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Ola!
Seit 10 Monaten lebe ich in Brasilien, in Belo Horizonte, und bin auch etwas herumgereist, u.a. in als gefaehrlich bekannte Staedte wie Rio oder São Paulo, aber empfand immer alles als freundlich und friedlich.
Nach den Erlebnissen des letzten Freitags weiss ich aber, dass bewaffneter Raub nicht nur in irgendwelchen Geschichten existiert, die einem die Brasilianer gerne erzaehlen, sondern jedem in Brasilien ueberall begegnen kann.
Immer noch bin ich dabei, zu verdauen, was da passiert ist.
Ich fuhr mit drei Freunden in einem ziemlich schicken Honda in eine absolute Kleinstadt mit 15.000 Einwohnern in den Sueden von Minas (Poço Fundo), wo wir um 11 Uhr nachts angekommen drei Jungs auf der Strasse nach dem Weg zu unserem Hotel fragten. Die hatten allerdings einen Revolver, mit dem sie uns vier auf die Rueckbank verfrachteten, waehrend sie zu dritt vorne einstiegen und losfuhren. Was sie trotz eines kurzen Checks nicht bemerkt hatten: Wir, also das heisst, einer vor uns hatte auch einen Revolver, denn er ist bei der Polícia Civil.
Nach 50 Metern und sechs Schuessen waren die drei Banditen tot.
Ich habe in der Dunkelheit der Nacht jedoch gedacht, einer der Banditen sei hinten eingestiegen und diesen mit dem Polizisten verwechselt, weshalb ich mein Leben als beendet sah in dem Moment, als die Schuesse ertoenten. Als ich feststellte, nach einigen Schuessen immer noch lebendig zu sein, sprang ich aus dem Auto und rannte so schnell, wie ich sicher noch nie in meinem Leben gerannt bin. Da mir keiner folgte, glaubte ich schon, der einzige Ueberlebende des Ueberfalls zu sein, bis ich mich nach ein paar Minuten zurueckwagte und zu meinem Erstaunen die drei toten Banditen auf der Strasse liegen sah.
Ich weiss ja nicht, was in Deutschland ein Polizist in so einer Situation gemacht haette. Hier in Brasilien scheint es das einzig richtige zu sein, zu schiessen. Haetten die die Waffe gefunden, waeren wir sicherlich tot gewesen.
Wie sich nach der Identifizierung der Banditen herausstellte, waeren wir nicht die ersten gewesen, die deren Kugeln zum Opfer gefallen waeren.
Zwei von ihnen waren aus dem Gefaengnis fluechtige Moerder.
Seit diesem Tag find ich es auch gar nicht mehr so schlecht, dass ich in zwei Monaten wieder nach Deutschland zurueckkehren muss.
Abraço
Tobias
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