|
@Arminius
ich kenne die Firma nicht, die Dich ins Ausland schicken will, Du scheinst aber bei GEIZ IST GEIL anzufangen.
Es kommt natuerlich zuerst mal auf den Zeitraum an, fuer den Du entsandt werden sollst. Erst bei laengeren Aufenthalten , so ab einem Jahr, macht man ja diese Vertraege fuer entsandte Mitarbeiter.
Ein Freund sollte 1999 fuer Audi nach Curitiba, damals bot Audi nur einen nationalen und keinen expat Vertrag an, 80.000 R$ pro Jahr. Sicherlich in BR nicht schlecht, doch eben erheblich weniger als er in D verdiente. Er hat zum Glueck abgelehnt. Die Entwertung des R$ haette ihn sicherlich geaergert.
Ich bin oft im Ausland gewesen und habe viele Vertraege mit Firmen geschlossen, am liebsten bin ich jetzt als freier Mitarbeiter beschaeftigt, also selbststaendig.
Eine uebliche Kalkulation sieht so aus
Gehalt waehrend der Zeit im Ausland =
Bruttogehalt in D
+ Laenderzuschlag lt. Tabelle vom Finanzamt (enthaelt Kaufkraftausgleich)
+ kostenlose Auslandsversicherung (Krankheit, Flugrettung, Impfungen etc)
+ ein Zuschlag zum bisherigen Gehalt fuer evtl. Ueberstunden (+15%)
Dann kommen noch so Kleinigkeiten wie,
Ein Heimflug pro Jahr,
Zuschuss zur Wohnung im Ausland (max. begrenzt je nach Land) falls Wohnung in D beibehalten wird.
Falls keine moeblierte Wohnung gestellt wird, dann Zuschuss zu Moeblierung, ansonsten Kosten des Umzugs (Volumen oder Summe beschraenkt)
Firmenfahrzeug zur Privatnutzung
Evtl. Schulgeld (anteilig) fuer schulpflichtige Kinder
Falls Dir das viel vorkommt, dann musste mal bei Botschaftsangehoerigen oder Lehrern an Auslandsschulen nachfragen. Ein Bekannter verdiente 1991 als Deutschlehrer 14.000 DM steuerfrei, Umzug und Auto im Container bezahlt. Vertrag fuer 5 Jahre. Und Ferien ueber Ferien...
Das zahlt leider kaum eine Firma und die meisten Firmen koennen und wollen das heute auch nicht mehr bezahlen. Erstens ist sonst die Konkurenz aus dem Ausland billiger, und zweitens haben sie irgendwo solche Rechnungen wie Dir praesentiert in einem Seminar fuer Unternehmens- oder Personalfuehrung gelernt.
Ich hatte mal von einem Banker gehoert, wenn Sie in der Zeit im Ausland nicht soviel sparen koennen wie Sie in D verdienen, hat es sich nicht gelohnt. Bei mir stimmt das zur Zeit, doch ist es nicht mehr ueblich, dass alle Firmen dies anbieten.
Mein Tipp:
Nicht unter dem bisher in D vorhandenen Lohn akzeptieren.
Auf Nebenkosten schauen (Schule, Fluege...)
Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land rausfinden und zwar fuer deinen Lebensstandard, nicht fuer Bettler.
Falls das nicht in das Gehaltsschema der Firma passt, anbieten als freier Mitarbeiter zu arbeiten.
Falls Die Firma immer noch kein Einsehen hat, ablehnen. Wenn sie nichts bezahlen wollen, liegt ihnen auch nichts an diesem Projekt.
In diesem Sinne, viel Erfolg und nicht mit Pokerface verhandeln sondern alle Punkte offen praesentieren und erklaeren. Wenn die Firma mehr weiss als Du, bist Du im Nachteil.
Ganz wichtig, alles im Vertrag schriftlich festhalten. Was Du nicht schwarz auf weiss hast, ist nie vereinbart worden. Stillschweigend wird nichts rechtskraeftig.
|