Heiraten in Brasilien ...

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Heiraten in Brasilien ...

Beitragvon halmir » So 16. Apr 2006, 17:12

Hallo Brasilienfreunde,

ich hätte mal, nicht nur aus Neugierde, einige Fragen: :?:

Erstmal etwas zu mir und meiner "Situation": Im Mai möchten in Salvador eine Brasilianerin (25 J., ledig, Bundesstaat AM) und ich (44J., ledig - D) heiraten.
Wir haben uns Ende letzten Jahres dort kennengelernt. Ich, erstmals in Bra., war da bei einem deutschen Bekannten, der dort verheiratet ist. Sie ist die Freundin von dessen Frau. Es war nicht meine Absicht in Brasilien auf "Brautschau" zu gehen, es hat halt "gefunkt".

Seit über zwei Monaten ist nun meine brasilianische Freundin bei mir in Deutschland zu Besuch, wir konnten uns also schon (etwas, im deutschen Alltag) kennenlernen. Von den Heirats-Formalitäten her, ist mir alles klar und auch soweit wie möglich angelaufen. Doch zu einigen anderen Fragen, wären Auskünfte für mich interessant (im Vorfeld,ehe die mir der Standesbeamte bzw. der Dolmetscher, erklärt):

- Ihre und meine Rechte und Pflichten bei einer Heirat
- Was passiert mit vorhandenem Eigentum/ Kredite, Schulden, - geht dass ohne der "Separacao completa e total de bens" in gemeinsames Eigentum über?
- Wie läuft das bei einer standesamtliche Trauung so ab (Erklärungen, Dolmetscher)?
- Welche Verantwortung übernehme ich für ihre vorhandene Tochter (meine Freundin ist ledig, die Tochter meiner Freundin lebt bei der Großmutter)?
- In absehbarer Zeit möchten wir in Deutschland leben (später aber nach Brasilien), - welche Vorbereitungen sollte ich beim Brasilienaufenthalt gleich machen, hinsichtlich Beglaubigungen, Namensänderungen, einen längeren Deutschlandaufenthalt meiner "Zukünftigen" (Visa, Staatsbürgerschaft, Krankenversicherung?)

Einiges sehr Interessantes zu den Themen Heiraten, Scheidung, Zusammenleben, Bürokratie ... , konnte ich schon hier im Forum herauslesen,- schade, dass ich nicht schon früher auf das Forum gestoßen bin... .

Mit meiner Freundin hatte ich schon einige Gespräche (mit Wörterbuch) zu Themen wie: verschiedene Kulturen, Altersunterschied, Lebensstandart, Zukunftsvorstellungen, ... , doch wies dann wirklich wird?

Ich hoffe, ihr zerreist mich nicht gleich in der Luft (Naiv?, Klischees?)?!

Für Antworten auf meine Fragen wäre ich euch sehr dankbar! :wink:
Tchau!
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Re: Heiraten in Brasilien ...

Beitragvon thomas » So 16. Apr 2006, 18:00

halmir hat geschrieben:- Was passiert mit vorhandenem Eigentum/ Kredite, Schulden, - geht dass ohne der "Separacao completa e total de bens" in gemeinsames Eigentum über?


Ohne spezielle Vereinbarung gilt Comunhão Parcial de Bens (Zugewinngemeinschaft). Ihr teilt dann alles, was während der Ehe anfällt. Aus der Zeit vor der Ehe stammendes Eigentum bzw. auch Schulden verbleiben bei jedem Partner individuell.
Tipp: Bei Wertgegenständen vorher eine Liste machen, damit später klar ist, was vorher da war.

Andere Varianten sind Comunhão universal de bens (Gütergemeinschaft) sowie Separação total de bens (Gütertrennung).
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Beitragvon Severino » Mi 19. Apr 2006, 16:53

oi halmir
Parabens. Scheint ja alles ganz plausibel und hast sie ja über Deinen Bekannten kennengelernt. Er ist sicher die beste Referenz die sie haben kann...
Nun zu Deinen Fragen:
Ihre und meine Rechte und Pflichten bei einer Heirat

Da ändert sich nicht viel für Dich. Sie erhält eine Aufenthaltsbewilligung und auch eine Arbeitserlaubis. Steuertechnisch werdet ihr als verheiratet angesehen. Das wars dann eigentlich auch schon. DIe "deutsche" Heirat sollte aber noch auf dem Brasilianischen Konsulat registriert werden.
Was passiert mit vorhandenem Eigentum/ Kredite, Schulden, - geht dass ohne der "Separacao completa e total de bens" in gemeinsames Eigentum über?

Vorher war vorher. Ansonsten hat das Thomas schon sehr gut erklärt.
Wie läuft das bei einer standesamtliche Trauung so ab (Erklärungen, Dolmetscher)?

Nachdem alle Papiere akzeptiert wurden findet die Trauung statt. Die "Zeremonie" dauert max. 30 min und wenn sie kein deutsch kann ist ein Dolmetscher erforderlich.
Welche Verantwortung übernehme ich für ihre vorhandene Tochter
Rechtlich keine, moralisch bist Du der tio oder pai, hängt von ihrer Situation ab und was Du willst. Verantwortung hast Du erst nach einer Adoption. Dann bist Du auch offiziell "erziehungsberechtigt".
In absehbarer Zeit möchten wir in Deutschland leben (später aber nach Brasilien), - welche Vorbereitungen sollte ich beim Brasilienaufenthalt gleich machen, hinsichtlich Beglaubigungen, Namensänderungen, einen längeren Deutschlandaufenthalt meiner "Zukünftigen" (Visa, Staatsbürgerschaft, Krankenversicherung?)
Ich würde lediglich die zur Heirat notwendigen Papiere organisieren, eventuell übersetzen und beglaubigen lassen. Die sollten dann aber bei der Heirat nicht älter als 6 Monate sein.

Ansonsten gebe ich Dir den Tipp: Lasst Euch Zeit. Verheiratet bist Du schnell. Scheiden dauert länger, insbesondere wenn sie wegen Unterhalt oder Aufenthalt dann nicht will. Mehrmals hin und herzufliegen nach dem Motto: "Drum prüfe..." ist trotz der grossen Verliebtheit empfehlenswert. Unterhalte Dich auch noch Mal mit Deinem Bekannten. Brasilianerinnen sind schnell in einen Mann verliebt, der eine bessere Zukunft verspricht. Ob Eure Beziehung hält was Du Dir davon versprichst kannst nur Du selbst herausfinden. Das Risiko bei einer Heirat (bzw. Scheidung) trägst Du.
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Beitragvon Tuxaua » Mi 19. Apr 2006, 22:39

Severino hat geschrieben:Ansonsten gebe ich Dir den Tipp: Lasst Euch Zeit. Verheiratet bist Du schnell.
Kann ich nur unterschreiben.

Hatte beim Lesen deines Beitrages ein bisschen ein deja-vu (schreibt man das so?).
Das erste Mal in BR, der Altersunterschied, Kennlernen über Bekannte usw. Das Einzige, was ich damals nicht gemacht habe, war heiraten, und rückblickend war das auch gut so.

Warte noch mit der Hochzeit, vor allem in Deutschland.
Lernt eine gemeinsame Sprache (sie Deutsch oder du Port.), unternehmt was zusammen, nimm dir ein paar Wochen Zeit und besuch sie in BR, dazu macht Portugiesisch viel Sinn, weil nur dann erfährst du Hintergründe über sie und ihre Familie! Lernt euch kennen und entscheidet dann gemeinsam.
Triff heute noch keine Entscheidung, Liebe macht blind und das bist du zur Zeit!
Wenn eure Beziehung was taugt bleibt sie auch ein paar Monate ohne Zusammenleben erhalten.
Das ist ernst gemeint, ich kenne viele Amazonensen (im guten und im schlechten Sinne), letzendlich hast du die Probleme an der Backe und nicht sie.

Viel Glück!
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Beitragvon halmir » Sa 22. Apr 2006, 20:01

Hallo,

danke für eure Antworten! Ja, in der Tat gibt es Vieles, was auch bei mir Bedenken auslöst, aber noch ist etwas Zeit (bis zum Heiratstermin, - in Brasilien, Salvador, ...).

Meine (unsere) Überlegungen sind doch auch schon auf die (fernere) Zukunft ausgerichtet und nicht nur auf das Jetzt.
Die verschiedene Mentalität /Kultur, der Altersunterschied, die Entfernung, die Sprache, die Zukunftsvorstellungen, der Bürokratismus - es gibt genug Gründe, um uns noch intensiv mit dem "Wie gehts weiter?" auseinanderzusetzen. In Kürze in Brasilien, werde ich dann auch eingehend meinen Deutsch-Salvadorianer damit konfrontieren. :idea:
Tchau!
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Beitragvon Severino » Mo 24. Apr 2006, 14:53

oi halmir
Gute Reise und
Es war nicht meine Absicht in Brasilien auf "Brautschau" zu gehen, es hat halt "gefunkt".
ist normalerweise ein gutes Zeichen. Nun ist mir noch was aufgefallen und zwar zur Wohnsituation: Die Tochter wohnt bei der Oma, aber wo wohnt denn sie? Bei Deinem Bekannten und seiner Frau?
Und wie gesagt, er ist die beste Informationsquelle für Dich (nach ihr natürlich).
Boas ferias.
P.S.: wie heisst es so schön: no risk - no fun. Ausserdem kennt ja niemand die Zukunft und wie Du selbst schon sagst
... , doch wies dann wirklich wird?
Das kannst nur Du erleben....
paz e amor
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