Das mit dem Führerschein dürfte ja wohl wie so vieles von der Laune der Polizei dort abhängen.
Es begab sich vor ca. 2 Jahren in Juiz de Fora, als wir gerade mal etwa 100 m gefahren sind und die Ampel an der nächstgelegen Kreuzung uns Fahrt stoppte. Wir, das waren meine Frau, unser Sohn (6), unsere Tochter (1), mein Schwager und ich.
Wir waren mit unserem gemieteten Corsa unterwegs, den ich lt. Autovermietung (Avis, glaube ich) mit dem normalen Rosa-Lappen fahren darf.
Nun ja, wir waren alle ordnungsgemäß angeschnallt, allerdings hatte meine Frau unsere Tochter mangels Kindersitz auf dem Schoß.
Und gerade als wir so mit dem Auto standen und auf das grüne Lichtlein zum Rechtsabbiegen warteten, überkam meine Frau das starke Bedürfnis, eine Zigarette rauchen zu müssen. Natürlich eine von denen, die ich in der Hosentasche hatte.
Ich also, wie es sich für einen braven Ehemann gehört, in die Hosentasche gegriffen...leider war irgendwie der Gurt im Weg. Was solls? Ein Druck auf das Gurtschloss und der Weg für meine Hand war frei. Noch schnell umgedreht und die Kippen samt Feuerzeug nach hinten gereicht, und gut war es....
Als ich meinen Blick wieder nach vorne gerichtet hatte, hörte ich von der Seite jedoch ein leichtes Klopfen.....es war die Faust der Motorradstreife, die sich zwischenzeitlich neben uns gesellt hat, an der Seitenscheibe.
Der Stein des Anstoßes war, wie er mir durch deutliches Zeichen zu verstehen gab, der nicht angelegte Gurt. Während just in diesem Moment die Ampel auf Grün schaltete, schnallte ich mich in einer Bewegung an und fuhr los.
Wie ich so in meinen Rückspiegel schaute und bemerkte, dass der Gesetzeshüter geradaus fuhr, dachte ich "Schwein gehabt"....
Beim zweiten Blick sah ich dann allerdings, dass dieser gedreht hatte und uns unvermittelt folgte.
Durch was dieser Sinneswandel letztlich verursacht worden war, kann ich bis heute noch nicht nachvollziehen....aber ja auch egal...
Ich also wunschgemäß rechts ran, die Scheibe runter, und die Papiere und den Führerschein ausgehändigt. Aufgrund meiner unzureichenden Sprachkenntnisse wurde die Unterhaltung allerdings fortan mit meiner Frau geführt....
Die Fahrzeugpapiere waren gleich abgesegnet....
Innerlich dachte ich schon über die Höhe des Geldbetrages nach, die in wenigen Minuten ihren Besitzer wechseln würde....Nicht angeschnallt, Kind ohne Kindersitz, ebenfalls nicht angeschnallt....
Allerdings konzentrierte sich das Gespräch dann hauptsächlich auf den Führerschein.
Wir teilten ihm natürlich gleich mit, dass dieser lt. Avis zulässig wäre und wir uns kurzfristig und nur für wenige Tage zum Autoleih entschieden hatten und somit auch keine Beglaubigung hätten...
Dies beeindruckte allerdings wenig, er könne den FS nicht lesen....und die Deckseite sei nicht aussagekräftig ("könnte ja auch für Krankenfahrstühle gelten..")
Nach einigen Diskussionen (in dessen Verlauf der zu entrichtende Geldbetrag in meinen Gedanken immer höher wurde) liess er uns doch tatsächlich von dannen ziehen.

Einfach so. Ich war baff. Hatte er vielleicht doch noch eine wichtige Verabredung? Hatte er Durchfall? Was sollte das Ganze?
Natürlich musste er meiner Frau erst noch etwas Angst machen, etwa dass ich mit diesem FS bei einem Unfall natürlich sofort in den Knast wandern würde. Seine Kollegen seien da nicht so sozial.
Als wir weiterfuhren war ich erleichtert, meine Frau nicht.
Habt ihr schon einmal während einer Fahrt von 5 Stunden alle 2 Minuten gehört? "Pass auf, fahr nicht so schnell, bau keinen Unfall...!!"
Alles in allem haben wir allerdings anscheinend einen recht zivilen Mann seiner Zunft erwischt.
