Thieß hat geschrieben:
und der Polizist ist , wie so viele in Brasilien, nicht besser als die Banditen.
Wenn es sich wirklich so zugetragen hat.
Es gehört schon eine gehörige Abgebrühtheit dazu auf einen Menschen zu schiessen - diese Handlungsweise final zu begehen, also nur mit dem Ziel zu töten ist schon extrem heftig.
Wenn ich mir eine solche Situation vorstelle, dann kann ein einigermassen gut ausgebildeter und stressresistenter Polizist die Situation ohne Tote meistern - wenn er hinten sitzt hat er die Täter doch unter Kontrolle - ein Schuß in den Arm oder ins Knie in Kombination mit einer massiven und deutlichen Ansage und die Banditos geben auf - sie sind Menschen und wollen leben !!!
So wie die Situation beschrieben wurde ist der Polizist ein Mörder, hat auf jeden Fall die Notwehr überschritten.
In Deutschland würde das eine Menge Probleme bereiten und würde sehr wahrscheinlich zu einer Verurteilung - mindestens wegen Notwehrüberschreitung - führen .
In Brasilandien bekam er dafür wahrscheinlich einen Orden, eine gute Presse und von irgendeiner Drecksau von Traficante - Chef ein exzellentes Angebot für dessen Sicherheit zu sorgen.
Einspruch. In der erzählten Situation kannst Du nur angreifen bzw. schiessen oder warten auf Tod/Folter/Gnade.
Wenn mehrere potenzielle Angreifer um Dir sind mit gezogenen Waffen, kannst Du keine "Ansage" machen, da Du bei Gegenwehr keine Reaktionszeit hast (gezogene Waffen!!!).
Durch die schlechte Sicht wegen der Sitzbank kannst Du sowieso schlecht auf Arme und Beine zielen. Ausserdem klappt das Zielen auf Beine oft nur bei einem Flüchtenden.
Durch das Adrenalin und die fehlende Zeit kannst Du nicht genau zielen.
Ausserdem ist bei Hartkernmunition, wie sie oft in Brasilien verwendet wird, der Kampf bei Schusstreffern nicht immer sofort vorbei. Man denke nur an den Vorfall in Stuttgart, wo ein Afrikaner 3 Polizisten mit einem Messer trotz Durchschüsse getötet hat. Erst der vierte Polizist konnte ihn durch einen Kopfschuss niederstrecken.
Spezialeinheiten trainieren deswegen auch den Mozambique-Drill, d.h. zuerst auf den Rumpf und später bei Nullwirkung auf den Kopf.
Das ist für viele schockierend, gibt aber keine andere Möglichkeit.
Man hat übrigens in USA Tests gemacht, in dem trainierte Aussendienst-Polizisten von Übenden mit Gummimesser auf 8 Meter Entfernung angegriffen wurden. Über 80% der Polizisten haben mit Farbmunition keinen Treffer erzielt. Man bedenke, dass war eine Übung, also weniger Adrenalin, trainierte Polizisten und angekündigte Angriffe.
Ob der bras. Polizist nun ein Arsch ist, oder nicht, kann ich nicht beurteilen, da ich ihn nicht kenne. Wenn er kein Arsch ist, dann wird er jetzt psychische Probleme haben.
Ändert aber nichts daran, dass er so gehandelt hat, um die Eigenverluste so gross wie möglich zu halten.