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BRASILIEN / Peter Langeneder erlebt Gesundheitssystem Brasiliens: Knochenbrüche seiner Frau wurden erst nach drei Wochen operiert.
VON ELISABETH SCHREINER
Peter Langeneder aus Mank ist ein richtiger Weltenbummler. Er war schon in den exotischsten Ländern der ganzen Welt. Im März 2005 besuchte er die St. Pöltnerin Sigrid Ludwig, die in dem kleinen brasilianischen Dorf Morro de Sao Paulo eine Frühstückspension gepachtet hat. Dort lernte er auch die lebensfrohe Rezeptionistin Elisangela kennen und lieben. Im Oktober des Vorjahres heiratete der Manker Weltenbummler seine brasilianische Liebe. Vor sechs Wochen wurde die junge Liebe dann auf eine harte Probe gestellt. Elisangela stürzte vom Dach ihres Elternhauses zehn Meter in die Tiefe. Die Folge: Gebrochene Beine, gebrochene Sprunggelenke und mehrfache Brüche des Beckens.
Nur notdürftig versorgt und nicht opereriert
„Im Krankenhaus wurde sie dann einfach so am Gang liegen gelassen“, weiß Sigrid Ludwig, die seit Sommer 2006 wieder in Österreich lebt. Da Elisangela in Brasilien nicht privatversichert ist, wurde sie nur äußerst notdürftig versorgt. Operiert wurde sie nicht. Erst nach Aufenthalten in drei verschiedenen Krankenhäusern bekam sie drei Wochen (!) nach ihrem schweren Unfall einen Operationstermin. Laut den brasilianischen Ärzten ist die Operation gut verlaufen. Durch die schlechte Versorgung sind aber Teile der Haut abgestorben. „Zwei Tage nach der Operation musste sie das Spital schon verlassen, und das obwohl sie bewegungsunfähig ist“, weiß Sigrid Ludwig.
Trotz starker Schmerzen gibt Elisangela nicht auf
Der Manker hat sich ein Zimmer in Salvator in der Nähe des Krankenhauses gemietet. „Es war nicht einfach ein passendes Zimmer zu finden, das leistbar ist. Außerdem wollten viele Vermieter nichts damit zu tun haben“, erzählt Ludwig. Dort pflegt Peter Langeneder seine Frau Elisangela gemeinsam mit zwei Krankenschwestern rund um die Uhr. Er füttert sie, wickelt sie und versorgt ihre Wunden, damit sie keine Infektion bekommt. „Peter ist schon jetzt ziemlich am Ende seiner Kräfte und auch das Geld geht ihm aus“, so Sigrid Ludwig über die schwierige Lage des jungen Ehepaares. Trotz der immensen Schmerzen und der widrigen Umstände gibt sich Elisangela trotzdem nicht auf.
Erst wenn die offenen Wunden abgeheilt sind, kann sie in eine Rehaklinik aufgenommen werden. Wenn das aber nicht bald passiert, wird die lebensfrohe junge Frau vielleicht nie wieder gehen können. „Peter denkt jetzt nur mehr von einem Tag zum nächsten. Aber Elisangela ist eine extreme Kämpferin“, hofft Sigrid Ludwig, dass ihre Freundin aus Brasilien gemeinsam mit ihrem Mann Peter Langeneder auch diese Notlage meistern wird. Denn Liebe überwindet doch alle Hindernisse.
© NÖN-Online 2007
Gruss brasilmen Thomas
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