Flughafen von Rio wegen Schießereien geschlossen

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Bürgerkriegsähnliche Zustände

Beitragvon pocoto » Di 26. Jun 2007, 19:59

Ich denke beides! Der Standard ist eigentlich eine gute österreichische Tageszeitung. Aber wenn ich die zwei brasilianischen Artikel vergleichen entstehen dort auch ordentliche Differenzen.

Von Bürgerkrieg schreibt aber keiner was. Ausser unser Brasilblog, der ist anscheinend als einziger im Bürgerkrieg. :wink:
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Re: Bürgerkriegsähnliche Zustände

Beitragvon dietmar » Di 26. Jun 2007, 19:59

bruzundanga hat geschrieben:Die erfahrene Presse spricht in solchen Fällen von

bürgerkriegsähnlichen Zuständen.


Aber nicht in der Überschrift! Zu lang!!! :D

bruzundanga hat geschrieben:Zu dem schlecht recherchierten Artikel des Standard.at [..]
Offenbar versteht man beim "Standard" kein portugiesisch.


War eine AFP-Meldung - wurde vermutlich nur aus dem englischen übersetzt.


Im Allgemeinen zur Nachrichtenlage:

José Carlos Pereira, Präsident der Infraero, wird übrigens in einer Meldung (Terra-Redaktion) vom 25.06., 12.48h BRT wie folgt zitiert:

terra.com.br hat geschrieben:Houve uma pequena paralisação entre o tráfego de São Paulo e Rio, mas já está tudo normalizado. A paralisação ocorreu por conta do tiroteio na Ilha do Governador. Estávamos avaliando se era seguro continuar com o tráfego aéreo", afirmou Pereira.


Auf diesen Artikel und einige verwandte, die alle das gleiche aussagten, habe ich mich bei meinem Artikel im Blog orientiert. Auch in den Mittagsnachrichten im TV wurde von ausgefallenen Flügen in São Paulo in Richtung Rio gesprochen.

Mir scheint diese schriftliche Veröffentlichung nun Schadensbegrenzung zu sein, da viele internationale Medien darüber (falsch oder ungenau) berichtet haben.

Die krasseste Meldung fand ich im Spiegel, die ich hier ungekürzt zitiere, da sie dort vermutlich bald gelöscht sein wird. Und da wirft man dem brasilblog einen reisserischen Schreibstil vor.

spiegel.de hat geschrieben:Schießerei am Flughafen von Rio - drei Tote

Das Chaos auf brasilianischen Flughäfen ist eskaliert: Bei einer Schießerei auf dem Airport von Rio de Janeiro sind drei Menschen getötet worden, der Flughafen wurde geschlossen. Seit Monaten müssen die Passagiere mit massiven Verspätungen und Flugstreichungen rechnen.

Rio de Janeiro - Die Polizei und die Drogenmafia hat sich auf dem internationalen Flughafen von Rio de Janeiro eine heftige Schießerei geliefert. Wie brasilianische Medien unter Berufung auf die Polizei berichteten, ereigneten sich die Zusammenstöße gestern Morgen in der Nähe einer Landebahn des Flughafens "Tom Jobim" im Norden Rios. Bei den Zusammenstößen seien mindestens drei mutmaßliche Verbrecher getötet worden, hieß es. Die Schließung des Airports habe 35 Minuten gedauert.

Medien wie die Zeitung "O Globo" berichteten heute, die zunehmende Kriminalität gefährde nun auch den Luftverkehr in Rio. Die Gewalt habe bereits zur Schaffung von Verbotszonen für Hubschrauber geführt. Bereits sechs Hubschrauber seien in den vergangenen Monaten von Kugeln getroffen worden.

Mehr als die Hälfte aller Flüge verspätet oder gestrichen

Die Flughafenschließung in Rio verschärfte die durch Streiks ausgelöste Krise im brasilianischen Luftverkehr, da erneut viele Flüge verschoben oder gestrichen werden mussten. Seit vergangener Woche herrscht Chaos auf den Flughäfen. An einigen Tagen waren mehr als 50 Prozent aller Flüge von Verspätungen von mehr als einer Stunde und von Streichungen betroffen. Die Fluglotsen streiken wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Die verantwortliche Luftwaffe entließ bereits 14 Protestführer. Staatspräsident Luiz Lula da Silva hatte gestern die Militärs dazu aufgerufen, "Ordnung in den Laden" zu bringen.

Im Luftverkehr Brasiliens herrscht seit Oktober vergangenen Jahres Durcheinander. Ausgelöst wurden die Krise vom schwersten Flugzeugunglück in der Geschichte des Landes. Am 28. September 2006 waren zwei Maschinen über dem Urwald kollidiert, eine Boeing der Gesellschaft Gol stürzte ab. Alle 154 Insassen kamen ums Leben. Eine kleinere Privatmaschine konnte notlanden. Die Lotsen fürchten seither um den guten Ruf ihres Berufsstandes.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1 ... 50,00.html


Bin ich froh, dass solche Magazine für mich keine Konkurrenz darstellen. :D
Zuletzt geändert von dietmar am Mi 27. Jun 2007, 02:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bürgerkriegsähnliche Zustände

Beitragvon dietmar » Di 26. Jun 2007, 20:11

pocoto hat geschrieben:Ich denke beides! Der Standard ist eigentlich eine gute österreichische Tageszeitung. Aber wenn ich die zwei brasilianischen Artikel vergleichen entstehen dort auch ordentliche Differenzen.

Von Bürgerkrieg schreibt aber keiner was. Ausser unser Brasilblog, der ist anscheinend als einziger im Bürgerkrieg. :wink:



Wie schrieb Tenente Dirceu Cardoso Gonçalves (Presidente da Associação dos Policiais Militares do Estado de São Paulo) schön am 15. Juni 2007:

Não se pode negar que a cena é constrangedora, mas também há que se considerar que o Rio de Janeiro, São Paulo e outros grandes centros brasileiros, lamentavelmente, vivem uma verdadeira guerra urbana. E, em tempo de guerra, o primeiro item a ser suspenso é a garantia plena individual.


http://www.msnoticias.com.br/?p=ler&id=235252

Natürlich spricht die Presse nicht von einem "guerra civil" ... sodern immer nur von einem "guerra urbana" ... aber das lässt sich für deutsche Leser eben nur mit Bürgerkrieg oder bürgerkriegsähnlichen Zuständen übersetzen.

Zum Irak: die Anzahl der Toten ist nicht sehr unterschiedlich, oder?
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Re: Bürgerkriegsähnliche Zustände

Beitragvon pocoto » Di 26. Jun 2007, 20:36

Eines kannst du mir glauben, hättest du bürgerkriegs ähnlich Zustände geschrieben, hätte ich nie gemeckert. Denn das entspricht einigermaßen der Wahrheit, ist aber dennoch hart ausgedrückt, denn es handelt sich nur um eine Stadt und nicht um ein ganze Land und die häufige Ursachen für Bürgerkriege sind gewaltsame Regierungswechsel z. B. wegen des Sturzes von Diktatoren, Putschversuchen oder Revolutionen und Autonomie- beziehungsweise Sezessionsbestrebungen ethnischer oder nationaler Minderheiten. Auch kein blasser Dunst davon.
Bürgerkrieg ist einfach der falsche Ausdruck für die Problematik die im Land herrscht.

Jetzt wird es aber dann doch zu bunt. Irak ist nicht Brasilien. Nicht mal wenn ich mir nur die Verluste der GI`s täglich ansehe geschweige denn vom irakischen Volk. Und du stellst hier 184 mio. Brasilianer gegen 26 mio. Iraker, ist klar das die Zahlen trügerisch ähnlich erscheinen, aber tatsächlich sehr weit auseinander gehen. Wobei sich der Irak eben wirklich im Bürgerkrieg befindet. Brasilien ist hingegen ein großes Land mit vielen Menschen wo natürlich auch jeden Tag Menschen ermordet werden. So traurig das auch sein mag.
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Re: Bürgerkriegsähnliche Zustände

Beitragvon pocoto » Di 26. Jun 2007, 20:46

Warum hören wir eigentlich nie was über Mexico City? Das ist die gefährlichste Stadt der Welt und doch habe ich schon sehr lange nichts mehr darüber in deutschsprachigen Zeitungen gelesen? Woran liegt das eigentlich?
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Re: Bürgerkriegsähnliche Zustände

Beitragvon dietmar » Di 26. Jun 2007, 20:48

pocoto hat geschrieben:Warum hören wir eigentlich nie was über Mexico City? Das ist die gefährlichste Stadt der Welt und doch habe ich schon sehr lange nichts mehr darüber in deutschsprachigen Zeitungen gelesen? Woran liegt das eigentlich?


Da gibts eben kein "Mexikoblogger"! :D
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Einige Widersprüche

Beitragvon bruzundanga » Di 26. Jun 2007, 20:49

@pocoto
Der Standard kann ja inländisch ganz gut berichten (bei deutschen Themen ist ja auch der Spiegel nicht so krass wie der von Brasilblog gepostete Artikel).

Festzuhalten ist, das man offensichtlich im Ausland nicht zwischen Sätzen wie:

Flughafen gesperrt

Piste gesperrt

Schiesserei auf dem Flughafen

Schiesserei in der Nähe des Flughafens

(dies sind nur ungefähre Beispiel für die Fehler die begangen wurden und keine Übersetzungen. Sie dienen nur dazu um die Art der Fehler zu beschreiben)

unterscheiden kann, zumindest wenn es sich ums portugiesische handelt.

Der Einwurf von Brasilblog:

"Aber nicht in der Überschrift! Zu lang!!!"

mag stilistisch gesehen richtig sein, was aber nicht heisst das man deswegen in der Überschrift das strittige Wort verwenden muss.

AFP oder nicht. Irgendwer kann kein portugiesisch oder recherchiert schlecht (Schliesse jetzt den Spiegel mit ein). Die Schuldzuweisungen können sie dann unter sich ausmachen.


Auf diesen Artikel und einige verwandte, die alle das gleiche aussagten, habe ich mich bei meinem Artikel im Blog orientiert. Auch in den Mittagsnachrichten im TV wurde von ausgefallenen Flügen in São Paulo in Richtung Rio gesprochen.

Mir scheint diese schriftliche Veröffentlichung nun Schadensbegrenzung zu sein, da viele internationale Medien darüber (falsch oder ungenau) berichtet haben.


Hab mich in keinster Weise auf Deinen Artikel bezogen. Dein Artikel wurde von mir nicht kritisiert.

Zum zweiten Absatz: Sehe ich genausso.

Marrômeno isso.

Br.
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Re: Einige Widersprüche

Beitragvon pocoto » Di 26. Jun 2007, 20:59

@bruzundanga
ich gebe dir recht!

@brasilblog
Sei einfach in Zukunft etwas vorsichtiger mit der Wortwahl, denn damit unterscheidest du dich von Spiegel und Standard. Du bist dort, du solltest es wissen. Du übersetzt nicht, du erlebst!

Die Frage war ernst gemeint. Gibt es in Mexico weniger Reporter oder interessiert es einfach keinen was dort abgeht? Warum immer Rio, wo es doch anderswo ähnlich oder ärger abgeht?
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In diesem Zusammenhang

Beitragvon bruzundanga » Di 26. Jun 2007, 21:27

fällt mit eine dass die Veja vor ca. einem Monat die Favelas des "Complexo Alemão" von Rio als

trincheiras urbanas bezeichnet hat.

A topografia do lugar (Complexo Alemão), com uma sucessão de vales entre as montanhas, soma-se ao desordenamento produzido pela favelização. Criou-se uma trincheira urbana.
(Ausgabe vom 23 Mai 2007).

Hat zwar nicht direkt etwas mit "gesperrten" Flughäfen zu tun, aber ist mit ein Grund für das Andauern des "Ataque à cidadela de tráfico" (Titel des Artikels.

Desculpem pelo off-topicismo.
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Re: Bürgerkriegsähnliche Zustände

Beitragvon Takeo » Mi 27. Jun 2007, 00:21

pocoto hat geschrieben:Warum hören wir eigentlich nie was über Mexico City? Das ist die gefährlichste Stadt der Welt und doch habe ich schon sehr lange nichts mehr darüber in deutschsprachigen Zeitungen gelesen? Woran liegt das eigentlich?


Weil nach Mexico City nicht Scharen von Touristen einströmen, um unterm' Zuckerhut an der Copacabana zu liegen und sich unterm Corcovado vor 'der' Silouette Rios fotografieren lassen wollen... ganz einfach!

Aber nein.... Rio ist ja soooooo schön... und kaum von Brasilien zu trenenn... Rio... Rio... Rio... ich will nach Rio!!!
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