Gekündigt in Brasilien und dann ?

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Gekündigt in Brasilien und dann ?

Beitragvon Lauros » Sa 5. Jan 2008, 11:52

Ich habe folgenden fall ein Nachbarssohn der über drei Jahre für eine Privatfamilie gearbeitet hat in Salvador Bahia ,wurde gekündigt er hat vorher nie Urlaubsgeld oder sonstiges bekommen , da Ich ihn helfen will (so weit wie möglich und ohne eigene Kosten ) frage Ich da Ich hier schon mal gelesen habe ,das ihn ein Abfindung und entgangendes Urlaubsgeld zusteht wie er das am besten Einklagt und wo , was ihn zusteht und ob er dafür ein Anwalt braucht kostet ja auch nochmal Geld ,oder gibt es kostenfreie staatliche Anwälte ( in Deutschland kann man ja ohne Anwalt zum Arbeitsgericht )!?
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Re: Gekündigt in Brasilien und dann ?

Beitragvon Trem Mineiro » So 6. Jan 2008, 14:53

Soll sich an einen Anwalt fuer Arbeistrecht wenden, evtl. beim zustaendigen Syndikat nachfragen. Der wird sich gerne drauf stuerzen, da er auf anteiliger Erfolgsbasis arbeitet. Der Typ muss halt dann halt einen Teil seiner Forderungen an den Anwalt abtreten.
Ist er selber klever, stellt er seine Forderungen selber zusammen, dabei kann ihm jeder Arbeitnehmer, den er kennt, helfen, haut 100 % drauf, wegen angeblicher Verstoesse gegen das Arbeitsrecht und versucht, sich auf die urspruengliche Forderung zu vergleichen. Wenn nicht, hilft nur wieder der der Anwalt.

Gruss

Manfred
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Re: Gekündigt in Brasilien und dann ?

Beitragvon Copa Brasil 2014 » So 6. Jan 2008, 21:11

Lauros hat geschrieben:Ich habe folgenden fall ein Nachbarssohn der über drei Jahre für eine Privatfamilie gearbeitet hat in Salvador Bahia ,wurde gekündigt er hat vorher nie Urlaubsgeld oder sonstiges bekommen ,...


Als was hat er denn gearbeitet? Wenn er nie Urlaubsgeld oder sonstiges (was auch immer das sein mag) bekommen hat, dann hat er sicher auch keine "CTPS assinada"gehabt, somit steht Ihm eigentlich gar nichts zu. Denn nur wer eine "CTPS assinada" hat, hat auch Anspruch auf Leistungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld, 30 Tage Urlaub, Kündigungsfirst, etc...

Hat er keine CTPS, kann er nur versuchen den Arbeitgeber bei der "DRT - Delegacia Regional de Trabalho" anzuzeigen, da o.g. CTPS eben NICHT anerkannt wurde und das Arbeitsverhältnis illegal war. Dann kann man versuchen entsprechende Entschädigungen und Nachzahlungen einzuklagen. Kann nicht genau sagen ob dazu ein Anwalt notwendig ist oder ob das die DRT übernimmt im Namen des AN!? Vermutlich wird er aber nicht ohne Anwalt der auf Arbeitsrecht spezialisiert ist (Advogado trabalhista), nicht zu Recht kommen.

Lauros hat geschrieben:...oder gibt es kostenfreie staatliche Anwälte...

Ja, gibt es, nennt sich in Brasiland "Defensoria Pública", wird aber nicht leicht sein dort einen Termin und Anwalt zu bekommen, da total überlastet und zu wenig Anwälte! :cry:

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:cool:

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Re: Gekündigt in Brasilien und dann ?

Beitragvon Lauros » So 6. Jan 2008, 22:13

In 24 Std Schichten als Alten Pfleger bei einer Privatperson gearbeitet!
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Re: Gekündigt in Brasilien und dann ?

Beitragvon Brummelbärchen » Mo 7. Jan 2008, 12:01

Copa Brasil 2014 hat geschrieben:[...]dann hat er sicher auch keine "CTPS assinada"gehabt, somit steht Ihm eigentlich gar nichts zu. Denn nur wer eine "CTPS assinada" hat, hat auch Anspruch auf Leistungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld, 30 Tage Urlaub, Kündigungsfirst, etc...[...]

Diese Auskunft ist nicht ganz richtig.

Er war de fato in einem Arbeitsverhältnis, und hat damit alle Rechte und Ansprüche eines Arbeitnehmers gemäss CLT. Wenn ihn der Arbeitgeber ohne Carteira assinada beschäftig hat, macht das die Situation für den Arbeitgeber nur noch schlimmer. Der ehemalige Patron muss nämlich nicht nur u.a rückwirkend sämtliche Sozialabgaben wie INSS und FGTS nachzahlen, 40% Multa der FGTS etc. etc. Zusätzlich riskiert er auch noch Bussen zHd des Staates. Das wird richtig teuer für den Arbeitgeber. Vorausgesetzt der Arbeitnehmer kann beweisen dass er tatsächlich dort gearbeitet hat (Zeugen), wird ihm das Arbeitsgericht auf der ganzen Linie Recht geben.
Dein Nachbar soll sich einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt nehmen. Der kann dann wahrscheinlich einen aussergerichtlichen Vergleich über ca. 60-80% der Streitsumme herausholen, ist schneller als jahrelanges prozessieren.
Er sollte schauen dass er einen wirklich guten Anwalt nimmt, ev. bei 2-3 vorbeigehen und sich die Dienstleistung offerieren lassen (nix unterschreiben). Auf dem Gebiet des Arbeitsrechts gibt es unglaublich viele grottenschlechte Anwälte, also aufpassen.

BB
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Re: Gekündigt in Brasilien und dann ?

Beitragvon bruzundanga » Di 8. Jan 2008, 13:06

es ist genauso so wie BB geschrieben hat. Nur eine kleine Änderung und eine kleine Ergänzung.

Änderung: Jahrelang prozessieren ist beim Arbeitsgericht eher unüblich. Geschieht dort eigentlich nur wenn grössere Firmen einen Prozess hinauszögern wollen. Privatpersonen sind hier weniger interessiert, ist immerhin mit Geldeinsatz verbunden.

Ergänzung: 3. Möglichkeit ist eine Einigung vor dem Gang zum Rechtsanwalt. Beim Syndikat kostenlos die Streitsumme ausrechnen lassen und ca. 40-50% direkt vom Arbeitgeber verlangen.

Br
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