Fragen der Fragen: Welcher Cachaca?

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Fragen der Fragen: Welcher Cachaca?

Beitragvon Ullrike » Fr 22. Nov 2013, 09:24

Ich bin da nicht der mega Kenner und kann daher auch nicht so gute Tipps geben wie meine Vorposter. Jedoch möchte ich dir trotzdem meine Genusserfahrung als "Laie" mitteilen. Mir war der Salinas zu heftig im Geschmack. Meine Favoriten sind nach wie vor Seleta und Dona Beja, welche ich mir auch von Freunden ab und zu mitbringen lasse. Habe zum Glück einige Brasilianische Freunde hier, die im Sommer egal wo wir hingehen zum schwimmen oder Grillen, ihre portable wenn auch sehr basic Mixturen dabei haben. Da sie auch nur guten Cachaca trinken, kann ich ohne viel Importe sehr oft köstliche Caipis trinken.

Kann deinen Standpunkt betreffend den hier bekömmlichen Cachaca absolut nachvollziehen. Einmal einen guten Getrunken, kann man den Fusel nicht mehr verwenden.

Viel Spass beim Caipi mixen!
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Re: Fragen der Fragen: Welcher Cachaca?

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 22. Nov 2013, 23:01

Oi Gente
wir waren inzwischen in Salinas, im Norden von Minas Gerais. Die Fazenda, auf der der Cachaca Seleta produziert wird, liegt 18 km aus dem Ort heraus entfernt. Die Produktion sieht aus der Entfernung industriel aus, letztendlich wird aber der Cachaca in 6 oder 7 dieser bekannten Kupfer-Destillatoren erzeugt. Auf dem Weg zur Fazenda sind uns auf der Erdstraße dorthin 3 große Taranteln und eine Klapperschlange über den Weg gelaufen. Haben sich alle ohne hast dem Fotographen präsentiert.
Die Fazenda liegt in einem abgelegenen Tal dessen Fluss den Anbau von eigenen Zuckerrohr ermöglicht, Ca. 160 ha eigene Zuckerrohr und 50-70 ha von Vertragsbauern. Die Gegend ist sonst für Zuckerrohr ungeeignet.

In Salinas selbst gibt es nur eine Verkaufsstelle, einen Showroom und die Verwaltung. In der Stadt befindet sich auch die Abfüllanlage für die Flaschen. Seleta produziert neuerdings auch einen "premium" Cachaca Coronel, der dann 6, 10 oder 12 Jahre in kleineren Fässern aus deutscher Eiche gelagert wird. Erste kleinere Mengen in unetikettierten Flaschen wurden schon zum probieren angeboten, die ersten Mengen kommen jetzt wohl auf den Markt.

Ein Kuriosum in Salinas: das recht neu aussehende Cachaca Museum ist seit längerer Zeit geschlossen, wegen Manutacao, die Bürger dort schütteln den Kopf.

Den Hersteller des Salinas Cachaca haben wir leider dort nicht gefunden, der sitzt wohl in Novorizonte, 26 km von Salinas entfernt. Um Salinas herum gibt es ungefähr 60 Produzenten von Cachaca.

Dann mal Prost

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Re: Fragen der Fragen: Welcher Cachaca?

Beitragvon bruno grenz » Fr 3. Jan 2014, 12:58

Ich kam per Zufall an eine Flasche Cachaça Paraíso (2 anos). Wahnsinn! Der beste Cachaça, den ich je trank!

cachaça.jpg
cachaça.jpg (16.55 KiB) 1237-mal betrachtet


www.cachacaparaiso.com.br/cachacas.html
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Re: Fragen der Fragen: Welcher Cachaca?

Beitragvon Brazil53 » Do 10. Apr 2014, 09:16

Heute ist ein Bericht über Cachaca aus Salinas bei "Zeit Online" zu lesen.

Er schenkt ein. Ein Aroma von Gras, exotischen Kräutern und Banane steigt in die Nase. Der Cachaça schmeckt leicht süßlich und ist sehr sanft, man merkt kaum, dass man Schnaps trinkt. Der Geschmack bleibt lange im Mund hängen. "Schmeckt doch großartig", sagt Zezinho.


wenn ich das lese, werde ich doch neugierig und mal "richtigen" Cachaca zu probieren, den man nicht für Caipi nimmt. Werde mal meine Augen offen halten, oder mal auf Reisen gehen. Reisen bildet immer ungemein. Trem war ja schon dort. Oder war es ein anderes Tal?
Es sollen ja über 50 Cachaca-Marken dort produziert werden, unter dem Begriff "Cachaça artesanal"

Wer sich selbst ein Bild machen will, beginnt am besten auf der Fazenda Havana, die rund 15 Autominuten von Salinas entfernt liegt. Hier, am Rande des Tals von Jequinhonha, wird der berühmteste Cachaça Brasiliens produziert.


http://www.zeit.de/2014/15/brasilien-cachaca-salinas

Den Spruch fand ich auch gut:
"Es heißt, der Cachaça ist der größte Feind des Mannes. Der Mann ist aber ein Feigling, wenn er seinen Feinden nicht die Stirn bietet."
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Fragen der Fragen: Welcher Cachaca?

Beitragvon bruno grenz » Do 10. Apr 2014, 14:42

Brazil53 hat geschrieben:Heute ist ein Bericht über Cachaca aus Salinas bei "Zeit Online" zu lesen. wenn ich das lese, werde ich doch neugierig

bruno grenz hat geschrieben:Sah Salinas in der Region des Central do Brasil für R$17,98...

Bei Mundial kostet er gerade R$ 19,80.

Brazil53 hat geschrieben:Den Spruch fand ich auch gut:"Es heißt, der Cachaça ist der größte Feind des Mannes. Der Mann ist aber ein Feigling, wenn er seinen Feinden nicht die Stirn bietet."

Ich auch! =D>
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Re: Fragen der Fragen: Welcher Cachaca?

Beitragvon Trem Mineiro » Sa 12. Apr 2014, 23:19

Anscheinend war der Reporter nicht selber vor Ort und hat da wohl einige Sachen gemischt.
Die Fazenda von Seleta liegt wohl 15 Autominuten (Sandpiste) von Salinas entfernt in einem Seitental der berüchtigten BR 251, ist aber über 50 km vom Rio Jequitinhonha entfernt. Die Fazenda dort heißt auch nicht Havana und produziert ein vielfaches der genannten 6.000 l Cachaca. Das ist die Fazenda wo der Seleta und andere hochwertige Sorten hergestellt werden.
Aber es gibt ja noch 50 andere Alambiques um Salinas herum und der Havana ist wirklich eine Nobelmarke (mir allerdings zu teuer).

Was ich nur bestätigen kann ist, dass die anderen Donos außer Toni Rodrigues es nicht schaffen, ihren sicherlich guten Cachaca in Szene zu setzen. In Salinas selber findet kaum Marketing statt, nur ein paar Hinweisschilder auf Alambiques. Auch wir mussten uns der Zugang zur Fazenda von Seleta in der Hauptverwaltung in der Stadt praktisch erkämpfen wobei die Leute vor Ort froh über unseren Besuch waren.

Das mit dem Cachaca-Museum ist auch so ein Witz, das war im November schon seit Monaten geschlossen, obwohl praktisch neu.Keiner wusste warum oder wann es wieder eröffnet werden sollte. Ob von der "Zeit" einer drin war, glaube ich nicht, sind wohl Informationen aus dritter Hand. Ich selber hab auch versucht da reinzukommen und ich gebe normalerweise nicht so leicht auf, aber vergeblich.

Ist wirklich schade, aus Salinas als Ort könnte man mehr machen....aber ist halt Nord-Minas!!! Da ticken die Uhren anders.

Wir waren jetzt auf dem Rückweg aus dem Urlaub von Bahia auch in Alto Caparao am Fuß des Pico da Bandeira. Das ist in erster Linie eine Kaffee-Gegend aber man produziert auch Cachaca. Wir waren im Caparao Park Hotel untergebracht, wo ich schon den Vater des jetzigen Donos von früher her kannte. Wir waren die einzigen Gäste und zum Abschied gab es aus dem Schatzkeller 2 Flaschen Cachaca, ohne Etikett. Eine zum pur trinken (goldfarben) und damit ich mich nicht für den Caipi daran vergreife eine weitere zum mischen (klar), wobei auch diese Sorte an sich noch zu gut für Caipi ist. Diese Etikett-losen Flaschen sind mir die liebsten. Ich werde also mit einem erheblichen Cachaca-Vorrat wieder nach Deutschland umziehen, hatte auch in Salinas zugeschlagen. Hoffentlich findet keiner meine Schnaps-Vorräte im Container.

Gruß
Trem Mineiro

PS: und nicht vergessen, ist alles eine Geschmacks-Frage, es gibt sicher nicht "den besten" Cachaca, höchstens den am besten vermarktesten.
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