Ein brasilianisches Gericht hat die Übernahme der hoch verschuldeten Fluggesellschaft Varig durch einen Angestellten-Zusammenschluss gebilligt.
[sda] - Wie Medien berichteten, gab der zuständige Richter Luiz Ayoub am Montag in Rio de Janeiro grünes Licht für das Geschäft.
Die "Gruppe der Arbeiter von Varig" (TGV), die von bislang unbekannten ausländischen Investoren unterstützt wird, hatte Anfang des Monats bei einer Versteigerung umgerechnet gut 540 Millionen Franken für die Übernahme des Unternehmens geboten. TGV habe unterdessen Zahlungsgarantien abgegeben, sagte Ayoub.
Das TGV-Gebot lag etwa 50 Prozent unter dem von der Justiz festgelegten Mindestpreis von 860 Millionen US-Dollar für den Betriebsbereich von Varig. Es liegt auch deutlich unter den Forderungen der Gläubiger der Firma, die sich auf rund 7,9 Milliarden Real (gut 4,2 Mrd. Franken) belaufen. Es gab aber sonst keine Gebote.
In den vergangenen Tagen hatte Varig immer mehr Flüge auf Inlands- und Auslandsstrecken gestrichen.
Die Investmentgruppe Matlin Patterson hatte im Dezember bereits den Logistikbereich "VarigLog" für 48 Millionen Dollar erworben. Unter den Interessenten waren diesmal die beiden brasilianischen Fluggesellschaften TAM und Gol, die die grösste Fluggesellschaft Südamerikas in den vergangenen zwei bis drei Jahren deutlich überflügelt hatten.
Im Juni 2005 hatte Varig Konkurs angemeldet, um durch Gläubigerschutz die Pfändung von Flugzeugen zu verhindern und den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen, das rund 9000 Angestellte hat, bei einem Umsatz von 6,6 Milliarden Real rote Zahlen in Höhe von 1,5 Milliarden Real (rund 800 Mio. Franken).
Die 1927 gegründete Fluggesellschaft war bis 2003 unangefochten die Nummer eins Brasiliens und Südamerikas. Die starke Abwertung des Real 1999 und die Gründung der sehr erfolgreichen Billig-Airline Gol 2001 trafen das Unternehmen schwer. Allein seit 2004 fiel der Anteil am inländischen Markt von 40 auf 16 Prozent.
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