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 Betreff des Beitrags: Heiraten, scheiden oder was nun ? Falax gibt uns zu denken
BeitragVerfasst: 07 Apr 2005 23:07 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2034
Autor Falax hat offenbar Probleme mit seiner brasilianischen Liebe und bittet um Rat:

Hallo, ich bin erst seit einigen Tagen in diesem Forum, konnte mich aber in vielen Beiträgen wieder finden. Kurz zu mir: Habe vor 1,5 Jahren in Brasilien (im Shopping-Center beim Essen) meine Lebenspartnerin kennen gelernt. Sie ist jetzt das 2. Mal bei mir in D, wieder für 3 Monate. Diesmal hat sie ihre Tochter mitgebracht. Man kann sagen, wir testen zur Zeit, ob wir im Alltag miteinander klar kommen, um dann ggf. auf Dauer zusammen zu leben. Mein Sohn aus erster Ehe, 13 Jahre, ist oft bei uns. Zunehmend stelle ich fest, dass meine Lebensgefährtin zwar anfangs viele Gute Vorsätze hatte, von diesen aber immer weniger wissen will. Beispiel: Entgegen allen anfänglichen Aussagen will oder kann sie keinen Kontakt zu meinem Sohn herstellen. Hallo und Ciao sind die einzigen Worte, die sie an ihn richtet. Wenn mein Sohn bei uns ist, zieht sich meine Lebensgefährtin zurück und macht mir später Vorwürfe, weil ich mich nicht um sie gekümmert habe. Mein Sohn dreht allmählich ab und leidet ziemlich unter der Ablehnung. Ihre Tochter verbringt die meiste Zeit vorm TV, oft mit ihrer Mutter, und lässt sich zudröhnen.
Kontakte zu meinen Freunden und Familie werden gemieden. Sie baut sich ihren eigenen Bekanntenkreis - nur BrasilianerInnen - auf, ohne mich mit einbeziehen zu wollen.
Wegen Kleinigkeiten lügt sie mich immer wieder an und übergeht mich. Sie sei eben nicht "perfekt", wie sie sagt, obwohl sie ansonsten die Bibel wörtlich nimmt und insoweit Kritik und andere Meinungen nicht akzeptiert.
2 teure Deutschkurse hat sie angefangen, aber schnell wieder beendet. Mit meinen geringen Portugiesisch-Kenntnissen schlagen wir uns durch, was vorne und hinten nicht reicht, um vernünftig kommunizieren zu können.
Natürlich ist sie extrem eifersüchtig und erlaubt sich selbst mehr als sie mir zugestehen will. Trotz alledem haben wir eine ansonsten liebevolle Beziehung und wollen an den "Problemen" arbeiten, bislang allerdings nicht erfolgreich.
Habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht? Nach dem, was ich bislang in diesem Forum gelesen habe, scheinen solche Verhaltensweisen ja nicht selten zu sein. Ist es Angst oder Unsicherheit oder ein in Brasilien typisches Verhalten? Ich habe ansonsten keine Erfahrung mit "brasilianischen Verhaltensweisen". Habe meine Partnerin immer als gleichberechtigte Partnerin behandelt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Möglicherweise hat sie das überfordert, weil ja für sie hier alles neu ist, insbesondere auch der Umgang mit Geld und einem 13 jährigen, selbstbewussten deutschem Bengel, der zeigt was er will und was ihm nicht passt. Habt ihr Ideen, Vorschläge, wie man den Alltag in den Griff bekommen kann? Ich freue mich auf eure Beiträge. Gruß Falax

Er bekommt auch recht schnell Antwort. Zuerst von Autor Jeitinho:

Was Du da schreibst, kommt mir teilweise bekannt vor: Hier mal ein paar Beobachtungen , die ich im Laufe der Zeit mit meiner Partnerin (Brasilianerin) und ihren Freundinnen gemacht habe. Ob das nun einfach persönliche Eigenarten sind, oder irgendwie kulturell bedingt, kann ich oft nicht beurteilen.

1. Eifersucht
Meine Partnerin ist eifersüchtig, auf alles und jeden. Egal ob Mann oder Frau. Neulich hat mich ein alter Freund angerufen. Als das Gespräch länger ging, mischte sie sich dazwischen und danach hatten wir einen „handfesten“ Streit. In die Disco gehen ich schon lange nicht mehr mit ihr, weil das immer Scherereien gab.

2. Kontakte
Mit meiner Familie und meinen Freunden will sie nichts zu tun haben. Sie hat einen kleinen Kreis von brasilianischen Freundinnen, mit denen sie jede freie Minute verbringt. Und wenn sie nicht hingeht, wird telefoniert bis der Draht heiß ist. Ich bin da nicht erwünscht. Es gibt Freundinnen, die es nicht gerne sehen, wenn ich dazu komme. Irgendwie scheint sie das in ihrer „Freiheit“ einzuschränken. Inwieweit da andere Männer eine Rolle spielen, wird tunlichst vor mir verschwiegen.

3. Sprache
Habe meiner Partnerin mal einen Deutschkurs vorgeschlagen, den sie nach ein paar Tagen abgebrochen hat. Danach habe ich immer wieder mal Angebote für Kurse gemacht. Es gab dann jede Menge Ausreden: Die Lehrerin ist schlecht, der Kursinhalt zu schwierig. Ich habe das aufgegeben. Ich lerne nun jeden Tag ein wenig brasilianisch mehr. Ist ja eine ganz nette Sprache.

4. Arbeit
Schwieriges Thema. Als ich mal gefragt habe, ob sie gerne was arbeiten würde (damit sie sich nicht vor dem Fernseher langweilen muss oder bei ihren Freundinnen rumhocken) gab das ein kleines Drama. Ein Mann, der seine Frau liebt, würde sie nicht zu Arbeit schicken, oder so ähnlich. Allerdings hat sie sich dann selbst Arbeit gesucht, Putzjobs, Babysitter und so weiter. Und seither will sie auch kein „Taschengeld“ mehr. Klingt zwar doof, aber irgendwie muss sie ja den Bus oder ihr Bier zahlen. Ausbildung oder Schulung ist (noch?) kein Thema.

5. Haushalt
Nachdem ich ihr erklärt habe, dass ich tagsüber arbeite und ich erwarte, dass sie auch einen Beitrag in unserer Beziehung bringen könnte, indem sie sich um den Haushalt kümmert, macht sie das. Übers Hemden bügeln und Einkaufen verhandeln wir noch...

6. Die Mutter und die Familie
Ihre Mutter ist zwar eine nette Frau, versucht aber immer wieder, irgendwie von ihrer Tochter zu profitieren. Sie fragt nach Geld, Geschenken, und will unbedingt eine Gratis-Ferienreise nach Deutschland machen. (nicht zum ersten Mal). Meine Partnerin ist da hin- und her gerissen.

7. Geld
Wer hat, der sollte dem anderen geben, sonst ist er ein Egoist. (Leicht gesagt, wenn man keine Kohle hat).

8. „Bildung“
Ich würde sagen, meine Partnerin ist in vielen Lebensdingen schlau und wach. Nicht gebildet. Die Schule hat sie vor dem Abschluss hingeschmissen. Muss nichts schlechtes heißen. Es gibt ja die Schule des Lebens. Allerdings gibt’s da schon manche Barrieren: Deutsch als Sprache zum Beispiel, Offenheit für andere Meinungen, Toleranz. Alles was sie nicht kennt, wird erst mal abgelehnt. Die Bibel scheint das Maß aller Dinge zu sein. Aber dann gibt es schon ein paar Ausnahmen...

9. Einige „Wertvorstellungen“
Freitag ist dia da cerveja, Samstag ist dia livre (um Alkohol zu trinken), Sonntag auch, Montag ist dia da preguica (der faule Montag), Dienstag zum Ausruhen, Mittwoch besucht man jemanden, oder arbeitet, Donnerstag bereitet man sich aufs Wochenende vor.

10. Gespräch und Begegnung
Es werden wenig Fragen gestellt, die dem Gesprächspartner die Gelegenheit geben, was von sich zu erzählen. Fragen beziehen sich eher auf konkrete Dinge wie „Wo werden wir uns treffen?“ Oder eben „Fofoca“, d.h. über andere lästern, manchmal übelste (!) Nachrede. Meine Partnerin sagt außerdem, wir (Deutschen) würden hier viel zu viel reden und uns gegenseitig ausfragen. Ich erwidere, dass das hier ein Form ist, um Sympathie zu zeigen.

11. „Streitkultur“
Wenn’s Probleme gibt, dann ist das ein Problem: Ein ruhiges Gespräch ist kaum möglich. Es fliegen die Fetzen. Mein Partnerin ist dann stur und dickköpfig, wird laut und auch manchmal gewalttätig. Da geht dann auch mal was zu Bruch. Ich akzeptiere das nicht. Breche die „Unterhaltung“ ab, was uns dann Tage kostet, bis wir wieder ins Gespräch kommen. DAS SIND DIE SCHWIERIGSTSTEN MOMENTE!

12. Die Vaterrolle
Ich muss mich eigentlich um fast alles kümmern: Behörden, Wohnen, Urlaub, Fahrzeuge, Einkaufen, Geld.....Wenn ich das nicht organisiere, dann passiert nichts.

13. Der 7.Himmel
Wenn wir grade mal nicht streiten oder sie nicht bei ihren Freundinnen hockt, dann sind wir das glücklichste Paar der Welt. Wenn wir in den Straßen bummeln, lächeln uns wildfremde Menschen an, wir gehen Hand in Hand, und schlafen nachts eng umschlungen und selig wie die Kätzchen...

Etwas später von Zambo, der ziemlich deutlich wird:

Wenn das alles stimmt, was Du schreibst, dann kann ich nur eins sagen:
VERGISS diese Frau. Ich kenne zig deutsche Männer die genau solche Frauen geheiratet haben. Das Fazit war immer eine Scheidung. Es deutet doch alles auf eine "Scheiß egal- Einstellung" hin:
Sie akzeptiert Deine Familie nicht. Sie lügt. Sie will sich nicht integrieren, indem sie nicht die Sprache lernen will und sich nur brasilianische Bekannte sucht (das Niveau dieser Bekannten möchte ich gar nicht wissen). Wenn sie es nicht schon hat, dann wird sie dich eines Tages regelmäßig betrügen.

Mach die Augen auf und sei ein vernünftiger Mann. Auch wenn Du verliebt bist und es weh tut, beiß die Zähne zusammen und schick sie zurück. Diese Frau ist eindeutig nicht deine Klasse. Auch ein nur halbwegs vernünftiger Brasilianer, egal ob gebildet oder ungebildet, würde so eine Frau zum Teufel schicken. Es gibt in Brasilien auch viele vernünftige Frauen, diese sind allerdings in einem Kurzurlaub schwieriger kennen zu lernen. Wünsche Dir viel Glück und denke dran:
Lieber keine Frau, als ne arme Sau sein.


Und auch do Leme gibt seinen Senf dazu:


........ nach so vielen Erkenntnissen würde ich handeln ..... und nicht mehr hier im Forum nachfragen !!!

Aber das hängt natürlich rein von der Persönlichkeit des Verfassers ab, ob er will oder nicht ...... anscheinend ist ja das Limit erreicht und er befindet sich schon am Scheideweg.

Fall Nr. 2 (Jeitinhos Dame) ist auch sehr typisch - ich will ja nicht wieder von meiner 80%-Klausel anfangen, aber das Mädel passt ganz gut in vorhandene Verhaltens-Schemata.

Dies muss meiner Meinung nach tiefe kulturelle Gründe haben - größtenteils Folge der Versklavung Brasiliens - andererseits aber auch der Schließung Brasiliens während der Militärdiktatur.

Fehlende Bildung - und hier meine ich wirklich die Jahre in der Schule - werden durch Kinderarbeit und Fernsehglotzen (Novelas,novelas und noch mal novelas .....) ausgeglichen.

Der Hang sich nur mit seinesgleichen treffen zu wollen, stammt ebenfalls aus der Sklaverei - dort wurde strikt getrennt, was heute nicht mehr zusammenwächst. Früher haben die Sklaven im Keller gewohnt - heute leben sie in Favelas.

Man muss schon wirklich Glück haben, jemanden zu finden, der gut zu einem passt (Liebe stelle ich überhaupt nicht in Frage) und der sich von seinen kulturellen Wurzeln abnabeln kann - dazu gehört auch, mal für längere Zeit die Familie nicht zu sehen.

.... wie oft habe ich schon von Männern gehört:

" .... wir waren im schönsten Urlaub unseres Lebens ... alles bestens arrangiert ... plötzlich noch 5 Tagen bekommt meine Dame Heimweh nach ihrer Familie ..... am 7. Tag hielt ich es nicht mehr aus und fuhr mit ihr nach Hause .......... scheiße, aber sie war überglücklich ihre in der Favela wohnende Familie wieder zu sehen ...."

Welcher deutsche Mann versteht so was schon ?

Als Ergänzung wollte ich gerne auf Jeitinhos 13-Punkte-Liste eingehen, die meiner Meinung nach trefflich für eine zum Scheitern verurteilte Ehe ist - man könnte sie fast als beispielhaft hinstellen, obwohl sie noch lange nicht die Extremfälle einschließt (ich erinnere nur an die Dame, die im Treppenhaus Lärm schlug .......)

Als Gegenbeispiel - ich meine damit nicht Paradebeispiel - wollte ich mich gerne auf meine eigene Beziehung mit einer brasilianische Dame beziehen - die fast problemlos und friedlich - nun schon seit 7 Jahren - ihren Lauf nimmt:

zu 1- Eifersucht: Gott sei Dank existiert keine krankhafte Eifersucht. Wir respektieren uns und geben uns den nötigen Freiraum, um nicht ständig aufeinander zu hocken.

zu 2 - Kontakte: Ein wahrer Glücksfall! Sie versteht sich prima mit meinen Verwandten (sogar mit der Schwiegermutter !) und Bekannten. Natürlich ist die Sprache eine Barriere, aber kein unüberwindbares Hindernis. Mit ihrer Familie habe ich auch kein Problem, obwohl man hier von 2 völlig verschiedenen Welten reden muss, denn sie stammt aus der armen Landbevölkerung.

zu 3 - Sprache: Schon kurz angesprochen - sie kann sich ganz gut verständigen und hat auch mehrere Kurse belegt - alle aber mit mäßigem Erfolg. Der Umgang, vor allem mit meinen Verwandten, hat mehr Erfolg für ihre sprachliche Entwicklung gebracht.

zu 4 - Arbeit: sie arbeitet nicht - ist aber aufgrund diverser Hobbys und Aktivitäten mit den Kindern gut beschäftigt. Allerdings schläft sie auch gerne mal bis 10 (auch so eine typische Krankheit bras. Frauen)

zu 5 - Haushalt: Haushalt schmeißt sie gemeinsam mit der Putze. Beruht nicht auf Chef / Angestellten-Verhältnis sondern ist wirklich Arbeitsteilung. Die Putze haben wir eigentlich nur aus sozialen Gründen.

zu 6 - Familie: Die Mutter ist auch nett, mag aber lieber unabhängig vom Geld der Kinder leben. Auch auf das Geld des Gringos legt sie keinen Wert. Wichtig ist, dass es ihren Kindern gut geht. Die Brüder sind alles Landstreicher und wollen ab und zu mal eine "Geldanleihe" vom Gringo. Meine Frau schaltet sich rechtzeitig ein und verpasst ihnen einen Arschtritt und sagt "Geht arbeiten, ihr Nichtsnutze....." Geldanleihen in der Verwandtschaft werden grundsätzlich nie zurückgezahlt.

zu 7 - Geld: Geld ist zwar vorhanden, wird aber trotzdem sparsam eingesetzt. Zum Glück gehört meine Frau nicht zur Sorte der Möchtegern- Reichen, ich meine Leute die schnell ihre soziale Herkunft vergessen.

zu 8 - Bildung: genau wie bei Jeitinho

zu 9 - Wertvorstellungen: Wir gehen auch gerne mal aus - Gelegenheiten gibt es ja in B.H. dafür genügend - allerdings haben wir keine "festen" Tage, sondern handeln nach Lust und Laune - Alkohol spielt in unserem Leben nur eine untergeordnete Rolle. Unsere Werte sind emotionell gesehen unsere Kinder - materiell gesehen, immer genügend Geld in der Tasche zu haben, um Spaß am Leben zu haben.

zu 10 - Kommunikation: Gespräche gehören zu unserem Alltag. Dazu gehören außer der Lösung der Alltagsprobleme auch das Schmieden von Zukunftsplänen und natürlich auch etwas Fofoca !

zu 11 - Streitkultur: Streits beginnen bei uns immer mit Schweigen ..... spätestens nach 24 h gibt einer von beiden auf und beginnt zu reden (der andere wartet natürlich schon drauf !) ....... bisher sind wir uns immer im Guten einig geworden - ohne Schreierei und Vasenbruch - das Ende des Streits wird immer mit gutem Sex besiegelt.

zu 12 - Die Vaterrolle: Ich organisiere alles. Ich hatte auch schon mal versucht, mich etwas zu entlasten, was aber nicht geklappt hat ....... deshalb habe ich die Bürde auf mich genommen und fahre gut damit.

zu 13 – Der 7. Himmel: Wir umschlingen uns zwar nachts nicht, lieben uns aber trotzdem innig.


Die Diskussion wird jetzt etwas bunter.

Yenz schreibt:

Punkt 8. „Bildung“ finde ich irgendwie wichtig. Ich habe den Eindruck, dass einige Forenteilnehmer eine Frau mitgebracht haben, die nicht ihrem Bildungsniveau entspricht. Fazit: Eine exotische Frau mit einem für deutsche Verhältnisse unterdurchschnittlichem Bildungsniveau und aus einer ggf. etwas ärmeren Schicht nach Deutschland mitzubringen, wenn man in Deutschland selbst nicht gerade wohlhabend ist, ist meines Erachtens fast immer zum scheitern verurteilt.

Ich wünsche allen frisch verheirateten viel Glück und hoffe, dass ihr das Gegenteil beweist.


Autor Comp meint dazu:

Unterschiedliche Bildung und damit zusammen hängend die soziale Herkunft mögen sicherlich die Probleme verschärfen. Andererseits ist ein ähnliches Bildungsniveau (z.B. in unser beider Fall Uni-Abschluss) auch keine wirkliche Garantie, wenn die sonstige Prägung, das sonstige Wesen zu unterschiedlich ist.

Unterschiedliche Prägung kann, wie ich feststellen konnte, selbst dann sehr den Alltag bestimmen, wenn die Frau zuvor schon einige Jahre in Deutschland gelebt hat.

Übrigens denke ich sogar, dass gerade dann, wenn die Frau in BRA nicht aus einfachen Verhältnissen kommt, sondern eher in der privilegierten Schicht lebte, die Schwierigkeiten nicht geringer werden, denn wer in BRA Geld hat, ist nach meinem Empfinden einen größeren Luxus gewohnt als man in Deutschland mit einem anständigen, aber halt nicht exorbitanten Gehalt überhaupt bieten kann (vor allem wenn man für Flüge und Umzug einen Kredit aufnehmen musste). Das betrifft z.B. das Vorhandensein von Hausangestellten, aber auch solche Dinge wie die Auswahl von Möbeln ("So was kommt mir nicht ins Haus, so was haben in BRA nur die Armen.").

Auf jeden Fall ist das Ganze eine ziemliche Herausforderung und ich wünsche allen Paaren das allerbeste, die ähnliche Probleme haben. Und die, die es sich noch überlegen, sollten, gerade wenn Kinder betroffen sind, ganz genau nachdenken, sich Zeit lassen und vor allem miteinander darüber reden und nicht aus gut gemeinter, aber falsch verstandener Liebe alles, was einen schon zu Beginn der Beziehung zweifeln lässt, herunter schlucken.

Wenn man einer Beziehung nicht zutraut, dass man in ihr solche fundamentalen Probleme und Sorgen ansprechen kann, und dann blind vor Liebe irreversible Entscheidungen trifft, dann kann es sehr kompliziert werden ...


Honzo hat auch so seine Erfahrungen mit einer speziellen Eigenschaft brasilianischer Damen:

Also ich find meine Frau sehr klasse.

Sie gefällt mir wunderbar, ist im Bett auch wundervoll, tolle Hausfrau (perfekte Köchin), versteht sich gut mit den meisten meiner Freunde (und deren Freundinnen/Frauen), schnorrt mich nicht übermäßig um Geld an, und wenn, dann nur Sachen die sie auch wirklich benötigt. Deutsch kann sie für die kurze Zeit die sie jetzt in Europa ist eigentlich auch schon gut, (VHS - Sprachkurs folgt), Arbeitsstelle wird sich in Zukunft für sie auch finden, ihre Familie find ich auch toll (keine Kohleschnorrereien um Gottes willen....wenn ich so was von anderen Leuten höre, wird mir ganz anders...)
Außerdem weiß sowieso jeder der mich kennt, dass ich der größte Geizhals weit und breit bin und bei mir sowieso nix zu holen ist.
eigentlich alles in Butter ... ja, WENN da nicht die Eifersucht wäre....
hab leider den Fehler gemacht und in BR letztens geguckt....
nicht übermäßig mit der Zunge auf dem Boden, aber doch....
darüber gab’s und gibt’s natürlich Streit...da fliegen die Fetzen und gingen schon mal Sachen zu Bruch.....ist zwar schon länger her, einen schalen Nachgeschmack hinterlässt es trotzdem....
Versöhnungen sind dann allerdings wunderbar...
Ich hab mir die Guckerei so gut es ging abgewöhnt (war ehrlich gesagt nicht einfach und war IMMER völlig normal für mich...)
und jetzt passt meine Frau auf mich auf wie ein Rottweiler...
na ja, alles kann halt nicht perfekt sein....
ach ja, das viele diskutieren und reden im Allgemeinen kann auch ganz schön nerven, muss allerdings dazusagen, dass ich generell eher wortkarg bin...


Falax (der Ursprungsautor des Beitrags) meldet sich noch mal zwischen:


Hört sich ja alles sehr negativ an. Es fällt mir schwer zu glauben, dass meine Bras. solch ein durchtriebenes Wesen sein soll. Kann man denn alle Bras., die solche Verhaltensweisen zeigen, über einen Kamm scheren? Kann es denn nicht sein, dass sie sich, wenn sie erst einmal hier "Fuß gefasst" hat und das Heimweh überwunden hat, sich auch in ihrem ängstlichen Verhalten ändert? Sie beteuert ja immer wieder, dass sie sich ändern will, insbes. gegenüber meinem Sohn, sie aber erst selbst sich hier wohl fühlen müsse. Ansonsten: Da ich arbeite, kümmert sie sich um den Haushalt etc, kümmert sich um ihre Tochter, ist, was Kleidung und Ausgehen angeht, anspruchslos und gibt das Geld nur für nötigen Kram aus. Ihre Familie haben wir 1mal zum Essen in Brasilien eingeladen, von da kommen auch keine finanziellen Wünsche, im Gegenteil: ich war 2mal dort und wurde in der Familie herzlich aufgenommen. Bin ich da zu naiv/unerfahren mit dem weiblichen bras. Geschlecht, oder warum sehe ich da noch gewisse, gute Ansätze? Ich hoffe, ihr täuscht euch mit eurer Einschätzung. Vielleicht bin aber ich zu blauäugig, dabei glaube ich schon, dass ich aufgrund einiger mehrjähriger Beziehungen (allerdings mit dt. Frauen) eine gewisse Menschenkenntnis habe. Allerdings zeigt sie Verhaltensweisen (insbes. die Nichtbeachtung meines Sohnes), die ich bei einer dt. Frau nie akzeptieren würde. Hier finde ich immer Entschuldigungen für ihr Verhalten.
Jedenfalls vielen Dank, dass ihr so einem Brasilien-Greenhorn wie mir wichtige Tipps gebt. Ich habe für mich noch keine Entscheidung getroffen, kann diese auch schlecht von Äußerungen im Forum abhängig machen, sondern muss wohl meine eigenen Erfahrungen sammeln. Jedenfalls habe ich jetzt mehr Hintergrundwissen und werde sie sicherlich wesentlich kritischer sehen. Bevor man nicht sicher ist, dass es die Falsche ist, fällt es naturgemäß schwer, sich von seinen Zukunftsträumen zu verabschieden. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Zambo hakt noch mal nach:

Vergiss Deine "Menschenkenntnis" , wenn Du nur Beziehungen zu Deutschen gehabt hast. Andere Länder, andere Sitten und Mentalitäten. Was in Deutschland direkt gesagt wird, wird in manchen Ländern nie gesagt werden, in anderen Ländern nur "durch die Blumen".
Schwer durchschaubar, wenn man keine Erfahrung hat.

Mach Dir keine Illusionen. Es gibt Dinge, die sind selbstverständlich für einen normalen Menschen mit Benehmen. Bei jemandem, der so viele Fehler hat von Anfang an, helfen auch keine (zigfachen) Beteuerungen.

Ein anderer Brasilianerinnen-Geschädigter namens Sladdi meldet sich zu Wort:

Hätte ich das nur früher gelesen, dann wäre mir wahrscheinlich einiges erspart geblieben.
Die bereits genannten Punkte 1 - 8 kann ich zu 90% bestätigen, nach einer knapp 1-jährigen Ehe habe ich die Notbremse gezogen.
Um einige Erfahrungen reicher, kann ich nur empfehlen: lass Dir (und Ihr) Zeit, vor allem Zeit bis zur Hochzeit.
Die kulturellen Probleme für Brasilianer in Deutschland sind nicht zu unterschätzen und vom Klima will ich gar nicht reden. Lieber die Liebste mehrfach nach hier hin einladen (auch im Winter) und evtl. selbst möglichst oft nach Brasilien reisen (Familie, Freunde, Umgebung kennen lernen). Das sicherer (und billiger) als eine Scheidung, wenn es wahre Liebe ist wird das Deine Freundin auch so sehen.


Erstaunlicherweise meldet sich auch eine Brasilianerin zu Wort und bricht ihrer Landsmännin so ziemlich das Genick:

Maninha schreibt:

Falax, tut mir leid, dir das mitteilen zu müssen, aber du hast Pech! Den "Symptomen" nach zu urteilen, wird das Mädel nur schlimmer werden. Ich habe schon genügend von dieser Sorte kennen gelernt. Erst ist es Liebe auf den ersten Blick und es heißt "Ich werde alles für dich tun", und wenn sie dann hier sind, halten sie sich für das Wichtigste im Leben der Freunde (Ehemänner).
Das Schlimmste, was passieren kann, und offenbar auch schon passiert ist: Sie tritt in Kontakt mit anderen Brasilianerinnen (diese werden ihr in der Regel immer Flausen in den Kopf setzen, was du "alles" für sie zu tun hast) Das heißt: was du ihr kaufen sollst (hoppla... schenken sollst!). Was du sagen sollst, was du für ihre Familie tun sollst. Und natürlich werden diese Freundinnen sie auch darauf hinweisen, was sie zu tun hat: In erster Linie, nicht zu vergessen, dass du Deutscher bist (was anfangs ein Grund war, stolz zu sein, wird jetzt zu einem Motiv, um dich zu demütigen). Zweitens sich daran zu erinnern, dass auch deine Familie deutsch ist. Drittens, viertens und fünftens: zu zeigen, wer die Hosen in der Beziehung anhat. Wenn du noch nicht an dem Punkt angekommen bist, dass du ohne sie leben kannst: Such dir eine andere!
Entschuldige bitte meine Aufrichtigkeit.


Falax bedankt sich für die rege Beteiligung:

Die Beiträge in diesem Thread sind doch überwiegend eine Bereicherung. Jedenfalls ich als "Newcomer" erhalte einen ganz guten Überblick über die verschiedenen Facetten und Blickwinkel. Jeder macht seine eigenen Erfahrungen und hat seine eigene Lebensgeschichte, aus denen heraus dann Vorschläge und Tipps entstehen. Ich bin in meiner Entscheidungsfindung noch nicht am Ziel, bin aber ein Mensch, der mehr auf den Bauch als auf den Kopf hört. Bei dem Vorleben meiner Freundin habe ich zumindest ein gutes Gefühl was ihre Seriosität angeht. Um hier aktiv zu zeigen, dass sie sich integrieren will und Kontakt zu meinem Sohn aufbauen will, werde ich ihr noch etwas Zeit geben, das muss ich einfach machen. Wenn der Schuss dann doch nach hintern losgeht; na ja, wenigstens eine Erfahrung mehr.
Vielleicht bin ich zu sehr "Gutmensch", aber ich sehe ja auch, was sie und ihre Tochter alles aufgeben müssten, um hier zu leben. Ich könnte das nicht so ohne weiteres. Es ist sicherlich nicht nur das Materielle, was sie nach D zieht. Sie hat in BRA einen ganz guten Job, lebt in ordentlichen nicht ärmlichen Verhältnissen und hat in BRA einen großen Familien- und Freundeskreis, den sie dann aufgibt. Gerade die Tochter hat es auch schwer, sie wird aus ihrem Umfeld gerissen, kein Papa, keine Grosseltern, keine Freundinnen, kein Hund etc. hier in D. Neue Einschulung hier nach den Sommerferien, noch keine Deutschkenntnisse. Da ist schon auch Verantwortung gegenüber dem Kind erforderlich; mal 3 Monate D dann wieder 3 Monate BRA dann wieder D, das geht mit einem schulpflichtigen Kind nicht.

Nach einigen Beziehungen mit deutschen Frauen war ich zuletzt mit einer solchen etwa 10 Jahre verheiratet. Was ich aber jetzt, trotz der ganzen geschilderten Probleme, in meiner Beziehung mit meiner bras. Freundin erfahre, hat mir bislang keine deutsche Frau geben können und ich meine nicht nur, allenfalls beiläufig, die Bettgeschichten.

Lemi meldet sich auch noch mal kurz:

........ das Blatt scheint sich ja gewendet zu haben ...... ich wollte fast schreiben "zum Guten gewendet", aber es kann sich ja durchaus auch "zum Schlechten gewendet" haben ....... wer weiß ........... die von dir genannten Eingangsbedingungen klangen jedenfalls nicht sehr viel versprechend.
Den einzigen Rat den ich dir noch gerne mit auf den Weg geben würde ist, deine Frau so gut wie möglich von der Brasilianerinnen - Szene abzuschotten. Ich kenne genug dt-bras. Ehen die daran kaputt gegangen sind oder sich zumindest in der Dauerkrise befinden. Diese ständige Meckerei über Deutschland und die "unmöglichen" deutschen Männer machen alles kaputt. Meine Frau bekommt bis heute noch Anrufe von diesen Weibsbildern, die meistens 2-3 Stunden dauern, obwohl sie sich immer so gut es ging aus dieser Szene raus gehalten hat.
Wenn man ihnen dann sagt: "...geh doch wieder in deine Kloake, wo du herkommst und heirate einen deiner ach so treuen, liebevollen und für das Wohl der Familie sorgenden Landsmann" erntet man zwar böse Blicke, aber es gibt kaum Widerspruch. Deswegen hatte ich in meinem 1. Beitrag irgendwann mal erwähnt, dass es wichtig ist, nicht seine sozialen Wurzeln zu vergessen.


Zu Lemis Worten meint Falax:

do Leme,
stimmt, den Kontakt mit anderen Brasileiras sehe ich auch kritisch. Es wundert mich schon, dass sie gegenüber meiner Familie, meinen deutschen Freunden etc sehr, sehr zurückhaltend ist, aber ständig neue bras. "Freundinnen" hat, zu denen ich dann keinen Kontakt haben soll, wenn es nach ihr geht (sie hat angeblich Angst, dass diese mich anmachen). D ist Scheiße, deutsche Männer sind Scheiße, das habe ich auch schon oft gehört. Auf meine Frage, ob sie denn lieber einen bras. Mann hätte, die, wie sie mir selbst erzählte, nicht treu sein können, sagte sie, dass diese sich wenigstens "liebevoll" um die Familie kümmern würden. Na ja, bin mal gespannt was sie sagt, wenn ich mich so verhalten würde.
Kaum ist sie aber wieder in BRA, sehnt sie sich nach dem „scheiß Deutschland“ zurück. So richtig schlau werde ich daraus nicht.
Etwas Verständnis habe ich allerdings schon, dass sie gerne mit BrasilianerInnen zusammen ist, solange sie sich hier nicht integriert hat. Nur wird das Integrieren immer schwerer, je weniger Kontakt sie zu Deutschen hat. Ich habe ihr deutlich gesagt, dass sie zu meinem Sohn ein akzeptables Verhältnis herstellen muss und wir gerne auch mit BrasilianerInnen Kontakt haben können, aber nur im Rahmen eines gemeinsamen Freundeskreises. Ansonsten sehe ich keine Basis.

Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass sie bei Streitgesprächen mächtig aufbraust, ich ein Egoist bin, sie sofort zurück nach BRA will, mein Sohn keinen Respekt hat, alles aus ist etc, aber 1 Tag später ich wieder ihr „guter Mann“ bin. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?


Auch Jorginho ist ein Hartgesottener und folgert:

Also, wenn ich das alles so lese, dann gibt es nur einen vernünftigen Schluss: Mute ihr diese ganze "deutsche Scheiße" nicht mehr zu, sondern schick sie nach Hause zu den brasilianischen Männern, die sich so liebevoll um ihre Familie kümmern. (Frage mich nur, weshalb sie und so viele andere Brasilianerinnen allein erziehende Mütter sind.) Sind auch tolle Freundinnen, die sie da hat, wenn sie bei jeder den Verdacht hegt, sie könnte dich anbaggern. Und dann hat sie auch noch diese bigotte Ader... Falax, vergiss es! Das gibt nie etwas! Sorry...

Und Falax entscheidet sich nun tatsächlich - na für wen?

Möchte euch kurz das Ende meiner Geschichte (Tragödie) mitteilen. Meine Freundin ist mit Tochter wieder in Brasilien, nachdem es immer unerträglicher wurde. Bin froh, dass sie ohne großes Theater geflogen ist und akzeptiert, dass unsere Beziehung keine Zukunft hat. Hab mich also für das "Ende mit Schrecken" entschieden.


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Wer hat denn unter dem Pseudonym "Jeitinho" geschrieben??

Sind das übrigens solche Damen, welche man auf dem VIVA AFROBRASIL Festival sehen kann? :lol:



Bis dann
Bagi


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BeitragVerfasst: 10 Apr 2005 15:22 
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Also:
ich würde falax und allen anderen, die eine Brasilianerin ehelichen, raten, vor der Hochzeit einen Abstecher nach Belo Horizonte zu machen.....darum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich dort nichts besseres findet



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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BeitragVerfasst: 10 Apr 2005 17:29 
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Bagi hat geschrieben:
Wer hat denn unter dem Pseudonym "Jeitinho" geschrieben??

Sind das übrigens solche Damen, welche man auf dem VIVA AFROBRASIL Festival sehen kann? :lol:


Nicht nur, glaube ich.
Meine damalige Lebensgefährtin jedenfalls zog es mehr zu ihrer Glaubensgemeinde als auf Festivals. Dort wurde ihr gelehrt, dass Lügen nicht akzeptiert werden und die Familie, dazu gehören auch die Kinder des "Mannes", zu respektieren sind. Leider hat sie sich in der Realität dann ganz anders verhalten (siehe oben bei Lemi). Darauf angesprochen sagte sie, dass sie eben nicht perfekt sei und daher die religiösen Vorgaben nicht alle einhalten könne. Fazit: Der Glaube wird so zurecht gelegt, wie er ihr gerade in den Kram passt.

Nun, sie lebt seit Monaten wieder in Brasilien. Wir telefonieren oder mailen ab und zu. Vor kurzem hatte ich sie in Brasilien wieder gesehen. Wir haben uns dort sehr gut verstanden und hatten eine schöne Zeit. Urlaub und Ferienstimmung sind eben etwas anderes als das normale Alltagsleben hier in Deutschland.
Sie würde wohl gerne wieder nach Deutschland kommen und einen Neuanfang machen. Ich habe das (schweren Herzens) abgelehnt; es würde doch wohl alles wieder so verlaufen wie damals, befürchte ich.

Gruss Falax


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BeitragVerfasst: 10 Apr 2005 17:36 
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tinto hat geschrieben:
Also:
ich würde falax und allen anderen, die eine Brasilianerin ehelichen, raten, vor der Hochzeit einen Abstecher nach Belo Horizonte zu machen.....darum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich dort nichts besseres findet



Hallo tinto,
ich bin wohl im Mai oder Juni wieder in Brasilien. Berichte doch mal, was man denn in BH "besseres" finden kann.

Gruss Falax


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BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 20:59 
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Also falax, drei Dinge möchte ich Dir dazu sagen:

1. natürlich kann man überall auf der Welt und so auch in Recife seiner Traumfrau begegnen. Ich habe meine genau dort ja auf ähnliche Art und Weise kennengelernt wie Du und bin seit fast fünf Jahren glücklich verheiratet, also es geht auch so.

2. verweise ich aber mal auf die vielen anderen Beiträge über GdP’s und GdP-nahe Familien in Recife, besonders in Boa Viagem und Umgebung. Es ist eben so, da hat die Stadt ihren Ruf und ihr Millieu. Das erschwert einfach die Suche nach einer richtigen Lebenspartnerin, weil nicht wenige Frauen dort schon so ihre Erfahrungen haben oder eben eine Erwartungshaltung. Die ist oft geprägt von den Dingen, mit denen die Freundin, die schon mal mit einem Gringo war, prahlt, oder von dem was die Cousine, die schon im Gringo-Schlaraffenland ist, so erzählt. Nicht selten sind das Halbwahrheiten. Und der für mich wichtigste Gesichtspunkt: Boa Viagem ist zudem für mich nicht typisches Brasilien, einfach zu viele Gringos dort, die auch gern mal angeben, das verdirbt die Preise. Nicht dass wir uns missverstehen, bin auch gern mal dort, aber selten lange und würde es nicht so sehr für die Lebenspartnersuche empfehlen. Eignet sich sicher für bestimmte Aktivitäten, aber Du hast selbst in einem anderen threat erkannt und beschrieben, was da abläuft.

3. Das genau ist der Unterschied zu Belo Horizonte, da gibt es kaum Gringos, im Centro und Umgebung etwa, wo die einfache Schicht tagsüber anzutreffen ist, bist Du praktisch der einzige Gringo. Da fällst Du auf, wirst angelächelt, das ist unglaublich. Der Gesprächsaufbau ist einfach und unkompliziert, schon die einfache frage nach der Uhrzeit oder dem Weg provoziert die unsichere Rückfrage „Aber Du bist nicht von hier...?“.. Das ist z.B. der Einstieg, und zwar ganz sicher erst mal nur für ein schüchternes Gespräch oder eine spätere Verabredung. Da läuft, so ist mein Eindruck, nicht sofort was. Mir erschienen die Leute da auch sehr gebildet, was sich daran zeigt, dass man überall in den Straßen und den Bushaltenstellen von morgens bis spät in die Nacht Leute mit Büchern und Schreibheften im Arm entdeckt. Es gibt viele Studenten, noch mehr Studentinnen. Im Bus saß neben mir eine mit einem deutschen Lehrbuch und beantwortete fleißig die Fragen. Und so was sieht man nicht selten dort.

Es gibt noch mehr Unterschiede: Es gibt jede Menge Kultur. Da fehlt der Strand, wo man faulenzen könnte, es kommt mir sauberer, aufgeräumter, organisierter und wesentlich sicherer vor als in Recife. Und preiswerter als in Rio oder SP. Und das bei einer Stadt die doppelt so viele Einwohner hat als Recife. Das alles sind Argumente, aber natürlich keineswegs eine Garantie für eine glücklichere Zukunft. Darum prüfe.....



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Schöne Grüße,
tinto


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BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 21:18 
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Oi Tinto,

ich bin begeistert !

Das war ja ein regelrechtes Loblied auf meine Heimat !!! (ohne vorherige Absprache, grins)

Ich werde dem Bürgermeister eine Übersetzung zuschicken. Wahrscheinlich wirst du dann in die Analen bzw. ins goldene Gästebuch der Stadt aufgenommen. :wink:

Mal im Ernst:

BH hat wirklich den Vorteil, einen für Brasilien sehr hohen Lebensstandard zu haben (Irgendwann war BH mal die Nr. 1 in Südamerika ......... leider weiss ich nicht mehr, wann das war !?). Das Klima ist angenehm und die Mineiras sind sehr nett zu uns Gringos. Die meisten sind mit ihrer Mineira-Ehefrau zufrieden, weil sie nicht nur liebevoll, sondern auch strebsam, zielorientiert und sparsam sind. Eine GdP-Verpestung wie an der Copa und in BV ist praktisch ausgeschlossen.

Trotz der geringen Gringo-Rate fällt man in BH nicht sonderlich auf, da die Bevölkerung sehr gemischt ist. Alle Rassen und Klassen sind in voller Breite vertreten. Und wie Tinto schon schreibt, bedeutet ein kleiner Akzent bei der Aussprache eher einen Vorteil im täglichen Sparring um die Stadtschönheiten. Einfach machen es einem die Damen deswegen trotzdem nicht gleich ......... ein Gringo ist ein Wesen, was besonders intensiv begutachtet werden muss, bevor man es an den Speck lässt.



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 21:33 
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Lemi hat geschrieben:
Oi Tinto,

ich bin begeistert !

Das war ja ein regelrechtes Loblied auf meine Heimat !!! (ohne vorherige Absprache, grins)

Äh, Deine Heimat, Du bist doch auch nur ein zugewanderter Gringo - Deine Heimatstadt liegt doch wohl irgendwo in deutschland...oder?

Zitat:
Ich werde dem Bürgermeister eine Übersetzung zuschicken. Wahrscheinlich wirst du dann in die Analen bzw. ins goldene Gästebuch der Stadt aufgenommen. :wink:


Gerne, ich werde sicher dann Ehrenbürger. Nur, ob ich mich noch in Recife blicken lassen kann....meine Frau ist noch nicht wütend...

Zitat:

Trotz der geringen Gringo-Rate fällt man in BH nicht sonderlich auf, da die Bevölkerung sehr gemischt ist. Alle Rassen und Klassen sind in voller Breite vertreten.

Das stimmt, für jeden Geschmack ist was dabei...
Zitat:
Und wie Tinto schon schreibt, bedeutet ein kleiner Akzent bei der Aussprache eher einen Vorteil im täglichen Sparring um die Stadtschönheiten. Einfach machen es einem die Damen deswegen trotzdem nicht gleich ......... ein Gringo ist ein Wesen, was besonders intensiv begutachtet werden muss, bevor man es an den Speck lässt.

Auch das sehe ich eher als Herausforderung (der ich mich mich aber nicht gestellt habe) - ist in meinen Augen eher ein Vorteil!


EDIT: Ich mach jetzt aber mal eine Einschränkung als kleine Antwort auf Falax obigen Beitrag, auch in BH gibt es jede Menge merkwürdige Kirchen, so auch einen ganz protzigege TEMPEL. Da laufen natürlich auch ein paar Frauen hinein und glauben an was auch immer.



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tinto


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BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 23:16 
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tinto hat geschrieben:
Also:
ich würde falax und allen anderen, die eine Brasilianerin ehelichen, raten, vor der Hochzeit einen Abstecher nach Belo Horizonte zu machen.....darum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich dort nichts besseres findet



ISSO MESMO!!!!
Deshalb man besten gleich sich seine Brasileira in BH suchen, dort heiraten und dann am besten gleich da bleiben!!!



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BeitragVerfasst: 15 Apr 2005 21:31 
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Also, hier noch einige real gelebte Ereignisse mit meiner brasilianischen Frau. Einige Details weichen von meinen früheren Schilderungen ab. Damals habe ich den Sachverhalt etwas verfremdet, damit meine Brasileira anonym bleibt, weil einige Forumsleser sie und ihre Familie kennen. Mittlerweile ist das egal. Sie lebt in Brasi und kann meine Erlebnisse und Eindrücke ruhig erfahren. Dabei möchte ich vorweg sagen, dass sie kein schlechter Mensch ist und ich hier jetzt nicht sie in den Dreck ziehen möchte. Das Scheitern unsere Beziehung lag wohl insbesondere auch daran, dass wir beide andere Erwartungen hatten, unterschiedliche Sprachen, und zwar insbesondere im übertragenen Sinne, sprachen, ich die brasil Mentalität und sie die europ. Mentalität nicht kannte etc.
Also, wir lernten uns über eine Heiratsagentur in Recife kennen. Meine vorherige langjährige Ehe mit einer deutschen Frau – wir haben 2 Kinder – war längst beendet. Ein netter Arbeitskollege und Forumsmitglied, der Brasi gut kennt, dort auch schon gearbeitet hat und seit Jahren glücklich mit einer Brasileira verheiratet ist, zeigte mir mal die Internetseite der Agentur, deren Inhaber er gut kennt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich von Brasilien noch überhaupt keine Vorstellung. Den Namen Recife hatte ich noch nie gehört. Eine Dame im Internet-Auftritt der Agentur ist mir dann ins Auge gesprungen. Nicht weil sie überragend schön war, sondern weil sie einen braven, schüchternen Blick hatte, der mich sehr beeindruckte. Dazu kam natürlich die für mich exotische Erscheinung. Ab diesem Zeitpunkt setzte dann wohl manchmal mein ansonsten klarer Verstand aus. Obwohl ich kaum Geld hatte und dazu 2 Kinder, die unter der Trennung noch sehr litten, habe ich schnell das Agenturhonorar überwiesen, um so den ersten Brief schreiben zu können. Der Agent musste stets die Briefe übersetzten. Sehr schnell waren wir Feuer und Flamme, haben uns geschrieben, gesimmst und dann auch mit Hilfe von Freunden telefoniert. Sie wollte ein harmonisches Familienleben, liebte Kinder, war gerne Hausfrau, mochte etwas ältere Gringos (jetzt 44), auch mit Bauchansatz etc. Kurz gesagt: es war zu schön, um wahr zu sein. Der Agent und mein Forums-Freund, beide mit viel Erfahrung mit bras. Frauen ausgestattet, haben mich stets vor übereilten Handeln gewarnt. Der Agent sagte zu recht, er wolle erst einmal die Dame richtig kennen lernen, um dann mir zu- oder abraten zu können. Alle Hinweise habe ich in den Wind geschrieben. Schließlich hatte ich ja auch prima Menschenkenntnisse, da brauchte mir keine etwas zu erzählen. Was ein grober Fehler!!
Nun, 4 Wochen später war ich in Recife, wir waren ein Herz und eine Seele. Nach 3 Tagen stand fest, dass sie mit mir zurück nach Deutschland fliegen wird. Ihre Tochter, damals 7, wollten wir nachholen. Auch hier in Recife habe ich dem Agenten, der es wirklich seriös und gut mit mir meinte, nicht beachtet und seine Ratschläge nicht befolgt. Dabei gab es jetzt schon Anzeichen, dass wir möglicherweise Probleme bekommen könnten. Sie hat in Recife bestimmt, wo es lang geht, also: kein Kontakt zu dem „unseriösen Agenten“, kein Kontakt- natürlich auch kein Blickkontakt – zu anderen weiblichen Wesen. Sie selbst hat aber mit den knappsten Bikinis und ihrem bunda bonita sämtliche Männerblicke und Sprüche provoziert, natürlich „völlig unbeabsichtigt“; sie sei eben eine Brasileira. Dann wurde für die Reise eingekauft. Koffer wurden nicht im centro, sondern teuer im Shopping Center gekauft etc, etc.
Ihre Familie war nett und gastfreundlich zu mir und hatten keine offensichtliche Erwartungshaltung. Meine Brasi hatte zuvor 2, 3mal in der Woche als Friseurin gearbeitet und den Job jetzt an den Nagel gehängt. Aller Welt wurde erzählt, dass sie jetzt für immer nach Deutschland gehen würde. Diese Absolutheit hat mir nicht so recht gefallen. So wollte ich die Sache eigentlich nicht angehen, sondern erst mal schauen und abwarten. Aber jedenfalls im NordOsten ist es wohl so, dass mein froh sein muss, eine Arbeit zu haben. Die kann man dann nicht eben für 3 Monate unterbrechen, um sie dann wieder fortzusetzen. Also war klar, dass sie durch die Reise nach Deutschland ihren Job und somit ihre Unabhängigkeit verliert und sich so ganz in meine Abhängigkeit begibt. Das kann dann zu emotionalen Komplikationen führen und Anlass vieler Auseinandersetzungen sein.
Eine Cousine lud uns dann noch zum Essen ein. Tolles Haus, tolles Aussehen, toller norwegischer Mann, tolles Kind, englisch fließend. Abends schafft die Cousine dann in Boa Viagem an, wo sie über ein eigenes Appartement verfügt (SG kennt sie bestimmt). Für mich war das erst mal eine Überraschung; insbesondere als ich dann hörte, dass eine Schwester meiner Frau, die jetzt schon seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, ebenfalls in Recife anschaffen ging. Diese überall präsente Milieunähe war ich nicht gewohnt und beunruhigte mich. Wobei ich heute sagen kann, dass meine Frau diesem Gewerbe nicht nachging und wohl dazu eine gewisse Distanz hat.
Also, quasi im siebten Himmel schwebend, gabs noch ein grosses Abschiedsfest bei der Familie, bevor wir dann nach 3 Wochen in den Flieger nach Deutschland stiegen…….und das Drama begann.

Fortsetzung folgt

Gruss Falax


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