dumpfbacke hat geschrieben:
Robert, noch eine Frage zu Fleisch:
Wenn ich mir hier ein Steak in die Pfanne haue, mal mit Schweineschmalz, Olivenoel oder Frittieroel, kommt es oefter, fast immer vor, dass das Fleisch zu schwitzen anfaengt und, ich koche mit Gas, die Fleischspritzer auf die Gasflamme uebergreifen und die ganze Pfanne quasi in Flammen steht. Ist mir bei deutschem Fleisch noch nie passiert.
1) Die Pfanne muss erst glühend heiss sein dann kann man einige Tropfen Fett, wenn überhaupt reingeben
2) das Fleisch in die Pfanne und ein dichtes rundes, flaches Drahtsieb (Müsste es zu kaufen geben) drüber, dann spritzt das Fett nicht auf (keinen Deckel verwenden, da schwitzts noch mehr)
3) Das Fleisch erst nach dem Anbraten salzen, das Salz zerreisst die Zellen und trocknet aus (Würzen kann man vorher aber keine salzhältigen Gewürze verwenden) so bleibt es saftig.
4) Rindfleisch gut durchgebraten ist meistens eine Schuhsohle.
In Brasilien wird meist Carne Verde (Frischfleisch) verwendet möglicherweise ist das eine portugiesische Tradition. Das frische Fleisch hat eine höheren Wassergehalt.
Zitat:
Das zarteste und beste Steak, welches ich jemals gegessen habe war in San Francisco, im Restaurant "Harris Ranch", die haben irgendwo in Californien ihre eigene Herde und einen ganz speziellen "Abhaengeprozess(?)", bei einer ganz bestimmten Temperatur (12ºC(?).
Europa und Nordamerika
Das Fleisch (Ganze Rinderviertel) wird in Trikotstoff eingehüllt und mindestens 21 Tage (Bis 42 Tage) bei einer Temperatur von 1º bis 3º C frei hängen gelassen und tritt dadurch in den processo da putrificação ein (langsamer Verwesungsprozess) {der Mensch ist ein Aasfresser und alzufrische Tierische Fleischwaren sind für uns schwer verdaulich, deshalb haben manche Touristen in Brasilien oft Magenbeschwerden, kein Witz}
In Südamerike wird das Rind in die einzelnen Teile geteilt, vacuumverpackt und bei 1º bis 3º 21 Tage in Regale gelegt und dann 3 mal so teuer als "Carne Maturada" verkauft. Für Brasilianer so ungewohnt, dass nur Touristenrestaurants damit arbeiten, der Durchscnittsbrasilianer isst nur Frischfleisch, Am Frühen Morgen wird geschlachtet und kann dann auch bei der grössten Hitze bis 3,4 Uhr ohne Kühlung am Markt verkauft werden;
Zitat:
Also meine Frage: Wie kriegen es Leute hin so schlechtes Fleisch, wie in Portugal auf den Markt zu werfen? Werden die Tiere schlecht ernaehrt? Spritzt man denen Wasser ins Gewebe, um das Verkaufsgewicht zu erhoehen?
Ich war im Wiener Sozialministerium Ende der Siebzigerjahre für die Überprüfung der Amtstierärzte an der Grenze verantwortlich, das Hauptproblem bei der Fleischeinfuhr waren die unterschiedlichen Vorschriften über Mästung und Hormonbehandlung. Ich nehme an dass sich grundlegend nicht viel geändert hat und möglicherweise in Portugal die Rinder schnell auf Gewicht intensiv bei Stallhaltung hochgemästet werden was aber nur bedeutet das das Fleisch wasserhältiger ist.
In Amerika und hauptsächlich Südamerika wird mehr extensiv auf Weide gezüchtet und aus Kostengründen auf anabolica verzichtet. bei uns wird ein Rind mit 200 arroba (300 kg) Lebendgewicht geschlachtet.
Ein Fall aus meinem Amtsleben waren ein Haufen geilgewordener Altenasylanten nach Verzehr einer Suppe aus gespendeten Hühnerköpfen, wollten wieder

mit 80. Die Hormone sammelten sich im Hühnerkopf an (Wenigstens stands so in der Kronenzeitung)
Deutschland, Österreich und die Schweiz haben relativ strenge Vorschriften in dieser Beziehung und machen in Goias und São Paulo recht gute Geschäfte mit intensiver Rinderzucht und Stallhaltung. Spielen sogar den Rindern Mozart im Stall beim Bassi
Zitat:
Hier gibt´s nur Schuhsohlen und es ist ganz fuerchterlich. Die Portugiesen haben auch keine Wurstmacherkultur, wie die Italiener oder Franzosen
Tiefgefrorenes Rindfleisch ist immer schlecht, da beim Gefrieren die Zellen zerrissen werden und das Fleisch dadurch trocken wird.