Gehaltskonto in BR und Transfer nach Deutschland

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Gehaltskonto in BR und Transfer nach Deutschland

Beitragvon Petersilie » Di 13. Feb 2007, 07:19

Hallo,

ich werde wohl Ende des Jahres meinen 2- Jahres- Vertrag bei einer bras. Firma unterschreiben. Dort bekomme ich ein gutes Gehalt, allerdings (im Gegensatz zum Entsandtenvertrag deutscher Firmen) in Dollar auf ein brasilianisches Konto. Ich bekomme also auch ein Arbeitsvisum.

Nun möchte ich aber meine Wohnung in München weiter halten, genauso müssen andere Kosten abgedeckt werden, wie freiwillige Sozialversicherungen usw.
Daher muss ich irgendwie einen Teil meines Gehaltes nach D bekommen. Und das freilich ohne allzu hohe Verluste.

Wie mache ich das?
Idealerweise will ich einfach einen Dauerauftrag auf mein dt. Konto machen, so mindestens 1200 Euro pro Monat. Ich fürchte aber, das wird nicht sooo einfach?!?

Hat nicht Jemand einen ähnlichen Fall?
Danke, Peter
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Beitragvon Gunni » Di 13. Feb 2007, 09:29

Gehalt in Dollar auf ein brasilianisches Konto ? - Dachte, das ist schon lange verboten. - - Oder wird das Gehalt in Dollar im Vertrag angegeben, umgerechnet in Real und dann auf ein brasilianisches Konto ausbezahlt ?

..üblich wäre eigentlich, das gehalt in x-mal "salario minimo" (Minimalbezahlung) anzugeben - somit wäre auch die Inflation gleich mit abgedeckt (theoretisch).

Für "nur" 1200 Euro im Monat fällt mir leider nichts kostengünstiges ein - wirst wohl auf die üblichen Überweisungsmöglichkeiten mit hohen Gebühren und Kursverlusten zurückgreifen müssen - kenne nur verlustfreie Möglichkeiten, die aber mindestens 5 stellig sein müssen :roll:

Vielleicht kannst du ja mit deiner Firma nen Deal machen, daß die dir dein Gehalt in BR um den Betrag reduzieren, den du in Europa brauchst und diesen dann in Europa auszahlen - Verhandlungssache !

Aus Erfahrung kann es bei sowas aber je nach Unternehmen zu buchhalterischen Schwierigkeiten kommen.

Ich habe bis heute keine "günstige" normale Lösung gefunden, Geld AUS Brasilien herauszubekommen - man bekommt es nur schnell NACH Brasilien. - Ist irgendwie wie 'ne Einbahnstraße. - - Selbst global übliche Sachen wie bspw. Guthaben auf eine Kreditkarte und diese dann AUF dein Kartenkonto buchen sind in Brasilien nicht möglich....

...das sind wohl noch die Überbleibsel von Inflationspanik durch Ausländer in der Vergangenheit :lol:

Gruß - Gunni
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Beitragvon Petersilie » Di 13. Feb 2007, 10:23

Hallo Gunni,

ja richtig, die Höhe des Gehaltes ist in Dollar festgelegt und wird je nach aktuellem Kurs in Real ausgezahlt.
Überweisung nach Europa wollen die nur ungern machen, eben wegen besagter Probleme mit Buchhaltung und wohl auch Steuern.

Wie hoch sind die Gebühren denn erfahrungsgemäss?
Ich bin derzeit noch bei der hiesigen Sparkasse, macht später Citibank Sinn?

Warum ist das bei hohen Beträgen günstiger? Ich dachte da eher an Probleme, allein weil man doch sicher nicht einfach so riesige Summen ohne Problem ins Ausland transferieren darf. Oder doch?
Dann könnte ich doch einfach nur alle 2 Monate alles rüber buchen ... und fertig.

Peter
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Beitragvon Tuxaua » Di 13. Feb 2007, 12:53

Eine Überweisung BR->D mit der BRADESCO kostet 50US$ pauschal pro Vorgang, die Postbank als Empfänger hat noch einen kleinen Eurobetrag abgezogen, wenn ich mich nicht täusche waren das 11 Euro für einen Überweisungsbetrag von 3000 Euro, ist nur schon einige Zeit her.
Zahlt dein Arbeitgeber evtl. diese Gebühr?

Abgehend kannst du bei der Bradesco zwischen Dollar oder Euro wählen, die Umrechnung erfolgt zum Tageskurs.
Generell: frag nicht in den normalen agências der brasilianischen Banken sondern in der câmbio deiner bras. Bank, die es in jeder größeren Stadt geben sollte.
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Beitragvon Gunni » Di 13. Feb 2007, 12:55

Bei höheren Beträgen gibt es "Sonderüberweisungsverfahren" :lol:

Da fast alle das gleich Problem haben in Brasilien wie du machen es Privatpersonen und Firmen gerne so, daß du Ihnen bspw. die Beträge in Brasilien gibst und diese entsprechend das Geld von Ihren Guthaben in Europa auszahlen.

Das Geld verläßt dabei in Wirklichkeit das Land garnicht sondern bleibt intern verfügbar - damit wird auch Banken und andern Institutionen die Möglichkeit genommen, von deinem Problem zu "profitieren" (was ja Volkssport in Brasilien ist) - verständlicherweise haben die Herrschaften kein Interesse daran, jedem "armen" Brasilianer oder europäischen Auswanderer, der mal schnell 200 Euro für irgendwas durch die Gegend schippern will, unter die Arme zu greifen.

City Bank ist evtl. ganz interessant - aufpassen mußt du bei den Bestimmungen und vor allem den Umrechnungskursen der Banken. Zudem gibt es noch "Notstandsregelungen", die der brasilianische Staat getroffen hat bei "nicht-brasilien-geborenen" (auch wenn du verheiratet bist ändert das nichts an deinem Geburtsort).

Das "gemeine" ist, daß man in Brasilien jede Negativ-Bewegung von deinem brasilianischen Konto überwacht durch eine einfach Steuer - man kann über die Steuer zurückrechnen, wie hoch der Betrag ist, der da gerade "verschwindet" und ggf. sogar extern auf dein Konto zugreifen.

Habe mich da schon mehrfach über brasilianische Banken ärgern müssen.
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Beitragvon Petersilie » Do 15. Feb 2007, 11:52

Hallo Gunni,

was meinst du mit "Sonderüberweisungsverfahren"?
Muss man da was beantragen oder behördlich absegnen lassen.

Dass mit der Kontrolle über Steuer ist schon okay, da ja alles ordnungsgemäss versteuert wird. Oder wird bei Kontobewegungen eine extra Steuer fällig?!?

Sorry, aber ich bin echt ahnungslos beim Thema Geldtransfer :roll:

Peter
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Beitragvon Gunni » Do 15. Feb 2007, 13:09

Naja...ich meine damit "Überweisungsmöglichkeiten", die sich nicht mit der örtlichen Bürokratie, Kontrollsystemen und dem Profit auseinandersetzen müssen :wink:

Aber wie gesagt - da die Beträge eh deutlich höher sein müssen als 1200 Euro kannst du das gleich wieder vergessen :lol:

Steuern:

Bei allen NEGATIVEN Kontobewegungen wird in Brasilien eine Extrasteuer fällig (3,8 Promille auf den bewegten Betrag), die aber vollautomatisch schon von der Bank zusätzlich ans Finanzamt abgeführt wird (du hast da keinen Einfluß drauf).

Hört sich simpel an und wird vom Volk auch akzeptiert, diese Art der Besteuerung hat es aber in sich, denn zum Einen kann der Steuerempfänger ja sofort zurückrechnen und zum anderen kann ein und derselbe Betrag x-mal versteuert werden.

(eine geniale und simple Idee um so manchen europäischen Haushalt zu sanieren)

Koppelt nun das Finanzamt die automatischen Steuerzugänge auch noch mit dem Meldeamt (wo bspw. hinterlegt ist, daß du NICHT in Brasilien geboren bist bzw. die Dauer deines temporären Visums) ist die Kontrolle des "Ausländers" perfekt.

Solange Geld NACH Brasilien fliest passiert garnichts - Zugänge werden ja über dieses System nicht besteuert bzw. beobachtet - daher ist es auch sehr einfach, mal "schnell" ein Häuschen zu kaufen mit Reserven aus Europa oder zu investieren. - - Interessant wird es erst, wenn man es sich evtl. anders überlegt, seine Investition rückgängig machen möchte oder wieder sein Geld versucht, rauszubekommen (sprich höhere Beträge).

Evtl. ist ja eine internationale Kreditkarte von deiner brasilianischen Bank sinnvoll, die dann nur in Europa verwendet wird. Leider sind die Limits bei Kreditkarten sehr variabel in Brasilien (weiß leider noch immer nicht, inwieweit hier wieder das Finanzamt dahinter steckt, aber die Limits waren nie sehr hoch bei mir trotz gutem Einkommen).
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Beitragvon Petersilie » Fr 16. Feb 2007, 07:21

Owei, also wenn ich das höre, dann werden ich darauf bestehen müssen, dass mir der Lohn komplett nach D ausgezahlt wird.
Denn lieber über Bargeld in BR verfügen können, als nichts mehr aus BR raus zu bekommen... :?

Oder gleich in die Schweiz?
Ohne Doppelbesteuerungsabkommen traue ich meinem Staat nicht so ...
Denn ich werde definitiv Steuern in BR zahlen und habe keine Lust, das nochmal in D zu versteuern. :evil:

Geht wohl nicht anders. Ist sicher auch besser, wegen Sicherheit und so.
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Beitragvon amicus » Fr 16. Feb 2007, 10:13

Hallo Petersilie,

versuch's doch mal mit dem dkb-cash Konto: http://www.dkb.de
Das ist ein kostenloses Online-Konto mit kostenloser VISA-Card, mit der man weltweit kostenlos Bargeld abheben kann (VISA-Automaten).
Das Konto wird in Deutschland eröffnet. Du kannst es online führen von überall aus. Dann lässt Du Dir das Gehalt auf das dkb-Konto auszahlen und schickst es online auf die VISA-Card (3,3% Verzinsung). Dann mit der VISA-Card nach Bedarf Bargeld in Brasilien kostenlos abheben - so oft Du willst. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Dann muss der Arbeitgeber
sich den Kopf zerbrechen, wie er Dein Gehalt auf's DKB-Konto bekommt.

Gruß
amicus
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Beitragvon Gunni » Fr 16. Feb 2007, 10:31

Hab dir nur den "worst case" aufgezeigt, und die Möglichkeiten die bestehen - der Fall muß nicht eintreten - aber besser ist es, sich vorab schon drum zu kümmern und zu verhandeln.

Wenn dir jetzt schon klar ist, daß du einen Teil des Geldes in Europa brauchst bzw. dein Aufenthalt in BR begrenzt ist, würde ich versuchen, mit dem Unternehmen die Bezahlung zu splitten (kommt darauf an, ob das Unternehmen dich dort braucht oder ob DU unbedingt dorthin wolltest). - Es macht m.E. wenig Sinn, sich alles in Brasilien auszahlen zu lassen und sich dann den Risiken eines internationalen Transfers auszusetzen.

Das Unternehmen wird sicherlich nicht "glücklich" sein, zu hören, daß du splitten willst - theoretisch kann es die Firma - hat aber keinen Bock, weil es deutlich erhöhten buchhalterischen Aufwand bedeutet und man ja heutzutage gerne "seine Ruhe" hat :wink:

Aus eigener Erfahrung in Brasilien sehe ich ist es heute so, daß es sinnvoller ist, sein Geld zu splitten und einen Großteil in Euro oder Dollar außerhalb Brasiliens zur Verfügung zu haben (kann ja notfalls NACH Brasilien transferiert werden) denn alles in Brasilien zu haben und ggf. rauszubringen. Obwohl der Real gerade einigermaßen stabil ist, so stören mich doch diese versteckten Fallstricke für Ausländer und die mangelnden Garantien und Sicherheiten bei höheren Beträgen.

Im übrigen, falls du dein Gehalt splitten kannst und nicht gerade am 01/01 anfängst, würde ich vorab noch einen Steuerberater kontaktieren, da dies auch noch einen großen finanziellen Vorteil darstellen kann, da du sowohl in Deutschland als auch in Brasilien durch die Splittung geringere Jahreseinkommen erreichst und durch das Fehlen eines Abkommens die Finanzämter BR <-> D auch die Daten nicht austauschen und zusammenrechnen können.... :wink:

(theoretisch müßtest du auch noch dein Einkommen aus Deutschland für das laufende Steuerjahr in Brasilien versteuern und umgekehrt - aber so doof ist ja wirklich keiner :wink: )

Du kannst dir dann einen Großteil der Steuern in Brasilien und in Deutschland wieder zurückholen (hatte auf die Art effektiv nie mehr als 4.5% meines Brutto an Steuern in Brasilien verloren, und in Deutschland etwa 2/3 meiner Abgaben wieder reingeholt - lohnt sich 8) )
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