisher der Bürgerkrieg noch nicht los ging. Letztens waren die brasilianischen Politiker in der Presse, bzw. deren Löhne. Es sind so ziemlich die teuersten der Welt. Der Durchschnittslohn hingegen liegt bei 1.200 R$. Das ist schon für eine dreiköpfige Familie viel zu wenig. Und trotzdem lebt man damit.
Die wenigsten Brasilianer sind wegen Armut kriminell. Es geht um Macht und Gier. Das hat auch "Cidade de Deus" schon gezeigt. "Tropa de Elite" zeigt eigentlich nur den Krieg zwischen der Polizei und den Kriminellen. Und er zeigt auch, wie beide Gruppen nach Macht und Gier streben. Genauso wie die Politiker, Grossgrundbesitzer, usw.
mikelo hat geschrieben:
...irgendwie ist er ein übles machwerk, ein , brutaler und archaischer action-streifen, der jedes, aber auch wirklich jedes machistische Klischee abgreift und völlig ohne ironie darbietet. ironie und komik entsteht da eher unfreiwillig.
"Übles Machwerk" finde ich nicht. Der Film zeigt die Realität in den Favelas von Rio de Janeiro. Deswegen wollte ja auch die PolicÃa Militar den Film verbieten lassen. Übrigens ist Bope ja nur eine Sondereinheit der Militärpolizei....