Führerschein in Brasilien

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Beitragvon vasco » Do 16. Dez 2004, 14:18

ja, das ist der einzige Vorteil von der Geschichte. Mir hätte man auf dem Foto nicht mal das Geschlecht geglaubt :oops:
Zum Glück bin ich in den 13 Jahren nie kontrolliert worden...
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Lemi » Do 16. Dez 2004, 14:18

Hi Flori

Localiza sind doch die Grünen, nicht wahr ? Dort miete ich mir in Sampa am Flughafen auch immer ein Auto. Sie wollten aber bisher nie einen internationalen F-Schein von mir sehen !? Es reichte Reisepass/EU-Schein oder CI/CM ........... welche dann immer gleich kopiert und ins System eingescannt werden. :roll:
Man sieht sich,
In der Unterschicht
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Beitragvon Floriano » Do 16. Dez 2004, 14:28

Ja,
Localiza sind B90/Die Grünen...

In Guarulhos habe ich das auch noch nicht erlebt, jedoch in Centro, daher der Hinweis auf den Stadtteil :D

Es scheint, wie überall hier im Lande, wieder mal verschiedene Möglichkeiten der Auslegung von Richtlinien zu geben...
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Beitragvon Moranguinho » Do 16. Dez 2004, 14:40

Hallo,

ich habe Autos bis jetzt immer mit dem rosa Führerschein in Verbindung mit einer beglaubigten Übersetzung gemietet, in Polizeikontrollen gab es auch noch keine Schwierigkeiten (war aber auch erst zweimal).

Viele Grüße

Moranguinho
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Beitragvon billinho » Do 16. Dez 2004, 15:45

Das mit dem Führerschein dürfte ja wohl wie so vieles von der Laune der Polizei dort abhängen.

Es begab sich vor ca. 2 Jahren in Juiz de Fora, als wir gerade mal etwa 100 m gefahren sind und die Ampel an der nächstgelegen Kreuzung uns Fahrt stoppte. Wir, das waren meine Frau, unser Sohn (6), unsere Tochter (1), mein Schwager und ich.

Wir waren mit unserem gemieteten Corsa unterwegs, den ich lt. Autovermietung (Avis, glaube ich) mit dem normalen Rosa-Lappen fahren darf.

Nun ja, wir waren alle ordnungsgemäß angeschnallt, allerdings hatte meine Frau unsere Tochter mangels Kindersitz auf dem Schoß.

Und gerade als wir so mit dem Auto standen und auf das grüne Lichtlein zum Rechtsabbiegen warteten, überkam meine Frau das starke Bedürfnis, eine Zigarette rauchen zu müssen. Natürlich eine von denen, die ich in der Hosentasche hatte. :smoke:

Ich also, wie es sich für einen braven Ehemann gehört, in die Hosentasche gegriffen...leider war irgendwie der Gurt im Weg. Was solls? Ein Druck auf das Gurtschloss und der Weg für meine Hand war frei. Noch schnell umgedreht und die Kippen samt Feuerzeug nach hinten gereicht, und gut war es.... 8)

Als ich meinen Blick wieder nach vorne gerichtet hatte, hörte ich von der Seite jedoch ein leichtes Klopfen.....es war die Faust der Motorradstreife, die sich zwischenzeitlich neben uns gesellt hat, an der Seitenscheibe. :shock:

Der Stein des Anstoßes war, wie er mir durch deutliches Zeichen zu verstehen gab, der nicht angelegte Gurt. Während just in diesem Moment die Ampel auf Grün schaltete, schnallte ich mich in einer Bewegung an und fuhr los.

Wie ich so in meinen Rückspiegel schaute und bemerkte, dass der Gesetzeshüter geradaus fuhr, dachte ich "Schwein gehabt".... [-o<

Beim zweiten Blick sah ich dann allerdings, dass dieser gedreht hatte und uns unvermittelt folgte. :finger:

Durch was dieser Sinneswandel letztlich verursacht worden war, kann ich bis heute noch nicht nachvollziehen....aber ja auch egal...

Ich also wunschgemäß rechts ran, die Scheibe runter, und die Papiere und den Führerschein ausgehändigt. Aufgrund meiner unzureichenden Sprachkenntnisse wurde die Unterhaltung allerdings fortan mit meiner Frau geführt....

Die Fahrzeugpapiere waren gleich abgesegnet....

Innerlich dachte ich schon über die Höhe des Geldbetrages nach, die in wenigen Minuten ihren Besitzer wechseln würde....Nicht angeschnallt, Kind ohne Kindersitz, ebenfalls nicht angeschnallt....

Allerdings konzentrierte sich das Gespräch dann hauptsächlich auf den Führerschein.

Wir teilten ihm natürlich gleich mit, dass dieser lt. Avis zulässig wäre und wir uns kurzfristig und nur für wenige Tage zum Autoleih entschieden hatten und somit auch keine Beglaubigung hätten...

Dies beeindruckte allerdings wenig, er könne den FS nicht lesen....und die Deckseite sei nicht aussagekräftig ("könnte ja auch für Krankenfahrstühle gelten..") :crazy:

Nach einigen Diskussionen (in dessen Verlauf der zu entrichtende Geldbetrag in meinen Gedanken immer höher wurde) liess er uns doch tatsächlich von dannen ziehen. ~ö~ Einfach so. Ich war baff. Hatte er vielleicht doch noch eine wichtige Verabredung? Hatte er Durchfall? Was sollte das Ganze?

Natürlich musste er meiner Frau erst noch etwas Angst machen, etwa dass ich mit diesem FS bei einem Unfall natürlich sofort in den Knast wandern würde. Seine Kollegen seien da nicht so sozial.

Als wir weiterfuhren war ich erleichtert, meine Frau nicht.

Habt ihr schon einmal während einer Fahrt von 5 Stunden alle 2 Minuten gehört? "Pass auf, fahr nicht so schnell, bau keinen Unfall...!!" :mrgreen:

Alles in allem haben wir allerdings anscheinend einen recht zivilen Mann seiner Zunft erwischt. :wink:
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Beitragvon thomas » Do 16. Dez 2004, 16:08

Die Anerkennung von ausländischen Führerscheinen ist Sache der Bundesstaaten in Brasilien.
Die meisten DETRANs haben jedoch dieselbe Regel:

Int'l FS NUR in Verbindung mit beglaubigter Übersetzung.
Ebenso nat'l FS in Verbindung mit beglaubigter Übersetzung.

In der Praxis habe ich mit meinem EU-Führerschein ohne begl. Übers. aber noch nie Probleme gehabt, weder bei Polizeikontrollen noch bei der Automietung selbst.

Einmal haben sie versucht zu diskutieren, aber meine Frau packte sie am Nationalstolz und sagte, die Deutschen lassen sie mit bras. FS auch fahren.. das beeindruckte den Capitano dann sehr, der stolz seinem Kollegen bedeutete, dass dies schon seine Richtigkeit habe.

Man bestaunt immer die lange Gültigkeit, die ja aufgrund der Piktogramme auf der Rückseite, sehr gut lesbar ist.

:)

Thomas
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Do 16. Dez 2004, 17:43

Lemi, Lemi, was muß da lesen? Du hast noch keinen brasil. Führerschein? Wer die permanência hat und hier lebt, benötigt einen brasil. Lappen, zumindest dem Gesetz nach. O.k, hier weiß niemand, welche Gesetze gerade in der Praxis durchgesetzt werden und welche nicht. Die Umschreibung ist "relativ" einfach. Eigentlich gibt es das ja nicht in Brasilien, daß ein Behördengang einfach ist, aber ich habe 3 Jahre recife überlebt, und das war in dieser Beziehung echtes Überlebenstraining.
Also du läßt deinen Führerschein, weiß der Teufel welchen du hast, er muß halt gültig sein, von einem offiziellen Übersetzer übersetzen. Davon gibt es in BH meines Wissens einen (1), das vereinfacht die Auswahl.
Das dauert etwa eine Woche. Wenn du dir die Übersetzung abholst, läßt du dir sagen, bei welchen cartório du seine Unterschrift auf der Übersetzung beglaubigen lassen kannst. Dann machst du eine Kopie deines Führerscheins und läßt die vorsichtshalber auch gleich im cartório beglaubigen. Das machst du dann noch mit deinem RNE mit der permanência und einem Nachweis deiner Adresse (Rechnung von Wasser, tel, cel ...) Du brauchst dann noch die üblichen Paßbilder (3x4), ich glaube es sind 2 notwendig und schon kannst du dich auf den Weg zu DETRAN machen. Steck' noch mal etwas Kohle ein und bringe viel geduld und gute Laune mit. Geh' möglichst früh hin und nimm dir für diesen Tag nichts weiter vor. Wahrscheinlich kannst du dann alles an einem Tag erledigen, einschließlich des medizinisch-psychologischen Tests.
Dann bekomst du einen vorläufigen bras. Führerschein und nach etwa 10 Tagen kannst du dir den offiziellen und für 5 Jahre gültigen brasil. Führerschein in dem Gebäude der Prefeitura an der Praça 7 abholen.

Es scheint ja so zu sein, daß Einige es geschafft haben bei der polizei mit nicht brasilianischen Dokumenten durchzukommen. Aber das ist wohl auch eine frage der individuellen Streßresistenz und Risikobereitschaft. Spätestens wenn es mal knallt, dürfte es ernstere Probleme ohne das bras. Dokument geben.

Gruß

H-J
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Beitragvon Lemi » Do 16. Dez 2004, 17:53

Oi Hajo,

nun ja - ganz so behördenresistent bin ich ja nun auch wieder nicht. Natürlich habe ich einen brasilianischen Führerschein, nur habe ich eine zeitlang (voriges Jahr) mal die Reaktion der Polizei getestet. Hierbei zeigte ich dann immer meinen EU-Führerschein vor und mimte mal den Touristen, der den Bullen mit englisch oder deutsch vollquatscht ...... oder mal den "Brasil-Kenner", der schon ansatzweise portugiesisch spricht und auch mal der Cidadão Lemi, der sich wie ein Brassi benimmt ............... das Resultat war immer das gleiche: ich bin problemlos mit meinem EU-Führerschein durch jede Polizeikontrolle gekommen.

Den gleichen Test habe ich übrigens auch schon mit den 3 Optionen Reisepass / Protocolo / Carteira de identidade gemacht ........ immer mit Erfolg ............... anscheinend übe ich auf die Polizisten hier einen hypnotisierend ehrlichen Eindruck aus.

Vielleicht gucken die Polizisten aber auch mehr in Richtung des Ausschnitts der Morena, die neben mir im Auto sitzt und verfangen sich mit ihren Blicken.  :-)br
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Beitragvon Bagi » Do 16. Dez 2004, 18:14

Hallo Florian,

da Du Dich nicht mehr als Tourist in Brasilien aufhältst, müsstest Du eigentlich auch den brasilianischen Führerschein beantragen.
Wie HaJo schon geschrieben hat musst Du Deinen FS übersetzten lassen usw.
Aufgepasst: Wenn Du dann zu DETRAN gehst (in der Nähe vom Ibirapuera Park) musst Du noch eine Bescheinigung vom Konsulat mitbringen, dass Dein Führerschein kein Ablaufdatum hat. Kostenpunkt beim Konsulat: ca. 75Reais (20Eur). Ein Passphoto brauchst Du keines mitbringen. Der bras. FS ist dann vorläufig ein Jahr gültig.
Bis dann
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Beitragvon Trem Mineiro » Do 16. Dez 2004, 18:25

Oi Gente

Ich kann nur bestätigen, dass hier jeder Polizist das je nach Laune anders sieht. Bei normalen Kontrollen gibt es, wenn man sich nett, benimmt, keine Probleme.
Anders bei kleinen Unfällen, wenn der (schuldige) Gegner die durch den Polizisten die Gültigkeit der fremden Papiere anzweifeln lässt.
Meine Frau hatte einen kleinen Auffahrunfall. Der Schuldige drückte gegenüber der Policia Militar seine Zweifel aus und die Polizei legte unser Auto still und alle gingen gemeinsam zur DETRAN (Belo Horizonte). Die zahlreichen Beamten wollten das alles nicht entscheiden und so wurde auf den Delagado gewartet, der entsprechen seiner Position ein wenig verspätet zum Dienst erschien.

Seine Stellungnahme:
Ausländischer Führerschein (rosa Euro-Modell) ist 6 Monate lang gültig, ab 6 Monaten ist eine Übersetzung eines zugelassenen Übersetzers nötig. Für Vista permanente Inhaber ist ein brasilianischer Führerschein erforderlich.

Alles klar, Auto und Frau wurden befreit. Auf meine Klage über das fehlende Wissen der Polizei wurde mir ein Auszug einer Deklaration über die „Gültigkeit ausländischer Führerscheine“ kopiert, die ich unterwegs bei Problemen vorzeigen sollte. Trägt aber leider keinen offiziellen Briefkopf und Nummer.
Mit einem großen Dankeschön an den Delegado zogen wir von dannen. 4 Wochen später erhielten wir eine Anzeige der DETRAN wegen fahren ohne gültigen Führerschein.
Da ich mich nicht mit denen streiten will, haben wir bezahlt. Das ist halt Brasilien

Ein Tipp an die Europäer unter Euch. Als ich meinen neuen Kartenführerschein bekommen habe, fiel mir auf, das dort gar nichts mehr in Worten draufsteht. Dazu gab es aber ein Merkblatt mit Erläuterungen (Deutsche Version) Da es so was auch für Portugal geben müsste, sollte man sich vielleicht das portugiesische Pendant besorgen und beilegen. Allgemein ist dieser Karten-Führerschein in Brasilien gut angesehen.

Abracos

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