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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 24 Mai 2008 18:22 
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es ist schon interessant mit welchem "Besserwissertum" wir Europäer uns über soziale Unebenheiten in der übrigen Welt
aufregen. Es ist immer leicht auf Mängel anderer hinzuweisen, als die eigenen Probleme zu erkennen und zu beheben.

Ich habe keine Ahnung von Zuckerrohranbau, aber wenn ihr Sklaventum meint, den gibt es in der heutigen Zeit in anderer
Form, weltweit.

klaus


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 24 Mai 2008 18:31 
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Klaus, Sklavenarbeit weltweit: stimmt. Und nun weiter darueber schreiben, auch ueber Sozialscheiss in Berlin, oder besser noch ueber weltweit. Fuer seine Diplomarbeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 24 Mai 2008 18:47 
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ja richtig Westig,

in welche Richtung soll seine Diplomarbeit denn gehen ?

Vielleicht kann er uns das erklären.

Produktionsabläufe
oder doch mehr soziale Aspekte ?

wäre schon wichtig zu wissen-oder?

dann kann er auch mit fundierten Informationen rechnen.

klaus
http://www.pension-brasilien.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 24 Mai 2008 19:30 
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Westig hat geschrieben:
Kompliziert. Da gibt man einen bescheidenen Hinweis auf eine uralte Zuckerstudie des DIE und auf brasilianische Forschungsinstitute, und schon werden Breitseiten und Rundumschlaege abgeschossen. Eine der Antworten sagt der ganze Sozialscheiss komme sofort aus Deutschland und was habe die Usina Sao Martinho mit deutscher Entwicklungshilfe zu tun. Du meine Guete. Der ganze Sozialscheiss im Zusammenhang mit Zuckerproduktion in Brasilien kommt nicht aus Deutschland, sondern fuer den sind jede Menge Brasilianerinnen und Brasilianer in Gefaengnisse marschiert oder haben ihr Leben verloren. Und das nicht nur in der Sklavenzeit.


Nein, da will sich jemand in Sachen Zuckerohranbau schlau machen, aber es wird als erstes sofort wieder auf etwaige soziale Ungerechtigkeiten hingewiesen... später fällt das Wort Sklavenarbeit und zum Schluss müssen sogar noch BrasilianerInnen und Brasilianer dafür ins Gefängniss und sogar ihr Leben lassen. Quelle egal - deutsch ist, darauf hinzuweisen! Alles in allem fehl am Platze: wir haben eigentlich Wichtigeres zu tun als darauf hinzuweisen wie der letzte Indio irgendwie falsch behandelt wurde. Im Jahre 2008 müssen wir Brasilien nach vorne bringen, und Encarta '2011' kann dabei viel in seiner Diplomarbeit lernen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 24 Mai 2008 19:47 
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Beiträge: 71
Lesen koennen und Lesen wollen. Da ist nicht an erster Stelle von Stelle von Sozialscheiss (die Kompetenz des Autors dieses Beitrags liegt schon allein im Begriff Sozialscheiss) geschrieben worden, sondern von Produktionstechnischen Begriffen. Nur weiter so und weiter so sachlich. Und dass man ganz offensichtlich Deine oder wenig umfassende Ahnung vom Zuckerrohrbereich in Brasilien hinterfragen kann, steht mit Deinen Beitraegen ausser Frage. Ist ja auch nicht weiter schlimm, man kann ja nicht ueber alles kompetent Bescheid wissen was dieses Land angeht.
In jedem Fall:
Wie gut und wichtig fuer das Land, dass Du Brasilien voranbringen musst wie Du schreibst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 24 Mai 2008 19:57 
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Beiträge: 1968
Westig hat geschrieben:
Und dass man ganz offensichtlich Deine oder wenig umfassende Ahnung vom Zuckerrohrbereich in Brasilien hinterfragen kann, steht mit Deinen Beitraegen ausser Frage.


Sollte das etwa die Retourkutsche dafür sein, dass ich die Kompetenz deutscher Entwicklungshilfe hinterfrage... zu hinterfragen wage???


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 24 Mai 2008 22:37 
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Beiträge: 2880
Habt ihr euch eigentlich einmal die Zahlen bezgl. Zuckerrohr in Brasilien im Kontext betrachtet (Takeo ist nicht gefragt).

"Sozialwissenschaftlich" gesehen - und da werdet ihr alle zugeben müssen, dass dies ein extrem weites Feld ist - fällt mir zu Zuckerrohr nur eines ein: leider bislang nur ein marginaler direkter Einfluss!

Indirekt gesehen: Senkung von Transportkosten, Steigerung des brasilianischen Exportvolumen, Vernichtung von Arbeitsplätzen, Technologietransfer.

Und ein Bereich, bei dem eine zyklische Angst vor Verknappung aufgrund eines prinzipiell ständigen Nachfrageüberhanges herrscht.

Aber von was reden wir eigentlich? Zucker, Rapadura/Melada, etc., Ethanol, Pinga - oder dem ständigen Streit, wer was wie und wann und vor allem wo produzieren darf ...



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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 25 Mai 2008 00:21 
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Beiträge: 71
Takeo hat geschrieben:
Man sollte sich mal anfangen zu fragen, ob das 'deutsche Institut für Entwicklungspolitik' überhaupt kompetent genug ist für eine solche Studie. Überhaupt: was hat "deutsche Entwicklungspolitik" mit brasilianischer Ethanol/Zuckerproduktion überhaupt noch gemein??? Wenn man dann die Realität mit dem vergleicht, was in Europa 'gedacht' wird, entdeckt man nämlich imense Divergenzien. Eine Grupo COSAN, zu der die Usina São Martinho (zugegebenermassen eine der modernsten Brasiliens) gehört, leistet Entwicklungshilfe, anstatt welche zu bekommen. Da sind dann ausländische Entwicklungshilfeorganisationen eher passive Zuschauer als aktive Player... das wenn sie überhaupt 'reingelassen werden in die Usinas!


Und:
Takeo hat geschrieben:
Sollte das etwa die Retourkutsche dafuer sein, dass ich die Kompetenz deutscher Entwicklungshilfe hinterfrage...zu hinterfragen wage?


Starke Logik. Wo und wie und warum sollen auslaendische EH-Organisationen passive Zuschauer sein bei der Usina Sao Martinho? Die haben mit der nichts zu tun. Und mit grupo COSAN ebenfalls nichts. Versteh das einer.

Passive Retourkutsche? Fuer was? Und wo hast Du eigentlich die Kompetenz der deutschen Entwicklungshilfe hier hinterfragt? Etwa bei der eigenartigen Bemerkung ueber das DIE? Ich finde nichts von Dir zur Kompetenz oder Nicht-Kompetenz der deutschen Entwicklungshilfe. Und das DIE gibt keine Entwicklungshilfe. Weisst Du wahrschenlich nicht. Was solls also? Und wo helfen Deine Beitraege der Diplomarbeit, um die es hier geht?

Spezialist in Sachen Entwicklungshilfe bist Du offenbar ebenso wenig wie in Sachen Zuckerrohr. Aber wie gesagt, muss ja auch nicht sein. Stattdessen musst Du halt Brasilien im Jahre 2008 voranbringen wie Du sagst.. Auch wenn, so ich denn richtig zitiere, zwei Drittel der Brasilianer zu nichts oder wenig Nutze sind. Wie gut fuer Brasilien, dass es Dich hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 25 Mai 2008 03:49 
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Naja Digger, in den 80iger Jahren hat uns die Welt belächelt, als unsere Autos (Fuscas!) mit Alkohol fuhren... und wir im brasilianischen Winter anschieben mussten, weil der Motor nicht anspringen wollte... und jetzt wird's ernst und die Welt kuckt nach Brasilien!

Sozialwissenschaftlich (indirekt): okay, da heute jede Faxineira einen Arbeitsprozess macht und auch gewinnt - egal wie fadenscheinig und erlogen ihre Argumente sind - haben auch die Usinas vorgesorgt: wo früher Heerscharen von Nordestinos auf's Zuckerohrfeld gejagt wurden, gibt's heute 10 min. Pause für jede Stunde Arbeit. Die Usinas müssen Schattenplätze aufbauen, frisches Wasser bereitstellen und warme Nahrung liefern... das ist ja auch eigentlich vollkommen okay. Bescheurt ist, dass jetzt auch Chemietoiletten aufgestellt werden müssen, die erklärlicherweise kaum benutzt werden. Gerne werden Zuckerrohrplantagen auch bestreikt, da es 1000 von arbeitslosen Rechtsanwälten gibt, die gerne Arbeitsprozesse gewinnen wollen, aus diesem Grunde stellen Usinas vorsoglich lieber auf Vollmechanik um: wo früher vielleicht 100 Nordestinos Zuckerrohr schnitten oder pflanzten, arbeitet heute vielleicht eine Mannschaft von 5 Leuten: 3 Piloten, zwei Wartungsassistenten für die Maschinen... insofern gibt's schon einen Technologietransfer. Bitter ist, dass 80 Zuckerohrschneider ihren Job auch verlieren, weil 20 auf's schnelle Geld per Arbeitsprozess aus sind, und nicht merken, dass sie besser in Bildung investiert hätten, um auch 'morgen' noch in der Plantage arbeiten zu können... naja so ähnlich ungefähr.

Die Usinas passen sich nur den Gegebenheiten an.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesucht Diplomarbeit in Sachen Zuckerrohranbau
BeitragVerfasst: 25 Mai 2008 18:46 
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Beiträge: 126
Encarta2011 hat geschrieben:
Servus an alle!

Ich studiere nun seit fast 7 Semestern in Bingen Agrarmanagment und suche nun meine abschliessende Diplomarbeit. Nun wollte ich meinen Standpunkt in Sachen Zuckerrohr verbessern. Habt ihr vielleicht ne Idee, wie man an sowás drankommt. Am besten glaube ich wäre es, direkt in ner Usina zu schreiben.
Ich meine es gab mal vor 1 Jahr einen User, der das gleiche machen wollte. Diesen Thread habe ich aber nicht mehr gefunden.
Bei Ideen einfach posten. Würd mich freuen :D


Hallo Encarta2011,
geschickt wäre es m.E. bestehende Kontakte deiner Uni zu nutzen, denn du brauchst ja wahrscheinlich auch einen Betreuer vor Ort, oder? Auf der Homepage der FH Bingen findet sich der Kontakt zur Partner-Uni in Blumenau- darüber ließe sich vielleicht ein erster Kontakt zu/in Brasilien knüpfen...
...denn die Wahrscheinlichkeit, dass deine Anfrage bei irgendeiner Usina beantwortet wird, halte ich für sehr gering :wink:
Viel Erfolg,
lb


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