Fortaleza-Jericoacoara oder andere Traumstrände in Brasilien

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Fortaleza-Jericoacoara oder andere Traumstrände in Brasilien

Beitragvon schneeball » Mo 3. Okt 2005, 19:15

Wer war den schon mal in Jericoacoara, würde mich intressieren ob es willklich so traumhaft ist wie es im reiseführer steht... wie siehts denn mit der anfahrt aus... ist sie auch ein erlebniss oder besser fliegen... bin auch für andere tipps dankbar.... 8)
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Beitragvon Lemi » Mo 3. Okt 2005, 21:09

Hi Schneeball,

Im Jahr 1999 ging die Anreise noch so vonstatten und es gab keine weiteren Optionen:

Wir kamen per Omnibus aus Fortaleza mit Zwischenstation in Piripiri und Nationalpark Sete Lagoas (mehrere Tage) irgendwann vormittags in der Kleinstadt Jijoca an. Dort sollte uns eine "Jardinheira" weiter nach Jerí transportieren. Ich konnte mir trotz 4 Jahren Brasilienaufenthalts absolut nichts unter einer Jardinheira vorstellen ......... sah dann aber, dass es ein umgebauter Toyoto Bandeirantes war, der ausser der vergrösserten, mit Sitzbänken ausgestatteten Ladefläche auch geländetauglich war.

An die ewig lange Fahrt auf dem Toyota Bandeirantes durch die Dünen bei glühend heißen 40 Grad kann ich mich auch noch sehr bildlich erinnern.

Im Toyota befanden sich u.a. 1 schwarzen Schwein, 5 Hennen, einigen Zentnern Mais und einem Stapel Maniokwurzeln. Es stank mörderlich. Auf der kleinen Bank drängten sich ein älterer Herr, ein junges Mädel, 2 gutgebaute, zahnlose Jungs, der blonde, blauäugige Jens und ich zusammen.

Die Fahrt sollte 3 Stunden dauern.

Als ich auf der Ladefläche sass, gemeinsam mit dem Viehzeug, fragte ich den Motorista wann es denn los ginge. Es war früh um 9 und langsam wurde die Sonne erbärmlich heiss. Obwohl die Ladefläche eine Plane hatte und die Sonnen nicht direkt auf meinen Schädel knallen konnte, wurde es stickig. Der Motorista meinte: "so uns 5 minutinhos" ..... wer Brasilien kennt, weiss, dass 5 Minütchen im allgemeinen auf 30 Minuten herauslaufen, doch wer im Piaui denkt, dass es nach 30 Minuten wirklich losgeht, hat weit gefehlt - es dauerte etwas länger, bevor die Fahrt losging - wohl auch deswegen, weil der Motorista solange mit der Abfahrt wartete, bis die Ladefläche wirklich voll war. Uns wurde ziemlich warm ums Herz ....... und am Rücken, den Beinen und am Kopf ....... der Schweiss lief nur so ......... es herrschten ausserirdische Temperaturen.

Nach 2 Stunden Wartezeit fuhr er endlich los, drehte aber erst noch ein paar Ehrenrunden im Dorf ....... so als wöllte er sich von jedem Einwohner der Stadt persönlich verabschieden ......... anscheinend kam es in der Vergangenheit häufig vor, dass Motoristas nie wieder zurückkamen .......... so zumindest deutete ich diese Abschiedszeremonie.

Kurioserweise lies der Fahrer den Motor schon 30 Minuten vor Abfahrt an, wahrscheinlich um ein Zeichen zu setzen, dass es gleich losginge - die Folge aber war: es stank nicht nur nach Schwein, sondern auch noch nach Diesel - und - die Luft stand - kein Windchen wehte.

Gut. An einer CO-Vergiftung bin ich wohl nochmal haarscharf vorbeigeschrammt, bevor es dann losging. 3 Stunden über Holperpisten - dachte ich mir - ist ziemlich langweilig - also fängst du an mit den Leuten auf der Ladefläche zu reden. Leider war aber die Stimmung nicht sehr anregend - da wohl die Hitze so ziemliche alle noch im Gehirn vorhandenen Zellen vorübergehend deaktivierte. Meine Wasserflasche war auch nach einer halben Stunde leer und so langsam trocknete mir dioe Kehle aus - im Gegenzug klebte mein Shirt klitschnass auf dem Rücken fest.

Als wir dann einem Dorf (Name unbekannt) immer näher kamen, wurde meine Nachbarin (wie konnte es anders sein - das Mädel sass natürlich neben mir) etwas lebendiger und ging auf einen meine ständigen Versuche ein Gespräch anzufangen ein. Sie fand meinen Dialekt sehr lustig und fing an sich zu amüsieren - sie hatte wohl noch nie vorher mit einem Gringo gesprochen und wusste wahrscheinlich auch nicht, dass es noch andere Sprachen gab. Ich fragte sie jedenfalls eine Menge Dinge über ihr Leben und ihre Heimat und sie wurde zunehmend munterer. Nach einer schon geraumen Zeit wurde dann einer der jungen Kerle munter (er schlief mit offenen Mund - und die Fliegen, die vorher am After des Schweins rumschwirrten, flogen plötzlich auch in Richtung seines geöffneten Mundes). Er hörte uns eine Weile bei unserem munteren Gespräch zu - sie lachte fröhlich - er wurde argwöhnisch. Er fing an sie zu beschimpfen und ich merkte, dass er ihr Bruder war. Als dann ihr anderer Bruder, der sich auch auf der Ladefläche befand, anfing sich einzumischen, wurde die Luft dick. Plötzlich flogen mir ein Haufen Schimpfworte an den Kopf, u.a dass ich mich an einer minderjährigen Jungfer vergreifen wöllte und das sie eine ehrbare Familie wären - kurz um: ich war ein Schuft. Das Mädel, was sichtlich überfordert war, fing nun an, ihren Gebrüdern begreiflich machen zu wollen, dass ich doch nur mit ihr geredet hätte. Aber die Jungs wurden immer fuchtiger, und meinten, dass ich nichts anders wollte als sie zu enjunfern mit meiner vielen Quatscherei.

Gut. Meine Zunge ist vielleicht nicht ganz so spitz, dass es für eine Entjungferung reicht, aber bevor die Jungs anfingen mit ihrem Facão herumzufuchteln , setzte ich zum Sprung an und landete recht unsanft auf der Sandstrasse. Die Jungs waren sichtlich überrascht, konnten es aber nicht lassen, mir wenigstens noch ein "Filho da Putaaaaa" hinterherzuschreien, währenddessen ich schon anfing, den Staub aus den Haaren zu schütteln. Meinen Rucksack hatte ich im Affekt vor meinem Absprung gekrallt - somit hatte ich wenigstens meine 7 Sachen nicht verloren (4 Kleidungsstücke, 1 Zahnbürste + 2 Kondome). 2 Dinge hatten sich nun aber grundlegend geändert: die Sonne prallte mir jetzt direkt auf den Schädel, aber dafür stank es nicht mehr so barbarisch.

Da es noch nicht allzu spät war, hatte ich wohl auch berechtigte Hoffnung, dass irgend ein anderes Vehicle meinen Weg kreuzen würde, um mich zur nächsten Wasserstelle mitzunehmen - die hatte ich auch mehr als nötig, denn an meinen Lippen verkrustete so langsam der weisse Schaum, der durch die viele Leckerei aufgetragen wurde. Da ich ein Glückspilz im Leben bin, kam auch ein wenig später ein Eselskarren mit einer Ladung Zement (völlig geruchsfrei) vorbei und nahm mich mit. Glücklicherweise führte sein Weg nach Jerí - was ja auch völlig logisch war, da es die einzige Strasse weit und breit war - am späten Nachmittag sprang ich runter von seinem Karren - bedankte mich höflich - und schoss noch ein Foto vom Karren und versprach dem Mann, es ihm per Post zuzuschicken.

Den Rest der Reisebeschreibung findest du im Unterforum "Nichts für Pauschaltouristen" / Im Toyota Bandeirantes durch des heissen Ceará ........ oder einfach hier http://www.brasilienfreunde.net/viewtopic.php?t=312 klicken
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Beitragvon jensonline » Mo 3. Okt 2005, 21:22

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Ganz so schlimm ist es wohl nicht

Beitragvon hypermegaglobal » So 9. Okt 2005, 10:06

Toller Reisebericht, Lemi! :)

Ich war vor Kurzem eine Woche in Fortaleza, bin allerdings nicht bis nach Jericoacoara gekommen. Dank der äußerst gesprächigen Reiseführerin auf einem Tagesausflug* habe ich folgendes erfahren: Eine richtige Strasse direkt nach Jeri gibt es nicht, da die von den Wanderdünen immer wieder verschüttet werden würde. Die Anreise geht immer noch über Jijoca, wo man nun die Wahl hat, den Bus zu nehmen ("Jardineira"), oder mit einem Buggy oder Allrad-Pickup bis nach Jeri zu fahren. Mit einem normalen Fahrzeug ohne Allradantrieb soll man das letzte Stück nicht zurücklegen können. Ach ja, und mit dem Helikopter kommt man wohl auch hin und kann sich direkt neben seinem Hotel absetzen lassen. Das, wie gesagt, sind alles Infos aus zweiter Hand.

Von Fortaleza aus gibt es von verschiedenen Anbietern auch komplett organisierte Touren bis nach Jeri (man muss auch dann in Jijoca umsteigen).

Würde mich auch sehr interessieren, wie es in Jeri jetzt aussieht und ob sich die Anreise lohnt. Ich wollte dafür nicht 2-3 Tage aufwenden, aber vielleicht habe ich nächstes Mal mehr Zeit.


*War wie früher in der Schule, außer, dass man sich damals nicht im Bus vorstellen musste und dass die Lehrerin nicht permanent wirklich grottenschlechte Witze erzählt hat. Na ja, wer kein Auto mieten will, muss da wohl durch.
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Beitragvon patecuco » So 9. Okt 2005, 16:02

Wir waren im April 2005 in Jeri, ganz einfach mit nem Mietwagen hingefahren. In Jijoca haengen die Typen auf der Strasse rum und erzaehlen viel Mist. Man kann mit einem ganz normalen PkW nach Jeri fahren, wir hatten einen Celta.
Allerdings muss man eine andere Strecke als die LkW und 4x4 nehmen. Die Strecke geht nur ganz kurz ueber die Duenen und eine Bruecke. Es gibt eigentlich nur eine Stelle wo man den Wagen im Sand festfahren kann - was ich auch schaffte - aber kurz zuruecksetzen und nochmal versuchen, einfach mit viel Gas und so schnell wie moeglich ueber den Sand, dann klappt es. Evtl etwas weniger Luftdruck in den Reifen hilft.
Es gibt Fuehrer die sich anbieten - hab 10 R$ gezahlt. Fuer den Rueckweg entweder die Strecke merken, oder mit GPS aufzeichen oder eben nochmals 10 R$ zahlen, wobei es einige Guides in Jeri gibt, die glauben fuer 1 Stunde im klimatisierten Auto sitzen muessten sie 20 R$ verlangen. Braucht man aber nicht zu zahlen, es geht auch anders.

Was mir an Jeri nicht gefiel, der viele Verkehr innerhalb des Orts. Staendig faehrt jemand mit stinkendem Wagen hin und her, knattern Mopeds und seit neuestem wohl auch Quads. Zum Glueck muss man bis zum Pflichtfoto am Felsen noch laufen.

Hubschrauber hab ich auch gesehen, doch wollte ich in die alte Kiste nicht einsteigen.
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Beitragvon jensonline » So 9. Okt 2005, 18:38

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Beitragvon Lemi » Do 8. Jun 2006, 12:57

Hab gerade ein tolles Foto vom allabendlichen Event auf der Hauptdüne Jeri´s im Netz gefunden. Da hat einer ein Händchen gehabt .........

Bild

Autor: Jürgen Dietz
Quelle: http://www.fotocommunity.de
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Re: Fortaleza-Jericoacoara oder andere Traumstrände in Brasi

Beitragvon pebucebr » Fr 3. Jan 2014, 00:22

Die gesamte Küste nennt sich dort "Traumstrand" - Ab French Guiyana bis runter nach Rio. Fortaleza hat die grösste Strichmeile. Das Problem ist an dem gesamten Traumstrand - leere mal deine Hosentaschen - Na Gringo, suchst du eine Amiga?! Die meisten Strände sind von Mo - Fr. leer am Wochenende kommen die Picki Nicki. Viele Ferienhäuser stehen leer, ausgeplündert usw. usw.
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Re: Fortaleza-Jericoacoara oder andere Traumstrände in Brasi

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 3. Jan 2014, 02:26

Oi pebucebr

Diesmal hast du einen Thread aufgewärmt, der schon 8 Jahre tot ist

Schneeball. Lemi, Patecuco, Jensonline, ich und tausend andere waren inzwischen an diesen "Traumstränden".

Was hast du den dort für Erfahrungen gemacht. Alles Beutelschneider und Nutten dort. Tut mir leid für dich, wo (was) hast du denn gesucht :D ?

Gruß
Trem Mineiro

PS: schau doch ab und zu mal auf die Daten vom letzten Beitrag
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Re: Fortaleza-Jericoacoara oder andere Traumstrände in Brasi

Beitragvon hagldone » Do 20. Feb 2014, 22:03

Hallo!
Jericocoara ist wirklich wunderbar aber es ist dort nicht billig. Man kommt am besten mit dem Bus von Fortaleza vom Strand Beira Mar dorthin. Dort am Strand machen sie immer Werbung nach Jeri. Einfach erkundigen. Eine gute Adresse zu übernachten ist: http://www.adrianojeri.com/
Der Inhaber ist Schweizer und sehr nett und hilfsbereit. Seine Pension hat einen schönen Garten mit Pool. Es ist nicht weit zu Strand.
Jericocoara ist ein Naturschutzgebiet. Man steigt an einem großen Parkplatz vor Jeri vom Bus aus und wird dann mit kleinen Lastwagen zur Ortschaft gebracht. Man kann nicht mit einem PKW hinfahren. Viel Spaß dort.
Liebe Grüße
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