Thommy hat geschrieben:
Das kann nur jemand sagen, der davon KEINE Ahnung hat.
Tolles Argument... Jeder hier glaubt von sich selber dass er den Durchblick hat und die anderen Trottel sind.
Da ich selber noch nie illegale Drogen konsumiert habe (kein Witz, nicht mal gekifft habe ich) macht mich dies wohl zu einer inkompetenten Person... Andererseits habe ich während 5 Jahren aufgrund einer bewussten Entscheidung auf jeglichen Konsum von Alkohol und Drogen verzichtet und mich in der Suchprävention engagiert, u.a. auch mit Kindern. Auch wenn ich hautnah gesehen habe was Drogen jeder Art anrichten können macht mich das noch nicht zum Experten.
Wer übrigens in Zürich wohnt, und vor allem so wie Severino mitten im Dorgenviertel, der wird zwangsläufig zum Experten... Auch wenn ich Severinos pessimistische Einstellung zu den Junkies ein wenig zynisch finde; ich kann ihn verstehen.
Obwohl ich mittlerweile zu einem Befürworter der Drogenliberalisierung geworden bin, anerkenne ich dass es zwei achtenswerte Gründe gibt, dagegen zu sein:
Der erste Grund ist die Prävention: Wenn der Staat etwas nicht verbietet, so kann das als Signal verstanden werden, dass es eigentlich harmlos ist. Dies kann die Präventionsarbeit bei Jugendlichen erschweren.
Das Gegenargument läuft etwa so: Bei der Prävention geht es nicht darum, die Leute totalabstinent zu machen, sondern grundsätzlich zu lernen, mit Drogen umzugehen. Dies beginnt beim Fernsehen, geht über Internet und Alkohol zum Koksen und hört dann bei den echt hässlichen Dingen wie Crack und H auf. Jeder Mensch muss sich selber kennen und wissen, wo er sein Linie zieht, wo er selber beginnt Suchtsymptome zu zeigen.
Der zweite Grund betrifft die Verantwortung des Staates: Soll, muss und kann der Staat seine Bürger davon abhalten, sich selber zu schaden oder gar zu zerstören? Dies ist eine zutiefst philosophische Frage nach dem Menschenbild. Wie weit geht die Freiheit des Einzelnen? Sind wir mündig? Soll es mir verboten sein mich vor einen Zug zu schmeissen? Soll es mir verboten werden, einem Guru hörig und sein Sexsklave zu werden? Soll ich mich mit Alkohol zudröhnen dürfen? Soll mich der Staat davon abhalten, in der Arbeitspause zu koksen? Hier gibt es kein Gegenargument, sowohl die fürsorgerliche wie die Freiheits-Position sind legitim und richtig. Jede Gesellschaft muss sich in ihrer Zeit darauf einigen, was gelten soll. Aber es werden nie alle einig sein.
Mir ist meine Freiheit und die Freiheit aller anderen heilig. Aber keine Freiheit ohne Verantwortung. Sollten wir nicht besser unsere Energie in den Aufbau von Verantwortung als in den Abbau von Freiheit investieren?
BB'