Girokonten International

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Re: Girokonten International

Beitragvon Patativa » Mo 14. Sep 2009, 08:11

amazonasklaus hat geschrieben:Genau, ein Conta Poupança kostet bei keiner Bank in Brasilien etwas und es reicht für viele Anwendungsfälle aus. Das Conta Corrente kostet mich auch keinen müden Centavo - dem Bonuspunkteprogramm sei Dank. Einzig für die Kreditkarte wird eine Jahresgebühr berechnet. Da rufe ich einmal jährlich an und sage, dass ich die Gebühr in dieser Höhe nicht bezahlen möchte - schon gibt es einen Nachlass von 50%.

Brasilien hat tatsächlich eines der effizientesten Banksysteme der Welt und braucht sich bestimmt vor Deutschland nicht zu verstecken. Im Gegenteil: Bei einer TED-Überweisung auf ein Konto in einer Filiale im hintersten Winkel des Lands wird das Guthaben noch am selben Tag gutgeschrieben - garantiert.


Ja sehr effektiv.
Wenn ich auf ein Konto bei der Caixa online überweisen will brauche ich ein Konto bei der Caixa.
Wenn ich auf ein Konto bei der Banco do Brasil online überweisen will brauche ich ein Konto bei der BdB.
Online kann ich nur Peanuts überweisen. Ab 500R$ muss ich das Empfängerkonto persönlich in meiner Filiale registrieren lassen und der Gerente muss es abzeichnen. (Sehr sinnig für Onlinebanking von Dtl. aus)
Onlineüberweisungen funktionieren nur tagsüber (Brasilien). Was heißt in D kann ich erst ab Nachmittag überweisen.
Aber nicht vergessen immer nur zur gleichen Bank überweisen.
Ach ja Onlinebanking natürlich nur von meinem registrierten Computer aus. Und bitte nur eine Bank. Zwei Konten bei unterschiedlichen Banken - bitte zwei Computer vorhalten. Nicht ausprobieren ob man beide auf einem Rechner installiert kriegt sonst musst du wieder persönlich in deine Filiale und mit deinem Gerente sprechen.

Ja die Überweisungen in Brasilien sind sehr schnell. Aber dafür zahle ich auch für mein TED um die 13,50R$ und muss persönlich in die Filiale. Aber bitte nur in der Filiale überweisen, in der auch das Konto geführt wird.

Nicht, dass mich jemand falsch versteht. Ich liebe Brasilien und für mich ist Brasilien das Land der Zukunft. Darum investiere ich dort. Allerdings wird man mit bürokratischen Schwierigkeiten konfrontiert die man nicht erwartet. Das Banksystem ist eine der Schwierigkeiten. Ich habe früher nicht verstanden, warum die Brasilianer so viele Dinge (vor allem die Großen) bar bezahlen. Das ist wie bei einer Erpressung. Bar und in kleinen Scheinen. Heute habe ich mich meinem Schicksal gefügt und mache das genauso.
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Re: Girokonten International

Beitragvon Tuxaua » Mo 14. Sep 2009, 14:35

Also ich stimme zwar zu, dass das bras. Bankensystem nicht gerade das einfachste ist, aber die Probleme, die du beschreibst habe ich in dieser Form nicht.
Auf meinen 2 PC’s betreibe ich Homebanking mit der CEF und der BRADESCO, jeweils parallel. Überweisungen zu anderen Banken kosten mich maximal R$8,00 pro Vorgang, die Online-Limits für TED / DOC sind R$30.000,00 pro Tag, normalerweise reicht mir das. Einziges Limit sind die R$500,00, wenn ich Geld innerhalb der BRADESCO überweise, dieses Limit muss bei Bedarf pro Zielkonto einmalig individuell in der agência angehoben werden. Dafür steht dem Empfänger das Geld Sekunden später zur Verfügung. Außerdem bezahle ich meine Rechnungen per PC oder am Geldautomaten, lade mein Prepaid-Handy auf, bekomme täglich per Mail meinen Kontoauszug und für die KK nach jeder Zahlung usw. Guthaben werden automatisch auf den poupança-Teil des Kontos gebucht und bringen dadurch noch Zinsen (nur kurz zur Erklärung: mein Kontostand des conta corrente beträgt immer R$1,00, die Guthaben landen auf dem poupança und werden bei Bedarf auf das CC zurückgebucht). Und kosten tut mich das bei BRADESCO dank Bonus-Punkten Nullkommanichts (außer für die Kreditkarte), bei der CEF als "Nebenkonto" zahle ich aller 3 Monate R$16,50.
Im Vergleich zu meinem Konto bei der Postbank finde ich den Service hier umfangreicher, ich kann allerdings nur für die beiden bras. Banken sprechen. Und für den Zeitunterschied zwischen D und BR können die Banken nichts, da muss man sich notgedrungen an die 8-20 Uhr horário de Brasília einstellen.
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Re: Girokonten International

Beitragvon amazonasklaus » Mo 14. Sep 2009, 16:10

Meine Erfahrungen beschränken sich ebenfalls hauptsächlich auch auf Bradesco. (Vor längerem hatte ich noch ein Konto und eine Kreditkarte bei ABN Amro.) In der Kontoführungsgebühr, die mir dank des Bonuspunktesystems erlassen wird, sind schon mehr TED/DOC-Überweisungen enthalten als ich brauche. Im Endeffekt zahle ich ohnehin nur die Miete per Überweisung, die Rechnungen gehen über boletos de cobrança oder débito automático.

Sicher, manche Sicherheitsmaßnahmen gehen auf Kosten des Komforts. Ich nehme sie aber gern hin, wenn dadurch die Gefahr, dass irgendein Gauner das Konto leer räumt, reduziert wird.
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Re: Girokonten International

Beitragvon ptrludwig » Mo 14. Sep 2009, 19:34

Ich verstehe nicht wie jemand das brasilianische Bankensystem loben kann. Für mich ist es an Kundenunfreundlichkeit nicht mehr zu überbieten. Der Kunde, der normalerweise König sein sollte, wird als Bittsteller abgekanzelt.
Es scheint sich auch keiner die Mühe zu machen und mal darüber nach zu denken wie man etwas verbessern kann.
Die einfachsten Dinge sind so was von kompliziert, daß man sich nicht wundern muß wenn vor den Schaltern die Leute stundenlang anstehen müssen.
Wie bezahle ich eine Rechnung in Deutschland, ich fülle den mitgelieferten Überweisungsträger aus und werfe ihn bei meiner Bank in den Briefkasten. Hier stehe ich in der Schlange, entweder beim Bankschalter oder am Automaten, wenn der denn gerade mal funktioniert.
Schon die Bedienung eines Geldautomaten ist eine Wissenschaft für sich und überfordert die viele Brasilianer. Kontostand abfragen, Geld ziehen, beides langwierige Vorgänge, warum macht man es nicht so einfach wie in Deutschland? Ich glaube kaum das die brasilianischen Geldautomaten sicherer sind als die deutschen.
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Re: Girokonten International

Beitragvon cabof » Mo 14. Sep 2009, 19:56

Kurze Anmerkung, ich war Anfang der 80iger Jahre Kunde bei einer brasil. Bank - die Konditionen - nämlich
kostenlose Kontenführung sowie Scheckbücher etc. (es gab damals noch keine Karten) - BANRISUL neben
CEF... drüben Warteschlangen ohne Ende, meine Filiale - leer - ich bemerke: damals hatten die Banken alle
die gleichen Konditionen und auch der Benzinpreis war brasilienweit einheitlich.

Heute kenne ich nur noch die Polemik Euros nach Brasilien zu überweisen oder vielleicht mal von dort
Geld zu bekommen - es grüßt Fred Feuerstein - Steinzeit!! Dank Postbank und Kärtchen ist das Problem
gelöst.
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Re: Girokonten International

Beitragvon BRASILIANT » Mo 14. Sep 2009, 20:02

Patativa hat geschrieben:Ja sehr effektiv.
Wenn ich auf ein Konto bei der Caixa online überweisen will brauche ich ein Konto bei der Caixa.
Wenn ich auf ein Konto bei der Banco do Brasil online überweisen will brauche ich ein Konto bei der BdB.


Wie überweist man denn in Deutschland ONLINE bei der DEUTSCHEN BANK wenn man dort gar kein Kunde ist? Das musst Du mal erklären!!!

Bzw. wo ist der Zwang bei einer Bank ONLINE zu überweisen? :roll: Das leutet mir nicht ein.


Patativa hat geschrieben:...Ach ja Onlinebanking natürlich nur von meinem registrierten Computer aus. Und bitte nur eine Bank. Zwei Konten bei unterschiedlichen Banken - bitte zwei Computer vorhalten. Nicht ausprobieren ob man beide auf einem Rechner installiert kriegt sonst musst du wieder persönlich in deine Filiale und mit deinem Gerente sprechen....



Das kann ich auch nicht bestätigen, ich und meine Frau betreiben 4 Konten bei 3 verschiedenen Banken ONLINE, sowohl auf dem PC als auch auf dem Laptop.
Wenn man denn schon unbedingt online banking machen muss, muss oder sollte man auch die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen in Kauf nehmen, sonst bist Du doch sicher der erste der schreit wenn Dein Geld weg ist. Aber vorher auf die Sicherheitsmassnahen schimpfen.
Internetbanking ist sowieso nicht dazu da von jedem x-beliebigen PC aus auf das Konto zuzugreifen, das sollte doch wohl jedem einleuchten.

:cool:
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Re: Girokonten International

Beitragvon Patativa » Di 15. Sep 2009, 02:05

BRASILIANT hat geschrieben:Bzw. wo ist der Zwang bei einer Bank ONLINE zu überweisen? :roll: Das leutet mir nicht ein.
Da hast Du vollkommen recht. Da zwingt mich keiner dazu. Es ist halt nur praktischer.
Ich möchte halt nicht für jede Überweisung nach Brasilien fliegen, wenn ich in Dtl. weile.

Nachdem das bei euch alles so toll funktioniert, gebe ich mich geschlagen und schreibe meine
Probleme meinem beschränkten geistigen Horizont zu. Der Herr möge mich erleuchten. :idea:
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Re: Girokonten International

Beitragvon Gunni » Mo 21. Sep 2009, 20:22

:lol: ...nicht zu vergessen, dass Guthaben/Konto nur bis 20k R$ staatlich abgesichert und garantiert sind und dass eine Bank in BR einem Gläubiger per Gerichtsbeschluss/Gesetz (!!) vollen Zugriff auf dein BR-Bankkonto gewähren muss (z.B. einer Ex-Frau etc. !!) und DU dann dein eigenes Geld per Anwalt wieder zurückfordern kannst..... - ich betrachte daher das BR-Banksystem nur in der Hinsicht der Risiken als "global führend" :lol:
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Re: Girokonten International

Beitragvon amazonasklaus » Mo 21. Sep 2009, 21:02

Gunni hat geschrieben:nicht zu vergessen, dass Guthaben/Konto nur bis 20k R$ staatlich abgesichert und garantiert sind

Woher bezieht ihr eigentlich eure Informationen? Der Fundo Garantidor de Crédito sichert Einlagen bis zu R$ 60.000,00 ab. Im Vergleich zu Deutschland mit 50.000 € doch eigentlich nicht schlecht, wenn man die Durchschnittseinkommen beider Länder in Relation setzt.
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Re: Girokonten International

Beitragvon Gunni » Di 22. Sep 2009, 15:54

Evtl. sprechen wir über 2 verschiedene Absicherungen oder die Absicherung wurde erhöht - ich bezieh` mich auf diese Aktion die 1984 (oder 81 ?) einem bras. Präsidenten ermöglichte, alle Bankguthaben einzuziehen, damals noch ohne Absicherung. - Danach wurde von der Regierung zumindest eine Minimal-Garantie eingeführt, falls sowas wieder (!) vorkommen sollte (was schon absurd genug ist). - Hab aber die genauen Details dieser Aktion auch nicht mehr im Kopf - nur, dass es erst ein verlängertes Wochenende mit Extra-Feiertagen gab (was natürlich Jeden gefreut hat) und man danach bei Wideröffnung der Banken den bras. Mittelstand fast vollkommen ausgelöscht hatte (vielleicht hat ja ein Forumsteilnehmer etwas mehr Detail-Info parat ?).

Hatte mich da mal ein biserl eingelesen, nachdem ich mich gewundert habe, wieso einige meiner bras. Arbeitskollegen bis zu 10 (!) Girokonten gleichzeitig führen und meine Kollegen dann mit der Minimalabsicherung argumentiert haben. :roll:
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