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BeitragVerfasst: 17 Sep 2005 14:19 
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Diese abgeschotteten Reichen-Ghettos, sind doch Bestandteil der Lebensphilosophie dieser Leute. Wenn ich z.B. kein Elend und Armut vor meinem Haus sehe, jeden Tag mit meinem abgedunkelten und gepanzerten Auto vom meinem Condo. zur Arbeit und zurückfahre, dann kann ich mir doch gut einreden das es in Brasilien überhaupt keine Armut oder soziale Ungerechtigkeit gibt.
Was ich nicht sehe oder sehen will, das existiert einfach nicht! Also brauch ich mich damit auch nicht auseinandersetzen.

Die reichen Brasis leben wirlkich in einer eigenen Traumwelt, die sich nur im bewachten Cond. , dem bewachten Clube und dem Hochsicherheitstrakt von Arbeitsplatz abspielt. Alles andere wird ausgeblendet und ignoriert. So kann man sich gut einreden das es doch alle in Brasilien gut haben :!: :twisted: :twisted: :twisted:


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BeitragVerfasst: 17 Sep 2005 14:47 
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Fudêncio, sehe ich genauso wie du. Nur wunderte mich, dass die reichen Leute sogar hinnehmen, vor lauter Mauern nicht mehr das Meer sehen zu können. So in Barra da tijuca.

Ich meine: irgendwie muss man sich doch auch drinnen wie im Gefängnis fühlen, oder?



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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BeitragVerfasst: 17 Sep 2005 15:25 
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thomas hat geschrieben:
Die Sprünge liegen an dem stark schwankenden Dollarkurs, so groß abgefallen ist Brasilien in den letzten Jahren gar nicht.


Daher immer das BIP nach Kaufkraftparitäten nehmen.


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BeitragVerfasst: 17 Sep 2005 19:52 
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Klar ist die Gesellschaft Brasiliens total kaputt, wahrscheinlich noch mehr als in den USA.
Welches Bewußtsein die Reichen über den Zustand der Gesellschaft haben, darüber können wir wohl nur spekulieren.
Jedenfalls haben sie begriffen daß so eine Art Krieg herrscht.
Ich glaube, die denken darüber viel weniger nach als wir.

Es bleibt einem ja auch gar nichts anderes übrig, Mauern hochziehen, Stacheldraht + MG-Nest auf dem Dach oder auswandern. Sonst wird man bei hellem Tag in den eigenen 4 Wänden überfallen. Und bei der geringsten Gegenwehr abgemurkst.

Ich glaube die Idee vom Altersruhesitz in BR kann ich abschreiben. Wie es in 15 Jahren da abgehen wird ist wohl klar. Auch im ehemals "europäischen" Süden - SC und RS - gehören die Raubüberfälle jetzt zum Alltag, selbst in kleinen Käffern. Angeblich vagabundierende Banden. Und ich finde es sowas von ätzend hinter Gittern leben zu müssen, wenn man auf die Terrasse will erstmal mühselig das Gitter bei Seite schieben usw..
Das im anderen Forum in einem Beitrag gepriesene Stella Maris bei Salvador habe ich mir auch mal ganz gespannt angesehen - was für eine Enttäuschung, nichts als Mauern, 3 m hoch mit Glasscherben drauf.
Nur gut daß keine Selbstschußanlage losging bei meinem Gespanne :lol:

Obwohl ich meinen Traum noch nicht zu Grabe tragen möchte, ich überlege ernsthaft alles dort zu verkaufen solange es noch geht.
Was wäre BR traumhaft, wenn es nur nicht ganz so wie BR wäre ...

Mich nerven ein wenig die Erzählungen von Klaus Hart. Da schwingt immer unterschwellig mit "Skandal", entrüstet euch, Empörung !. Die Mutter sieht ihren Sohn drei Tage nicht, die Deutschen sind noch arroganter als die Brasilianer etc. . Ziemlich viel aus der Luft gegriffen, immer dieser Wechsel bei abstrakten Themen zu konkreten Vorwürfen die 1. nicht greifbar und prüfbar sind und 2. auch nicht im geringsten so skandalös sind wie man denken soll. Das nervt.

Timm


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BeitragVerfasst: 17 Sep 2005 20:58 
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Beiträge: 52
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Oi gente,
also ich finde die Reportagen von Klaus Hart klasse. Informativ und interessant geschrieben. Dass er nicht gerade die Sonnenseiten von Brasilien beschreibt, stört mich nicht - es gibt ja genügend andere, die nur Positives über Brasilien schreiben.
Um zu einem einigermaßen umfassenden Bild zu gelangen (...falls das überhaupt übers Lesen geht) ist es sowieso ratsam, einfach Berichte und Reportagen verschiedener Autoren, auch mit unterschiedlicher Intention und Blickrichtung zu lesen.
Auf alle Fälle: vielen Dank noch mal an Klaus Hart für die Kolumne hier; ist eine Bereicherung fürs Forum.

Ate logo, o namorado.


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BeitragVerfasst: 18 Sep 2005 00:41 
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Beiträge: 364
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Die Artikel von Klaus Hart lese ich schon seit längerem mit großem Interesse. Schonungslos schreibt er über die Realität in Brasilien. Allerdings sollte man auch mal erwähnen, dass er in seinen Artikel sehr gerne auf Extrembeispiele zurückgreift nur um mehr Salz in die Suppe zu bringen.
Auch dieser Artikel ist gespickt mit Ansichten, Aussagen und Behauptungen die ich doch gerne kommentieren möchte (ohne dabei die Grundaussage von K.H. schönreden zu wollen).


khart hat geschrieben:
...die Nachfrage ist enorm, auf den Wartelisten stehen auch deutsche Manager...

Die Nachfrage ist enorm und das Angebot ist enorm. Es gibt aber keine Wartelisten. Während der Bauphase gibt es eine Wartezeit bis es bezugsfertig ist. Wer nicht warten möchte zieht in ein anderes. Deutsche aus allen Berufszweigen wohnen in Condominios- nicht nur der deutsche Manger.


khart hat geschrieben:
...Familienfreundlichkeit ist ein wichtiges Werbeargument:“Hier werden Deine Kinder wie VIPs behandelt!“ ...

Ich lese regelmäßig die Angebote in der Tageszeitung. Dieses Argument habe ich noch nie gelesen. Es wird allerdings mit Spiel-und Fußballplätzen, etc. geworben.


khart hat geschrieben:
...Pionier-„Ghetto“ Sao Paulos war Alphaville,... Zwischen Lateinamerikas Wallstreet, der Avenida Paulista in Sao Paulos City, und Alphaville pendeln ständig komfortable Sonderbusse. ...

Alphaville ist schon lange nicht mehr das was es mal war. Diejenigen die zu Pionierzeiten dort wohnten haben sich schon längst was anderes gesucht. Ein Haus oder Apartment dort kostest bei weitem weniger als ein Apartment in São Paulos guten Wohnvierteln.
Dass Sonderbusse pendeln sehe für brasilianische Verhältnisse als fortschrittlich. Ist es bei weitem besser, als wenn jeder mit seinem PKW noch mehr die Strassen verstopft und die Luft verpesstet. Die Busse haben den selben Komfort wie die Busse, welche fast im Minutentakt nach Rio de Janeiro fahren.


khart hat geschrieben:
...Anstatt die Ursachen von Misere, Armut und Massenarbeitslosigkeit zu beseitigen, flieht Lateinamerikas Elite vor den Folgen eigener Politik, zieht es vor, den eigenen Reichtum herauszustellen, ...

Das hört sich so an, als ob jeder der im Privilegiertenghetto wohnt auch etwas in der Politik zu sagen hätte...


khart hat geschrieben:
... Die Gewaltbereitschaft vor allem der perspektivlosen Unterschichtsjugend ist so groß, daß etwa in Sao Paulo selbst Großdiskotheken und Samba-Ballhäuser nachts vorsorglich von schwerbewaffneter Militärpolizei und Munizipalgarde umstellt werden... ...

In diesen Diskothen treiben sich aber keine aus den Privilegiertenghetto herum. Zeigt dieses Beispiel aber sehr schön, dass Mord und Totschlag innerhalb der Unterschicht an der Tagesordnung ist.


khart hat geschrieben:
... obwohl allein in der City ganze Wohnblocks, mit über vierzigtausend meist gutausgestatteten Appartements, teils seit sieben Jahren leerstehen. Besetzer werden gnadenlos von der Polizei herausgeprügelt. ...

Ja und nein... Tatsache ist, dass es in São Paulo etliche “Favelas Verticais“ gibt die geduldet werden.


khart hat geschrieben:
... in Aachen aufgewachsene Afghanin Maryam Alekozai machte in einem Slum Sao Paulos, der jährlich über fünfhundert Mordtote zählt, ...

Ein weiteres Beispiel, wie groß die Gewaltbereitschaft innerhalb der Unterschicht ist und sich nicht nur gegen die Reichen richtet.


khart hat geschrieben:
... In den Augen der brasilianischen Kinder sehe ich Haß, ganz tiefen Haß – und Wut. Man blickt nicht in Kinderaugen, sondern eigentlich in Augen von Erwachsenen,.. ...

Diese Augen hat schon jeder gesehen in Brasilien. Besonders bei den Straßenkindern in den Großstädten. Sollte man aber auch wissen, dass es sehr viele Kinder gibt, die trotz großer Armut eine glückliche Kindheit in Brasilien haben.


khart hat geschrieben:
... „Der neueste Hit – Spezialbunker in der Villa, im Luxusappartement... ...

Noch nie gehört, dass es so etwas gibt - aber kann schon sein. Mit Geld lassen sich viele Wünsche erfüllen. Wie auch immer, ein Hit ist es nicht.


khart hat geschrieben:
... Das Verrückteste - neuerdings haben vielerorts auch die Bewohner per Internet Zugang zum Monitor der Sicherheitsleute, ...

Das ist der Lauf der Zeit. Früher konnte man es nur im Fernsehen im "Hauskanal" schauen.


khart hat geschrieben:
... der ganze Condomínio ist von hohen Gitterstäben umgeben und wird von einer bewaffneten Spezialgarde überwacht...

Das sind keine Spezialgarden die ein Condominio bewachen, sondern sehr schlecht ausgebildete (wenn überhaupt) und mies bezahlte "Wachleute", die verständlicherweise nie und nimmer ihren Kopf riskieren würden. Vielmals sind diese "Wachleute" unbewaffnet und wenn sie es sind, wird die Waffe meistens vom Condominio gesponsert.


khart hat geschrieben:
... Das Kontroll-Ritual an der Einfahrt erinnert an das von Militär-oder Geheimdienst-Objekten: Will ein Wagen hinein, wird er zunächst mißtrauisch beäugt, passiert dann die erste übermannshohe Sperre, die sich hinter ihm sofort wieder schließt. Doch die zweite Sperre wird erst nach eingehender Kontrolle des Wagens und seiner Insassen geöffnet...

So etwas kenne ich nicht. Auch bei der Einfahrt in das K. H. erwähnte Condominio Alphaville gibt es nur Sichtkontrollen.


khart hat geschrieben:
... Schon absurd – in Barra da Tijuca werden die neuesten Wohnanlagen mit immer größeren Freizeitparks, Pools, Spaßbädern bestückt – als läge einer der schönsten, saubersten Strände der Welt nicht wenige Fußminuten entfernt...

Einer der saubersten Strände der Welt????


khart hat geschrieben:
... Damit nach Schulschluß alle Privilegiertenkids wohlbehütet wieder zu ihren Condominios und Villen gelangen, wird beispielsweise am „Colègio Dante Alighieri“ Sao Paulos das halbe Viertel durch Militärpolizisten und Body-Guards abgeriegelt, sperrt die Verkehrspolizei sogar Straßen ab, ...

Dieses Colègio befindet sich im Stadtteil Jardims. Weder die Polizei noch Body-Guards riegeln irgendeine Strasse ab. Da der Hauptausgang der Schule direkt an der Strasse liegt (Rua Peixoto Gomide) liegt wird zu Schulschluss der linke Fahrstreifen von wartenden Eltern blockiert was manchmal zu einem kleinen Stau führt.

usw, usw,...



Bis dann
Bagi


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BeitragVerfasst: 18 Sep 2005 13:09 
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Bagi hat geschrieben:
khart hat geschrieben:
... „Der neueste Hit – Spezialbunker in der Villa, im Luxusappartement... ...

Noch nie gehört, dass es so etwas gibt - aber kann schon sein. Mit Geld lassen sich viele Wünsche erfüllen. Wie auch immer, ein Hit ist es nicht.

Nur als Anmerkung:
In den USA nennt man solche Spezialbunker "Panic Room" und gehören inzwischen auch schon bei vielen mit dem entsprechenden Kleingeld zur Standard-Hauseinrichtung. Helfen sollen die bei Überfällen und Krieg und Atombombenattacken (in der Luxus-Ausführung). Ob sie auch gegen Fluten helfen? ...
Es gab vor paar Jahren den gleichnamigen Film "Panic Room" mit Jodie Foster in der Hauptrolle.



Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"


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 Betreff des Beitrags: Altersruhesitz?
BeitragVerfasst: 23 Sep 2005 11:46 
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Beiträge: 43
Wohnort: Luxemburg
Timm hat geschrieben:
Ich glaube die Idee vom Altersruhesitz in BR kann ich abschreiben. Wie es in 15 Jahren da abgehen wird ist wohl klar.


Ich habe vor 15 Jahren in Brasilien gelebt (passenderweise als Jugendlicher in einem der "Reichenghettos"). Wenn ich die Situation damals und heute vergleiche, fürchte ich, dass Timm recht hat. :( Die mangelnde Solidarität zwischen den Reichen und dem Rest der Gesellschaft wurde schon damals beklagt, ebenso die enorme soziale Ungerechtigkeit. Besser geworden ist dies anscheinend nicht, ganz im Gegenteil.

Übrigens: China wird ähnliche Probleme bekommen, wenn die Einkommensunterschiede nicht abnehmen (noch dazu ist deren Umwelt wirklich übel verpestet und die Einwohner sind - gerade im Vergleich zu Brasilianern - recht unfreundlich). Genug kritisiert? ;)


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