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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 02:43 
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Registriert: 11 Feb 2008 00:07
Beiträge: 17
finde ich nicht.

er zählt nur beispielhaft das weite spektrum der eigenarten auf.

zudem sind etliche beispiele täglich sichtbar & daher wohl kaum ein Klischee, z.B.:

> tiefstes Mittelalter (Knast = Kerker)
stimmt. kenne ich (2 nächte..).

> (keine Infrastruktur, man kippt die Kake in die Gosse)
wer könnte das leugnen? natürlich nicht in rio-zentrum, aber die vielen, vielen wohnsidlungen im landesinneren und entlang der landstraßen???

> Anfänge des Industrie-zeitalters (Ausbeutung der Arbeiter, Kinderarbeit)
die sind wirklich überall... gutes dosenrecycling...

...

brasilien ist sooo viele klischees, das es nur kaum sinn macht sich ein paar rauszupicken..
dieses land ist wirklich komplett verrückt..

man trifft komplett normale mittleständler mit auto, 2 kindern und familienurlaub und neben denen sterben die leute in der straße... (ja, nicht dauernt....)

Zitat:
Brazil was like a deranged experiment in social Darwinism, designed by a bored researcher who kept one thumb permanently on the fast-forward button. Stop hustling and you sank without a trace, but move a little too swiftly and you'd break the fragile surface tension of the black market; either way, you were gone, with nothing left of you but some vague memory in the mind of some prostitutes.
Biz here was a constant subliminal hum, and death the accepted punishment for laziness, carelessness, lack of grace, the failure to heed the demands of an intricate protocol.

Frei nach W. Gibson



Wer Rechtsreibfehler findet darf sie behalten.
Diese unterliegen der GFDL.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 05:18 
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Registriert: 28 Aug 2007 16:17
Beiträge: 138
Wohnort: mudando da India ao BRASIL
"und deshalb moegen brasililaner keine gringos"

Also ich finde das in Vergleich zu anderen Voelkern Brasileiros sehr aufgeschlossen den Turisten oder europaischen Auslaendern gegenueberstehen, besonders deutschen (ich red jetzt nicht von irgendwelchen Sexturisten oder so). Habe im allgemeinen fast immer gute Erfahrungen gemacht (hier in Indien wird man auch recht gut aufgenommen, aber das ist nen anderes Kapitel...).


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 Betreff des Beitrags: Re: ich spreche im Forum von Brasilien 2008...
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 09:37 
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Registriert: 08 Jul 2006 10:05
Beiträge: 1052
Takeo hat geschrieben:
Und deshalb mögen Brasilianer auch keine Gringos!
Ich mag deshalb auch keine Gringos!


....versteh jetzt gar nichts mehr....abgesehen davon, dass ich das wort "gringo" nicht mag, aber das ist nur ein persönliches detail, meinte ich andernorts gelesen zu haben, du seist ein Deutscher, der in Brasilien lebt und arbeitet, also selber auch ein ausländer....tu doch nicht brasilianischer als die brasilianer...
ich habe bis jetzt sechs jahre in Salvador gelebt (hoffe es werden noch einige mehr) und hoffe auch, dass mich das qualifiziert in die erlauchte gilde derjenigen aufzusteigen, die eine meinung über land und leute haben dürfen, oder fehlen mir noch einige jahre, damit ich mehr als nur kochrezepte schreiben darf...
die drei "arten gringos" die GdB beschreibt, sind doch nicht schlecht skizziert.

schöns tägli
amarelina



o problema não é tanto encontrar uma pessoa com quem apeteça dormir, mas sim encontrar uma pessoa com quem apeteça accordar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 10:37 
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Registriert: 12 Nov 2006 17:08
Beiträge: 617
Wohnort: Fortaleza/CE/Brasil
Nun möchte ich auch noch etwas zu diesem Thema beitragen.

Letzte Woche war ich verabredet mit einem Kunden in einer Barraca an der Beira Mar, hier in Fortaleza.

Am Nebentisch 4 Ausländer (D+CH), die alle hier wohnen (kenne sie vom sehen) am diskutieren. Leute, ihr glaubt es mir nicht was ich da zu Ohren bekam... und auch noch sah !!! (Natürlich sprachen die Herren ein miserables portugiesisch)

Alles unterste Schublade, nur über Frauen und Sex. Da wurde verbeigehenden Frauen hinterhergepfiffen (Frauen die Cooper machten, keine GdP) GdP wurden herangewunken, lautstark Preis-Limiten für ein Programm herausposaunt.....ich glaubte ich sei im falschen Film.

Solche Vorkommnisse runden für den Brasilianer das Bild über Ausländer ab. Kein Wunder sind die meisten Brasilianer vorerst einmal skeptisch wenn sie merken, dass sie es mit einem Ausländer zu tun haben. Ich wohne nun auch schon ein paar Jährchen in Brasilien. Ich glaube aber dass das Niveau immer tiefer sinkt mit den sogenannten Aussteigern.


abraço

James



Leben oder sich geschaeftlich betätigen in Fortaleza
oder Ceará ? WIR HABEN IMMER NEUE UND SERIOESE ANGEBOTE !

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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 11:42 
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Registriert: 10 Feb 2008 00:32
Beiträge: 14
Hallo Leute,

wenn ich alle Kommentare so lese, sehe ich zumindest einen Teil des problems klar vor mir:

Ihr (fast) alle habt Erfahrungen mit "Land und Leuten" im Nordosten Brasiliens, da wo die meisten Touristen hinkommen.

Das ist aber nicht das "wahre" Brasilien. Seht Euch doch einmal in Sao Paulo, oder in den Staaten südlich von S.P. um und Ihr werdet sehen, daß dort das Leben in normalen Bahnen verläuft.
D.h. auch dort gibt es natürlich Favelas und Touristen und der Unterscheid zwischen arm und reich ist auch dort gravierend, aber die Leute kümmern sich hauptsächlich ums Geldverdienen und Überleben.

"Gringo" ist dort keine abfällige Bezeichnung, sondern deutet nur an, daß man entweder Ausländer ist, oder aus dem tiefen Süden kommt (Ihr seht: Ein Gringo kann auch ein nativ Brasilianer sein)

Ich war 1974 stolz darauf als Gringo bezeichnet zu werden, da die Leute glaubten ich käme aus Rio Grande do Sul, d.h. meine Aussprache zeigte dahin.


Nocheinmal: wenn man in Brasilien wirklich leben will, muß man das Ziel haben bald als "quasi Einheimischer" akzeptiert zu werden, indem man den Leuten zeigt, daß man ihre Lebensart und deren Lebensumstände (die man sowieso nicht ändern kann) akzeptiert.
Als "Gringo" wäre man dann bestenfalls ein interessanter Ausländer, den man eine menge Fragen stellen kann (Brasilianer sind sehr neugierig und saugen alles "positive" aus dem Ausland regelrecht auf) => Das darf aber, wie schon erwähnt, nicht besserwisserisch herüberkommen, sondern auf die Art "im Ausland geht es eben anders zu".


Was immer in diesem Forum "verzapft" wird => Wer das Land liebt, wird es akzeptieren wie es ist und das Beste daraus machen.
Eine Haßliebe zu diesem Land (frustiert reklamieren, aber doch bleiben) führt am Ende in eine Sackgasse.


Abracos a todos voces

GdB


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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 12:09 
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Registriert: 16 Aug 2007 18:28
Beiträge: 155
Wohnort: Warendorf/Praia do Paiva
Schon mein weitgereister Vater lehrte mich: klaus, hüte dich im Ausland vor den Leuten, die deine eigene Sprache
sprechen. Wie wahr.

klaus


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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 12:47 
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Registriert: 10 Feb 2008 00:32
Beiträge: 14
Hallo Kalus,

ist das jetzt eine Antwort auf meinen Kommentar?

Wenn ja, habe ich ihn nicht verstanden.

Ciao, GdB


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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 13:12 
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Registriert: 16 Aug 2007 18:28
Beiträge: 155
Wohnort: Warendorf/Praia do Paiva
nein GdB,

ich unterstreiche Deine Bemerkungen. Es war eher an einige Charaktere hier im Forum gerichtet, denen ich in Brasilien
lieber nicht begegnen möchte.

klaus


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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 15:39 
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Registriert: 31 Jan 2008 17:55
Beiträge: 8
Hallo Leute,

so kann es auch gehen. Meine brasilianische Frau fühlt sich so wohl im Süden von Deutschland, dass Sie nicht nach Brasilien auswandern möchte. Ich kann es verstehen, da Sie als Brasilianerin etwas Besonderes in Deutschland ist und in Brasilien hat Sie eine ganze Menge Konkurrenz. Auch kommt das Thema Sicherheit und die Schulausbildung meiner Tochter dazu.

Ich habe hier noch einige Jahre zu arbeiten und bin dann in der Lage meine Pansion über den Geldautomat zu ziehen.

Wichtig ist es aber eine Aufgabe zu Brasilien zu haben zu viele haben sich schon zu Grunde gesoffen.

Auch sollte man noch eine Krankenversicherung in Deutschland haben !

Grüße aus dem Süden v. Deutschland !


Clemens


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 Betreff des Beitrags: Re: Geschichte aus dem wahren Leben
BeitragVerfasst: 12 Feb 2008 18:13 
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Registriert: 27 Jun 2005 23:00
Beiträge: 1655
É Amarela...

ich bin Deutscher, und ich bin Cidadão Brasileiro... kannst Du das verstehen?

(übrigens, das Argument nur den Nordosten zu kennen und daraus ganz Brasilien abzuleiten, kam mir gestern auch schon... ich kenne den Nordosten nicht so gut (nur ein bisschen!), ich kenne nur São Paulo Capital, São Paulo Estado, Centro-Oeste sowie einige Urlaubsreisen natürlich woandershin... insofern... ... und ich befinde mich gerade zwischen zwei Power-Point Apresentações und mehreren geöffneten Exceldateien sowie allerhand Fotos... alles auf brasilianisch, und es geht so garnicht um Kinderprostitution, Grossgrundbesitz oder Praia... und trotzdem raucht mir die Birne... das ist eben auch Brasilien!)

Was ich sagen möchte: es kommt mir vor, als dass die Leute, die in Brasilien leben und vorallendingen arbeiten, oft ein ganz anderes Bild von Brasilien zeichnen, als diejenigen die nicht hier leben (und Brasilien nur aus dem Urlaub, der Favela, aus Sozialprojekten etc... kennen). Zumindest zeichenen wir ein unverkrampfteres Bild von Brasilien... was zwar aus der Sachelage heraus normal ist, auffällig ist nur, wie anders wir mit Klischees umgehen... ...oder täusch' ich mich?


Zuletzt geändert von Takeo am 12 Feb 2008 18:46, insgesamt 2-mal geändert.

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