Hauskauf mit Leibrente

Tipps zum Erwerb, Verkauf, Vermietung von Häusern, Wohnungen oder Grundstücken in Brasilien (KEINE IMMOBILIEN-ANGEBOTE) sowie Infos zu Bau, Umbau, Ausbau und Renovierung

Beitragvon Olá » Fr 17. Aug 2007, 15:55

@ Mod

Tschuldige, schreibe jetzt in normaler Schrift.

@ 007

dass das Cartorio keinen Leibrentenvertrag akzeptiert, kann ich mir gut vorstellen. Habe mich vielleicht ein wenig missverständlich ausgedrückt.

Deine vorgeschlagene Vorgehensweise mit den beiden Verträgen wollen wir auch so machen.

Meinst Du denn, der Kaufvertrag würde beim Cartorio akzeptiert, wenn wir halt als Sicherheit für den Verkäufer im Vertrag das Vorkaufsrecht eines Verwandten des Verkäufers eintragen lassen ?
Ehe könnte ja geschieden werden oder der Käufer erfüllt hier in Alemanha den Leibrentenvertrag nicht. Im Kaufvertrag steht natürlich nicht direkt etwas vom Leibrentenvertrag.

Abracos
Olá
Benutzeravatar
Olá
 
Beiträge: 16
Registriert: Di 14. Aug 2007, 16:22
Wohnort: Noch in Alemanha
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Severino » Fr 17. Aug 2007, 16:14

Das läuft in Brasilien anders. Ihr macht den normalen Kaufvertrag. Danach eine Procuracão beim gleichen cartório. In dieser Procuracão wird z.B. definiert, dass der Vorbesitzer das Recht hat die Immobilie z.B. mit Deiner Zustimmung, unter gewissen Umständen, usw. vermieten, verkaufen oder sonst was darf. Das kenne ich aber nicht so genau, habe ich erst einmal gemacht.... und das erst noch zwischen platten Reifen und Abflug....
paz e amor
Severino
Benutzeravatar
Severino
 
Beiträge: 3402
Registriert: Di 7. Feb 2006, 15:02
Wohnort: Anapolis GO
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 47 mal in 34 Posts

Leibrente

Beitragvon Martin » Fr 17. Aug 2007, 18:48

Hallo Leute

Was spricht dagegen in Brasilien ein Haus auf Leibrente zu erwerben?

Auch in Brasilien herrscht Vertragsfreiheit :-)

Man macht einen notariellen Kaufvertrag im Cartorio und dann wird das Ganze im Grundbuch eingetragen. Und ebenfalls ins Grundbauch kommt die Leibrente, genauso wie eine Hypothek, Grundschuld, Nießbrauch usw. auch eingetragen wird. Man braucht keine Dritten um für Sicherheit für Verkäufer als auch Käufer zu sorgen. Das Ganze lässt sich im Cartorio abwickeln.

Zur "Steuerersparnis"

Hier werden 2 verschiedene Steuerarten verwechselt.
zum einem die IPTU (Imposto Predial e Territorial Urbano), die Grundsteuer, welche jährlich zu entrichten ist und von der Gemeinde festgesetzt wird.

zum anderen die ITBI (Imposto sobre a Transmissão de Bens Imóveis) , Grunderwerbssteuer. welche sich nach dem Kaufpreis richtet. Hier sehe ich auch das einzige Problem eines solchen Leibrentenvertrages. Die Berechnung der ITBI wird ein wenig komplizierter, da die Leibrente ja auf einen jetzigen Barwert umgerechnet werden muß. Finanzmathmatisch eigentlich eine Kleinigkeit, aber es wird in Brasilien schwierig werden, jemanden zu finden, der eine solche Rechnung korrekt aufstellt und es wird ein gewaltiger Aufwand die dortige Gemeindebürokratie von der Richtigkeit der Berechnung zu überzeugen. :-)

Gruß Martin
Benutzeravatar
Martin
 
Beiträge: 28
Registriert: Di 15. Mär 2005, 18:58
Wohnort: Lübeck/Cuiaba
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 3 mal in 3 Posts

Re: Leibrente

Beitragvon Severino » Fr 17. Aug 2007, 19:09

Martin hat geschrieben:...Man macht einen notariellen Kaufvertrag im Cartorio und dann wird das Ganze im Grundbuch eingetragen. Und ebenfalls ins Grundbuch kommt die Leibrente....

Bist Du da sicher? Habe ich noch nie gesehen. Soll aber nicht heissen, dass es nicht geht. Vermute aber, dass es schwierig wird sowas auf einem cartório, das sowas noch nie gemacht hat zu machen....
Im Normalfall bleiben die Papiere in der Hand von dem Verkäufer, bis der Käufer alles bezahlt hat. Erst dann geht man gemeinsam aufs cartório und macht den compra e venda Vertrag, wo dann auch drinsteht, dass bezahlt wurde.... Ich kenne es nur so. Und eben mit Procuracao...
paz e amor
Severino
Benutzeravatar
Severino
 
Beiträge: 3402
Registriert: Di 7. Feb 2006, 15:02
Wohnort: Anapolis GO
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 47 mal in 34 Posts

Beitragvon 007 » Fr 17. Aug 2007, 21:22

@martin
Auch in Brasilien herrscht Vertragsfreiheit Smile


......aber ob das Cartorio einen solchen Vertrag akzeptiert ist wohl eine
andere Frage. :roll: :?:

Severino

Haben wir schon wieder einen Imobilienspezialisten in userer Runde?
Der letzte macht wohl grosse Geschaefte in Rio, mit oder ohne CRECI
Nummer..........

abraço

007
Leben oder sich geschaeftlich betätigen in Fortaleza
oder Ceará ? WIR HABEN IMMER NEUE UND SERIOESE ANGEBOTE !


fortalezaconsult
Benutzeravatar
007
 
Beiträge: 919
Registriert: So 12. Nov 2006, 17:08
Wohnort: Fortaleza/CE/Brasil
Bedankt: 14 mal
Danke erhalten: 10 mal in 9 Posts

Beitragvon Martin » Sa 18. Aug 2007, 20:39

Hi Severino

Das funktioniert ohne große Probleme, heutzutage leben die Cartorios auch nicht mehr hinterm Mond :-)

Zunächst einmal muß unterschieden werden zwischen dem notariellen Kaufvertrag ( Escritura publica de compra e venda no Cartório do Ofício de Notas) und dem Grundbucheintrag (Registro no Cartório do Registro de Imóveis competente). Dabei kann es sein daß beides beim gleichen Cartorio gemacht wird oder auf zwei unterschiedlichen, je nachdem bei welchen Cartorio die Imobilie registriert ist. In Brasilien gibt es kein zentrales Grundbuchamt, das für die gesamte Gemeinde zuständig ist wie wir es aus Deutschland kennen. Je nach Größe der Gemeinde werden verschiedene Grundbücher bei verschiedenen Cartorios geführt. Dabei ist jedes Cartorio für einen genau festgelegten Bereich zuständig.

Der Kaufvertrag kann abgeschlossen werden, wenn sich Verkäufer und Käufer über die Modalitäten einig sind. Da wären z.B. Barzahlung, Teilzahlung oder eben auch Leibrente. Im Kaufvertrag selbst sind dann die Zahlungsvereinbarungen und sonstigen Bedingungen aufgeführt. Das nennt sich dann " Clausula resolutivo". Und nachdem der Kaufvertrag ausgestellt ist, geht man zu Grundbuchamt und läßt das im Grundbuch eintragen. Einfach mal beim Cartorio fragen und man wird sich wundern was alles möglich ist.
@Severino
Also im Normalfall geht man zuerst zum Cartorio macht einen Kaufvertrag und bezahlt dann und die Papiere bekommt man gleich. (Naja ein paar Tage dauert es schon bis der Kaufvertrag ausgestellt ist und der Grundbucheintrag dauert ein paar Tage)

Ich persönlich würde nie und nimmer einen Centavo bezahlen ohne eine Kaufvertrag und ohne einen Grundbucheintrag.

Und die Sache mit der Procurcao, sehr beliebt, da preiswert. Eine Escritura und ein Registro können mal so eben ein paar tausend Reais kosten, hängt vom Kaufpreis ab. Eine Vollmacht ist dagegen geschenkt, aber auch fürn !&@*$#!, da man nicht weis wieviele dieser Vollmachten kursieren.

Merke: QUEM NÃO REGISTRA NÃO É DONO

@ 007 jedes kompetente Cartorio wird einen solchen Vertrag akzeptieren.

Was denkt ihr denn, wie die Brasilianer das machen, die eine Imobilie finanzieren?


Und falls ihr euch fragt woher ich das weis, ich habe im Januar die letzte Rate(von vier verteilt über 18 Monate) für unser Haus bezahlt. Und genauso wie oben beschrieben wurde es gemacht. Alles im Cartorio ohne Anwalt, das Geld kann man sich sparen. Nach Bezahlung der letzten Rate wurde nach Vorlage der Quitungen und der Bestätigung des Verkäufers, daß alles korrekt war, die Clausula resolutivo gelöscht. Das hat dann noch mal 17 Reais gekostet.

Noch etwas zum Hauserwerb. Man liest hier immer wieder, daß es wichtig sei zu überprüfen, ob die IPTU , Strom und Wasser bezahlt seien.
Wichtig ist hiervon nur die IPTU, weil dafür die Imobilie haftet, d.h. die Steuerschlud liegt auf dem Grundstück und ein Neubesitzer haftet dafür und auch für eventuell noch ausstehende Steuern aus vergangenen Jahren. Und im Gegensatz zur landläufigen Meinung muß die IPTU nicht bezahlt sein um eine Imobilie zu erwerben. Nur irgenswann kommt man nicht mehr drumrum sie zu bezahlen, aber dafür bieten einem die Gemeinden i.d.R. Ratenzahlungsmöglichkeiten die für wohl jeden tragbar sind.
Im Gegensatz dazu haftet für Strom und Wasser derjenige, auf dessen Namen die Anschlüsse laufen. Ein Neubesitzer haftet dafür nicht.

Gruß Martin
Benutzeravatar
Martin
 
Beiträge: 28
Registriert: Di 15. Mär 2005, 18:58
Wohnort: Lübeck/Cuiaba
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 3 mal in 3 Posts

Beitragvon Olá » So 19. Aug 2007, 09:34

Hallo Martin,

danke für Deine ausführliche Beschreibung und ich werde das genau so machen und hier berichten, wie unsere Leibrentensache gelaufen ist.



Abracos

Olá
Benutzeravatar
Olá
 
Beiträge: 16
Registriert: Di 14. Aug 2007, 16:22
Wohnort: Noch in Alemanha
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Olá » So 19. Aug 2007, 12:18

Noch ne Frage:

Kann man eigentlich diesen ganzen Papierkram beim Catorio durch einen
Despachanten vor Ort erledigen lassen oder ist davon abzuraten ?
Benutzeravatar
Olá
 
Beiträge: 16
Registriert: Di 14. Aug 2007, 16:22
Wohnort: Noch in Alemanha
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Severino » Mo 20. Aug 2007, 09:04

Martin hat geschrieben:.....Noch etwas zum Hauserwerb. Man liest hier immer wieder, daß es wichtig sei zu überprüfen, ob die IPTU , Strom und Wasser bezahlt seien. ...
Im Gegensatz dazu haftet für Strom und Wasser derjenige, auf dessen Namen die Anschlüsse laufen. Ein Neubesitzer haftet dafür nicht.

Das ist richtig. Jedoch weigert sich die Telefongesellschaft, der Wasserversorger und der Stromlieferant den Anschluss für Dich in Betrieb zu nehmen, wenn da noch Rückstände vom Vorbesitzers sind. Und wenn der nicht zahlen will, dann bleibt Dir nix anderes übrig, als dessen Rechnung zu bezahlen damit Du Telefon/Strom/Wasser kriegst. So ist das in der Praxis.
paz e amor
Severino
Benutzeravatar
Severino
 
Beiträge: 3402
Registriert: Di 7. Feb 2006, 15:02
Wohnort: Anapolis GO
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 47 mal in 34 Posts

Beitragvon Olá » Mo 20. Aug 2007, 15:53

Oi Severino,

Altlasten sind dort nach Angaben des deutschen Verkäufers und Besitzers keine. Strom, Wasser etc. ist auch nicht das Problem, da meine Frau bei Vertragsabschluss runterfliegt und dort erst einmal eine zeitlang wohnen und das Anwesen bewirtschaften wird. Der Despachante sollte erst einmal Kaufvertrag und die Registrierung übernehmen, bis meine Frau vor Ort ist. Ich schätze mal, so ein Despachante hat ein wenig mehr Ahnung von der Marterie als meine Frau. Ich kann leider bis Ende des Jahres oder vielleicht auch noch was länfger aus beruflichen Gründen nicht runterfliegen
Meinst Du, das Cartorio würde mir auf Fax-Anfrage mitteilen, ob alles mit dem Grundbuch in Ordnung ist ? Ich vertraue zwar dem Verkäufer, aber sicher ist sicher.

Abraco

Olá
Benutzeravatar
Olá
 
Beiträge: 16
Registriert: Di 14. Aug 2007, 16:22
Wohnort: Noch in Alemanha
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

VorherigeNächste

Zurück zu Immobilien - Tipps

 



Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlungen

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]