Heimkehr nach Deutschland

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 29. Aug 2014, 22:04

Oi Rob
Es gibt dazu von mir mehrere ausführliche Beiträge, in dem ich meine Rückkehr "verteidigt" habe. In beiden Foren. Ist leider bei meinen vielen Beiträgen nicht leicht, die zu finden.

Aber machen wir es anders herum, sag mir deine Gründe, warum du in Brasilien bist bzw. warum du nach Brasilien willst und ich sage dir das Argument dazu, warum das bei mir nicht mehr zieht.

Bei mir ist zum Schluss nur noch als Bleibegrund das schöne Wetter und die Landschaft übrig geblieben, früher auch mal die Brasilianischen Frauen und die interessante Arbeit, aber das zählt nicht mehr, weil ich inzwischen mit einer Brasilianerin glücklich verheiratet bin, die mir da keinen Spielraum lässt und zum anderen bin ich nun bald Rentner, wodurch das auch wegfällt. Dazu noch der Hinweis, dass ich die Arbeit in Brasilien nur als Chef gut fand, als Subalterner würde ich nie in Brasilien unter einem Brasilianer arbeiten.

Ansonsten ist mir Brasilien zu laut, zu schmutzig (Umwelt), zu unsicher, zu chaotisch (Verkehr und allgemeine Organisation) mit unzureichender Gesundheitsversorgung, letztendlich auch zu teuer, (weil man für viel Geld nur wenig Gegenwert bekommt) und ich kann die Faveals und die Armut um mich herum nicht mehr ignorieren, die mich in einem reichen Land wie Brasilien wütend macht. Ich hab das alles als Expat hingenommen, weil dem natürlich ein fettes Leben gegenüber stand. Aber als Privatier ist mir dann Deutschland mit seinen Möglichkeiten lieber. Brasilien ist halt zukünftig Urlaubsland wo man auch mal 2-3 Monate überwintern kann.

Gruß
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon Zwitscherer » Sa 30. Aug 2014, 01:24

Schön gesagt , lass von Dir hören. Auch wenn der erste kalte Winter unangenehm wird :))))
Ciao Zwi
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon Albino » Sa 30. Aug 2014, 07:00

O_Periquito hat geschrieben:@trem mineiro
nun bist du zurück nach deutschland, hast es richtig gemacht. ich wünsche dir und deiner frau viel glück für euren "neuen start" in deutschland. sehr oft gehört mehr mut dazu wieder nach deutschland zurück zu gehen als hier zu bleiben.

was mich abschrecken würde wieder nach deutschland zurück zu gehen ist der jahreszeitenwechsel, das wollte ich so krass nie wieder haben. wir sind mehr für die wärme als für die kälte.

ich kann nur jeden empfehlen der sich mit den gedanken trägt nach brasilien auszuwandern sich das tausend mal zu überlegen und dann NICHT nach brasilien auswandern. wir leben fast 20jahre hier und ich weiss wovon ich rede.

gruss O_Periquito





Nun ja, im Sommer wird es in Blumenau auch verdammt heiss und im Winter ziemlich kalt. Während mich die Hitze nicht stört, finde ich die Kälte in Blumenau ziemlich unangenehm. Nun ja, bin einfach jetzt während dieser Zeit in der Schweiz.
Gruss Albino
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon Frankfurter » Sa 30. Aug 2014, 11:48

Ich bin eine "Frierkatze". Daher vermisse ich in Brasilien die schöne Heizung aus D. Am kleinen Rädchen der Heizung gedreht, und schon ist es warm wie gewünscht. So viel gefrohren, wie in Brasilien habe ich nicht in Deutschland seit den 40 er Jahren nach dem WW2 :twisted:

Trem: Du hast Dir jetzt aber auch eine schöne Gegend ausgesucht. Geh mal in Ballungsgebiete, in denen Asylanten und Imigranten, und Kulturbereicherer usw. wohnen. Z.B. in Offenbach /Main ( 10 km von Frankfurt ) sind in der ersten Klasse der Volksschule nur noch 4 % geborene Deutsche. Wer schickt da noch seine Kinder in die Schule ?? Setz Dich da mal beim Arzt ins Wartezimmer des Kassenarztes.Da kannst Du Dich freuen, wenn der noch Deutsch spricht . Termine zwischen 4-12 Wochen.

Hier( Br )zahle ich RS 250 und bin in 30 Min. beim Arzt, der auch nicht dümmer ist als der in Deutschland, sich aber mehr Zeit für meine Probleme nimmt, und die Laborergebnisse noch mit mir durchspricht.

Deutschland hat seine guten und schlechte Seiten und Brasilen auch. Meine Frau und ich sagen daher immer: Wir suchen uns aus beiden Ländern das Beste für uns raus. =D>
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon Trem Mineiro » Sa 30. Aug 2014, 13:15

Das mit dem Winter müssen wir mal sehen, wir sind ja hier knapp 700 m hoch, also 600 m höher als in Hochheim/Main und immer noch 300 Meter höher als im Untertaunus, wo ich 20 Jahre gewohnt habe.
Meine Frau hat einen wirklich kalten Winter in Deutschland erlebt, so mit Schnee und Eis und meinte auch, das es nur eine Frage der Kleidung und der Heizkostenrechnung ist. Und man muss halt eine Wohnung haben, wo sich 2 Leute auch mal aus dem Weg gehen können.(dazu noch einen Hobby-Keller :D )
In Brasilien haben wir auf 1.000 m gewohnt mit zugigen Fenstern und Nächten mit 10-12°C und einer kleinen 1.000 Watt Heizung, so ganz doll waren die Nächte nicht, im Gegensatz zu den Tagen in der Sonne. Die Nächte in Monte Verde (an Karneval und Corpus Christi) dagegen waren eine Katastrophe, seitdem reisen wir nur noch mit eigener Heizung und Hoffen, das das lokale Hotel-Netz das durchhält. Und auch wirklich warme Klamotten waren da immer ein Problem.
Hier haben wir uns jetzt am Wochenende erst mal mit Pullovern und Anoraks etc. eingedeckt. Zu Preisen, dass wir erst dachten, es wäre noch Sommerschlussverkauf aber das war schon neue Ware.

Aber den sonnigen Winter, der zumindest tagsüber warme Temperaturen bescherte, werden wir wohl vermissen. Dieses Jahr werden wir wohl nicht nach Brasilien zur Familie fahren, aber zukünftig wohl. Haben da ja noch ausreichend Wohn- und Schlaf-Möglichkeiten.
Uns würde auch im Allgäu ein wenig Sonne reichen, kalt darf es schon sein. Das Auto hat Garage und Sitzheizung.

Hier in unserer Gegend ist das mit den Leuten mit Immigrations-Hintergrund wohl nicht so auffällig, wir waren allerdings die Woche in München, das ist schon international bunt, vor allem haben mich die vielen voll-verschleierten Frauen gewundert, aber das sind wohl keine Immigranten sondern Touristen.

Ich hab auch schon meinen Antrittsbesuch bei einem von 3 Ärzten hier im Ort gemacht, ohne Termin-Vereinbarung, das Wartezimmer war nicht überlaufen und der Arzt hatte Zeit für mich. Was ich aber schätze ist, dass die Feuerwehr im Ort einen Krankenwagen hat und Kaufbeuren und Marktoberdorf (beides 5 km entfernt ein funktionierendes Rettungssystem mit Notarztwagen. Das nächte (eins von vielen ) Krankenhaus ist dann ebenfalls in Kaufbeuren. KF war mal Garnison-Stadt und ist da wohl besser ausgestattet. Wichtig ist auch, dass ich mich mit den Ärzten natürlich besser austauschen kann. Der eine ist ein Iraner, spricht aber besser Deutsch als ich Fach-Portugiesisch.

Ansonsten danke für die guten Wünsche zum Start.

Gruß
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon moni2510 » Sa 30. Aug 2014, 13:42

wenn du die Menschen mit Migrationshintergrund treffen willst, dann fahr ich dich dahin :mrgreen: Wir haben da so ne Art Roten Platz ...
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 1. Sep 2014, 16:18

So, jetzt kann ich ein weiteres Kapitel zur Heimkehrer-Story hinzufügen. Einreise und Aufenthaltserlaubnis (AE)
Wir sind natürlich furchtlos mit der TAP über Lisboa eingereist, wobei ich normalerweise ja davon abrate. Aber für uns aus Belo ist das einfach die bequemste und schnellste Art nach FFM oder München zu kommen.
Unser Flug war eine Stunde verspätet und der Umstieg recht knapp, so dass meine Frau, deren AE bereits seit 2 Jahren verfallen ist, mit mir durch den Kontroll-Gang für EU-Bürger gegangen sind. Der Beamte hat das genutzt um seine eigene kleine Show abzuziehen.
Fragte ob meine Frau in D wohnen würde, sie hat dann erklärt, dass wir seit 4 Jahren wieder in B wohnen würden und sie jetzt wieder in D eine neue AE beantragen würde. Die Antwort meiner Frau gefiel ihm nicht und es entwickelte sich ein kleiner Disput, Meine Frau hat dann ein wenig verärgert ihren alten Pass mit der alten AE nachgereicht (ich stand die ganze Zeit neben meiner Frau und hab dann mal böse geschaut) Die Drohung gegenüber meiner Frau bezog sich allerdings zum Schluss nur noch drauf, dass sie sich in die ewig lange Schlange der Nicht-EU-Bürger hätte einreihen müssen, was uns in Zeitnot gebracht hätte. Aber irgendwie ging es dann und es gab den Stempel.
Man konnte aber fühlen, dass da eine gewisse Aversion gegen einreisende Brasilianer/innen bei dem Mann bestand. Ich hatte allerdings meiner Frau vorher gesagt, dass sie formal als Touristin einreisen würde, sie hat sich allerdings von der Frage des Beamten verblüffen lassen.

Zwischenzeitlich sind hat sich meine Frau hier auf der Gemeinde im Bürgerbüro angemeldet. Das klappte alles sehr gut, die Leute waren hilfsbereit und sehr freundlich. Heute waren wir jetzt auch auf der zuständigen Ausländerbehörde-
Ich hatte meiner Frau die Gesprächsführung überlassen um zu sehen wie man bei der Information und seitens des Sachbearbeiters reagiert. Ich muss sagen, wieder alles sehr zuvorkommend.
Zum einen lag dem Sachbearbeiter schon die Ausländer-Akte des Bürgerbüros vor, aufgrund deren hatte er schon die Akten aus unserem alten Wohnort angefordert, wenn auch noch nicht erhalten. Er war sehr gut über die Sonderstellung von Brasilianern informiert, hatte auch die Ergänzung zum Gesetz im Kopf und in seiner Akte. Und klar, heute könnte man auch keine Brasilianerin, die noch kein A1-Zertifikat hat, zurückweisen, da gibt es dann erst mal eine Fiktionsbescheinigung für 6 Monate um zu sehen, ob sie einen Deutsch-Kursus anfängt. Und klar, für ein Gespräch über Brasilien, Formalitäten, WM, Brasilianer und deutscher Staatsbürgerschaft war auch noch Zeit.
Der Fragebogen muss nur zum Teil ausgefüllt werden, ein Teil der Fragen sind halt unsinnig, wie z.B. der Unterhaltsnachweis bei deutschen Ehepartnern. An Unterlagen wird nur die Hochzeitsurkunde und die biometrischen Fotos verlangt. Nach Abgabe dauert es ca. 3 Wochen bis der Ausländerausweis ausgehändigt wird, ist ehr ein Problem der Druckerei in Berlin.
Wir hatten auch das Vergnügen 2 Telefongesprächen bezüglich Problemfälle mitzuhören. Der Tenor der Gespräche war immer, irgendwie eine Lösung zu finden, nicht sture Ablehnung wie ich es auch schon woanders erfahren habe. Wenn ich vorher ein Vorurteil gegenüber Bayrischem Beamtenwesen hatte ist das nun gründlich dahin. Bisher hat sich Bayern da von seiner besten Seite gezeigt.

Gruß
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon cabof » Mo 1. Sep 2014, 16:47

Danke Trem....
aber sagt mal Moni und Trem... in den Alpen ist ja tierisch was los.... Killer-Kühe haben Opfer gefordert - mehrere in den letzten Monaten...
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon Frankfurter » Mo 1. Sep 2014, 19:17

@ Trem

Einreise über Portugal: Das ist der alte Krieg zwischen den beiden Ländern. [-o<

@ cabof: Killerkühe gibt es auch im Hinterland von Minas. Meine Frau erzählt mir immer, welche Angst sie noch heute davor hat, als die Kühe durch den Ort getrieben wurden.
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Re: Heimkehr nach Deutschland

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 1. Sep 2014, 19:29

Hab hier von Killerkühen noch nichts gehört, aber ich würde nie ohne einen Wanderstock mit Spitze über eine bewohnte Weide gehen (hilft auch, wenn man mit dem Hund spazieren ist)
Im Farroupilha hab ich es mal mit einer Kampfziege zu tun gehabt, die schon 2 Touristen auf die Bäume geschickt hat. Nachdem ich mich mit meinem Wanderstock verteidigt hatte, die Ziege meinen Außen-Spiegel angeklappt hatte, stellet ich dann fest, dass sie nur spielen wollte, genaugenommen ihren Kopf an meine Hüfte reiben wollte.

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