Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem?

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem?

Beitragvon eberlein » So 1. Aug 2010, 20:45

Duch die Heirat mit einer Brasilianerin habe ich natürlich eine Daueraufenthaltsgenehmigung, brasilianischen Führerschein, usw.
Nun stelle ich mir die Frage, ob ich freiwillig für mich und meine Frau in das brasilianische Rentensystem einzahlen kann, so dass wir nach einigen Jahren noch neben der deutschen Rente eine brasilianische erhalten würden. Kennt ihr euch diesbezüglich genauer aus? Wir sind beide hier in Europa berufstätig und Geld wäre vorhanden. Besten Dank schon im voraus.
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem mögli

Beitragvon Tuxaua » So 1. Aug 2010, 21:01

Das Letzte, wo ich mein verfügbares Geld anlegen würde, währe für die bras. Rente INSS.
Die CEF hat auf ihrer Seite unter "INSS" Informationen. Außerdem bin ich mit nicht sicher, ob du als Ausländer ohne bras. Arbeitsverhältnis so ohne Weiteres Beiträge einzahlen kannst. Ab einem gewissen Alter lohnt es sich sowieso nicht mehr, da der einzuzahlende Beitrag im Verhältnis zu der späteren Rentenhöhe ungünstg, sprich zu hoch, ist.
Wie sich die Rentensysteme hier entwickeln entzieht sich meiner Glaskugel, ist in Deutschland ja nicht so viel anders.

Investiert besser in Immobilien oder ähnliches.
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem mögli

Beitragvon amazonasklaus » So 1. Aug 2010, 21:13

Um eine Altersrente (apostentaria por idade) zu erhalten, müssen Männer das 65. und Frauen das 60. Lebensjahr erreichen und mindestens 180 Monatsbeiträge vorweisen. Von einer Möglichkeit, freiwillige Beiträge einzuzahlen, habe ich noch nichts gehört, wie sinnvoll das wäre, mag ich nicht beurteilen. Die Seite des Ministério da Previdêncial Social gibt zu dem Thema auf den ersten Blick auch nichts her. Du könntest aber mal dort anfragen.

Eine andere Frage: Warum hast Du eine brasilianische Daueraufenthaltsgenehmigung beantragt, wenn Du doch in Deutschland lebst? Hat das nicht die Nachteile, dass Du erstens mit Deinem Welteinkommen in Brasilien steuerpflichtig bist und Du zweitens bei einem etwaigen Umzug nach Brasilien die Möglichkeit aufgibst, Dein Umzugsgut zollfrei einzuführen darfst (das geht meines Wissens nur innerhalb der ersten sechs Monate nach der ersten Einreise als Daueraufenthaltsgenehmigungs-Inhaber)?
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem mögli

Beitragvon eberlein » So 1. Aug 2010, 21:55

Nach Absprache mit der Receita (Oktober 2008) ist man als Besitzer eines Dauervisums erst mit einer Aufenthaltsdauer von mehr als 180 Tagen in Brasilien mit seinem ausländischen Einkommen steuerpflichtig. Dies gilt auch für meine brasilianische Frau, welche in Deutschland lebt und arbeitet.
Auf die Frage mit der Rente kam ich, als ich die enorm hohen Renten meiner brasilianischen Verwandschaft erfuhr (Marine, Beamter, Krankenschwester). Langfristig erscheint mir der Real eine gute Geldanlage, besser als brasilianische Immobilien (diese sind meiner Meinung nach momentan total überbewertet und z. Z. ungeeignet für Kauf)
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem mögli

Beitragvon Tuxaua » So 1. Aug 2010, 22:04

eberlein hat geschrieben:Auf die Frage mit der Rente kam ich, als ich die enorm hohen Renten meiner brasilianischen Verwandschaft erfuhr...

Jetzt machst du mich neugierig.
Was ist für dich "enorm hoch"?

Und bitte nicht ehemalige Beamte und Staatsdiener mit den "normalen" Rentenempfängern in einen Topf werfen.

Das Investieren in den R$ war vor wenigen Jahren besser (Ende 2004 knapp R$ 4 pro Euro, heute R$ 2,25).
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem mögli

Beitragvon Tuxaua » So 1. Aug 2010, 22:35

eberlein hat geschrieben:Nach Absprache mit der Receita (Oktober 2008) ist man als Besitzer eines Dauervisums erst mit einer Aufenthaltsdauer von mehr als 180 Tagen in Brasilien mit seinem ausländischen Einkommen steuerpflichtig.
Das ist falsch.

109 — Qual o conceito de residente no Brasil para fins tributários?

Considera-se residente no Brasil a pessoa física:
I - que resida no Brasil em caráter permanente;
II - que se ausente para prestar serviços como assalariada a autarquias ou repartições do Governo brasileiro situadas no exterior;
III - que ingresse no Brasil:

a) com visto permanente, na data da chegada;
b) com visto temporário:

1. para trabalhar com vínculo empregatício, na data da chegada;
2. na data em que complete 184 dias, consecutivos ou não, de permanência no Brasil, dentro de um período de até doze meses;
3. na data da obtenção de visto permanente ou de vínculo empregatício, se ocorrida antes de completar 184 dias, consecutivos ou não, de permanência no Brasil, dentro de um período de até doze meses;
Hervorhebungen durch mich.

Quelle
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem?

Beitragvon Viva Floripa » Mo 2. Aug 2010, 09:24

Leider hatten wir bzw. mein Mann einige Probleme mit der INSS. Angefangen hat das, als wir Auskunft über das Rentenkonto meines Mannes haben wollten. Aufgrund verschiedener Umzüge ist das Rentenbüchlein mit den Beitragszeiten nicht mehr vorhanden. Oh Wunder, auch im Datensystem der INSS war mein Mann nicht auffindbar.

Letztendlich, nach mehreren Besuchen und unendlicher Warteschlangen stellte sich heraus, dass ein Konto nicht mehr existiert. Grund hierfür, dass in den vergangenen 10 Jahren hier keine Bewegung stattgefunden hat (Aufenthalt in Deutschland) und das Konto somit automatisch gelöscht wurde. Eine Aktivierung kann nur durch Vorlage des Rentenbuches erfolgen oder aber müssen Bestätigungen der Arbeitgeberfirmen über geleistete Beiträge erbracht werden.

Mit meinen mickrigen Portugiesischkenntnissen dachte ich, etwas falsch verstanden zu haben und drängte darauf, einen Sozialanwalt zu befragen. Der hat diese Aussage der INSS bestätigt und auch, dass mit dem Rentenkonto mit dem Stand Null neu begonnen werden müsse. Unsinnig wegen fortgeschrittenem Alter, empfehlenswert sei eine private Absicherung (ähnlich einer Kapitalversicherung) mit utopisch hohen Monatsbeiträgen.

Nun ergab sich das nächste Problem. In mühevoller Kleinarbeit unter Hilfe der Schwiegermutter und der Geschwister meines Mannes versuchten wir, verschiedene Arbeitgeberfirmen ausfindig zu machen, verstreut über ganz Brasilien. Einige hiervon existieren nicht mehr.
Eine der Firmen vor Ort war sehr entgegenkommend und hat letztendlich eine Bescheinigung erstellt, die nur einen Bruchteil der Beschäftigungszeit enthielt. Es handelte sich um Zeiten, die per EDV erfasst waren, Zeiten vor der EDV-Umstellung waren in den Firmenunterlagen nicht mehr vorhanden. Wir trafen einen früheren Arbeitskollegen in der Firma, der von anderen früheren Mitarbeitern mit demselben Problemchen berichtete. Anmerkung - bei diesem Arbeitgeber handelt es ich um eine staatliche Einrichtung.

Alle Personen, Ämter, Anwalt usw. behaupten, dass ohne Vorlage des Rentenbuches oder von Firmenbescheinigungen keine Chance besteht, seine Rente zu erhalten.

Mir erscheint der gesamte Zustand vollkommen lächerlich und wir hatten beschlossen, unseren Urlaub nicht durch Recherchen zu verplempern. Letztendlich werden wir einen Anwalt gegen die INSS einschalten müssen (meine Schwägerin hatte hier Recht bekommen, als es um die Rente ihrer Eltern ging).

Hat hier irgendjemand eine Idee, einen Anhaltspunkt oder Erfahrungen damit, wie man in solch einem Fall vorgehen kann?
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem mögli

Beitragvon Moleque da Favela » Mo 2. Aug 2010, 19:46

Tuxaua hat geschrieben:Das Letzte, wo ich mein verfügbares Geld anlegen würde, währe für die bras. Rente INSS.


Das sehe ich genauso ! Ist doch totaler Blödsinn, sowohl freiwillig in BRA als auch in D Rentenbeiträge zu zahlen.

Da gibt es nun wirklich beileibe bessere Anlagemöglichkeiten sein überschüssiges Geld anzulgen. Erkundige Dich bei Deiner Bank über die div. Anlagemöglichkeiten.

:cool:
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem mögli

Beitragvon Moleque da Favela » Mo 2. Aug 2010, 19:50

amazonasklaus hat geschrieben:... Von einer Möglichkeit, freiwillige Beiträge einzuzahlen, habe ich noch nichts gehört, wie sinnvoll das wäre, mag ich nicht beurteilen. ...


Doch gibt es, nennt sich "Contribuinte individual e facultativo ":

http://www1.previdencia.gov.br/pg_secun ... _04_01.asp


Aber wie schon gesagt wie Sinnvoll das ganze ist ist ein anderes Thema!
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Re: Freiwillige Einzahlung in brasilianisches Rentensystem mögli

Beitragvon Moleque da Favela » Mo 2. Aug 2010, 19:55

Tuxaua hat geschrieben:
eberlein hat geschrieben:Nach Absprache mit der Receita (Oktober 2008) ist man als Besitzer eines Dauervisums erst mit einer Aufenthaltsdauer von mehr als 180 Tagen in Brasilien mit seinem ausländischen Einkommen steuerpflichtig.
Das ist falsch.

109 — Qual o conceito de residente no Brasil para fins tributários?

Considera-se residente no Brasil a pessoa física:
I - que resida no Brasil em caráter permanente;
II - que se ausente para prestar serviços como assalariada a autarquias ou repartições do Governo brasileiro situadas no exterior;
III - que ingresse no Brasil:

a) com visto permanente, na data da chegada;
b) com visto temporário:

1. para trabalhar com vínculo empregatício, na data da chegada;
2. na data em que complete 184 dias, consecutivos ou não, de permanência no Brasil, dentro de um período de até doze meses;
3. na data da obtenção de visto permanente ou de vínculo empregatício, se ocorrida antes de completar 184 dias, consecutivos ou não, de permanência no Brasil, dentro de um período de até doze meses;
Hervorhebungen durch mich.

Quelle


Sorry Tuxaua,

aber da verwechselst Du STEUERPFLICHT mit den Voraussetzungen für die DIRPF !!!

Eberlein hat Recht, wer sich länger als 180 Tage pro Jahr in BRA aufhält wird STEUERPFLICHTIG in BRA !

Die von Dir zitierten Voraussetzungen, u.a. III - que ingresse no Brasil beziehen sich auf die Pflicht zur DECLARAÇÃO DE IMPOSTO DE RENDA PESSOA FÍSICA (DIRPF).

Nur weil eine DIRPF zu machen ist heisst es noch lange nicht das auch Steuern zu zahlen sind oder man STEUERPFLICHTIG ist !!!

Bitte die zwei Sachen nicht in einen Topf werfen !

:cool:
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