London. AP/baz. Angehörige und Freunde des als Terrorverdächtiger erschossenen Brasilianers Jean Charles de Menezes haben sich am ersten Jahrestag seines Todes zu einer Gedenkveranstaltung an der Südlondoner U-Bahn-Station Stockwell versammelt. Dort wurde der 27-Jährige am 22. Juli 2005 von Polizisten getötet, die nach den Schuldigen der Anschläge auf den Londoner Nahverkehr am 7. und 21. Juli 2005 suchten. Die Polizei hat später eingeräumt, dass Menezes zu Unrecht verdächtigt wurde und sich für seinen Tod entschuldigt. Die rund 30 Anwesenden, darunter vier Cousins von Menezes, verbeugten sich am Samstag vor einem provisorisch errichteten Schrein vor der U-Bahn-Station und legten Blumen nieder. Ein Priester sprach ein Gebet auf Portugiesisch. «Wir hoffen, das so etwas nie wieder passiert», sagte der Geistliche.
Am vergangenen Montag gab die britische Staatsanwaltschaft bekannt, dass gegen die beiden für die tödlichen Schüsse verantwortlichen Polizisten keine Anklage erhoben werde. Allerdings soll die Abteilung der Londoner Polizei, in der die beiden tätig sind, wegen Verletzung der Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen belangt werden. Dies könnte eine Geldstrafe für die Behörde nach sich ziehen. Die Verwandten von Menezes reagierten empört auf die Entscheidung.
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