Ehringshausen. (dr). Weitgereiste Gäste haben die Gesamtschule Ehringshausen besucht. Fünf Lehrerinnen und Lehramtsstudentinnen aus Rio Grande do Sul erlebten dort einen informativen Vormittag.
Die jungen Damen studieren Deutsch und Portugiesisch an der Universidade do Vale do Rio dos Sinos (UNISINOS) in São Leopoldo, das heißt in der Stadt, in der 1824 die deutsche Einwanderung nach Brasilien begann. Damit erklären sich auch die Nachnamen der Gäste: Stela Antin, Sabine Rosemann, Michele Stein, Débora Bender, Jacqueline Kunz.
Sie hielten sich auf Einladung des Zentrums für Literatur (Wetzlar) in Wettenberg auf und werden von Edmund Wild betreut, der selber viele Jahre als Lehrerausbilder an der UNISINOS tätig war.
An der Gesamtschule wurden die brasilianischen Lehrerinnen von Schulleiter Albrecht Schön begrüßt, der ihnen die Funktion einer integrierten Gesamtschule erläuterte. Er ging auf spezifische Leistungen und Probleme der Ehringshäuser Schule ein, so dass die Brasilianerinnen konkrete Vergleiche mit ihrer eigenen schulischen Wirklichkeit anstellen konnten. Die Unterrichtspraxis wurde ihnen von den Lehrkräften Bernd Vogel, Karin Nellinger und Heidrun Spengler in den Klassen 7 vorgestellt. Im Mittelpunkt der Stunden standen Gedichte. Ein Besuch der Bibliothek rundete den Besuch ab. Bibliothekarin Christian Neuhof stellte die Konzeption vor.
Weitere Stationen sind Leipzig, Köln, Bremen und Berlin.
Mit vielen neuen Kenntnissen werden die jungen Lehrerinnen nach Brasilien zurückkehren. Allerdings sind dort die Arbeitsbedingungen anders. Die Lehrer haben ein geringeres Gehalt und müssen 40 Stunden unterrichten, um ein ausreichendes Einkommen zu erzielen. Die Klassen sind in der Regel größer.
Die UNISINOS bildet Deutschlehrer für das ganze Land aus, so dass die Studentinnen nicht wissen, ob es sie nach Rio de Janeiro, Mato Grosso oder in das Amazonasgebiet verschlagen wird.
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