Flugzeugabsturz: Kontrollturm Schuld ?

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Flugzeugabsturz: Kontrollturm Schuld ?

Beitragvon brasilmen » Di 3. Okt 2006, 13:50

Kontrollbehörden Schuld an Zusammenstoß?

Drei Tage nach dem Flugzeugunglück in Brasilien sind am Unfallort im Urwald die beiden Flugschreiber gefunden worden. Sie sollen "unverzüglich der Unfalluntersuchungskommission zur Analyse" geschickt werden, teilten Sprecher der Luftwaffe mit. Berichten zufolge könnten fehlende Absprachen der Flugkontrolle den Crash verursacht haben. 155 Menschen waren bei dem Unglück ums Leben gekommen.

Flugkontrolle Schuld?
Die Verkehrsmaschine der Gesellschaft Gol war am Freitag nach dem Zusammenstoß mit der kleineren Embraer Legacy in 11.000 Metern Höhe im Bundesstaat Mato Grosso abgestürzt. Ein Experte der Luftverkehrsbehörden sagte der Zeitung "O Globo", dass sich die in entgegengesetzte Richtungen fliegenden Maschinen in einer so genannten Grenzregion getroffen hätten. Der Kontrollturm in Manaus habe der Boeing dabei eine Steigerung der Flughöhe von 35.000 auf 39.000 Fuß gestattet, während die Kontrollbehörde in Brasilia der Embraer Legacy die Beibehaltung der Flughöhe von 37.000 Fuß empfohlen habe. Deshalb seien die Maschinen frontal zusammengestoßen. Die Untersuchung der Unglücksursache wird nach Angaben der Luftfahrtbehörden mindestens drei Monate dauern.

Bergungsarbeiten dauern an
Bei den Bergungsarbeiten entdeckten Soldaten im abgebrochenen hinteren Rumpfstück des Flugzeugs am Montagabend rund 100 Leichen, berichteten brasilianische Medien. Nach Angaben der Helfer könnten die Bergungsarbeiten noch mindestens zehn Tage dauern. "Wir werden unmöglich alle Körper finden und bergen können", sagte ein Militärsprecher. Das fast senkrecht auf dem Boden aufgeschlagene Flugzeug sei in kleinste Stücke zerrissen worden.

US-Maschine konnte landen
Die US-Piloten Joe Lepore und Jan Paladine, die die kleinere Maschine in die USA fliegen sollten, müssen vorerst in Brasilien bleiben. Ein Richter ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft an, die Pässe zu beschlagnahmen. Den Piloten werde zwar noch nichts vorgeworfen. Ihre Präsenz sei zur Klärung der Unfallursache aber sehr wichtig, hieß es. Die zweimotorige Embraer hatte etwa eine halbe Stunde nach dem Zusammenstoß schwer beschädigt auf einem Militärstützpunkt notlanden können. An Bord des Privatflugzeugs waren sieben US-Bürger.

Boeing aufgeschlitzt?
In Brasilien wird heftig darüber spekuliert, weshalb die kleine Maschine mit einem stark beschädigten Flügel nahezu problemlos landen konnte, während das große Flugzeug abstürzte. Der Flügel der kleinen Maschine habe wahrscheinlich die Boeing wie ein Messer aufgeschlitzt oder aber wichtige Teile zerstört, lautet die häufigste Erklärung der Experten.

http://onnachrichten.t-online.de/c/92/4 ... 42956.html
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..oder der US-Pilot der kleineren Maschine ??

Beitragvon brasilmen » Mi 4. Okt 2006, 08:37

US-Pilot soll Absturz in Brasilien verursacht haben

Medienberichten zufolge steht ein US-Pilot unter Verdacht, das Flugzeugunglück mit 155 Toten in Brasilien vor vier Tagen verursacht zu haben.

HB RIO DE JANEIRO. Die Zeitung „O Globo“ meldete am Dienstag unter Berufung auf Ermittler, es gebe „starke Indizien“, die Unglücksmaschine sei in der Luft mit der kleineren Maschine vom Typ Embraer Legacy zusammengestoßen, weil der amerikanische Embraer-Pilot Anweisungen der Fluglotsen nicht befolgt und Kommunikationssysteme ausgeschaltet habe.

Am Montag hatte „O Globo“ berichtet, fehlende Absprachen der Flug- Kontrolle hätten das schwerste Flugzeugunglück in der Geschichte Brasiliens ausgelöst. Das Blatt berief sich dabei auf einen anonym zitierten Experten der brasilianischen Luftverkehrskontrolle. Danach stieß die Boeing 737-800 mit dem kleineren Flugzeug zusammen, weil beide über dem Bundesland Pará in einer so genannten Grenzregion flogen, die sich zwei Kontrolltürme teilten. Diese hätten sich über die beiden Flüge nicht abgestimmt.

Ein Richter hatte am Montag die Konfiszierung der Reisepässe des Piloten und des ebenfalls aus den USA stammenden Kopiloten angeordnet. Es hieß, die Anwesenheit der beiden sei zur Ermittlung der Unfallursache wichtig. Die Zeitungsberichte wurden vorerst offiziell weder bestätigt noch dementiert. Eine entscheidende Rolle bei den Ermittlungen werden die beiden Flugschreiber spielen, die im Urwald gefunden wurden.

Die Passagiermaschine der brasilianischen Gesellschaft Gol war am Freitag nach dem Zusammenstoß mit der Embraer Legacy in 11 000 Metern Höhe nahe eines Indio-Schutzgebiets im Bundesstaat Mato Grosso abgestürzt. Bei den Bergungsarbeiten fanden Soldaten im abgebrochenen hinteren Rumpfstück des Flugzeugs am Montagabend (Ortszeit) rund 100 Leichen, berichteten brasilianische Medien.


Dem „O Globo“-Bericht zufolge hatte der Pilot der in Sao José nahe Sao Paulo im Südosten Brasiliens gestarteten Embraer um Erlaubnis für eine Flughöhe von 37 000 Fuß gebeten, diese vom Kontrollturm aber nur bis Brasilia erhalten. Nachdem die Embraer Brasilia überflogen habe, sei der Kontakt zur Maschine abgebrochen. Sie sei auch von den Radarschirmen verschwunden. Es gebe deshalb den Verdacht, der Pilot habe die Kommunikationssysteme ausgeschaltet. Technische Probleme würden aber nicht ausgeschlossen.

In 37 000 Meter Höhe sei die Flugzeuge dann zusammengestoßen. Die Boeing habe die vorgegebene Flughöhe eingehalten, während die Embraer nach Brasilia die Flughöhe laut Anweisung auf 36 000 Fuß hätte reduzieren müssen.

Die Embraer hatte etwa eine halbe Stunde nach dem Zusammenstoß mit der Boeing schwer beschädigt auf einem Militärstützpunkt notlanden können. An Bord waren sieben US-Bürger, darunter auch ein Journalist der „New York Times“. Die Überlebenden hätten nach der Landung ihre Köpfe gesenkt, „für einen langen Moment des Schweigens“, schreibt der Wirtschaftsjournalist Joe Sharkey auf der Internetseite der Zeitung. Nach der Kollision habe ein anderer Passagier drei Worte gesagt, die Sharkey nie mehr vergessen werde: „Wir wurden getroffen.“ Danach habe er durch das Fenster sehen können, dass ein Teil des Flügels durch die Kollision mit der Boeing abgeschnitten worden war. „Es begannen die grausamsten 30 Minuten meines Lebens“, schreibt der Journalist. „Ich dachte an meine Familie“. Sie anzurufen sei aber unmöglich gewesen, weil sein Handy keinen Empfang gehabt habe.

In Brasilien wurde heftig darüber spekuliert, weshalb die kleine Maschine trotz eines stark beschädigten Flügels landen konnte, während das große Flugzeug abstürzte. Der Flügel der Embraer habe wahrscheinlich die Boeing wie ein Messer aufgeschlitzt oder aber wichtige Teile zerstört, lautet die häufigste Erklärung.

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Thanks !!!

Beitragvon djduke » Mi 4. Okt 2006, 12:29

Es ist schon fast wie bei einem Newsticker ! Cool, dass man so an die nötigen Infos rankommt. Ganz besonders wenn man zu den newsgeilen Menschen dieses Planeten gehört, wie ich !!!
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Korrektur !

Beitragvon djduke » Mi 4. Okt 2006, 12:37

Bei dem Deutschen handelt es sich laut Medien um einen in Brasilia lebenden Anthropologen. Aus der von Gol veröffentlichten Liste der Passagiere und Besatzungsmitglieder ging deren Nationalität nicht hervor. Die Fluggesellschaft gab die Gesamtzahl der Insassen mit 145 an. Zuvor war von 149 Passagieren und sechs Crew-Mitgliedern die Rede gewesen. Zu der Diskrepanz wurde keine Stellung genommen.

http://www.netzeitung.de/vermischtes/443950.html
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Vier Tage nach dem Absturz

Beitragvon djduke » Mi 4. Okt 2006, 12:55

50 Leichen nach Absturz geborgen

Vier Tage nach dem Absturz einer brasilianischen Passagiermaschine im Amazonas-Gebiet mit 155 Toten haben Rettungskräfte etwa 50 Leichen geborgen. Darunter seien auch die Leichen der beiden Piloten, teilte die brasilianische Luftwaffe mit.

Die Angehörigen sind aufgefordert, ärztliche Zahnbefunde der Opfer abzugeben, damit die Leichen identifiziert werden können. Am Montag waren die beiden Flugschreiber der abgestürzten Boeing gefunden worden. Von ihrer Auswertung versprechen sich die Behörden Hinweise auf den genauen Hergang des Unglücks vom Freitag.

Die fast neue Maschine der brasilianischen Gesellschaft Gol war mit 149 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord über dem Bundesstaat Mato Grosso abgestürzt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Boeing mit einem Kleinflugzeug zusammenstiess, dessen Insassen nach einer Notlandung überlebten.

Auch von der Befragung der Piloten der kleineren Maschine erhofften sich die Behörden Aufschluss über den genauen Hergang. Es war das schwerste Luftunglück in der Geschichte Brasiliens.

http://toponline.ch/area-1.rub-42.art-64407.tce
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Re: Korrektur !

Beitragvon robertwolfgangschuster » Mo 9. Okt 2006, 18:45

djduke hat geschrieben:Die Fluggesellschaft gab die Gesamtzahl der Insassen mit 145 an. Zuvor war von 149 Passagieren und sechs Crew-Mitgliedern die Rede gewesen. Zu der Diskrepanz wurde keine Stellung genommen.

http://www.netzeitung.de/vermischtes/443950.html

Ein Passagier aus Manaus war doppelt aufgeführt in der passagierliste.
Nach letzten Informationen der Federalpolizei haben die amerikanischen Piloten die Flughöhe des Flugplanes nicht eingehalten, das sind aber nur Vermutungen. Wenn die Auswertungen aus Kanada eintreffen wird man genaueres wissen, bis dahin ist alles nur Spekulation.
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Beitragvon tinto » Mo 9. Okt 2006, 21:55

Absturz im Urwald Brasiliens: US-Piloten weisen Vorwürfe zurück

6.10.2006, Rio de Janeiro (dpa) - Nach dem Flugzeugunglück mit 154 Toten im brasilianischen Regenwald haben die US-Piloten der zweiten beteiligten Maschine alle Vorwürfe von Behörden und Medien zurückgewiesen. Sie hätten weder das Antikollisionssystem noch Kommunikationssysteme ihrer Embraer Legacy ausgeschaltet, versicherten beide nach Medienberichten vom Freitag. Die Zeitung «Estado» schrieb in ihrer Onlineausgabe, diese Aussage der Piloten habe die Luftwaffe in Brasilien «empört und verärgert».

Die Passagiermaschine des Typs Boeing 737-800 der brasilianischen Gesellschaft Gol war am vergangenen Freitag nach einem Zusammenstoß mit der Embraer in 11 000 Metern Höhe im Bundesstaat Mato Grosso abgestürzt. Experten ermittelten derweil, die Maschinen seien frontal zusammengestoßen. Die Boeing sei dabei in der Luft «aufgerissen» worden. Nach neuesten Gol-Angaben waren 154 und nicht, wie es zunächst geheißen hatte, 155 Menschen an Bord. Die Bergungsarbeiten im dichten Dschungel waren auch eine Woche nach dem Unglück noch im Gange.

Der Arbeitgeber der US-Piloten, ExcelAire, verpflichtete derweil den früheren brasilianischen Justizminister José Dias als Anwalt. Im Interview mit dem Nachrichtenportal G1 sagte dieser, die Piloten blieben entgegen den Beschuldigungen bei ihrer Aussage, sie seien «in korrekter Höhe geflogen und hätten mehrfach Kontakt mit dem Kontrollturm versucht». Es habe auch keine Flugkunststücke gegeben. Die Piloten hätten den Zusammenstoß kaum gespürt.

Luftwaffen-Ermittler sprachen von «blöden Ausreden» der Piloten. Erste Untersuchungen der Flugschreiber hätten ergeben, dass die Embraer in 37 000 Fuß und somit als «Geisterfahrer» geflogen sei. Die Flugschreiber der Embraer würden auch darüber Auskunft geben, ob die Piloten das Transponder-System, das die genaue Ortung der Maschine erleichtert, ausgeschaltet hätten.

Die Bundespolizei hat unterdessen Ermittlungen gegen die Piloten Joe Lepore und Jan Paladino wegen möglichen «fahrlässigen Totschlags» aufgenommen. Ihre Pässe wurden konfisziert. Es war das schwerste Flugzeugunglück in der Geschichte Brasiliens. Die Embraer, die in die USA unterwegs war, hatte eine halbe Stunde nach dem Zusammenstoß mit der von Manaus nach Brasilia fliegenden Boeing schwer beschädigt auf einem Militärstützpunkt notlanden können. Sieben US-Bürger waren an Bord.

Genau eine Woche nach dem Unglück sorgte eine andere Boeing von Gol in Brasilien für Aufregung. Bei der Landung auf dem Flughafen Congonhas in Sao Paulo rutschte sie über die Landebahn hinweg. Es habe zwar keine Verletzten gegeben, der Flughafen sei aber für unbestimmte Zeit geschlossen worden. Gol ist eine Billigfluglinie, die 2001 gegründet wurde. Nach Angaben der Gesellschaft war das Unglücksflugzeug vom Hersteller erst am 12. September geliefert worden und bis zum Unfall nur rund 200 Stunden in der Luft gewesen.


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Flugzeugabsturz Brasilien: Fast unglaubliche Ansammlung von

Beitragvon brasilmen » Mi 11. Okt 2006, 08:16

Flugzeugabsturz Brasilien: Fast unglaubliche Ansammlung von Fehlern
Karl Weiss - Am Anfang war der Flugzeugabsturz einer Boeing 737 mit 155 Menschen an Bord über dem Amazonasurwald in Brasilien vor allem von der Vielzahl der ungeklärten Fragen charakterisiert. Jetzt geht das mehr und mehr in eine Polemik über die Ursachen über. Anscheinend hat sich, wie bei Unglücken häufig, ein tragisches Zusammenspiel von mehreren Irrtümern, Fehlern bzw. Fehlleistungen ereignet.

Das erste größere Mißverständnis kam auf, als am Morgen des 4. Oktober die europäischen Medien (so unter anderem auch AFP) übereinstimmend meldeten, die beiden Piloten der Legacy seien festgenommen worden. Sie wurden bis heute nicht festgenommen. Man hat ihnen lediglich die Pässe abgenommen, damit sie sich während der Zeit der Untersuchungen nicht aus dem Land absetzen können. Dies ist internationale Norm. Wer unter dem Anfangsverdacht eines Verbrechen steht, darf als Ausländer das Land solange nicht verlassen, bis er vom Verdacht befreit wurde oder er wird eben wirklich festgenommen.

Es wurde versucht, dies als Besonderheit Brasiliens darzustellen.Das ist aber nicht der Fall. Brasilien folgt in diesem Fall lediglich internationalen Regeln.

Die in einem früheren Artikel geäußerte Vermutung, es könne sich bei „Excel Aire“, dem Käufer der Legacy, um eine CIA-Tarnfirma handeln, konnte nicht bestätigt werden. Es gibt dafür keinen Anhaltspunkt.

Die hauptsächliche Polemik wurde von dem Journalisten der New York Times, Joey Sharkey, eingeleitet, der als Gast in der Embraer 600 „Legacy“ mitgereist war, die mit der Boeing zusammenstieß. Er hatte von Brasilien aus noch einen einfühlsamen Artikel an seine Zeitung geschickt, über den Journalismus Nachrichten von heute schon berichtet hat. Kaum war er aber in den USA angekommen, begann er in Interviews am Fernsehen, am Telephon und mit Zeitschriften und Zeitungen in unerhörter Weise die brasilianischen Behörden anzugreifen, obwohl der Inhalt seiner Berichte aus Brasilien nicht den geringsten Anhaltspunkt für irgendeine sachliche Begründung hierfür ergibt.

So erklärte er u.a. in der Sendung „Today Show“ des TV-Senders NBC am Abend des 4.Oktobers, die brasilianische Flugkontrolle sei extrem schlecht und fehlerhaft. Woher er diese Weisheit hat, bleibt sein Geheimnis. Es gibt keinerlei Anzeichen, daß die brasilianische Flugkontrolle schlechter wäre als die in den USA oder in Europa. So hat sich zum Beispiel in Brasilien – zumindest in den letzten 20 Jahren – kein einziger Flugzeugabsturz ereignet, der eindeutig auf Fehler der Fluglotsen zurückzuführen gewesen wäre, wie etwa der Absturz vor einigen Jahren im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet bei Überlingen am Bodense.

Eine andere Bemerkung Sharkeys, die auf Unverständnis stieß, war, der ‚Transponder’ der fabrikneuen „Legacy“ des brasilianischen Herstellers Embraer müsse wohl einen Defekt gehabt haben. Ein wichtiger Umstand des Unglücks ist: Der Transponder des Exekutiv-Jets gab zum Zeitpunkt der Annäherung an den Punkt des Zusammenstoßes keine Signale ab (vorher und hinterher funktionierte er einwandfrei). Diese Signale hätten dazu geführt, daß der Pilot der Boeing noch rechtzeitig auf die sich auf gleicher Flughöhe annähernde Legacy aufmerksam geworden wäre. Die brasilianische Luftfahrtbehörde gab hierzu am 5. Oktober folgende Information heraus: Man habe den Transponder untersucht und keinerlei Fehler gefunden. Da er nach übereinstimmenden Aussagen keine Signale abgab, müsse er ausgeschaltet gewesen sein.

Es gibt nicht den geringsten Hinweis, daß brasilianische Embraer-Flugzeuge in irgendeiner Art weniger zuverlässig seien als solche aus Industriestaaten. Der letzte große Absturz eines Passagierflugzeugs vor diesem war der einer Fokker 100 der Gesellschaft TAM, die mitten in der Großstadt São Paulo unmittelbar nach dem Start niederging und unter Insassen und getroffenen Anwohnern 99 Tote forderte. Es stellte sich heraus, daß die Hauptursache des Absturzes ein Konstruktionsfehler der Fokker war, zusammen mit einem technischen Versagen im Flugzeug. Zu diesem Zeitpunkt stand die inzwischen bereits Pleite gegangene Fokker-Gruppe unter deutscher Verwaltung: Die damalige Daimler-Benz AG, heute Daimler-Chrysler, hatte sie gekauft.

In Brasilien gehen Zivilpolizei, Bundespolizei und Staatsanwaltschaft davon aus, daß der US-Pilot der Legacy den Transponder abgeschaltet hatte – eventuell, um in einer anderen Höhe als vorgesehen fliegen zu können (was aber nicht viel Sinn ergibt).

Die dritte und nun in Brasilien mit besonderem Befremden aufgenommene Aussage von Sharkey ist, die beiden US-Piloten der Legacy würden in Brasilien „Gefahr laufen“. Man müsse speziell auf die von brasilianischen Behörden gesammelten Beweise des Zusammenstoßes achten. Hierzu bemühte sich sogar der brasilianische Verteidigungsminister an die Mikrophone der TV-Anstalten und erklärte, diese Aussage sei „bedauerlich“.

Soweit Sharkey damit andeuten wollte, in Brasilien würden eventuell ausländischen Piloten Beweise untergeschoben, um eine Schuld zu konstruieren, so ist da Vorsicht mit einer solchen Ausage geboten. Sie könnte als Vergehen aufgefaßt werden. Falls das „Gefahr laufen“ auf mögliche Verhörmethoden abzielte, so muß man sich wirklich fragen, was in diesen Journalisten gefahren sein könnte.

Tatsächlich gab es in Brasilien eine Epoche, als Beweise unterschlagen oder verfälscht wurden und als Folter von Verdächtigen an der Tagesordnung waren. Das war während der Militärdiktatur von 1964 bis 1985. Allerdings war diese Militärdiktatur auf „Einflüsterungen“ genau jenes Landes zustande gekommen, aus dem Sharkey kommt. Genau dort, in den Vereinigten Staaten, waren den Militärs die Methoden des Putsches beigebracht worden und genau dort lernten sie foltern.

Wenn du mit einem Finger auf den anderen zeigst, zeigen immer die anderen Finger der gleichen Hand auf dich zurück. Die nächste Unklarheit tauchte auf, als der Polizist an die Öffentlichkeit ging, der alle 7 Insassen der Legacy bereits am Samstag, dem Tag nach nach dem Unglück, zum Ablauf vernommen hatte. Er sagte aus, daß der Journalist Sharkey ihm gegenüber nicht erwähnt hatte,was er in seinem Artikel schrieb: Er sei kurz vor dem Zusammenstoß im Cockpit gewesen und habe gesehen, daß der Höhenmesser der Legacy 37 000 Fuß angezeigt hätte. Sollte der Journalist eventuell versucht haben, den Landsleuten mit einer scheinbar entlastetenden Aussage zu helfen?

Nun, wie auch immer, es hat nicht geklappt, denn diese Aussage entlastet nicht mehr.

Von wem man die ganze Zeit bis heute nichts mehr hörte, ist der Fluglotse, der für die Luftraumüberwachung des zivilen Passagierverkehrs zuständigen brasilianischen Behörde „Agência Nacional de Aviação Civil“ (Anac). Es war gemeldet worden, er sei vom Dienst suspendiert und in psychologische Behandlung gebracht woden. Dann verschwand er aus den Meldungen. Er hätte auf seinem Bildschirm ja sehen müssen, daß da ein unidentifiziertes Objekt genau auf „seine“ Boeing zukam und warnen müssen, oder? Aus Kreisen der Luftüberwachung kommt folgende Erklärung: Da der Transponder ausgeschaltet war, erschien die Legacy auf einer anderen Höhe als die Boeing. Der Lotse konnte nicht erkennen, daß beide auf gleicher Höhe unterwegs waren.

Ein Fachmann weist auch noch daraufhin, daß die Stelle des Zusammenstoßes genau in der Zone liegt, in der sich die Zuständigkeiten der Luftüberwachungsstelle in Brasilia und jener in Manaus überlappen. In dieser Zone kann es schon mal vorkommen, daß sich für eine kurze Zeit beide Fluglotsen als nicht (noch nicht bzw. nicht mehr) zuständig für ein Flugzeug
ansehen.

Die wichtigste Meldung vom 5. Oktober in Brasilien war aber, daß eine gemeinsame US-/Brasilianische Kommission zur Aufklärung der Ursache(n) des Desasters eingesetzt wurde. In ihr sind nicht nur die Luftüberwachungsbehörde Brasiliens ANAC und die Luftwaffe Brasiliens (zuständig für die Exekutiv-Jets) sowie die Vereinigung der brasilianischen Luftfahrtgesellschaften vertreten, sondern auch die Gewerkschaft der brasilianischen Luftfahrtbeschäftigten, die Boeing, die Embraer sowie ein Beauftragter der US-Regierung.

Das ist ungewöhnlich. Es ist keineswegs normal, daß bei Untersuchungen über Flugzeugabstürze Vertreter ausländischer Regierungen einbezogen werden. Aber die USA als Herrscher der Welt haben eben Sonderrechte.

Ebenso wurde gemeldet, daß die beiden „Black Box“ bereits an die international zuständige Untersuchungsstelle in Kanada weitergegeben wurde. Für eine endgültige Beurteilung wird man auf jeden Fall die Ergebnisse dieser Auswertung abwarten müssen.

In den darauffolgenden Tagen kamen nur noch Berichte über Meinungen.

Nun aber, am 9.Oktober, traf endlich eine konkrete Tatsachenmeldung in den Nachrichten ein: Der Flugplan der „Legacy“ wurde als Kopie in den Fernsehnachrichten gezeigt. Er sieht für den Flug von São Paulo nach Brasilia die 37.000 Fuß vor, die als Höhe des Zusammenstoßes jetzt endgültig feststeht. Doch dann, als sie in den Korridor von Brasilia nach Manaus einbog, so steht da geschrieben, hätte die Legacy für etwa 400 km auf 36.000 Fuß fliegen müssen, um dann, beim Funksignal Terez, auf 38.000 Fuß zu steigen. Von Terez bis zum Ort des Zusammenstoßes sind es noch einmal 600 km, so daß der Flughöhenwechsel als Unglücksursache ausfällt.

Sie blieb aber die ganze Zeit auf 37.000 Fuß. Der Korridor zwischen Brasilia und Manaus ist aufgeteilt in geradzahlige Höhen (in Tausend Fuß) für den Verkehr von Brasilia nach Manaus und in ungeradzahlige Höhen für den Gegenverkehr.

Nach Aussagen eines Fachmannes ist das internationaler Standard: Eine Höhenschichtung von 1000 Fuß (etwa 330 Meter) für Hin- und Gegenverkehr wird allgemein als ausreichend angesehen.

Damit haben wir nun folgende Fehlhandlungen bzw. Fehlfunktionen:

1. Die Legacy hielt sich nicht an die Höhen des Flugplans. Grund: ungeklärt
2. Die Legacy war über Funk nicht zu erreichen. Grund: ungeklärt
3. Der Transponder der Legacy gab keine Signale ab. Grund: ungeklärt
4. Die Passagierluftverkehr-Flugkontrolle erkannte nicht, daß die Legacy auf der gleichen Höhe mit der Boeing unterwegs war oder war nicht aufmerksam. Grund: ungeklärt
5. Die Piloten beider Flugzeuge sahen sich nicht auf dem Radar. Grund: ungeklärt
6. Die automatischen Annäherungswarnungen haben nicht funktioniert. Grund: ungeklärt

Hätte auch nur eine dieser Fehlfunktionen oder Fehlhandlungen nicht stattgefunden, wäre das Desaster wahrscheinlich verhindert worden.

Man kann gespannt sein, zu welchen Schlüssen die internationale Untersuchungs-Kommission kommt.

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Beitragvon Pimenta Bueno » Mi 11. Okt 2006, 10:42

Meine Güte, nichts als gequirlte Kacke, was diese Pfeife schreibt. Mich würde mal interessieren - nein, eigentlich interessiert es mich nicht, weil ich es ohnehin schon weiß - wie Karl Weiss reagieren würde, wenn er in einer ähnlichen Situation wie die beiden Piloten in den USA fetsgehalten würde. Dann würde der Schwachmat nämlich Zeter und Mordio schreien und heftig protestieren, daß er als politischer Gefangener des Imperialismus festgehalten würde. Was für ein Pinscher!
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Beitragvon tinto » Mi 11. Okt 2006, 14:02

Was für ein schrottiger und überflüssiger Kommentar von PimBuena.

Der vorstehende Beitrag von Karl Weiss ist dagegen erstklassig, wenn wir auch nicht prüfen können, was dran ist.

Untersuchungen dieser Art geschehen übrigens nach international bekannten Regeln. Die brasilianische Justiz wird sich Fehler nicht erlauben können, da die Hersteller, auch Boeing und der Hersteller des Kollisionswarnsystems daran beteiligt werden. Die Datenschreiber und die Cockpitvoicerecorder werden nicht manipuliert werden können.
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