Heirat in BRD: Visum "Einreise zur Eheschließung"

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Heirat in BRD: Visum "Einreise zur Eheschließung"

Beitragvon Floripa » So 13. Nov 2005, 20:14

Meine brasilianische Verlobte und ich wollen im Juni 2006 in Deutschland heiraten. Sie wird vorher von März bis April 2006 2 Monate hier in Deutschland einen Sprachkurs machen (im Rahmen des normalen dreimonatigen Aufenthaltrechtes innerhalb der Halbjahresfrist ->ohne Visum). Ende Mai reist sie noch einmal zurück nach Brasilien.

Laut Auskunft des hiesigen Standesamtes benötigt sie bei unserer persönlichen Anmeldung der Heirat (und natürlich später am Termin der Heirat) jeweils lediglich einen gültigen Aufenthaltstitel. D.h. wir könnten auch heiraten wenn sie im Juni ohne Visum hier ist (1 Monat innerhalb der Halbjahresfrist ist ja noch frei). Das Standesamt weist uns aber darauf hin, daß sie im Juni "eigentlich" mit einem Visum "Einreise zur Eheschließung" einreisen sollte, damit die Ausländerbehörde nach der Heirat "keine Schwierigkeiten bei der Aufenthaltserlaubnis macht"....

Sie will aber im Juni lieber ohne dieses Visum einreisen, da die Erteilung ca. 6 Wochen dauern kann, und sie sonst solange (von Ende Mai bis Mitte Juli) ohne mich in Brasilien darauf warten müsste.

Selbstverständlich werden wir vorher (ca. April) hier beim Standesamt die Anmeldung der Heirat machen (incl. alle legalisierten + übersetzten Dokumente vorlegen). Die Prüfung soll ja ca. 4 Wochen dauern.

Braucht sie nun das Visum "Einreise zur Eheschließung" oder nicht?
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon thomas » So 13. Nov 2005, 20:29

Hallo Floripa,

der Ausländerbehörde geht es da um die Problematik der Scheinehen. Es soll wohl Fälle gegeben haben, die offensichtlich Scheinehen waren, bei denen man die Aufenthaltserlaubnis dann nicht erteilt hat. Da gibt es offensichtlich Spielraum der Behörden, aber der dürfte eigentlich nur extrem klein sein, schließlich steht die Ehe in der Verfassung als schützenswertes Gut ganz weit vorn.

Das Nutzen eines solchen Eheschließungsvisums wird aus irgendeinem Grund als Indiz für die Ernsthaftigkeit der Ehe angesehen. Macht ihr es mit einem anderen Visum, ist das an und für sich kein grundsätzliches Problem. Wenn Du nicht wie ihr Zuhälter aussiehst und ihr wie eine nette normale Familie wirkt, passiert gar nichts.

Falls ihr in der Frage sehr in Sorgen seit, könnt ihr dem zuständigen Beamten in der Ausländerbehörde auch schon einmal vorab einen Besuch abstatten.

Viel Glück..
mit der Ehe an sich natürlich :)
t.
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Heiraten in Deutschland... und der Ärger geht los

Beitragvon Chris67 » Di 6. Dez 2005, 18:37

Jeder der seine Traumfrau aus Brasilien hier ehelichen möchte wird
es mit dem Ausländeramt zu tun bekommen.
Nicht wenige Brasilianerinen bezahlen ihre deutschen Ehemänner für
den Trauschein und der dazugehörigen Arbeitserlaubnis. Um hier
legal und ungestört "Arbeiten" zu gehen.
Vor dem Ausländeramt sind erst einmal alle gleich. Egal wie ernst eure Absichten sind.
Jedem wird erst einmal Schlechtes unterstellt und muß gegenteiliges beweisen.

Ich habe es genau so gemacht wie es eigentlich richtig sein sollte und es genau falsch gemacht.
Sie ist erst ausgereist und mit einem Visum zur Eheschließung wieder
eingereist. Dannach innerhalb von drei Monaten in Deutschland geheiratet.
Schreibt sich sooo leicht, war aber ein endloser Behördenrun und Papierkrieg.
Plus Kosten für die beglaubigten Übersetzungen, das Tiket und die Zeit
vor der Wartenummeranzeiger im Ausländeramt, die Telefonate usw.

Insgesammt nicht zu empfehlen.

Die Heirat in Dänemark ist eine Alternative, die es zu überlegen gilt.
Nach drei Tagen seit ihr Mann und Frau.
Die Anerkennung der Ehe in Deutschland ist nur eine relativ kleine Formsache auf die Ihr einen
Rechtsanspruch habt.
Die Vorraussetzungen einfach.
Kopien vom Familienstammbuch.
Und sie/er muß sich legal in Dänemark/ Europa aufhalten.

Aber die Probleme fangen erst nach der Hochzeit an.
Wir Deutsche sind manchmal für eine, fasst waffenscheinpflichtige Brasi,
zu nett oder einfach zu unerfahren.

Am besten die ersten Monate jeden Kontakt zu anderen Brasilianerinnen
verhindern oder ninimieren und darauf achten das sie sich hier integriert,
deutsch lernt, selbständig wird. Sich wohl fühlt.
Hört sich brutal an, aber wenn sie es nicht in den ersten Monaten schafft
sich mit der deutschen Lebensweise anzufreunden. wann dann?
Nur in den ersten Wochen ist die Motivation am größten und ihre Einsicht da.
Die Tage sind nun mal länger als die Nächte und auch wichtiger.

(obwohl die Nächte auch ..äh.....na ich schweife ab!

Durch meine Frau konnte ich einige andere Paare kennenlernen, bei denen einer/eine nicht deutsch war.
Die "Erfolgsgeschichten" waren nach zwei Jahren echt bedrückend und
beängstgend.

Würde mich freuen wenn ich mal was positives hier lesen könnte.
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Hallo

Beitragvon Zwitscherer » Mi 7. Dez 2005, 11:28

Hatte es vor langer Zeit mal erwähnt .
Eine Frau , die mit einem Deutschen verheiratet ist ( oder Mann mit deutscher Frau ) hat einen Rechtsanspruch , in Deutschland zu bleiben . Diese Information erhielt ich vor mehr als 4 Jahren persönlich von der Ausländerbehörde . Allerdings hatte meine damals schon ihr Visum zur Eheschließung . Solche Informationen werden aber selten rausgegeben , meinte die Dame lächelnd und in meinem Fall eh nicht erforderlich :lol: . Erst wenn Kinder mit ins Spiel kommen , wird der Staat grausam und weist zur Not die Kinder allein nach den 3 Monaten aus !
Ciao Zwi
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Beitragvon PoisonYvi » Mi 7. Dez 2005, 11:56

Chris67 hat geschrieben:Am besten die ersten Monate jeden Kontakt zu anderen Brasilianerinnen
verhindern oder ninimieren und darauf achten das sie sich hier integriert,
deutsch lernt, selbständig wird. Sich wohl fühlt.
Hört sich brutal an, aber wenn sie es nicht in den ersten Monaten schafft
sich mit der deutschen Lebensweise anzufreunden. wann dann?
Nur in den ersten Wochen ist die Motivation am größten und ihre Einsicht da.
Die Tage sind nun mal länger als die Nächte und auch wichtiger.


Die Erfahrung kenne ich auch schon. Mein Kumpel (selbst Brasilianer, aber inzwischen seit 17 Jahren hier, und deutschen Pass) hat eine Brasilianerin geheiratet, und sie dafür extra hier hergeholt. Sie ist inzwischen 2 Jahre hier, spricht außer "Entschuldigen Sie bitte", Bitte, Danke, Hallo und Tschüß kein Wort deutsch, hat lauter brasilianische Freundinnen hier, die Familie brasilianisch, eben alles. Sie kann nichtmal alleine in die Stadt gehen, wenn sie nicht genau weiß wohin, weil sie ja nichtmal nach dem Weg fragen kann. Und seit die verheiratet sind, hat sie auch nicht wirklich Interesse daran, sich irgendwie hier zu integrieren. Sie hat ja jetzt deutsche Papiere, wozu also? Kein deutsch lernen, nicht arbeiten, Mann verdient ja Geld, etc. Hätte er das von Anfang an gleich so gehandhabt, dass sie nicht nur mit Brasilianern Kontakt hat, sondern auch mit Deutschen, hätte sie sich anstrengen müssen deutsch zu lernen, und sich integrieren müssen. Aber so??? Und jetzt ist es zu spät...
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Hi

Beitragvon Zwitscherer » Mi 7. Dez 2005, 12:20

Ich denke , es ist nie zu spät . Man muß sich nur gemeinsam Mühe geben :idea:
Ciao Zwi
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Beitragvon Viva Floripa » Fr 9. Dez 2005, 15:09

Es ist nie zu spät, da hast du recht,Zwitscherer. Sofern man will! Eine brasilianische Bekannte von mir dolmetscht (als Hobby sozusagen – nicht als Beruf) für die Behörden hier in der Gegend, eine Pauschalierung kann man bei den Brasilianerinnen nicht machen. Das würde ich schon eher bei den Türkinnen wagen, wo ganz andere Maßstäbe in Religion und Mentalität zugrunde liegen. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.
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Beitragvon Chris67 » Fr 9. Dez 2005, 20:43

Behörden bewilligen nur dass, worauf man einen Rechtsanspruch hat.
Das liegt in der Natur einer Behörde.
Gefälligkeiten, Hilfe oder Entgegenkommen sind für Beamte Fremdwörter.
Die sind auch wohl etwas zu oft verarscht worden.

Hier in einer Kleinstadt eine Brasilianerin heiraten und mit ihr glücklich
werden ist nicht sehr einfach.
Die Bürokratischen Hürden sind nur ein Fleiß -und Gedultsakt.
Das es etwas teurer wird eine "nicht Leitkulturfrau" zu ehelichen ist auch
klar.
Aber dann kommen Probleme auf die ich nicht vorbereitet war.
Die Gerüchte, das gemeine Geschwätz.
Ich hätte sie aus dem Internet bestellt, Von der Straße oder aus einem Puf
geholt. Sie ist nur wegen dem hohen Lebensstandart hier.
Und einige andere Sachen.
Für meine Frau und auch für meine Mutter war es anfänglich nicht einfach.

Die Doppelmoral in Deutschland kotzt mich sowieso an.
Alle rennen Sie am Sonntag in die Kirche und beten einen Mann an, der
zu seinen Lebzeiten mit Huren verkehrte und gepredigt hat genau
diesen Menschen zu helfen. Und eine halbe Stunde später verbreiten
die gleichen Gläubigen Sachen über ihre Mitmenschen,
die sie nicht kennen und nicht mal verstehen.

Die Vorteile überwiegen aber.
Eine Frau an meiner Seite die nie große Ansprüche stellt.
Die noch Prinzipien, Lebensfreude und Familiensinn hat.
Und für meinen auch wesentlich besser aussieht als
eine durchemanzipierte Alemana.

[b]Und das Temperament, dass alle Brasis haben![/b]

Mir ist nen fliegender Teller einfach lieber als eine nicht enden wollende Beziehungsdiskusion.
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Hi

Beitragvon Zwitscherer » Fr 9. Dez 2005, 21:16

Doppelmoral haste in fast allen Ländern . Schau die die Spießer in den USA an . Würden am liebsten öffentlich im TV Hinrichtungen zeigen , aber ne entblöste Titte ruft Tausende zu Protest auf . Sowas Hirnlosen hab ich noch nie erlebt .
In Brasilien gehen die meisten auch in die Kirche und beten allesmögliche und schon 10 min danach wird fast alles gebrochen .
Wenn ne Doofe genau erkennt , was sie mit ihrem Arschgewackel im Kopf eines Mannes anstellen kann , wird sie's sicher genauso ausnutzen wie der Forscher , der ne neue Entdeckung macht .
ich wünsch noch was :D
Ciao Zwi
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Einreisevisum in nur 19 Tagen

Beitragvon Chris67 » Fr 9. Dez 2005, 21:30

Ach ja.. ich wurde gefragt.
Einreisevisum zur Heirat war nach 3 Wochen da. Absoluter Rekord!
Regellaufzeit ist aber 6-10 Wochen.

Geht so schnell, wenn:

Sie in Brasilien am Konsulat erscheint mit:

Geburtsurkunde + zwei aktuelle Passfotos 5x7cm + Reisepass

Hilfreich ist eine Bescheinigung über die Krankenversicherung von der Einreise bis zur Hochzeit.
Deine Meldebescheinigung vom Einwohnermeldeamt für ihre one-way-Ausreise nach Deutschland.

Sie muß Geburtsurkunde und Reisepass (Möglichst alle Seiten) dort im Konsulat kopieren und beglaubigen lassen und dir zuschicken.

Diese Dokumente hier übersetzen und beglaubigen lassen.

Dann zum Standesamt und mit diesen Dokumenten nach einem Heiratstermin fragen.
Ist ganz wichtig, das ein Termin für die Eheschließung geplannt ist.
Der Termin wird dann vom Standesamt unter vorbehalt bestätigt.


Rechtsanspruch auf das Visum besteht erst, wenn ein Termin für die Eheschließung vorhanden ist.

Jetzt unaufgefordert zum Außländeramt mit:
- Verdienstbescheinigung (sollte deutlich über dem Sozialhilfesatz liegen)
Einige Ämter verlangen auch eine Bankbürgschaft (bis zu 2500,- EUR)
- Bescheinigung über Krankenversicherung für den Zeitraum von der Einreise bis zur Heirat.
- Der Bescheinigung vom Standesamt.
- Personalausweis
Selten wird verlangt auch nachzuweisen ob genügend
Wohnraum für euch beide zur Verfügung steht.

Mit diesen Unterlagen muß das Ausländeramt zeitnah
für die Einreise entscheiden und dieses dem Konsulat mitteilen.
Wenn das Ausländeramt diese Unterlagen schriftlich nach und nach von dir
anfordert ziehen schnell ein paar Wochen ins Land.


Ganz wichtig ist auch, das man so alle zwei Tage anruft, ob schon
was entschieden ist oder noch Unterlagen benötigt werden.
Auch fragen wer den da jetzt entscheidet und wie lange es denn noch dauert.
Manchmal auch vermittel. Standesamt, Konsulat und Ausländeramt
fordern nicht selten von einander Papiere, die der andere gar nicht kennt.
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