Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon Robs0412 » Sa 3. Dez 2016, 14:37

Hallo Forum!

Meine brasilianische Freundin und ich werden nächstes Jahr nach Deutschland gehen. Zunächst werden wir für sie ein Sprachvisum beantragen.
Soweit ist die Prozedur klar, ich habe mich auch schon in Deutschland bei der entsprechenden Ausländerbehörde erkundigt bzw. aktuelle Dokumente der Konsulats-Seite studiert (+ das Forum).

Einige Fragen habe ich dennoch:

Schulabschluss bzw Qualifikationsnachweis wird mit Apostille verlangt.

Wie funktioniert das mit der Apostille?
Ist das ein Dokument, was dem Original-Zeugnis beigelegt wird oder wird auf das Original-Zeugnis ein Siegel geklebt / gestempelt?

Grund der Frage: Man sollte ja Orignal-Zeugnisse hegen und pflegen. Sobald man nun Änderungen vornimmt (etwas aufklebt...) wird es ggf in 10-20 Jahren nicht mehr anerkannt...

Oder kann die Apostille auch auf eine beglaubigte "Copia Autenticada" (incl. "Reconhecimento de Firma" von Unterschriften) geheftet werden?
Würde das in Deutschland anerkannt?

Sie hat ihre Schule / Studium in Minas Gerais gemacht, jetzt wohnen wir in Sao Paulo. Kann die Apostille in jedem Tabelionato gemacht werden oder nur im nächsten Tabelionato in der Nähe ihres Schul / Studienortes?

Aktuelle Liste gibts übrigens hier:
http://www.cnj.jus.br/poder-judiciario/relacoes-internacionais/convencao-da-apostila-da-haia/cartorios-autorizados

Btw: bei diversen Tabelionatos waren wir schon um zu fragen, jedoch bekommt man nach 3 Gesprächen 5 Antworten, daher lass ich das Feedback mal außen vor...

Vielen Dank und Grüße
Robert :D
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon Robs0412 » Mo 5. Dez 2016, 14:49

Ola!

Folgend die Antwort vom deutschen Konsulat hier in Sao Paulo:

"... damit ein Dokument oder eine Urkunde in Deutschland anerkannt wird, muss die Apostille an das Originaldokument angebracht werden.
Wird die Apostille an einer beglaubigen Kopie angebracht, wird nur die Echtheit der Kopie bestätigt, nicht die Echtheit des Originaldokuments.
Bisher hatten wir noch keinen Fall in dem Dokumente durch Unterschriftsbeglaubigung, Apostille oder Legalisation ihre Gültigkeit verloren haben... "

Heißt also, dass man wirklich das Original-Dokument "opfern" muss und hoffen, dass sich später niemand daran stört bzw. beim Ablösen der Apostille alles heil bleibt.

In dem Sinne:
Viele Erfolg beim Apostille einholen!
Robert :D
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon MESSENGER08 » Mo 5. Dez 2016, 20:45

Robs0412 hat geschrieben:
Heißt also, dass man wirklich das Original-Dokument "opfern" muss und hoffen, dass sich später niemand daran stört bzw. beim Ablösen der Apostille alles heil bleibt.


Wieso opfern ?
Wenn man später tatsächlich noch mal ein Zeugnis oder Diplom für behördliche Zwecke in BRA benötigt, kann man sicherlich bei der Schule oder der Uni eine 2ª via oder Abschrift bekommen, die sind dann genauso gut oder unter Umständen sogar besser ein altes Originaldokument.

:wink:
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon MESSENGER08 » Mo 5. Dez 2016, 20:50

Robs0412 hat geschrieben:"... damit ein Dokument oder eine Urkunde in Deutschland anerkannt wird, muss die Apostille an das Originaldokument angebracht werden.
Wird die Apostille an einer beglaubigen Kopie angebracht, wird nur die Echtheit der Kopie bestätigt, nicht die Echtheit des Originaldokuments.


Genaugenommen bestätigt die Apostille, genau wie die Beglaubigung, nur die Echtheit der angebrachten Unterschriften und Diesntsiegel. Über den Inhalt wird natürlich keine Bestätigung abgegeben, das wäre ja auch gar nicht machbar für das Cartório den Inhalt zu prüfen.

:wink:
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon frankieb66 » Mo 5. Dez 2016, 20:57

Robs0412 hat geschrieben:Heißt also, dass man wirklich das Original-Dokument "opfern" muss und hoffen, dass sich später niemand daran stört bzw. beim Ablösen der Apostille alles heil bleibt.

warum Apostille abloesen? Einfach drauflassen, das stoert niemanden, und entwertet auch nicht das Dokument wenn man mal keine Apostille braeuchte. :idea:
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon Robs0412 » Di 6. Dez 2016, 11:56

Danke!

Muss man ja alles erfragen, bevor man da was "kaputt macht" :lol:

Das mit der 2a-Via ist richtig, haben wir ja auch schon in Anspruch nehmen müssen, da dass Original-Original nicht mehr lesbar war (mit "verschwinde" Tinte geschrieben).
Wenn nur nicht die 14 Stunden Fahrt von Sao Paulo bis in die Mitte von MG wären - all zu oft will ich das nicht machen :D

Grüße
Robert
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon MESSENGER08 » Mi 7. Dez 2016, 12:28

Robs0412 hat geschrieben:D
Wenn nur nicht die 14 Stunden Fahrt von Sao Paulo bis in die Mitte von MG wären - all zu oft will ich das nicht machen :D


Wozu? Für die 2ª via oder die Apostille ?

Muss die Apostille eigentlich von einem Cartporio im Zuständigkeitsbereich des Ausstellungsort angebracht werden oder kann man das in jedem x-beliebigen Cartório machen ???

:shock:
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon Colono » Mi 7. Dez 2016, 13:17

MESSENGER08 hat geschrieben:
Wozu? Für die 2ª via oder die Apostille ?

Muss die Apostille eigentlich von einem Cartporio im Zuständigkeitsbereich des Ausstellungsort angebracht werden oder kann man das in jedem x-beliebigen Cartório machen ???

Ein Dokument ausgestellt in Chui(RS) kann man selbstverständlich auch in Oiapoque(AP) beglaubigen lassen (fé pública). Man braucht dazu jeweils das Original. D. h. eine 2ª Via von einer Beglaubigung geht nicht.

@Robs0412
http://www.dce.mre.gov.br/revalidacao/no_exterior.php
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon frankieb66 » Mi 7. Dez 2016, 13:58

Colono hat geschrieben:... D. h. eine 2ª Via von einer Beglaubigung geht nicht.

Richtig, aber eine Apostille von einer offiziellen 2ª Via (also keine einfache Kopie) geht, und wird auch anerkannt. Selbst schon ein paar mal gemacht, allerdings in D fuer Verwendung in BR, damals noch mit Legalisierung der ueberbeglaubigten (Apostille) Abschrift (2ª Via) des Dokuments durch´s GK in MUC. Letzteres, also die Legalisierung, braucht man ja jetzt nicht mehr.

Frankie
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Re: Frage / Erfahrungen bzg Apostille - Sprachvisum in Dtl

Beitragvon GatoBahia » Mi 7. Dez 2016, 14:06

Hab grad eine Ausfertigung meiner Geburtsurkunde mit Apostille beantragt, und das nächste ist die Ehehefähigkeitsbescheinigung. Da mich mein Staat wohl nicht vor meiner Torheit schützt werde ich im Februar auf einer kleinen Insel in Brasilien in einer Kirche verheiratet. Mit der eigenen achtjährigen Tochter als Brautjungfer :shock:
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