Frage zu "INSS"

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Frage zu "INSS"

Beitragvon ze barbudo » Mi 30. Mär 2011, 21:12

Hallo zusammen,

mal eine Frage:

Unser Geschäftsführer in BR bekommt von unserer Firma in BR (Ltda) die Miete seiner Wohnung in BR bezahlt.
Gehalt bekommt er aus Deutschland.

Monatlich kommen nun Abrechnungen (die unsere Firma in D an die Ltda in BR bezahlt) über INSS im Wert von ca. 80%
der Monatsmiete, auch mit dem Hinweis aus unserer bras. Ltda, dass es sich um INSS auf die gezahlte Miete handelt.

a) gibt es sowas? (könnte ich mir gut vorstellen, so etwa "geldwerter Vorteil "?)
b) die ca. 80% erscheinen mir extrem hoch. Wären es 11%...okay.

Vielen Dank & viele Grüße

ze barbudo
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon karlnapp » Mi 30. Mär 2011, 21:39

a) gibt es sowas? (könnte ich mir gut vorstellen, so etwa "geldwerter Vorteil "?)

Den geldwerten Vorteil bei Sachleistungen, die in Gehältern enthalten sind, gibt es in Brasilien.
Die genaue Höhe der Anrechnung lässt sich per Internet ermitteln!
Der Beitragssatz liegt bei 20% = Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Anteil zusammen.
D.h., 10% muss der Angestellte selbst aufbringen!

Es wäre aber evtl. wichtiger zu erfahren, ob für den deutschen Geschäftsführer, der sein Gehalt aus Deutschland bezieht, überhaupt INSS-Beiträge abgeführt werden!
Also lassen Sie sich die INSS-Anmeldung und den letzten Beitragsauszug zuschicken, würde ich meinen!
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon bruzundanga » Do 31. Mär 2011, 02:15

Seriöses Vorgehen ist in diesem Fall:

Anwalt und/oder Contador des Vertrauens heranziehen und analysieren lassen. Aber wie immer will man sich den billigen Rat holen der (im Prinzip) nichts Wert ist.
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon karlnapp » Do 31. Mär 2011, 04:55

Sie können es sogar noch einfacher haben!
Unter
http://www3.dataprev.gov.br/cws/context ... post2.html
finden Sie die bisher erbrachten INSS-Beiträge für Ihren Geschäftsführer,
nachdem Sie seine Categoria und NIT/PIS/PASEP-Nummer erfragt
und eingetragen haben, klicken Sie einfach links auf
“Obter Dados Cadastrais“
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon Elsass » Do 31. Mär 2011, 08:56

bruzundanga hat geschrieben:Seriöses Vorgehen ist in diesem Fall:

Anwalt und/oder Contador des Vertrauens heranziehen und analysieren lassen. Aber wie immer will man sich den billigen Rat holen der (im Prinzip) nichts Wert ist.

Ganz offensichtlich hat der Anwalt des Vertrauens dieses gerade verloren.
Es wird nicht so einfach sein, aus der Ferne einen Anwalt des Vertrauens zu finden.
Aber suchen sollte der TE sich jetzt einen.

Hier im Forum ist mal ein deutschstaemmiger Steueranwalt aus Sao Paulo genannt worden.
Kann ihn aber ueber die Suchfunktion im Moment nicht finden.
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon karlnapp » Do 31. Mär 2011, 13:20

Aber suchen sollte der TE sich jetzt einen.

Ich wollte es mir eigentlich verkneifen!
Wer den Rat eines bras. Anwalts empfiehlt, der lebt wahrscheinlich zu kurz, zu lang oder gar nicht in Brasilien. Die "kleinen" Anwälte hierzulande genießen (zu Recht) einen sehr zweifelhaften Ruf. Insbesondere die INSS-Anwälte, die üblicherweise einfache Fälle zugunsten einer hohen Rechnung komplizieren und dehnen.

Diese recht simple Angelegenheit lässt sich auch ohne eine teure Beratung lösen und nach nur 10 Minuten googeln fand ich die entsprechenden Paragrafen.
Art. 457, parágrafo 1º da CLT
Salário In Natura: Pagamentos realizados ao empregado sob a forma de outros bens que não dinheiro.
Súmula Nº 258 do TST – Salário-utilidade. Percentuais - Os percentuais fixados em lei relativos ao salário “in natura” apenas se referem às hipóteses em que o empregado percebe salário mínimo, apurando-se, nas demais, o real valor da utilidade.

Jetzt bleiben eigentlich nur noch die Fragen offen, ist der deutsche Geschäftsführer überhaupt in Brasilien sozialversichert und wurden INSS-Beiträge abgeführt? Prinzipiell ist das zwar möglich, bedarf aber einiger Voraussezungen.
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Folgende User haben sich bei karlnapp bedankt:
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon ze barbudo » Do 31. Mär 2011, 20:39

Hallo zusammen,

Danke Euch für die vielen Informationen. Mir ging es im 1.Schritt nur darum, mir ein grundlegendes Bild zu machen.
Dann kann man Fragen besser stellen an entscheidender Stelle. Man kennt sich in D mit Mühe ja bloß ungefähr mit den dt. Sozialvers.Systemen aus.

Ich muss erst mal sehen, wenn ich hier im Konzern "inhouse" kontaktieren kann. Wenn dann ein Anwalt erfoderlich sein sollte, wird
der auch beauftragt, ist dann aber nicht meine Entscheidung. Kann sich der Konzern in D aber leisten.

VG ze
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon karlnapp » Fr 1. Apr 2011, 00:07

Man kennt sich in D mit Mühe ja bloß ungefähr mit den dt. Sozialvers.Systemen aus.

Aus mir ist auch nur aus "blanker Not" ein kleiner INSS-Spezialist geworden, halt wegen der besagten Anwälte!

Hatte schon beinahe die "Torschluß-Vorhängeschloß-Panik", weil ich neulich einen Beitrag nicht mehr loswerden konnte, der "Gnadenregelungen für med. Personal" für nördliche Brasilienstaaten enthielt, weil sich zwei bekannte Sozialistenführer in die Bärte gerieten.
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon bruzundanga » Fr 1. Apr 2011, 03:31

@karlnapp
"blanke Not? ists schon soweit?

Übrigens ist unser bärtiger Josef in einem "Konzern" wie er selbst schreibt. Da fragt man sich wie ein "Konzern" in eine solche Inkompetenzlücke fallen kann. Alle die hier in Br. etwas grösseres angeleiert haben sind bei ensprechend teuerer Betreung (custo brasil) gut berateen worden. Meistens (leider) kommt es teuerer wenn man den "custo brasil" umgehen will.
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Re: Frage zu "INSS"

Beitragvon karlnapp » Fr 1. Apr 2011, 13:02

bruzundanga hat geschrieben:@karlnapp
"blanke Not? ists schon soweit?

Übrigens ist unser bärtiger Josef in einem "Konzern" wie er selbst schreibt. Da fragt man sich wie ein "Konzern" in eine solche Inkompetenzlücke fallen kann. Alle die hier in Br. etwas grösseres angeleiert haben sind bei ensprechend teuerer Betreung (custo brasil) gut berateen worden. Meistens (leider) kommt es teuerer wenn man den "custo brasil" umgehen will.

Ja soweit ist es schon!
Mehreren Personen habe ich in diesem Jahr bereits zur INSS-Rente verholfen, die zunächst Rat bei inkompetenten Anwälten suchten, die noch nicht mal wussten, wie man mit dem angebotenen Renten-Simulationsprogramm umgeht.
In einem sehr grotesken Fall ließ sich ein Anwalt einen Vorschuß bezahlen und forderte Unterlagen von der Mandantin, bevor er tätig werden wollte. Ich schaute mir den Rentenverlauf dieser Mandantin im Internet an und stellte fest, dass diese mit oder ohne die fehlenden Unterlegen ohnehin nur das "salario minimo" erhalten würde, auf das mittlerweile alle bras. Kleinrenten angehoben wurden.

Der User wollte sich vorab ein wenig schlau machen und ich habe diesen sachlich korrekt aufklären können. Wenn er allerdings, als Beschäftigter eines Konzerns trotzdem einen Anwalt einschalten möchte, obwohl der Zahler ja bekanntlich am längeren Hebel sitzt, so ist das seine Sache.

Ansonsten braucht sich Niemand um meine Kompetenz Gedanken zu machen, da ich schon eine recht lange Zeit in Brasilien ganz gut klarkomme und noch nie die "blanke Not" persönlich erlebte!
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