Tinto, zuerst einmal ziehe ich den Vorwurf des Populismus zurück. Du hast gerade das Gegenteil nachgewiesen.
zu 1) Ist das wirklich so? Wo kann man den segundo grau denn hier in Deutschland nachholen? Welche Institution macht denn sowas? (alle Fragen ohne Ironie, sondern pure Neugierde) Ich garantier' dir, meine Freundin wird dann ein Leuchten in den Augen bekommen. Wenn dein Glauben mit 50 % stimmt, sind das weniger als 38% anteilig an der brasilianischen Bevölkerung. Das ist aber nicht korrekt. Du musst von weniger als 25 % ausgehen.
Nur eine Nachfrage, ich selber kann dir vieles erzählen. Wenn ich dir es aber nicht nachweisen kann, bin ich ein erbärmliches Würstchen. Wieviele der Brasilianer und Brasilianerinnen haben dir persönlich den Segundo Grau nachgewiesen? Bei mir waren es bislang nur drei Personen (keine Sorge, ich hab sie nicht erpresst, es mir zu zeigen, ich habe es natürlich rausgekriegt). Alle anderen haben deren Angaben mir gegenüber nie wieder aufrecht erhalten.
Bitte, es geht nicht darum, jemanden zu zeigen, das er nicht den Segundo Grau hat, sondern darum lediglich Vorgaben zu verifizieren.
IMHO sagen Primeiro Grau und Segundo Grau nichts über Intelligenz aus. Wer kann, der kann! Ohne papier! Ich wette, ich renne damit offene Türen ein, mit diesem
populistischem Satz. PISA in Deutsachland lässt beispielsweise grüssen. Aber: Trotzdem werde ich mein eigenes Abschlusspapier nicht gleich zerrupfen. Denn es untermauert mir einen gewissen notwendigen Status im Arbeitsleben. ... Okay, ich bin ...
zu 2) Anmelden muss nicht der Beschäftigte sondern der Arbeitgeber! Und der Beschäftigte muss im nächsten Jahr seine Einkünfte deklarieren. Habe ich vier 400 Euro-Jobs, kriege ich 4x 400 Euro brutto gleich netto. Also 1600 Euro pro Monat netto. Diese sind im nächsten folgenden Jahr zu versteuern unter Abzug der Werbungskosten (worin sich jeder Freiberufler genau auskennt!) zu versteuern. Anzumelden ist jeder einzelne 400 Euro Job allein vom Arbeitgeber bei der Knappschaft! Der Arbeitgeber hat ein Interesse daran diesen
nicht anzumelden, denn sonst hat der Arbeitgeber mehr als 400 Euro zu zahlen (nämlich den Sozialpauschalsatz!). Daran ist der Arbeitgeber nicht interessiert, denn Geiz ist hal geil (... okay, das war jetzt bitterböseste Polemik ...) . Deshalb knurrt der Arbeitgeber und sucht sich jemanden anders, wenn der Arbeitnehmer auf Anmeldung und Steuerkarte besteht. Da gab es ja mal ne Diskussion in D-Land drüber. Du erinnerst dich? Meine Feundin kann über Arbeitgebermentalitäten ein leidiges Lied singen. Und das ist nicht so rosig, wie manche Partei es gerne ausmalen möchte (... nein, ich wünsche keine Lästerstunde über jene Politikerin, deren Werbungslied von den rollenden Steinen untersagt wurde ...)
Übrigens, by the way, was glaubst du eigentlich wieviel Stunden pro Woche jemand für deinen 400-Euro-Job arbeiten muss? Würd mich mal tierisch interessieren.
Einen Ausbildungsjob darf man nicht mit einem 400-Euro-Job vergleichen, wenn man die Zukunft berücksichtigt. Denn ein 400-Euro-Job bringt ein nichts für die langfristige Zukunft sondern lediglich für die kurzfristige Zukunft (<> mittelfristige Zukungt). Würde ich das, was ich im Studium erhalten haben mit eineinhalb 400 Euro Jobs vergleichen, bin ich der Ober-Dämel der Nation gewesen.
Dass Hupfdohlen und Sexarbeiterinnen ein Heidengeld verdienen, ist klar. Brutto gleich netto. Aber all das Geld geht in keine langfristige geschweige denn mittelfristige Zukunftsplanung ein (Ausnahmen z.B. Viagra aus Frankfurt) ein. Das Geld geht in kurzfristige Geschichten ein. Beobachte sie mal. Deren Geld geht direkt in Statussymbole, deren Wert in fünf Jahren nichts mehr wert ist. Oder auch in die nächste Champagnerfete am nächsten Wochenende.

Da geschieht ein Umsatz, der dich schwindelig macht (mich so oder so). Und in zehn Jahren ist meine bescheidene geburtstagsfete aufwendiger als deren Jahresparty ...
Daher sind viele Ex-Prostituierte nicht auf der goldenen Seite des Lebens, wenn sie aufhören, sondern eher auf einem Ast, den man niemandem gönnen möchte.
tinto hat geschrieben:
Und auch beim Anschaffen gilt: das ist auch nur temporär erfolgreich, irgendwann ist der Lack ab.
FULLACK
Langes Gelaber, kurzer Sinn. "Düsseldorfer Tabelle" ist eigentlich das direkte Schlagwort, alles zu klären. Meine ich. Aber du hast da doch noch mehr auf Lager, oder?
Und dann noch: Ebenso wie du stimme ich dem, was namordo schrieb, voll zu, as du ja auch schon schriebst. Pauschalgedöns gibt nur für Pauschalgeschiss ...
