Geführte Favelatouren ja oder nein ?

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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon Maik » Do 22. Nov 2007, 10:03

Hallo alle,
wie hier schon gesagt,da gibt es inzwischen ganz viele anbieter
und einer der groesten ist da die ¨Jeeptour¨ !
Das ist inzwischen genauso ein Turisten programm wie jedes andere
und warum nicht ???
Ob dir das Peinlich ist oder nicht musst du halt selbst wissen
und geselschaftskonflikte hat man hier nicht nur wenn man in
eine Favela faehrt !
Wenn du da noch nichts festes gebucht hast melde dich bei mir
hier in Rio wenn du da bist,besorg dir die Tickets denn ich arbeite hier
als Reisefuehrer bei Walpax (Dertur) usw !!!
Bis bald
Maik
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon Neto » Do 22. Nov 2007, 10:29

tolle Sache.

Anschliessend ein Sprung in den Hotelpool, ein Dinner im Restaurante und tags darauf eine Fotosafarie im Zoo.
Und niemals vergessen, den Käseverkäufer am Strand um 50 Centavos runterzuhandeln !
Und niemals vergessen, dass die Mädchen freiwillig den Gringos die Beine öffnen.
Und niemals vergessen, das schlechte Essen im Flieger zu reklamieren.........

Die Abartigkeit des Tourismus kennt keine Grenzen :oops:
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon Totinho » Do 22. Nov 2007, 10:45

Das nenne ich Geschäftstüchtigkeit der Reiseunternehmen.

Aus dem Elend der ärmsten noch Kapital zu schlagen - aus Sch....e Geld machen. [-X
ROT ist dem Chefe vorbehalten
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon amarelina » Do 22. Nov 2007, 13:46

man schrieb das jahr 1983 und ich wollte mir einen alten traum erfüllen. Berlin - Alexanderplatz das buch von Alfred Döblin hatte mich darauf gebracht. ich wollte unbedingt einmal auf diesem platz stehen. ich spazierte da also so herum, schaute mir die praktisch leeren geschäfte an und sicher hat man mir die ausländerin angesehen, als ein junger mann auf mich zukam und ganz leise und gehässig zu mir sagte: na, willst du dir mal uns unfreien bürger hier angucken?
bis heute kann ich das gefühl nicht vergessen, das ich bei seinen worten hatte...

"favela-touren" finde ich absolut pervers... einzig und allein könnte ich so etwas akzeptieren, wenn es darum ginge gezielt ein hilfsprojekt vorzustellen und dafür geld zu sammeln...
ich habe zwei jahre in der favela Nova Brasília bei Salvador gelebt und ich glaube das letzte was wir dort hätten gebrauchen können, wären aufgeblasene europäische touristen gewesen, die sich einmal die armen angucken wollen...

amarelina
"Wenn man sich mit einem langweiligen, unglücklichen Leben abfindet, weil man auf seine Mutter, seinen Vater, seinen Priester, irgendeinen Burschen im Fernsehen oder irgendeinen anderen Kerl gehört hat, der einem vorschreibt, wie man leben soll, dann hat man es verdient."
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon ana_klaus » Do 22. Nov 2007, 13:59

wie krank müssen die Hirne der Menschen sein, die sich solche "Abenteuerreisen" ausdenken-
oder anbieten.

Mein Mitgefühl gehört den Menschen, die auf Grund von verfehlter Politik, dort wohnen müssen.

klaus
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon Takeo » Do 22. Nov 2007, 15:17

Neto hat geschrieben:Und niemals vergessen, dass die Mädchen freiwillig den Gringos die Beine öffnen.


Ach Neto, auch wenn Du es gerne so sehen würdest:"kleine unschuldige Mädchen müssen sich für sexhungrige Sextouristen prostituieren"... ist die Welt eben oft nicht ganz so überschaubar, eher so: "ausgekochte Luder freuen sich, einem sexhungrigen Touristen die $$$ aus der Tasche zu ziehen, und freuen sich, dass ihr überseeischer Sexpartner ausnahmsweise mal etwas bessere Manieren hat, als die Camioneiros, die sonst ihre Kundschaft sind!"...

Könnte es sein, dass Onkel Neto so ein lieber Kerl ist, dass ihm sein Umfeld oft nicht die wahren Verhältnisse zeigen will, bzw. lieber auf Onkel Netos Sichtweise eingeht, um ihn nicht zu enttäuschen???

Im Grossen und Ganzen stimme ich Dir aber mal wieder einigermassen zu!!!

Was ist eigentlich aus der Favelapousada (mit der freundlichen Favelanachbarschaft auf dem Moro in Rio) geworden???
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon dietmar » Do 22. Nov 2007, 16:00

Favelatouren sind ja ohne "Genehmigung" gar nicht möglich. Die Veranstalter zahlen logischerweise "Sicherheitsgebühren" an die ensprechenden Autoritäten. Das Geld soll ja angeblich der Communidade zugute kommen.

Das es eine Zoobesichtigung bleibt, steht ausser Frage.
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon Neto » Do 22. Nov 2007, 16:40

am Dienstag war ich auf einer Versammlung zum Thema ´Sicherheit in Itacaré´.
Das Thema Prostitution wurde ebenfalls angesprochen.
11jährige verkaufen sich, weil sie sich neue Klamotten leisten wollen.
Die Laufbahn beginnt aus eigenem Willen.

Es gibt jedoch genug Fälle, wo nicht nach dem eigenem Willen gefragt wird.
Wer das bezweifelt, sollte sich mal etwas damit befassen.

Ich schleiche oft in den einfacheren Gegenden umher, nicht nur als Gaffer, ich suche auch Kontakt und Quatsche mit den Leuten.
Die Geschichten füllen Bände.

Bild

Itacaré bereitet sich auf die Sommersaison vor.Ab 21.12. werden täglich 50.000 Touristen im Ort sein, über Sylvester und Karneval 80.000.
Die Gauner, die den schlechten Ruf bringen, kommen überwiegend aus anderen Städten,
nicht wie angenommen aus ´Vila Nova´ oder vom anderem Fleck der Stadt, ´Nova Brasilia´.

Bild
( klick mich )

die Versammlung brachte m.E. nichts neues.Gequatscht wurde viel, manche Probleme wurden erkannt und notiert, es bleibt sicherlich wie es ist.
D.h., Verstand einschalten und den Urlaub geniessen.

Kommerzielle Favelabesichtigungen finde ich geschmacklos, Unterstützung von Projekten hervorragend, allerdings ist auf schwarze Schafe zu achten.
Sollten solche Besichtigungen jedoch Projekte mit Kindern und Arbeitstätten beinhalten,
gäbe es wieder etwas Sinn.Dazu kenne ich mich zu wenig aus.
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon chaot » Fr 23. Nov 2007, 02:03

Neto hat geschrieben:[
Kommerzielle Favelabesichtigungen finde ich geschmacklos, Unterstützung von Projekten hervorragend, allerdings ist auf schwarze Schafe zu achten.
Sollten solche Besichtigungen jedoch Projekte mit Kindern und Arbeitstätten beinhalten,
gäbe es wieder etwas Sinn.Dazu kenne ich mich zu wenig aus.


Ich nicht !

Wenn die Erloese der Favelatouren gemeinnuetzigen Projekten nutzen die die Lebenslage
ein klein bisschen verbessern was ich daran schlecht , bitteschoen.

Und es kann auch nicht verkehrt den Normaltouris mal zu zeigen wie es es einem Grossteil
der Bevoelkerung wirklich geht.

War heute in Praira das Montes, ein Paradis sozusagen, die Reichen Brasilianer unter sich,
die wenigen Auslaender sehen nur sowas und nicht die Realitaet.
Auch nicht richtig, oder ?

Nachdenke lohnt, eine Diskussion auch.

gruss
viele Grüße aus Belgien
http://www.fortalezacorner.nl
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Re: Geführte Favelatouren ja oder nein ?

Beitragvon mikelo » Fr 23. Nov 2007, 02:16

chaot hat geschrieben:
Und es kann auch nicht verkehrt den Normaltouris mal zu zeigen wie es es einem Grossteil
der Bevoelkerung wirklich geht.





na, dann freu dich mal auf morgen :wink: :wink:
finde es uebrigens gut, dass du dir das ganze einmal anschauen willst. nicht vergessen: 19.00 uhr
o sol nasce pra todos; a sombra pra quem merece.

Nur für Bewohner des Kantons Zürich/auch auf dumpfe Trolle anwendbar
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