Hauskauf - caixa economica

Tipps zum Erwerb, Verkauf, Vermietung von Häusern, Wohnungen oder Grundstücken in Brasilien (KEINE IMMOBILIEN-ANGEBOTE) sowie Infos zu Bau, Umbau, Ausbau und Renovierung

Beitragvon Moranguinho » Mi 16. Feb 2005, 09:28

Hallo,

bei Krediten in Brasilien muss man etwas aufpassen. Sehr häufig wird der Zinssatz pro Monat angegeben. D. h. dann, dass der Kreditbetrag durch die Anzahl der Monate geteilt wird, z.B. 18.000 R$ durch 60 Monate= ca. 300 R$ pro Monat. Dann wird auf diesen Betrag jeden Monat ein Prozent aufgeschlagen, am Jahresende nochmals die Inflationsrate. Die ersten 2 Jahre ist das unproblematisch, spätestens zu Beginn des 5. Jahres wird es teuer. So werden bei 1% p. Monat und einer Inflationsrate von 8% aus einer Anfangsrate von 300 R$ nach 48 Monaten 651 R$. (Achtung: 1% pro Monat sind nicht 12% p.a.)
Aufgrund des exponentiellen Verlaufs der Raten können viele Brasilianer ihr Haus übrigens nicht abbezahlen.
Ob die Caixa auch dieses Modell benutzt, weiss ich nicht, bis jetzt habe ich es immer bei den Angeboten "Kauf direkt vom Bauträger" gesehen.


Viele Grüße

Moranguinho
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Inflation...

Beitragvon Cuco » Do 17. Feb 2005, 08:53

@Moranguinho

Danke für die Info... :roll: ...die Inflationsrate wird also am Ende des Jahres noch draufgeschlagen...und das könnte annähernd so viel sein wie die Zinsen...

...heisst also, daß man möglichst schauen sollte, daß der Kredit in 2 - 3 Jahren abbezahlt ist...

Bei 10.000,- R$ wäre dann die monatl. Belastung wie hoch ???

Bei meiner sogra wären 400,- R$/ Monat der absolute Höchstbetrag, eigentlich sollten es eher weniger sein...

Gruss

Cuco
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Beitragvon Moranguinho » Do 17. Feb 2005, 16:23

@ Cuco:

Ich kann dir nicht sagen, ob dieses System auch bei der Caixa angewendet wird.
Sollte es so angewendet werden, ergibt sich bei einem Zinssatz von 1% pro Monat, einer angenommenen Inflationsrate von 8% und einer Laufzeit von 36 Monaten folgender Verlauf:

1. Monat: 277,77 R$
13. Monat: 338,04 R$
25. Monat: 411,38 R$
36. Monat: 458,97 R$

Für einen Kredit von 10.000 R$ müsstest Du nach dieser Rechnung 3.027,35 R$ an Zinsen bezahlen, ergibt insgesamt 13.027,35 R$; im monatlichen Mittel wären das 361,86 R$.
Die Rechnung hat allerdings mehrere Unbekannte, nämlich z.B. die Höhe der Inflationsrate, und der Zeitpunkt, zu dem Sie aufgeschlagen wird. (Ich habe angenommen, dass nach jeweils 12 Monaten, d.h. im 13. und im 25. Monat aufgeschlagen wird)
Bei der Berücksichtigung der Inflationsrate ist auch zu beachten, welche Methodik die jeweilige Bank verwendet; es gibt in Brasilien verschiedene, konkurrierende Indizes, die versuchen, die Inflationsrate abzubilden. (finden kannst Du diese z.B. in den brasilianischen Wirtschaftszeitungen). Die Unterschiede sind teilweise sehr groß, es kann sein, dass ein Index Deflation im Monat X feststellt, während der andere eine Teuerungsrate von 1,5 % feststellt. (Dies hängt mit verschiedenen Warenkörben zusammen, die hinter dem Index stehen). Weiterhin kann es auch sein, dass einzelne Anbieter die Inflation monatlich berücksichtigen. (Bei jährlicher Berücksichtigung könntest Du eine evtl. auftretende Hyperinflation zu Deinen Gunsten nutzen, indem Du kurz vor Jahresende Deinen Kredit auf einen Schlag zurückzahlst)

Nach obiger Rechnung müsste Dein Vorhaben also klappen, ich weiß allerdings wirklich nicht, ob die Caixa dieses Modell verwendet oder ein anderes, z.B. wie das in Deutschland übliche.

Generell ist meine Empfehlung allerdings, dass Du versuchen solltest, Dir das Geld in Deutschland zu leihen, bei Internetbanken oder der Postbank, falls möglich. M.E. ist das Inflationsrisiko nicht wesentlich geringer als das Wechselkursrisiko, wobei beides auch wieder zusammengehört.

Viele Grüße

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UNGLAUBLISCHI !!?

Beitragvon Cuco » Mo 7. Mär 2005, 16:40

Wollte Euch mal auf Stand halten..

Der letzte Kerl von irgendeiner imobiliaria erzählte meiner sogra irgend etwas von 17 Jahren bei einer monatl. Rate 180,- R$...

Eine meiner cunhadas hält das sogar für normal...es gäbe juros auf juros...

UNGLAUBLISCHI...

...oder ??? :roll:

Gruss

Cuco
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Beitragvon Trem Mineiro » Mo 7. Mär 2005, 17:45

Hallo Cuco

Die Information ist nicht so abwegig. Wenn du meine Tabelle nimmst und als Rate 180 einträgst, dann siehst du, dass du am Anfang kaum etwas von Kreditbetrag zurückzahlst, sonder nur Zinsen, Zinsen, Zinsen etc.

Du musst dann die Tabelle auf ca. 200 Teilen verlängern, in Zeile 162 kommst du dann auf 0. Das entspricht ca. 13 Jahre und einer Zinszahlung von Reais 18.300,-
Ich bin deshalb früher fertig als die Imobiliaria, weil ich keinen Inflationsausgleich rechnen kann, der ja bei 13 Jahren schon gehörig reinschlägt. Das macht die 5 Jahre Verlängerung aus.

Es ist schon ausschlaggebend, einen anständigen Betrag zurückzuzahlen, sonst wirst du Sklave der Bank

Gruß

Manfred
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DANKE...

Beitragvon Cuco » Di 8. Mär 2005, 10:05

@ Trem Mineiro

...bin noch gar nicht dazu gekommen mich für Deine Tabelle zu bedanken und tue dies hiermit...

Deine Erklärung hört sich schlüssig an...die Tabelle hab´ ich gerade auf ´nem anderen PC...

Ich rechne der Einfachheit halber 20 % p.a. (1% Zinsen pro Monat und 8% Inflation p.a.) ...

Bei einer monatl. Rate von 300,- R$ dürften nicht viel mehr als 4 Jahre herauskommen ...

Gruss

Cuco
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Noch etwas Neues...

Beitragvon Cuco » Mi 9. Mär 2005, 09:16

...die Neuste Info ist, daß die Banken in Br keine monatl. Raten vereinbaren dürfen, die höher als 30% des Einkommens liegen...

Damit hat meine Schwiegermutter ein Problem, weil sie nämlich bloss 500.- R$ verdient (alles darüber hinaus kommt aus der Familie)...

Damit wäre Sie zu niedrigen Raten gezwungen und müsste in 17 Jahren mehr an Zinsen bezahlen, als sie überhaupt aufgenommen hat...obwohl sie eigentlich viel höhere Raten zahlen könnte...

Ihr seht... Alles nicht so einfach...

Gruss

Cuco
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Ein ähnliches

Beitragvon seitenwandkletterer » Mi 9. Mär 2005, 09:49

Ein ähnliches Problem gab´s es letztes Jahr bei meiner Schwiegermutter. Sie hat für den Neubau ihres Hauses keinen Kredit bekommen, obwohl sie z.B. das Grundstück (ca. 300 m2) komplett als Sicherheit einbringen konnte. Da Ihre Rente aber keine Zahlungen höher als 300 R$ erlaubt hätte war das der Tod für die Kreditanfrage. Das ganze wurde dann innerhalb der Familie geregelt und das Haus zum grossen Teil in Eigenleistung erbaut.

Sogar ich war daran beteiligt und habe unter Schweissausbrüchen die Elektroinstallation gemacht und das mit meinem Halbwissen darüber, das noch aus Schulzeiten und Studium (Physikvordiplom) stammt. Ach so und Fliesen verfugen bei ca. 40°C im Schatten habe ich auch gelernt!

...SWK!
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Re: Noch etwas Neues...

Beitragvon Jorginho » Mi 9. Mär 2005, 11:35

Cuco hat geschrieben:...die Neuste Info ist, daß die Banken in Br keine monatl. Raten vereinbaren dürfen, die höher als 30% des Einkommens liegen...

Damit hat meine Schwiegermutter ein Problem, weil sie nämlich bloss 500.- R$ verdient (alles darüber hinaus kommt aus der Familie)...

Damit wäre Sie zu niedrigen Raten gezwungen und müsste in 17 Jahren mehr an Zinsen bezahlen, als sie überhaupt aufgenommen hat...obwohl sie eigentlich viel höhere Raten zahlen könnte...

Ihr seht... Alles nicht so einfach...

Gruss

Cuco


Das ist hier in Portugal genauso... aber die Banken drücken in dieser Frage gerne ein bis zwei Augen zu, weil sie sich nur ein goldenes Näschen verdienen, wenn das Kreditgeschäft zustandekommt. Insofern würde ich nicht die Flinte ins Korn werfen. Da findet sich sicher ein Ausweg.
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Beitragvon Moranguinho » Mi 9. Mär 2005, 11:58

Hallo,

ich halte die Praxis für nicht besonders schlecht, 30% gebundenes Einkommen sind ein recht hoher Wert, besonders, da die Inflation vorher nicht abgeschätzt werden kann.

Wenn sie 30% für die Ratenzahlung aufbringen muss, heisst das, dass sie pro Monat nur noch 350 Reais zur Verfügung hat, wenn es zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen sollte, kommt es da schnell zum Zahlungsausfall.

Viele Grüße

Moranguinho
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