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Condor




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BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 13:12 
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Wenn man etwas nicht begreifen will, dann bringt uns eine Diskussion auch nicht weiter!

Für alle anderen: Die Gewaltbereitschaft eines Junkies in Brasilien ändert sich nicht im Geringsten durch den Preis der Drogen, da es keinen Unterschied macht, wenn man keinen Centavo in der Tasche hat, die Drogen aber braucht. In Deutschland mag das ja anders sein durch die Hartz4 Regelung.
Sprüche wie: wer sie sich jetzt leisten kann, kann sie sich auch später leisten... Mann o Mann wie daneben muss man sein? Wer sie sich leisten kann, wird keine Leute überfallen! Gut, wenn er sie dann billiger bekommt, kann er sich vielleicht auch noch einen Plasmabildschirm zusätzlich kaufen... Das Problem sind eben die, die überhaupt nichts haben! und für die sind Sonderangebote nicht wirklich interessant!

Das Koks wird in München auch nicht billiger werden, wenn man es in Brasilien günstig kaufen kann. Die Drogenmafia nennt sich dann in Drogenschmuggelmafia um und alles andere bleibt gleich, oder wie?

Was folgt nun daraus: Eine Legalisierung kann nur funktionieren, wenn alle Staaten mitmachen. Wie hoch schätzt ihr die Chancen ein, dass es zu einer solchen Lösung kommen wird, sagen wir mal in einem Zeitraum von 50 Jahren?

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BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 15:17 
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Erstens ist es Unsinn, die mit dem Drogengeschäft assoziierte Gewalt allein auf Drogenabhängige zurückzuführen. Vom Drogengeschäft leben sehr viele und die Mehrheit davon nutzt nicht selbst. Es geht bei der Diskussion der Drogenlegalisierung in Brasilien nicht hauptsächlich um Junkies, sondern um die organisierte Kriminalität und ihren Waffen- und Drogenhandel.

Zweitens ist es Unsinn zu behaupten, dass der Preis der Droge keinen Einfluss auf die Beschaffungskriminalität der Konsumenten hat. Ich weiß nicht, warum Du auf dem Beispiel eines totalen Habenichtses rumhackst, aber statistisch gesehen führt eine Senkung des Drogenpreises um X nachweislich zu einer Verringerung der Beschaffungskriminalität um Y.


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BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 19:08 
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Um nochmal auf das eigentliche Thema zurückzukommen:

349 mortes não tinham ligação com PCC

Laudos necroscópicos dos 23 IMLs (Institutos Médicos Legais) do Estado mostram que, entre os dias 12 e 20 de maio, pelo menos 349 pessoas foram mortas por arma de fogo em São Paulo sem ter, segundo a listagem oficial do governo, nenhuma relação com os atentados do PCC (Primeiro Comando da Capital).

Essas pessoas não são policiais nem entraram em supostos confrontos com a polícia. Foram vítimas, porém, de uma onda de violência que especialistas em segurança e em direitos humanos tentam entender.

Desses mortos, 11% receberam nove tiros ou mais. Um homem, de 52 anos, chegou a ser atingido por 27 disparos. Em alguns casos, testemunhas falam que homens encapuzados chegaram e atiraram. Entidades também suspeitam da ação de grupos de extermínio com a participação de policiais.

A onda de violência que se espalhou pelo Estado de São Paulo pode ser explicada por meio de datas, locais das mortes, número de tiros e trajetória dos disparos -informações contidas nos laudos de 23 IMLs.

Segundo essa documentação, analisada pela reportagem, as mortes de civis por policiais seguem a mesma linha de tempo dos homicídios que não teriam relação com as ações do PCC.

As mortes de agentes de segurança por membros da facção começou no dia 12 de maio e teve o seu pico no dia seguinte, com 43% dos óbitos. A reação policial ocorreu nos dias seguintes. O maior número de civis mortos em supostos confrontos com a polícia ocorreu entre os dias 15 e 16.

Foram nesses mesmos dias que ocorreram os maiores números de mortos por armas de fogo cujas vítimas não tinham ligação com o PCC ou com os casos chamados de 'resistência seguida de morte'.

Segundo os laudos, ocorreram 74 mortes por arma de fogo no Estado no dia 15 e 68 no dia 16. A média registrada no primeiro trimestre de 2006 em São Paulo é de 18 por dia.

Tanto nos casos de mortes em confronto com a polícia ou em registros de homicídio, a capital paulista e Guarulhos (Grande São Paulo) lideram nas estatísticas de óbitos.

A separação entre mortos em confrontos com a polícia ou em ocorrências de homicídio revela uma grande explosão de violência em municípios do litoral paulista. Algumas cidades chegaram a registrar em apenas uma semana o dobro dos homicídios registrados em todo o primeiro trimestre de 2006.

Guarujá registrou pelo menos 24 homicídios entre os dias 12 e 20. Entre janeiro e março, a cidade teve dez ocorrências. Segundo os laudos do IML, 14 pessoas foram mortas durante essa semana, nove casos a mais do que nos três primeiros meses do ano.


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 Betreff des Beitrags: Kriminalitaet
BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 19:30 
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Hallo tobs,

hammerhartes Erlebnis.......................!

Hattest wenigstens Glueck im Unglueck.

Etwas spaet mein Kommentar, aber ich glaube nicht das der Polizist seelische Schaeden davon tragen wird.
Er hat das einzig Richtige getan.
In Brasilien waechst man mit der Gewalt (meistens indirekt) auf. Als Polizist in Brasilien sowieso.

Ich wurde vor ueber 20 Jahren in Rio ueberfallen. Messer am Hals. Mich hat das damals etwas mitgenommen und ich habe Rio schnell verlassen. Und bin wieder Heim in die heile Welt Germany.
Wer mit Biene Maja und Sesamstrasse aufgewachsen ist, ist dann doch etwas uncool.
Jahre spaeter ging es wieder nach Brasilien. Ins weniger kriminelle Santa Catarina. Dort habe ich seit 10 Jahren einen Laden. Die Chance ueberfallen zu werden ist extrem gering.
Wenn man keinen Laden hat.
Jeder Ladenbesitzer weiss, das frueher oder spaeter etwas passieren kann. Man ist mehr oder weniger darauf vorbereitet.
Nach 9 Jahren war es soweit.
Ein bewaffneter Ueberfall. Ein Schwarzer mit einer verchromten 38er mit verlaengertem Lauf stand vor mir und hat mir die Waffe an die Birne gehalten. Sein weisser blonder Kumpel hat draussen auf einem Motorrad gewartet.
Ich, nach mehreren Jahren Brasilien und Gewaltstorys u. –Maerchen cooler geworden, habe den Ueberfall locker hingenommen.
Trotzdem macht man sich als Ladenbesitzer gedanken. Wie kann man Ueberfaelle vermeiden, was kann man tun, wie reagieren.
Zeit zum Nachdenken hatte ich genug.
Wuesste ich der Taeter, Raeuber, Kriminelle, Arschloch hat keine Bande oder kriminelle Verwandschaft die evtl spaeter Probleme bereiten koennte......und ich haette eine Waffe und die Situation wuerde es erlauben.....ich wuerde den Typen erschiessen. Ich bin sicher, das wuerde mir nichts ausmachen. Wuerde weiterhin gut schlafen koennen.
Und so geht es wahrscheinlich unserem Helden, dem Polizist.

Zum Thema Drogen.
Welches Land hat keine Drogenprobleme?

Die Kriminalitaet waechst und hat erschreckende Ausmasse angenommen, weil Staat und Gesellschaft total versagen. Kaum ein Verbrechen wird aufgeklaert.

Warum ist Brasilien, fast ganz Suedamerika, Mittelamerika so? Egal, es ist halt so.

Jahrhunderte von Jahren, Klima, Religion, Krankheiten, Zuwanderung, Voelkervermischung (die Mischung machts) und anderen Faktoren geben einer Bevoelkerung oder Rasse gewisse Eigenschaften oder auch nicht. Dementsprechend ist dann auch das Resultat.

Weshalb hat ein armes Land wie Indien weniger Kriminalitaet?
Weshalb ist ein rohstoffarmes Land wie Japan wohlhabend?

Jetzt kann man spekulieren oder sich die Antwort (aus)denken.
Auf Brasilien trifft dann das Gegenteil zu.


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BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 19:55 
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Wohnort: München
thomas hat geschrieben:
Erstens ist es Unsinn, die mit dem Drogengeschäft assoziierte Gewalt allein auf Drogenabhängige zurückzuführen. Vom Drogengeschäft leben sehr viele und die Mehrheit davon nutzt nicht selbst. Es geht bei der Diskussion der Drogenlegalisierung in Brasilien nicht hauptsächlich um Junkies, sondern um die organisierte Kriminalität und ihren Waffen- und Drogenhandel.

Zweitens ist es Unsinn zu behaupten, dass der Preis der Droge keinen Einfluss auf die Beschaffungskriminalität der Konsumenten hat. Ich weiß nicht, warum Du auf dem Beispiel eines totalen Habenichtses rumhackst, aber statistisch gesehen führt eine Senkung des Drogenpreises um X nachweislich zu einer Verringerung der Beschaffungskriminalität um Y.


Das Beispiel des totalen Habenichts ist ja ganz bewußt gewählt, da dies ja für wahrscheinlich 95 % der brasilianischen Junkies zutreffen wird. In Europa ist das vermutlich anders. Rein realistisch gesehen führt eine Senkung des Drogenpreises in Brasilien zu keinem einzigen Toten weniger.

Wieso gibt es eigentlich organisierte Kriminalit wegen Waffenhandel in Brasilien? Wo doch der Verkauf von Waffen legal ist? Muß man hier vielleicht über Subventionierung nachdenken?

p


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BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 20:14 
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paulista hat geschrieben:
Rein realistisch gesehen führt eine Senkung des Drogenpreises in Brasilien zu keinem einzigen Toten weniger.

Diese Aussage widerspricht der Erfahrung von anderen Ländern und klingt auch bezogen auf Brasilien nicht einleuchtend. Wie würdest Du sie begründen?

BB'



Creative Offshore IT Outsourcing in Brazil


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 Betreff des Beitrags: Re: Kriminalitaet
BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 20:26 
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Sauerkraut hat geschrieben:
Ich wurde vor ueber 20 Jahren in Rio ueberfallen. Messer am Hals. Mich hat das damals etwas mitgenommen, wer mit Biene Maja und Sesamstrasse aufgewachsen ist, ist dann doch etwas uncool.

Wuesste ich der Taeter, Raeuber, Kriminelle, Arschloch hat keine Bande oder kriminelle Verwandschaft die evtl spaeter Probleme bereiten koennte......und ich haette eine Waffe und die Situation wuerde es erlauben.....ich wuerde den Typen erschiessen. Ich bin sicher, das wuerde mir nichts ausmachen. Wuerde weiterhin gut schlafen koennen.


Hatte an der Copa auch so ne Begegnung mit 3 favelados, nach einer Durchsuchung meiner Hosentaschen und 50 R$ reicher machten sie sich davon. An Gegenwehr dachte ich nicht, hatte doch einer die stichhaltigeren Argumente in der Hand.

Habe mir auch schon überlegt, wie würde ich bei einem Einbruch/Raub im Haus reagieren. Den Einbrecher fassen und der PM übergeben wäre sicher das dümmste, denn meine Adresse hätte er ja um sich zu rächen. Deshalb den Einbrecher gleich kalt machen ??? Bliebe die Leiche zu beseitigen, den Nachbarn zu erklären warum es mitten in der Nacht gerumst hat etc.
Wer das vorwärts/rückwärts durchdenkt zweifelt doch an dieser Lösung.

Freunde aus Bolivien (Santa Cruz) berichten, daß früher Einbrecher verprügelt wurden, heute traut sich das keiner mehr, da diese heute Waffen haben und den dono abknallen, gleich oder auch erst später, so lassen sie den Dieb gewähren und hoffen es fehlt nicht allzuviel...

Was tun ? genauso ärmlich leben und als Habenichts vegetieren ? zumindest ich habe keine Lust darauf, allerdings auch nicht gegen eine Perforierung durch eine 38er.


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BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 21:08 
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Beiträge: 270
Brummelbärchen hat geschrieben:
...Diese Aussage widerspricht der Erfahrung von anderen Ländern und klingt auch bezogen auf Brasilien nicht einleuchtend. Wie würdest Du sie begründen?
BB'

Gegenfrage: Welche "anderen Länder" hatten denn weniger Tote durch niedrigerer Preise?
Brummelbärchen hat geschrieben:
Die Frage ist: Trägt Illegalisierung dazu bei, den Drogenmissbrauch zu senken? Diese Frage ist durch die Erfahrung der letzten Jahrzehnte beantwortet und braucht nicht mehr diskutiert zu werden: Nein. Illegalisierung hat - wenn überhaupt - nur einen marginalen Einfluss auf das Konsumverhalten. Es gibt sogar Untersuchungen, die zu belegen versuchen, dass eine Illegalisierung den Missbrauch fördern kann (zB der Reiz des Verbotenen bei Teenagern). Wenn Illegalisierung also nichts bringt, aber ganz extreme Kollateralschäden hervorruft, halte ich es für sehr notwendig, über Alternativen nachzudenken.
BB'

Leute, diese Diskussion ist völlig daneben. BB, Legalisierung steigert den
Drogenmissbrauch, die Argumente sind hier auch schon genannt worden,
hohere Verfügbarkeit, günstigere Preise, etc. . Das liegt doch absolut auf
der Hand. Wenn du Koks im Supermarkt kaufen kannst, am besten noch
mit Fernsehspots beworben, und für den Preis von Zigaretten steigt der
Verbrauch.
Die "Kollateralschäden" in den Favelas wirst du mit einer Legalisierung
auch nicht wesentlich senken. Oder glaubst du allen Ernstes, die Mafia
in den Favelas wird dann einer geregelten, friedlichen Beschäftigung
nachgehen oder nägelkauend den vergangenen Zeiten nachweinen?
Schwachsinn. Die Herren und Damen werden sich ein neues lukratives
Feld ausgucken, sofern die Handelsspanne tatsächlich marginalisiert wird.
Und in diesem neuen Feld werden sie ihre Ziele mit der gleichen
Vehemenz vertreten wie heute im Drogenhandel. :cry:


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BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 21:15 
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Registriert: 12 Mai 2005 20:33
Beiträge: 100
Wohnort: Nähe Stuttgart
Gefährlichtes Land der Welt?
Schätze mal, das ist ein bisschen zu viel.
Wir haben in Kolumbien gedreht, war auch nicht immer lustig.
Nach Angola sind wir erst gar nicht (aus Sicherheitsgründen, wohlgemerkt) gereist, weil niemand von uns auf eine der weit über 10 Millionen dort nach wie vor aktiven Landminen treten sollte.


Gefahr also ist relativ.


Nebenbei fällt mir gerade mal wieder auf, dass die Anzahl an Landminen in Deutschland heute und seit Jahrzehnten niemandem mehr ernsthaft den Schlaf rauben sollte

Und dass auch die Gefahr, von Drogenhändlern wegen Lösegeld entführt zu werden, überschaubar gering ist.

Brasilien? Wie ich finde, ein ordentlich entwickeltes und stabiles Land in dieser Hinsicht.


Wer sich bei diesem Risiko wohl fühlt, sollte es sich nicht nehmen lassen, dort zu leben.


Mir persönlich ist das "Risiko" von vier Jahreszeiten und immer wieder schlechtem Wetter wesentlich sympathischer.


Kleine Macken.
Ich finde, die sind liebenswert :-)

(Größere Macken kann ich kaum lieben).


Grüße,
Jerez



No encha o saco


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 Betreff des Beitrags: Weltweiter Werteverfall
BeitragVerfasst: 17 Jun 2006 21:29 
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Registriert: 24 Okt 2005 15:05
Beiträge: 476
Wohnort: Hauptstadt Afrikas,nicht Addis Abeba, im Volksmund auch: Idiotópolis
Hi,

ob Drogen die Hauptursache für die Kriminalität in Brasilien als Hauptursache ausgemacht werden können, wage ich stark zu bezweifeln. Kriminelle, wie Mörder, Verbrecher, Betrüger hat es doch schon immer gegeben. Beschaffungskriminalität ist natürlich ein Fakt. Es gibt sicherlich auch Frauenknaste in BR (wahrscheinlich genauso überfüllt, wie die der Männer), aber eine Favelada würde doch wahrscheinlich eher auf den Strich gehen, als in eine Kondo eindringen und eine Bude ausräumen und eine ganze Familie erschiessen (von Vergewaltigungen mal ganz abgesehen), um sich ihr Geld für Drogen zu besorgen.

Ich denke für den gewöhnlichen Unterschicht-Teenager in Brasilien steckt als Motivation für Kriminalität eine gewisse Perspektivlosikeit im Vordergrund, sich nicht die Dinge zu leisten, die er ständig von der Oberschicht vor Augen geführt bekommt.

In Deutschland ist es doch ähnlich: Was bewegt einen normalen Menschen dazu, jemanden wegen seiner Religion oder Hautfarbe zu vermöbeln oder zu töten? (ich meine jetzt die Rechtsradikalen, nicht Deutsche als solche).
Ich würde eher sagen, da hat es in der Kinderstube nicht funktioniert.

Aus der Dominikanischen Republik kenne ich einige Viertel, die sind ärmer als manche in Brasilien, aber haben intakte Familienverhältnisse. Die, die kriminell werden hätten es eigentlich gar nicht nötig (weil die Grundversorgung gesichert ist), aber eifern ihren mit Goldketten behangenen Baseballstars hinterher (Raúl Mondesí hätte mich fast mit seinen weissen BMW überfahren). Hinzu kommt, dass Jesús und ihre (etwas skurril dubiosen) Kirchengemeinden echten Halt geben. Die, die kriminell werden suchen den (I wanna be a star) kick.

Persönlich habe ich nichts dagegen, wenn Leute Mega erfolgreich sind: Bill Gates, Warren Buffet oder z.B. die Albrecht(Aldi) Brüder. Schlimm finde ich Geschichten von Leuten, die die Habgier treibt: Enron/Arthur Anderson, Cheyne/Haliburton, Martha Stewart/Insiderhandel, Vorstände/Golden Handshake bei beschissenen Geschäftszahlen.

Vielleicht haben wir Mittel- und Nordeuropäer einfach nur Glück gehabt im 20. Jahrhundert, hier aufgewachsen zu sein. Eine kleine Marotte der Natur? Osteuropa, Südeuropa und eigentlich der ganze Rest der Welt ist doch total korrupt. Dort wird wohl auch jeder die Chance wahrnehmen, um daran teilzunehmen.

Das die Welt ungleich verteilt ist, wird wohl jedem klar sein, aber muss man es durch Protz zeigen, um kleinen Verirrten PS2-Spielern Grund zum Morden zu geben.

Mehr Grösse und Bescheidenheit.

Das war mein Wort zum Sonntag, es Grüsst dumpfbacke aus der lateineuropäischen Stadt Lissabon

P.S.

Bin noch mit Lego und Holzeisenbahn aufgewachsen.


P.P.S.

Deshalb finde ich die Initiative GAC auch ziemlich vernünftig.

[/b]


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