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 Betreff des Beitrags: Re: Trennung
BeitragVerfasst: 27 Aug 2005 11:28 
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tinto hat geschrieben:
Hans hat geschrieben:
JEDER MANN ist für seine eigenen Entscheidungen verantwortlich und sollte nicht hinterher heulen, wenn er nicht so einfach aus einer Beziehung rauskommt, in die er vorher freiwillig hinein gegangen ist.
ABER leider können viele Männer ihre eigenen Entscheidung nicht mehr akzeptieren und wie ein Mann dazu stehen - und dann gibt es das übliche Heulen und Schuldzuweisungen :!:

Hans


Also, soweit keine Kinder da sind und die Kindererziehung keine rolle spielt, kann ich Dir in keiner Weise zustimmen. Warum ist Heiraten so einfach und sich scheiden lassen so schwer? Umgekehrt müsste es wohl sein.

Beziehungen entstehen, Beziehungen gehen. in der Zeit, in der man sich liebt, sorgt man füreinander. Ehelicher Unterhalt, Verteilung von Aufgaben, etc.. Wenn's in die Brüche geht, geht eben wieder jeder seine Wege und muss sehen, wie er oder sie klarkommt.

Für jeglichen nachehelichen Unterhalt, erst recht für solchen über den Sozialhilfesatz hinaus, gibt es keinerlei moralische Rechtfertigung.



Du hast eine sehr deutsche Denkweise, wo er wie sie die gleichen Voraussetzungen haben, vielleicht haben sie beide gerade eine Ausbildung oder einen Beruf, also auf der gleichen Ebene, jeder kann, wenn keine Kinder vorhanden sind, sich ins Single-Leben verabschieden.

Aber es gibt schon die Fälle, wo gerade die Frau, auch gerade vom Mann erwartet, weil er der Verdienende in dieser Gemeinschaft bleiben will, die Frau auf die Berufsausbildung/Studium verzichtet oder den Beruf sogar aufgegeben oder unterbrochen hat! Da kann der Mann nicht davon reden, dass gleiche Voraussetzungen vorhanden sind, es ist eben vorbei und ich habe meine Kariere, mein hohes Gehalt erreicht mit deiner Unterstützung, aber jetzt gehört ALLES nur mir.
Ich spreche von Ehe und nicht von anderen Lebensgemeinschaften, wo der Zweck nicht so eindeutig ist, wie bei einer Ehe.
Frauen aus anderen Ländern werden es noch schwieriger haben als Deutsche, da sie nicht die Berufsausbildungsmöglichkeiten haben wie die Deutschen.

Bei dir hört sich es wie Verhandlungen zwischen Geschäftspartnern an, wo aber im Falle einer Trennung, jeder Geschäftspartner den entsprechenden Anteil am Geschäft bekommt und dies ist bei der Scheidung vom Mann aber nicht erwünscht.

Nachehelicher Unterhalt ist ein anderes Thema, das kontrovers diskutiert werden kann, aber wie kommst du darauf, dass es überhaupt um Moral geht? Bei einer Gesetzgebung soll möglichst viel RECHT festgelegt sein, was bei so viel Millionen Individuen und unterschiedlichen Fällen und Veraussetzungen sprichwörtlich nur schwierig sein kann und nicht immer RECHT für jeden bedeutet!
Moral ist das falsche Wort, denn was für einen moralisch in seinem Kontext ist, ist für den anderen total normal!

Okey, wenn es vorbei ist, ist es eben vorbei, ABER wenn der Mann mit den Gesetzen gezwungen wird, etwas zu leisten, was er für unmoralisch findet, ABER was er natürlich VORHER gewußt haben muß (im Falle ein Scheidung, was passiert mir.....), dann soll er nicht heulend rumlaufen und sich beklagen!!

Hans


Zuletzt geändert von Hans am 27 Aug 2005 11:54, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Scheidung
BeitragVerfasst: 27 Aug 2005 11:50 
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maro hat geschrieben:
Hi namorado,
willkommen als Schreiberling hier im Forum.
Deinen Beitrag zum Thema finde ich auf jeden Fall objektiver und sachlicher als den von Hans.
Mach weiter so =D>
Grüße
Maro


Schließe mich an, namorado, ein sehr guter Beitrag!

Auch wenn mein Beitrag nicht so objektiv war, wie von maro gewünscht, leben wir in einer Diskussion, wo wir endlich mit der Verallgemeinerung der Schuld von Brasilianerinnen aufräumen müssen. Man ließt hier zu oft über "die schlechten Brasilianerinnen", die nur das Geld der "armen" Gringos haben möchten und vergißt, dass die Wirklichkeit da ganz anders ist und die meinsten Brasilianerinnen NICHT so sind!
Falls es mit den normalen Brasilianerinnen zu Scheidung kommt, sind es die "normalen Gründe" einer Scheidung und nichts weiter!! Manche Männer machen dann aber die Schuldzuweisungen auch an die normalen Brasilianerinnnen, als hätten die Frauen es schon immer so geplant gehabt, was natürlich absoluter Quatsch ist!! ABER leider ist es immer so, dass bei einer Scheidung immer die Schuld beim anderen gesucht wird und schlechte Unterstellung vorherrschen - sowohl bei Mann als auch bei Frau!

Hans


Zuletzt geändert von Hans am 27 Aug 2005 12:01, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 27 Aug 2005 11:56 
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Noch einmal ein weiterer Aspekt, um das Thema aus einer anderen Ecke zu beleuchten:
Die Brasilianerin hat durch ihre Heirat mit einem Deutschen evtl. eine Daueraufenthaltsgenehmigung in Deutschland erlangt. Auf Grund immer noch mangelnder Sprachkenntnisse und keiner Ausbildung mit hier anerkanntem Abschluss bleibt sie ohne reele Chance auf einen Arbeitsplatz. Wer kommt jetzt für ihren Unterhalt auf?

Ich denke die gesetzlichen Grundlagen zur Unterhaltszahlung sind auch ein Weg in unserem Sozialstaat die ohnehin schon marode Staatskasse vor weiteren Belastungen zu schützen. Und bevor der Staat einspringt, wird eben der Mann, der die Brasilianerin geheiratet hat quasi als "Verursacher" der Kosten rangezogen.

"Drum prüfe, wer sich ewig bindet"...

Ate logo, o namorado.


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BeitragVerfasst: 27 Aug 2005 16:43 
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Ok, zwei Dinge zu namorado und hans:

Dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen, schon gar nicht als eingeführte Brasilianerin, das ist durchaus ein Argument, das ich gelten lasse;

Aber zum einen besteht bei Kurzzeitehen oft nicht mal das Recht zum Verbleib in Deutschland, zum andern wäre nichts dagegen einzuwenden, wenn auch dem Mann für einen begrenzten Zeitraum (sagen wir: 5 Jahre oder für die Dauer der Ehe in Monaten ) nicht mehr als maximal die Pflicht zur Zahlung dessen auferlegt wird, was auch der Staat zu zahlen hätte: Nämlich den Sozialhilfesatz.

Und damit übrigens - das vergessen viele bei dieser interessanten Diskussion hier - wäre die gewöhnliche am Strand oder in der Disko geangelte Durchschnitts-brasileira schon ganz wesentlich besser dran als in den Verhältnissen, aus denen sie kommt. Und die Pflicht sollte auch enden, sobald sie in einer neuen eheähnlichen Gemeinschaft mit einem anderen lebt, z.B. in einer gemeinsamen Wohnung.

Da ich die Brasileiraszene schon seit 10 Jahren beobachte, meine ich schon, dass sie auf dem Arbeitsmarkt nach etwa 3 Jahren Chancen haben, wenn sie sich anstrengen, die Sprache zu lernen.

Segunda Grau wird in Deutschland als Realschulabschluss/Mittlere Reife anerkannt - ein echtes Geschenk! Ich kenne genug, die es so in ein Ausbildungsberuf geschafft haben und es gibt Branchen, da haben sie dank der Exotik sogar bessere Chancen als Deutsche, z.B. als Kosmetikerin, aber auch in den Bereichen Hotel & Gastronomie.

Dank Sprachkenntnissen - wenn neben Deutsch und Port. auch noch Englisch, Italienisch oder Spanisch vorhanden z.B. auch beim Zoll, im Reisebüro.

Aber -und auch das sollten wir in diesem Zusammenhang diskutieren: Viele gewöhnliche brasileiras bevorzugen illegale, nicht angemeldete und sozialversicherungsfreie Jobs, wie Putzen und nicht selten in der Trennungsphase auch das "Anschaffen".

Gesetze sollen ja respektiert werden, aber: sie sind auch änderbar.

Insbesondere dann, wenn sie in schwierigen Zeiten, auf die diese Republik gerade zusteuert, nicht mehr angemessen sind. Und das trifft mE auf das gesamte Scheidungsfolgenrecht einschließlich Versorgungsausgleich zu!

So hat man nämlich zukünftig nicht nur einen Rentenempfänger in der vom Staat finanzierten sozialen Srundsicherung, sondern beide! Vergessen wir nicht - und gerade ihr selbst habt das ja angedeutet: Einige der Männer,ie ihr kritisiert sind schon mit einer dDeutsche geschieden und sowieso im Alter allein schon deswegen am Limit. So ist das mit der Realität 2015!



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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BeitragVerfasst: 27 Aug 2005 18:36 
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Oi galera,

@tinto: ja, kein Zweifel, du hast schon in vielen Fällen recht mit deinen Argumenten.

Ich kenne auch die Fälle, wo sich Frauen scheiden lassen, die Möglichkeit hatten -teilweise mit Unterstützung des Mannes- sich hier weiterzubilden und so eine Grundlage für eine eigene, finanziell unabhängige Existenz zu schaffen. Oft wird dies nicht angenommen oder abgebrochen (aus Angst, Bequemlichkeit ...oder???). Im Bekanntenkreis habe ich einige, da wurde auch der Deutschkurs oder Führerschein abgebrochen, obwohl der Mann das bezahlt hat, ihr geduldig geholfen und sie immer hingebracht hat. Wenn für viele das schon zu stressig ist, wie wird so jemand dann erst einen Berufsabschluss in einem anderen Land schaffen?

Man könnte jetzt natürlich argumentieren, dies liegt am Bildungsniveau der entsprechenden Damen. Aber ich finde, es ist zu einfach, dies ausschließlich so abzugrenzen. Ich kenne Brasilianerinnen, die haben in Brasilien und anschließend in Deutschland studiert - nach der Hochzeit war dann alles zu stressig und sogar der Führerschein wurde zum Problem.
Andere -aus der "Unterschicht" in Brasilien stammend- haben allerdings ihr Schicksal und ihr Leben selbst in die Hand genommen und sich hier in Deutschland selber eine Existenz aufgebaut.
Dies untermauert nur meine These, dass man eigentlich in dem Bereich gar nicht pauschalisieren kann, da jedes Einzelschicksal anders aussehen kann, auch wenn sich bestimmte Verhaltensmuster und Erfahrungen oft wiederholen. Gerade dies macht es doch aber schon fast unmöglich eine gerechte, allgemeingültige gesetzliche Grundlage zu schaffen.
Meine Meinung dazu: Grundsätzlich sollte doch aber genauer geschaut werden, dass jeder möglichst die Verantwortung für sich selber und sein Handeln und sein Leben zu übernehmen hat und Hilfen von außen (ob jetzt vom Ex oder vom Staat) quasi als Starthilfe in die eigene unabhängige Lebensführung verstanden werden sollen und da gewährt werden, wo sie nötig sind.
Zum Thema "Kurzzeitehe": ein Kumpel von mir war mit einer Brasileira kurz verheiratet, aus der Ehe ist ein Kind hervorgegangen. Er verdient nicht schlecht, muss zwar für den Unterhalt des Kindes aufkommen, seine Ex bezieht allerdings ihren Unterhalt vom Staat. Mir sind jetzt hier die Bemessungsgrundlagen nicht bekannt, z.B. ab welchem Zeitpunkt, Dauer der Ehe etc. wieviel an Unterhalt bezahlt werden muss. Ausserdem gehen nach der Scheidung ja evtl. wohl auch gewisse Rentenansprüche auf die Exfrau über.
@ tinto: Grundsätzlich steht es mir übrigens fern, hier die "Männer zu kritisieren". Wie gesagt, schwarze Schafe gibt es überall (ob Mann oder Frau, Braslieira oder Alemao). Mir geht es eher darum, das Thema möglichst objektiv von verschiedenen Seiten zu beleuchten, so dass auch jeder was davon hat. Vielleicht wird auch der eine oder andere zum Nachdenken angeregt und geht manches ein bissle vorsichtiger an. Mit einer Heirat geht man eben auch bestimmte Verpflichtungen ein, und deshalb sollte man sich seine Gedanken schon im Vorfeld machen und nicht erst hinterher das Hirn einschalten.

Ate mais, o namorado.


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BeitragVerfasst: 27 Aug 2005 19:17 
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Segunda Grau wird in Deutschland als Realschulabschluss/Mittlere Reife anerkannt - ein echtes Geschenk! Richtig. Denn wer segunda grau hat, ist in Brasilien schon priviligiert. Über 75 % haben diesen nicht, da sie Schulabbrecher aus Überlebenswille sind.
Ich kenne auch deutsche Frauen, die haben in Deutschland studiert - nach der Hochzeit war dann alles zu stressig und sogar der Führerschein wurde zum Problem. Also nichts neues. KKK.

namorado hat geschrieben:
Mir sind jetzt hier die Bemessungsgrundlagen nicht bekannt, z.B. ab welchem Zeitpunkt, Dauer der Ehe etc. wieviel an Unterhalt bezahlt werden muss.

"Düsseldorfer Tabelle"

tinto hat geschrieben:
Aber -und auch das sollten wir in diesem Zusammenhang diskutieren: Viele gewöhnliche brasileiras bevorzugen illegale, nicht angemeldete und sozialversicherungsfreie Jobs, wie Putzen und nicht selten in der Trennungsphase auch das "Anschaffen".

Ganz schön harter populistischer Tobak, tinto. Putzfrau und Prostitution ist in Deutschland weder illegal, noch ist etwas illegal, nur weil es sozialversicherungsfrei und nicht angemeldet ist. Das ist richtig daneben.
In der Tat, Putzfrau und Prostitution sind zwei ganz verachtete Berufe.
By the way, beschäftige ich eine Putzfrau auf 400 Euro Basis, dann habe ich dieses bei der Knappschaft anzumelden! Und nicht die Putzfrau. Ergo bin ich selber der Illegale, sollte ich Geld sparen wollen und die Faxi nicht anmelden ...
Was die Prostitution in Deutschland angeht, das ist ein verlogenes, doppelmoralisches Spiel der Behörden, der Versicherungen, der Kunden (u.a.a aus jenen beiden Brereichen) und des Mileus. Da niemand hier diesen Dienstleistungsberuf der "Sexarbeiterin" auf soliden Füssen stellen wird es immer so bleiben wie es ist. Und dazu muss man nicht Brassilianerin sein. Es gibt mehr Deutsche als Brasis in dem Beruf.
Daher solltest du sowas nicht erst als Argument andenken.



Abraços
Careca

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MfG Microsoft"


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BeitragVerfasst: 27 Aug 2005 22:05 
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oi Careca
Ich bin schon so lange weg, Prositution für Ausländer(innen) war immer verboten. Ist das jetzt für EG-Bürger oder sogar alle gelockert?

Gruß

Manfred

Dein Geschäftsführer verkauft immer noch die Plürre, soll mal Bohemia Escuro auf die Karte setzten.


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BeitragVerfasst: 27 Aug 2005 23:25 
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Kannst du so nicht sagen. Prostitution ist nicht illegal. Der Beruf kann offiziel als Gewerbe angemeldet werden und es gibt inzwischen auch schon Krankenkassen, die diesem Berufsstand Krankenversicherungen anbieten, was zuvor nicht möglich war. Der Beruf erhält sogar offizielle Förderungsmittel des Arbeitsamts zum Aufbau einer Ich-AG, wenn sich eine Frau oder ein Mann ein Geschäft in dem Gewerbe aufbauen möchte.

Illegal ist es, ohne Arbeitserlaubnis diesem Beruf oder auch anderen Berufen nach zu gehen. Wer hier verheiratet ist und in Folge dessen eine gültige Aufenthaltserlaubnis erhalten hat, hat auch das Recht sich zu prostituieren. Die Einnahmen sind als selbständig Gewerbetreibende/r zu versteuern (was in jenem Berufsstand nicht üblich ist, da das Milleu eher andere gesellschaftliche Anforderungen hat).

Wer Ausländerin ist aber nicht verheiratet, darf sich auch prostituieren, sofern sie aus dem EU-Bereich kommt.

Der Paragraph der Förderung der Prostitution wurde abgeschafft. Einerseits ändert das an bestimmte Realitäten des Mileus nicht, andererseits können jetzt Bordell-Besitzer entsprechende Einrichtungen in deren Etablissement einbringen, was zuvor als "Förderung der Prostitution" klassifiziert wurde. Diese Gesetzesänderungen hat nicht zu einem massenhaften Exodus aus der Illegalität geführt. Und erst recht nicht dazu, dass Frauen den Beruf nicht mehr ausüben wollen. Aber es hat zu einer verbesserten Rechtsstellung der Sexarbeiterinnen geführt. Somit steht zu erwarten, dass nach der nächsten Wahl wohl alles wieder zurück in die Vergangenheit eingenordet wird.

Hab ich mir notiert. Der Knispel wird sofort entlassen und nach dem Schock gleich wieder angestellt - ist dann ja bald Weihnachten und wovon soll er denn nachher die geschenke kaufen, wenn er nicht mehr arbeiten darf? - mit der Bedingung, dein Bier dunkel estupidamente gelada zu servieren. Also mit Sonnenbrille auf deiner Nase und Eisblock zu deinen Füssen ... 8)



Abraços
Careca

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BeitragVerfasst: 28 Aug 2005 07:10 
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Careca hat geschrieben:
Segunda Grau wird in Deutschland als Realschulabschluss/Mittlere Reife anerkannt - ein echtes Geschenk! Richtig. Denn wer segunda grau hat, ist in Brasilien schon priviligiert. Über 75 % haben diesen nicht, da sie Schulabbrecher aus Überlebenswille sind.
Ich kenne auch deutsche Frauen, die haben in Deutschland studiert - nach der Hochzeit war dann alles zu stressig und sogar der Führerschein wurde zum Problem. Also nichts neues. KKK.

tinto hat geschrieben:
Aber -und auch das sollten wir in diesem Zusammenhang diskutieren: Viele gewöhnliche brasileiras bevorzugen illegale, nicht angemeldete und sozialversicherungsfreie Jobs, wie Putzen und nicht selten in der Trennungsphase auch das "Anschaffen".

Ganz schön harter populistischer Tobak, tinto. Putzfrau und Prostitution ist in Deutschland weder illegal, noch ist etwas illegal, nur weil es sozialversicherungsfrei und nicht angemeldet ist. Das ist richtig daneben.
In der Tat, Putzfrau und Prostitution sind zwei ganz verachtete Berufe.
By the way, beschäftige ich eine Putzfrau auf 400 Euro Basis, dann habe ich dieses bei der Knappschaft anzumelden! Und nicht die Putzfrau. Ergo bin ich selber der Illegale, sollte ich Geld sparen wollen und die Faxi nicht anmelden ...
Was die Prostitution in Deutschland angeht, das ist ein verlogenes, doppelmoralisches Spiel der Behörden, der Versicherungen, der Kunden (u.a.a aus jenen beiden Brereichen) und des Mileus. Da niemand hier diesen Dienstleistungsberuf der "Sexarbeiterin" auf soliden Füssen stellen wird es immer so bleiben wie es ist. Und dazu muss man nicht Brassilianerin sein. Es gibt mehr Deutsche als Brasis in dem Beruf.
Daher solltest du sowas nicht erst als Argument andenken.


1. Ich glaube, dass mehr als 50% der Brasileiras, die hier sind, den segunda grau haben. Es ist auch nicht so schwer ihn zu bekommen; er kann jederzeit nachgemacht werden. PISA lässt grüßen! Man muss noch nichteinmal eine Fremdsprache dafür beherrschen, anders kann ich mir nicht erklären, wer in meinem Umfeld alles diesen grau hat, von Englisch oder Französisch nicht ein Wort versteht. Rechnen auch oft Fehlanzeige. Wir reden hier von den 18-30jährigen. Bei den älteren ist das natürlich anders, da ist die Quote als deutlich geringer.

2. Zum populistischen Tobak: Zunächst ist ja meine These, dass Brasileiras gar nicht so schlechte Aussichten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben. Der Punkt ist aber, dass viele das nicht nutzen (wollen).

Ich habe geschrieben, dass nicht wenige solche Jobs bevorzugen und gerade beim Putzen sich nicht anmelden lassen wollen, so bleibt mehr für sie in der Tasche. Als Auszubildende z.B. im Friseurgewerbe hast Du im ersten Lehrjahr nur 325,- Euros in der Tasche, musst als über 18-jährige auch nach der Berufsschule ran, fast immer auch Samstags. Da hast Du als Putze mit sagen wir mal 5 nicht gemeldeten Halbtagsstellen mehr als das doppelte in der Tasche. Was ich anklage ist also vielmehr, dass viele Brasileiras eine Ausbildung nicht als Investition in die eigene Zukunft sehen. Darum ging es doch im Beitrag: um bewußt nicht genutze Chancen.

Und auch die Einkünfte vom Anschaffen werden eben in der Realität als solche weder versteuert noch irgendwie als Einkommen bei der Scheidung angegeben (es gibt ja auch keine Quittungen oder Rechnung für die erbrachte Dienstleistung, die meisten Freier wissen nicht mal den Namen oder die nationale Herkunft ihrer Dame, weil auch das wird verschleiert). Das ist doch das, was ich beklage. Dass ein Mann schön Unterhalt zahlt, während sie sich mit 10 Freiern ab 500 Euros aufwärts täglich verdient, na klar abzüglich Appartment, sagen wir 1500 Euros monatlich für 24 qm warm...in Köln z.B. und Anzeigen für 100 Euros wöchentlich. Bleibt selbst bei einer 4 Tage-Woche noch mehr übrig als als Putze und mehr als das zehnfache, was eine Auszubildende verdient. Und auch beim Anschaffen gilt: das ist auch nur temporär erfolgreich, irgendwann ist der Lack ab.

Nicht weil ich es verwerflich fände, sondern weil ich auch angesichts der Risiken eher einen Ausbildungsberuf empfehlen würde, wo Brasileiras durchaus ihre Chancen haben, hab ich das geschreiben!

Vergessen wir nicht, es ging jetzt nur um Scheidungsfälle - und hier um eine Variante:

@namorado: Deine Auffassung teile ich voll und ganz! Man muss im übrigen Differenzieren, hatte ich ja schon weiter oben geschrieben.

Es gibt immer solche und solche...



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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BeitragVerfasst: 28 Aug 2005 20:57 
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Tinto, zuerst einmal ziehe ich den Vorwurf des Populismus zurück. Du hast gerade das Gegenteil nachgewiesen.

zu 1) Ist das wirklich so? Wo kann man den segundo grau denn hier in Deutschland nachholen? Welche Institution macht denn sowas? (alle Fragen ohne Ironie, sondern pure Neugierde) Ich garantier' dir, meine Freundin wird dann ein Leuchten in den Augen bekommen. Wenn dein Glauben mit 50 % stimmt, sind das weniger als 38% anteilig an der brasilianischen Bevölkerung. Das ist aber nicht korrekt. Du musst von weniger als 25 % ausgehen.
Nur eine Nachfrage, ich selber kann dir vieles erzählen. Wenn ich dir es aber nicht nachweisen kann, bin ich ein erbärmliches Würstchen. Wieviele der Brasilianer und Brasilianerinnen haben dir persönlich den Segundo Grau nachgewiesen? Bei mir waren es bislang nur drei Personen (keine Sorge, ich hab sie nicht erpresst, es mir zu zeigen, ich habe es natürlich rausgekriegt). Alle anderen haben deren Angaben mir gegenüber nie wieder aufrecht erhalten.
Bitte, es geht nicht darum, jemanden zu zeigen, das er nicht den Segundo Grau hat, sondern darum lediglich Vorgaben zu verifizieren.
IMHO sagen Primeiro Grau und Segundo Grau nichts über Intelligenz aus. Wer kann, der kann! Ohne papier! Ich wette, ich renne damit offene Türen ein, mit diesem populistischem Satz. PISA in Deutsachland lässt beispielsweise grüssen. Aber: Trotzdem werde ich mein eigenes Abschlusspapier nicht gleich zerrupfen. Denn es untermauert mir einen gewissen notwendigen Status im Arbeitsleben. ... Okay, ich bin ...

zu 2) Anmelden muss nicht der Beschäftigte sondern der Arbeitgeber! Und der Beschäftigte muss im nächsten Jahr seine Einkünfte deklarieren. Habe ich vier 400 Euro-Jobs, kriege ich 4x 400 Euro brutto gleich netto. Also 1600 Euro pro Monat netto. Diese sind im nächsten folgenden Jahr zu versteuern unter Abzug der Werbungskosten (worin sich jeder Freiberufler genau auskennt!) zu versteuern. Anzumelden ist jeder einzelne 400 Euro Job allein vom Arbeitgeber bei der Knappschaft! Der Arbeitgeber hat ein Interesse daran diesen nicht anzumelden, denn sonst hat der Arbeitgeber mehr als 400 Euro zu zahlen (nämlich den Sozialpauschalsatz!). Daran ist der Arbeitgeber nicht interessiert, denn Geiz ist hal geil (... okay, das war jetzt bitterböseste Polemik ...) . Deshalb knurrt der Arbeitgeber und sucht sich jemanden anders, wenn der Arbeitnehmer auf Anmeldung und Steuerkarte besteht. Da gab es ja mal ne Diskussion in D-Land drüber. Du erinnerst dich? Meine Feundin kann über Arbeitgebermentalitäten ein leidiges Lied singen. Und das ist nicht so rosig, wie manche Partei es gerne ausmalen möchte (... nein, ich wünsche keine Lästerstunde über jene Politikerin, deren Werbungslied von den rollenden Steinen untersagt wurde ...)
Übrigens, by the way, was glaubst du eigentlich wieviel Stunden pro Woche jemand für deinen 400-Euro-Job arbeiten muss? Würd mich mal tierisch interessieren.

Einen Ausbildungsjob darf man nicht mit einem 400-Euro-Job vergleichen, wenn man die Zukunft berücksichtigt. Denn ein 400-Euro-Job bringt ein nichts für die langfristige Zukunft sondern lediglich für die kurzfristige Zukunft (<> mittelfristige Zukungt). Würde ich das, was ich im Studium erhalten haben mit eineinhalb 400 Euro Jobs vergleichen, bin ich der Ober-Dämel der Nation gewesen.

Dass Hupfdohlen und Sexarbeiterinnen ein Heidengeld verdienen, ist klar. Brutto gleich netto. Aber all das Geld geht in keine langfristige geschweige denn mittelfristige Zukunftsplanung ein (Ausnahmen z.B. Viagra aus Frankfurt) ein. Das Geld geht in kurzfristige Geschichten ein. Beobachte sie mal. Deren Geld geht direkt in Statussymbole, deren Wert in fünf Jahren nichts mehr wert ist. Oder auch in die nächste Champagnerfete am nächsten Wochenende. :lechz :lechz Da geschieht ein Umsatz, der dich schwindelig macht (mich so oder so). Und in zehn Jahren ist meine bescheidene geburtstagsfete aufwendiger als deren Jahresparty ... :(
Daher sind viele Ex-Prostituierte nicht auf der goldenen Seite des Lebens, wenn sie aufhören, sondern eher auf einem Ast, den man niemandem gönnen möchte.
tinto hat geschrieben:
Und auch beim Anschaffen gilt: das ist auch nur temporär erfolgreich, irgendwann ist der Lack ab.
FULLACK

Langes Gelaber, kurzer Sinn. "Düsseldorfer Tabelle" ist eigentlich das direkte Schlagwort, alles zu klären. Meine ich. Aber du hast da doch noch mehr auf Lager, oder?
Und dann noch: Ebenso wie du stimme ich dem, was namordo schrieb, voll zu, as du ja auch schon schriebst. Pauschalgedöns gibt nur für Pauschalgeschiss ... :(



Abraços
Careca

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