Fotograf auf Durchreise braucht Tipps fuer Zoll und Arbeit!

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Fotograf auf Durchreise braucht Tipps fuer Zoll und Arbeit!

Beitragvon aeiou » Sa 27. Aug 2005, 07:04

Hello hier im Forum!

Nur kurz Vor-Info, damit meine Fragen nicht allzu bloed rueberkommen: ich habe mich Anfang des Jahres dazu entschlossen, dass ich aus Deutschland weggehe, nur mit 2 Koffern und einem Seesack voller Kleidung, erstmal ohne direktes Ziel. Weil ich eigentlich ueberall auf der Welt verteilt Leute kenne, bei denen ich unterkommen kann, ist mein Ziel eigentlich, dass ich in den naechsten Jahren einmal um den Globus reise, was aufgrund meines Berufes funktionieren sollte (bin Fotograf und Bilder kann man ueberall machen und verschicken ueber s Netz funktioniert ja mittlerweile auch ueberall). Ich habe die letzten 7 oder 8 Monate in UK gelebt und habe mich jetzt sehr kurzfristig dazu entschlossen, zu einem Freund nach Brasilien zu gehen um zu schauen, ob es mir dort evtl fuer laenger gefaellt. Ich war schon einmal da, das ist 5 oder 6 Jahre her, und es hat mir sehr gut gefallen. Q: Warum so kurzfristig? A: Weil mein bisheriges Arbeitsverhaeltnis gekuendigt ist und wenn ich laenger hierbleibe bin ich schon auf der ersten Station der Reise pleite (die Mieten und Lebenshaltungskosten sind die Hoelle hier!) Q: Wie kurzfristig? A: wenn alles klappt bin ich Ende naechster Woche schon weg.

Problem 1:
Weil ich alles, was ich in den naechsten Jahren benoetige mit mir trage, habe ich unter anderem einen Koffer mit 3 Kameras (Kleinbild, Mittelformat, Digital) dabei, sowie 2 Laptops (einer sehr neu einer sehr alt, der alte als Mitbringsel fuer meinen Freund gedacht, ist nach nordamerikanischen Massstaeben unter 500 USD wert). Insgesamt hat mein Equipment einen Wert von ein paar tausend Euro*. Ja: natuerlich ist das Zeug sehr gut versichert (100%)! Nein: ich habe natuerlich auch nicht vor das Zeug zu verkaufen, schliesslich ist das mein Arbeitsmaterial.

Fragen:
1 Ganz naiv gefragt: gibt s Probleme bei der Einfuhr? Die Kameras sind gebraucht und sehen auch so aus. Ich reise als Tourist ein, 90 Tage Visum. Wenn man davon ausgeht, dass ich auch noch genauso naiv ausschaue wie ich frage, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich das Equipment mit reinbringen kann, ohne dass dann irgendwelche Zollgebuehren** anfallen?


* Anm: das Equipment ist sehr gut und ich werde mich natuerlich hueten, die teure MF Kamera (ca5000E, gulp) ohne Sicherheitsvorkehrungen zu benutzen. Das Equipment ist ansonsten im gesicherten (Film-) Studio von meinem Freund untergebracht (evtl sowieso der einzige Ort, an dem ich die teure Kamera benutzen koennte?), ich werde vom Flughafen abgeholt, etc... also: wird schon schiefgehen. Schluck. Ansonsten: ich komme mit zwei leicht zerbeulten silberfarbenen Metallkoffern an. Muss ich da irgendwelche Sicherheitsbedenken haben, dass das einfach "zu teuer" aussieht!? Koffer schwarz anstreichen!? Ich find s teilweise ein wenig schwer abzuschaetzen, wie gefaehrlich Rio WIRKLICH ist, fuer mich mit diesem ganzen Equipment. Die Forum-Beitraege reichen ja von relativ gelassenen "auch nicht schlimmer als New York" zu "an jeder Ecke ein Junky mit Messer". Als ich damals in Rio in St Teresa gewohnt habe, empfand ich es nicht als soooo wahnsinnig gefaehrlich. Zudem: mein Freund filmt in Rio und lebt dort seit 8 Jahren und hat ebenfalls eine Menge Equipment dort rumstehen, durch seinen Job hat er auch viele Aussenaufnahmen (dh mit Equipment in der Oeffentlichkeit) und ihm ist bis jetzt noch nichts abhanden gekommen. Mich wuerde dennoch noch einmal die Meinung anderer interessieren...also NEBENFRAGE: kann ich in Rio Fotoaufnahmen mit einer 5000E Ausruestung machen, tagsueber, in einer kleinen Gruppe bestehend aus vielleicht 3 bis 5 Leuten (Brasilianer dann), ohne dass ich befuerchten muss, dass die Gruppe nach 15 Minuten von 10 Strassengangstern ausgeraubt wird...ist eine recht theoretische Frage zugegebenermassen, aber es muesste doch moeglich sein, Film- und Fotoaufnahmen im oeffentlichen Raum (solange es keine Favela oder ein anderer Hotspot ist) zu machen. Oder brauche ich fuer so was bewaffneten Geleitschutz? Oder ist allein der Gedanke an so ein Vorhaben schon komplett :crazy: !?

**Anm: 100% Zollgebuehren auf elektronische Geraete !? Ohne damit dem Nationalgefuehl von irgendwem auf die Fuesse treten zu wollen: kein Wunder, dass Brasilien irgendwie hinterherhinkt, wenn man fuer elektronisches Arbeitsgeraet in Brasilien mehr als das Doppelte zahlen muss, oder!? Wieso stellt man sich in Brasilien [das ja zudem noch "Progresso" in der Flagge hat] so gegen den Fortschritt? Will man die Leute "kleinhalten" indem man Ihnen den Zugang zu Arbeitsmaterial erschwert!?


Problem 2:
Ich will in den 90 Tagen in Rio zu allererst mal nur fuer mich die Stadt erleben, entspannen, Buecher lesen, etc... falls ich laenger bleiben will werde ich aber definitiv ein paar Fotojobs annehmen muessen, damit ich gut ueber die Runden komme und spaeter auch weiterziehen kann. Unter anderem hat mir ein Freund in Brasilien schon angeboten, dass ich einen Fotojob fuer ihn uebernehmen koennte. Eventuell findet sich zudem auch das ein oder andere Magazin in Deutschland, UK oder sonstwo, das Fotos von mir veroeffentlichen wuerde, die ich dann von Brasilien verschicken wuerde und fuer die ich dann auch bezahlt werden wuerde. Die Bezahlung der Magazine geht auf ein englisches Konto (HSBC), weil ich die letzten Monate hier UK gearbeitet habe, die Bezahlung von meinem Freund (was sowieso nicht so viel sein wird, ca 500R) geschieht in bar.

Fragen

1) Benoetige ich UNBEDINGT eine Arbeitserlaubnis, oder gibt es in Brasilien so etwas wie einen Freibetrag, unter dem man wirtschaften kann ohne Steuern zu zahlen? Ggf: wie schnell und problemlos bekommt man eine Arbeitserlaubnis, was benoetige ich fuer Unterlagen?

2) Ist es innerhalb des Landes ueberhaupt moeglich das Touristenvisum zB auf ein Journalisten-Visum umzuaendern oder in eine allgemeine Arbeitserlaubnis?

3) Wenn es mir nach der Verlaengerung des Touristenvisums auf 180Tage in Brasilien so gut gefallen sollte, dass ich noch laenger dort bleiben wollte und dort auch arbeiten wollte, was muesste ich machen?


So viel Text, so viele Fragen, ich bedanke mich sehr fuer s Durchhaltevermoegen beim Lesen. Ueber kompetente Hilfe wuerde ich mich aeusserst freuen!

Viele Gruesse, aeiou
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Re: Fotograf auf Durchreise braucht Tipps fuer Zoll und Arbe

Beitragvon Lemi » Sa 27. Aug 2005, 10:48

aeiou hat geschrieben:Problem 1:
Weil ich alles, was ich in den naechsten Jahren benoetige mit mir trage, habe ich unter anderem einen Koffer mit 3 Kameras (Kleinbild, Mittelformat, Digital) dabei, sowie 2 Laptops (einer sehr neu einer sehr alt, der alte als Mitbringsel fuer meinen Freund gedacht, ist nach nordamerikanischen Massstaeben unter 500 USD wert). Insgesamt hat mein Equipment einen Wert von ein paar tausend Euro*. Ja: natuerlich ist das Zeug sehr gut versichert (100%)! Nein: ich habe natuerlich auch nicht vor das Zeug zu verkaufen, schliesslich ist das mein Arbeitsmaterial.

Fragen:
1 Ganz naiv gefragt: gibt s Probleme bei der Einfuhr? Die Kameras sind gebraucht und sehen auch so aus. Ich reise als Tourist ein, 90 Tage Visum. Wenn man davon ausgeht, dass ich auch noch genauso naiv ausschaue wie ich frage, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich das Equipment mit reinbringen kann, ohne dass dann irgendwelche Zollgebuehren** anfallen?


Im Prinzip kannst du als Tourist soviele Gebrauchsgegenstände wie du willst einführen. Rein theoretisch fallen auch keine Steuern oder Zölle darauf an. Es darf eben nur nicht so aussehen als wolltest du damit handeln, was aber bei dir nicht der Fall zu sein scheint. Schlimmer wäre, wenn du 10 originalverpackte Festplatten oder Videokameras bei dir hättest. Heutzutage ist es völlig normal (auch bei der Einreise nach Brasilien), dass man 1-2 Kameras und einen Laptop dabei hat. Der Zoll lässt das hier anstandslos durchgehen. Da du aber etwas mehr dabei hast, solltest du ruhig sagen, dass du Fotograph bist und als Speichermedium 2 Laptops benutzt (den zweiten für die Sicherheitskopien :wink: ). Ich glaube nicht, dass es in deinem Fall zu Problemen kommt. Die 500 US$-Einfuhrgrenze gilt im übrigen nicht für Gebrauchsgegenstände, sondern nur für Neuware.

aeiou hat geschrieben:* Anm: das Equipment ist sehr gut und ich werde mich natuerlich hueten, die teure MF Kamera (ca5000E, gulp) ohne Sicherheitsvorkehrungen zu benutzen. Das Equipment ist ansonsten im gesicherten (Film-) Studio von meinem Freund untergebracht (evtl sowieso der einzige Ort, an dem ich die teure Kamera benutzen koennte?), ich werde vom Flughafen abgeholt, etc... also: wird schon schiefgehen. Schluck. Ansonsten: ich komme mit zwei leicht zerbeulten silberfarbenen Metallkoffern an. Muss ich da irgendwelche Sicherheitsbedenken haben, dass das einfach "zu teuer" aussieht!? Koffer schwarz anstreichen!?


Lass die Koffer so wie sie sind. Den Dieben ist es !&@*$#! egal, welche Farbe deine Koffer haben. Wenn du der "Auserwählte" bist, hast du halt Pech gehabt. Der Flughafen ist aber relativ sicher und du wirst ja abgeholt. Also keine allzugrosse Gefahr.

aeiou hat geschrieben:Ich find s teilweise ein wenig schwer abzuschaetzen, wie gefaehrlich Rio WIRKLICH ist, fuer mich mit diesem ganzen Equipment. Die Forum-Beitraege reichen ja von relativ gelassenen "auch nicht schlimmer als New York" zu "an jeder Ecke ein Junky mit Messer". Als ich damals in Rio in St Teresa gewohnt habe, empfand ich es nicht als soooo wahnsinnig gefaehrlich. Zudem: mein Freund filmt in Rio und lebt dort seit 8 Jahren und hat ebenfalls eine Menge Equipment dort rumstehen, durch seinen Job hat er auch viele Aussenaufnahmen (dh mit Equipment in der Oeffentlichkeit) und ihm ist bis jetzt noch nichts abhanden gekommen. Mich wuerde dennoch noch einmal die Meinung anderer interessieren...also NEBENFRAGE: kann ich in Rio Fotoaufnahmen mit einer 5000E Ausruestung machen, tagsueber, in einer kleinen Gruppe bestehend aus vielleicht 3 bis 5 Leuten (Brasilianer dann), ohne dass ich befuerchten muss, dass die Gruppe nach 15 Minuten von 10 Strassengangstern ausgeraubt wird...ist eine recht theoretische Frage zugegebenermassen, aber es muesste doch moeglich sein, Film- und Fotoaufnahmen im oeffentlichen Raum (solange es keine Favela oder ein anderer Hotspot ist) zu machen. Oder brauche ich fuer so was bewaffneten Geleitschutz? Oder ist allein der Gedanke an so ein Vorhaben schon komplett :crazy: !?


Also Rio ist schon etwas gefährlicher als andere Städte auf der Welt, aber was du schreibst ist wohl etwas übertrieben. Dein Kumpel wird dir da sicher sehr viele praktische Tipps geben können. Sicherlich solltest du einige Lokalitäten zu bestimmten Uhrzeiten in Rio meiden. Auch an der Copacabana werden Touris gerne beklaut (v.a. Fotoapparate :lol: ). Auf jeden Fall ist das Auftreten in Gruppen vorteilhaft (Rudelverhalten ...... sehr typisch in Brasilien), gibt dir natürlich keine Garantien. Es gibt ausser den kleinen Jungs mit Taschenmessern auch noch die grossen schweren Jungs mit Revolvern ............ falls die deine Kamera wollen, solltest du nicht anfangen zu diskutieren.



aeiou hat geschrieben:1) Benoetige ich UNBEDINGT eine Arbeitserlaubnis, oder gibt es in Brasilien so etwas wie einen Freibetrag, unter dem man wirtschaften kann ohne Steuern zu zahlen? Ggf: wie schnell und problemlos bekommt man eine Arbeitserlaubnis, was benoetige ich fuer Unterlagen?


Wie in jedem Land der Welt, braucht man als Ausländer auch in Brasilien eine Arbeitserlaubnis. Einen Freibetrag gibt es nicht.

Ich sehe in deinem Fall aber ehrlich gesagt keine grossen Chancen, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen (ausser du heiratest schnell eine Brasilianerin ode zeugst ein Kind mit einer solchen ......). Da du wohl autonom arbeiten willst, kannst du das natürlich auch ohne AE tun. Vor dem Gerichtsstand nennt man das Schwarzarbeit. Die Chance, dass es aufgedeckt wird, scheint mir aber eher gering. Frag auch hierzu mal deinen Kumpel vor Ort. Die Fragen nach den zu zahlenden Steuern erledigt sich dann auch gleich.

Eine CPF (Steuernummer) solltest du dir aber trotzdem besorgen. Mit dieser wirst du überhaupt erstmal handlungsfähig in Brasilien.

aeiou hat geschrieben:2) Ist es innerhalb des Landes ueberhaupt moeglich das Touristenvisum zB auf ein Journalisten-Visum umzuaendern oder in eine allgemeine Arbeitserlaubnis?


Diese Frage solltest du direkt an unseren Rio-Korrespondenten Klaus Hart richten. Der lebt schon 19 Jahre in Rio.

aeiou hat geschrieben:3) Wenn es mir nach der Verlaengerung des Touristenvisums auf 180Tage in Brasilien so gut gefallen sollte, dass ich noch laenger dort bleiben wollte und dort auch arbeiten wollte, was muesste ich machen?


Hierfür gibt es einige Optionen (keine Vollständigkeit garantiert). Jeweils eine der Optionen reicht aus ..........

1 - Ausreisen und wieder neu einreisen
2 - Heiraten
3 - Kinder zeugen
4 - 50.000 US$ investieren
5 - einen AG finden, der dir eine Arbeitserlaubnis versorgt
6 - einfach illegal bleiben (nicht empfehlenswert !)
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Re: Fotograf auf Durchreise braucht Tipps fuer Zoll und Arbe

Beitragvon aeiou » Sa 27. Aug 2005, 19:21

Hi Lemi,

danke fuer die schnelle und recht ausfuehrliche Antwort!

Lemi hat geschrieben:Im Prinzip kannst du als Tourist soviele Gebrauchsgegenstände wie du willst einführen. Rein theoretisch fallen auch keine Steuern oder Zölle darauf an.


ok, sehr gut. Hatte ein wenig Bedenken wegen der drastischen Zoelle...

aeiou hat geschrieben:Ich find s teilweise ein wenig schwer abzuschaetzen, wie gefaehrlich Rio WIRKLICH ist, fuer mich mit diesem ganzen Equipment...


Lemi hat geschrieben:Also Rio ist schon etwas gefährlicher als andere Städte auf der Welt, aber was du schreibst ist wohl etwas übertrieben.


...hm, ja: ich lese zu viele Geschichten im Forum und manchmal geht meine Fantasie mit mir durch (zuviel GTA San Andreas auf PS2 gespielt;) Stimmt es eigentlich, dass sich die Situation in Rio in den letzten 2 bis 3 Jahren merklich gebessert hat? Ich habe irgendwo gelesen (finde Link nicht mehr, sorry), dass die Verbrechensrate um 2/3 gesunken sein soll. Kann das irgendwer bestaetigen?

Wie sicher/unsicher sind Santa Teresa und Lapa? Da ich in Santa Teresa wohnen werde, wuerden mich subjektive Einschaetzungen anderer Interessieren...also: falls hier jemand eine kurze Einschaetzung geben kann/will...
Lemi hat geschrieben:Es gibt ausser den kleinen Jungs mit Taschenmessern auch noch die grossen schweren Jungs mit Revolvern ............ falls die deine Kamera wollen, solltest du nicht anfangen zu diskutieren.


Ja, ja: das ist mir alles sehr klar. Bin in Berlin (in der Umbruchsphase 90/91) zweimal ueberfallen worden, einmal mit Messer am Hals und einmal mit vorgehaltener Pistole. Kampfsportarten beherrsche ich sowieso nicht, das heisst ich komme auch nicht auf irgendwelche heroischen Gedanken, die mir dann den Kopf kosten koennten ;)
Lemi hat geschrieben:Wie in jedem Land der Welt, braucht man als Ausländer auch in Brasilien eine Arbeitserlaubnis. Einen Freibetrag gibt es nicht...

Eine CPF (Steuernummer) solltest du dir aber trotzdem besorgen. Mit dieser wirst du überhaupt erstmal handlungsfähig in Brasilien.


Hm: ich kenne mich ja noch nicht so gut aus als Expat-Freelancer, aber macht das Sinn: keine Arbeitserlaubnis aber Steuernummer beantragen? Wenn ich eine Steuernummer beantrage werde ich doch sicherlich gefragt, wieso ich die haben will oder ob ich vorhabe zu arbeiten, oder nein?

Lemi hat geschrieben:Ich sehe in deinem Fall aber ehrlich gesagt keine grossen Chancen, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen (ausser du heiratest schnell eine Brasilianerin ode zeugst ein Kind mit einer solchen ......).


...super Tipp. Ich werde darueber ernsthaft nachdenken, wenn ich unten bin :D

Lemi hat geschrieben:Diese Frage solltest du direkt an unseren Rio-Korrespondenten Klaus Hart richten. Der lebt schon 19 Jahre in Rio.


Danke! Hab ich!

aeiou hat geschrieben:3) Wenn es mir nach der Verlaengerung des Touristenvisums auf 180Tage in Brasilien so gut gefallen sollte, dass ich noch laenger dort bleiben wollte und dort auch arbeiten wollte, was muesste ich machen?

Lemi hat geschrieben:Hierfür gibt es einige Optionen (keine Vollständigkeit garantiert). Jeweils eine der Optionen reicht aus ..........

1 - Ausreisen und wieder neu einreisen
2 - Heiraten
3 - Kinder zeugen
4 - 50.000 US$ investieren
5 - einen AG finden, der dir eine Arbeitserlaubnis versorgt
6 - einfach illegal bleiben (nicht empfehlenswert !)


ok:
1: im Bereich der Moeglichkeiten
>>welche Richtung ist denn am guenstigsten? Einmal Buenos Aires und zurueck?

2: da schlaf ich mal drueber...
3: siehe 2
4: nope
5: guter Tipp, danke!
6: ne, Illegal in Brasilien...das waer mir glaube ich zu viel Stress...


Eventuell kenn sich hier jemand mit Kuenstler-Visa aus oder mit Spezialisten-Visa? Oder hat jemand einen Info-Weblink?

Danke nochmals! Grosse Hilfe!

Cheers,

Sebastian / aeiou
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Beitragvon Bagi » Sa 27. Aug 2005, 19:35

aeiou hat geschrieben:
...also NEBENFRAGE: kann ich in Rio Fotoaufnahmen mit einer 5000E Ausruestung machen, ...


Oi aeiou,

klar, kannst Du Fotoaufnahmen in Rio de Janeiro machen. Oder wo entstehen sonst die ganzen Bilder, welche man in den Zeitschriften, usw. sehen kann? :wink: :lol:
Aber ernsthaft:
Ich selbst habe eine digitale Spiegelreflexkamera. Sie ist zwar bei weitem nicht so teuer wie Deine Ausrüstung, aber für brasilianische Verhältnisse eben doch ein kleines Vermögen wert.

Es wird immer wieder der Tipp gegeben, dass man seine Kamera (und Wertsachen) in eine unauffällige Plastiktüte stecken sollte. Das ist vielleicht eine gute Idee bei einer billigen Kleinbildkamera, aber eine hochwertige Kamera steckt man nicht einfach in eine Plastiktüte. Erstens ist sie schon ziemlich groß und das ganze Zubehör wie Objektive, Blitz, Stativ, etc. muss ja auch noch irgendwo untergebracht werden.
Ich benutze deshalb einen Kamera-Rucksack, welcher von einem normalen Rucksack fast nicht zu unterscheiden ist. Ich sehe den Vorteil darin, dass mir dieser nicht so einfach weggerießen werdenkann wie eine normale Kameratasche, welche man in der Hand trägt oder um die Schulter hängt.

Egal ob ich in Sao Paulo, Rio de Janeiro oder sonst wo Bilder mache, mit so einer Kamera sorgt man für mehr Aufmerksamkeit als mit einer Billigkamera von Aldi. Innerhalb von Gebäuden gibt es gar keine Probleme und ich hänge meine Kamera um die Schulter. Ansonsten beschleicht mich immer ein komisches Gefühl, wenn ich die Kamera "zur Schau stelle".
Ich habe mir schon oft gute Gelegenheiten verkniffen um ein gutes Bild zu machen. Zum Beispiel am letzen Wochenende hatten wir die Straße am Hafen von RJ überquert. Über dieser Strasse führt eine andere Strasse (praktisch wie eine Brücke). Der Einfall des Sonnenlichtes war genial. Leider lümmelten sich einige Straßenjungs in der Nähe und hatten mich natürlich gleich beobachtet...
Zu gerne würde ich mal Nachtaufnahmen in Sao Paulo machen. Aber sich bei Dunkelheit mit dem Stativ irgendwo hinstellen wäre die absolute Dummheit.

Für Momentaufnahmen, bei der die Kamera stets griffbereit sein muss braucht man schon eine gewisse Gelassenheit und die Erkenntnis, wenn sie weg ist, dann ist sie eben weg.
Bei Motivaufnahmen kann man vorab das Umfeld auf Sicherheitsrisiken einschätzen und somit das Risiko minimieren.

Vielleicht sehe ich, wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin, in allem und jedem eine Gefahr und dem ist aber gar nicht so. Möglicherweise sind die Diebe sogar nicht mal auf große Kameras scharf, da sie nicht wissen, dass es eine Digitalkamera ist bzw. diese nicht so einfach verhökern könnten.
Bis dann
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Re: Fotograf auf Durchreise braucht Tipps fuer Zoll und Arbe

Beitragvon Lemi » Mo 29. Aug 2005, 10:39

aeiou hat geschrieben:...hm, ja: ich lese zu viele Geschichten im Forum und manchmal geht meine Fantasie mit mir durch (zuviel GTA San Andreas auf PS2 gespielt;) Stimmt es eigentlich, dass sich die Situation in Rio in den letzten 2 bis 3 Jahren merklich gebessert hat? Ich habe irgendwo gelesen (finde Link nicht mehr, sorry), dass die Verbrechensrate um 2/3 gesunken sein soll. Kann das irgendwer bestaetigen?


Beschäftige dich nicht zu viel mit Statistiken. Halte eine paar Grundregeln ein ....... damit faährst du besser.


aeiou hat geschrieben:...
Wie sicher/unsicher sind Santa Teresa und Lapa? Da ich in Santa Teresa wohnen werde, wuerden mich subjektive Einschaetzungen anderer Interessieren...also: falls hier jemand eine kurze Einschaetzung geben kann/will...


Lapa und Santa Tereza sind typische Mittelklasse-Bairros. Man kann dort recht gut wohnen (St. Tereza) und ausgehen (Lapa). In Sachen Sicherheit würde ich sagen, dass man aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft von Favelas (aber: wo gibts die nicht in Rio ?) abends etwas vorsichtiger sein sollte. Also nichts auffälliges bei sich tragen, nur Dokumentenkopien und immer etwas "Kleingeld" für die Tasschendiebe dabei haben.

Frage direkt nach deiner Ankunft die Leute vor Ort, wo die gefährlichen Ecken sind (Boca de Fumo .....). Frage auch, ob es irgendwelche "Regeln" im Bairro gibt, um niemanden unnötig zu verärgern.

aeiou hat geschrieben:...
Hm: ich kenne mich ja noch nicht so gut aus als Expat-Freelancer, aber macht das Sinn: keine Arbeitserlaubnis aber Steuernummer beantragen? Wenn ich eine Steuernummer beantrage werde ich doch sicherlich gefragt, wieso ich die haben will oder ob ich vorhabe zu arbeiten, oder nein?


Eine Steuernummer bekommst du auch ohne dumme Fragen von irgendwelchen Beamten. Du füllst einfach nur ein Formular bei der Post aus und gibst deine Wohnanschrift an. Die CPF brauchst du für alles mögliche: das wichtigste ist die Kontoeröffnung bei einer Bank. Bei Einkäufen wird sie auch desöfteren verlangt.

Wer im Besitz einer CPF ist, muss einen jährlichen Lstj-Ausgleich machen. Das ist aber recht einfach (online) und man kann auch einfach nur erklären keine Einkünfte gehabt zu haben. Wichtig ist aber, dass du sie machst, um die Gültigkeit der CPF nicht zu verlieren.

Eine Arbeitserlaubnis hat rein gar nichts mit der CPF zu tun.

aeiou hat geschrieben:>>welche Richtung ist denn am guenstigsten? Einmal Buenos Aires und zurueck?


Ich glaube schon.

aeiou hat geschrieben:...
2: da schlaf ich mal drueber...
3: siehe 2


Vergiss die Gummis nicht ! :wink:

aeiou hat geschrieben:...
4: nope


Verkauf doch deine Fotoausrüstung !!! :lol:
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Beitragvon aeiou » Mo 29. Aug 2005, 14:17

Lapa und Santa Tereza sind typische Mittelklasse-Bairros. Man kann dort recht gut wohnen (St. Tereza) und ausgehen (Lapa). In Sachen Sicherheit würde ich sagen, dass man aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft von Favelas (aber: wo gibts die nicht in Rio ?) abends etwas vorsichtiger sein sollte. Also nichts auffälliges bei sich tragen, nur Dokumentenkopien und immer etwas "Kleingeld" für die Tasschendiebe dabei haben.

Frage direkt nach deiner Ankunft die Leute vor Ort, wo die gefährlichen Ecken sind (Boca de Fumo .....). Frage auch, ob es irgendwelche "Regeln" im Bairro gibt, um niemanden unnötig zu verärgern.


ok, gute tipps, obrigado!

Eine Steuernummer bekommst du auch ohne dumme Fragen von irgendwelchen Beamten. Du füllst einfach nur ein Formular bei der Post aus und gibst deine Wohnanschrift an. Die CPF brauchst du für alles mögliche: das wichtigste ist die Kontoeröffnung bei einer Bank. Bei Einkäufen wird sie auch desöfteren verlangt.

Wer im Besitz einer CPF ist, muss einen jährlichen Lstj-Ausgleich machen. Das ist aber recht einfach (online) und man kann auch einfach nur erklären keine Einkünfte gehabt zu haben. Wichtig ist aber, dass du sie machst, um die Gültigkeit der CPF nicht zu verlieren.

Eine Arbeitserlaubnis hat rein gar nichts mit der CPF zu tun.


ok, verstehe ich zwar nicht, muss ich aber wahrscheinlich auch nicht. werde mir eine steuernummer besorgen dann...

Verkauf doch deine Fotoausrüstung !!! Laughing


uh, ne...so weit darf s nicht kommen...
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aeiou

Beitragvon jabuticaba » Do 27. Okt 2005, 02:11

Hallo Mr. Vokal!

Wie ist denn letztendlich der ganze Spass ausgegangen?

Foren (Forums?) wie diese leben ja auch deswegen, weil sie mit Erfahrungsberichten gespeisst werden!

Berichte doch mal!

Gruss,

Sid
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Re: aeiou

Beitragvon aeiou » Do 27. Okt 2005, 02:32

Hi Mr Vicious,

also der ganze Spass ist zolltechnisch sehr gut gelaufen: habe insgesamt 2 Laptops, 3 Fotokamers, 2 ipods, 4 Festplatten und allen moeglichen weiteren technischen Nerd-Scheiss dabei gehabt. Habe beim Zoll-Zettel-Ausfuellen im Flugzeug auch noch den Kaffee ueber das Formular gekippt (und damit unbrauchbar gemacht) und wollte mir dann kurz vor der Landung deswegen noch ein weiteres Formular geben lassen, aber die Stewardess war zu gestresst und meinte ich sollte mir einfach am Flughafen beim Zoll eins geben lassen und dort dann ausfuellen. Ich also mit dem ganzen Trolley voller elektronischem Equipment, mit dem ich theoretisch auch an der Urugaiana einen Stand aufmachen koennte, zum Zoll. Dort nur eine gelangweilte Zollbeamtin, die mich fragt, wo ich denn den Zollzettel haette. Ich: "Sorry, Cafe drueber. Gibt s nen anderen?". Sie, genervt: "Was ist denn da alles drin, in den Kisten und Koffern?". Ich: "Elektronisches Equipment, das ich zum Arbeiten brauche". Sie: "Nehmen sie s wieder mit?" Ich: "Klaro!" Sie, genervt: "Na, dann gehen sie mal durch. Willkommen in Rio.".

Also: Glueck gehabt. Haette die da einmal reingeschaut und haette gesehen WAS ich alles zum Arbeiten brauche, dann haette ich wahrscheinlich Probleme bekommen, bzw das haette alles sehr lange dauern koennen.

Arbeitstechnisch sieht s momentan so aus, dass ich schon ein paar Jobs mache (Baile Funk Plattencover fuer Deutsches Label + Artikel fuer 2 Magazine + Fotoprojekt fuer Royal Academy London, bei dem ich Portraets in Gefaengnissen erstelle [war jetzt bereits in Belem in 2 Knaesten und in Rio in 2]). Also dafuer, dass ich erst 6 Wochen hier bin, tut sich schon eine Menge...

Fragen beantwortet ;) ?

Gruss, Aeiou




jabuticaba hat geschrieben:Hallo Mr. Vokal!

Wie ist denn letztendlich der ganze Spass ausgegangen?

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Berichte doch mal!

Gruss,

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Beitragvon thomas » Do 27. Okt 2005, 12:46

Das klingt ja super.

Muss nicht immer eine Pousada oder Schuhladen ;) sein beim (temporärerem?) Auswandern.
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Beitragvon tinto » Do 27. Okt 2005, 23:13

Wär natürlich nicht schlecht, falls es elektronisch zu veröffentlichen ist, hier auch mal was von Deinen Arbeitsergebnissen zu erfahren....weiterhin viel Erfolg und
_________________________________
Schöne Grüße,
tinto
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