Heute 13. 3. auf ARTE - Sozialdoku: Knast in Rio

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Heute 13. 3. auf ARTE - Sozialdoku: Knast in Rio

Beitragvon Theo » Mo 13. Mär 2006, 20:34

Montag, den 13. März 2006 um 22.15 Uhr
Rio de Janeiro - Kleine Diebe vor Gericht

Die Filmemacherin Maria Ramos begleitet einen jugendlichen Straftäter durch die verschiedenen Instanzen der brasilianischen Strafjustiz und zeigt ihn und die zuständigen Richter und Anwälte in ihrem privaten Umfeld. Daraus entsteht ein Bild der vielschichtigen Beziehung zwischen Macht und Recht in Brasilien.

Der Film begleitet den jugendlichen Kleinkriminellen Carlos Eduardo auf seinem Weg durch die brasilianische Strafjustiz. Zwei Richter und ein Pflichtverteidiger befragen den ganzen Tag lang Beschuldigte zu allen Einzelheiten. Regisseurin Maria Ramos zeigt die Vertreter des Rechts bei Gericht und gelegentlich auch zu Hause. Die strenge Richterin thront in der Mitte des Bildes. Weiter unten sitzt der Angeklagte mit dem Rücken zur Kamera. Zu seiner Linken die Anwältin, ihr Schweigen zeigt Routine. Sie weiß, dass ihr Mandant schuldig ist. Der Film begleitet Carlos Eduardo auch zu seiner Familie in die Favelas und zeigt das Elend, in dem sie lebt.

Als die Kamera danach wieder den Gerichtssaal abbildet, sind Menschen, Ort und Einstellung zwar unverändert, erscheinen aber in einem anderen Licht. Genauso wie die Kamera die Angehörigen des Beschuldigten zu Hause zeigt, filmt die Regisseurin auch die Anwältin in ihrem Appartement in einem bürgerlichen Wohnviertel. Während im Fernsehen über einen der unzähligen brutalen Überfälle auf einen Supermarkt berichtet wird, streicht die Anwältin zärtlich ihrer Tochter übers Haar. Der Film macht deutlich, dass der Justizvollzug in Brasilien vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe steht. Die Gefängnisse sind überfüllt. Wenn nicht Familienangehörige den Verurteilten zusätzlich etwas zu Essen bringen, erhalten sie nur eine spärliche Mahlzeit am Tag. Viele Richter meinen, dass in dieser Situation mehr Repressionen nötig seien. Die als Pflichtverteidiger bestellten Rechtsanwälte, die die Lebensrealität der jugendlichen Kriminellen besser kennen, fragen sich hingegen, ob ein Gefängnisaufenthalt überhaupt etwas bewirkt.

Zusatzinfo
Der Dokumentarfilm beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven sehr subtil die vielschichtige Beziehung zwischen Macht und Recht. Regisseurin Maria Ramos will den Angeklagten für seine Tat nicht verurteilen, sie kennt aber auch kein Mitleid. Die Kamera wahrt große Distanz. So gelingt es ihr, die Mechanismen und die Machtstrukturen des Justizapparats aufzudecken.

Quelle: Arte

Gruß Theo 8)
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Beitragvon lobomau » Mo 13. Mär 2006, 23:58

Das ging ja so lange wie ein Spielfilm. War ganz interessant.
Aber "saltar a pipa" mit einer "Rolle" oder so ähnlich zu übersetzen hat irgendwie nicht so viel mit Drachensteigen zu tun, oder :?:
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Beitragvon PoisonYvi » Di 14. Mär 2006, 08:28

lobomau hat geschrieben:Aber "saltar a pipa" mit einer "Rolle" oder so ähnlich zu übersetzen hat irgendwie nicht so viel mit Drachensteigen zu tun, oder :?:


Wurde auch mit "Faßrollen" übersetzt, und war schon richtig. :wink:

ich fand die Dokumentation auch sehr interessant. Etwas lang aufgezogen, und zwischendurch zu lange Szenen, die keinen Wert hatten. Wie die Besuchszeiten, wo man keine Einzelgespräche verfolgen konnte, sondern nur das allgemeine Treiben von der Menge gezeigt bekam. Aber ansonsten sehr interessant. Und hat gezeigt, wie ungerecht teilweise die Justiz in Brasilien sein kann.

Was mich aber interessiert hätte, die haben gar nicht mehr gezeigt, was jetzt mit dem Rollstuhlfahrer vom Anfang passiert ist.
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Beitragvon lobomau » Di 14. Mär 2006, 08:47

PoisonYvi hat geschrieben:
lobomau hat geschrieben:Wurde auch mit "Faßrollen" übersetzt, und war schon richtig. :wink:

Ja, erinnere mich wieder. Aber warum "Faßrollen" :?:
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Beitragvon PoisonYvi » Di 14. Mär 2006, 08:57

lobomau hat geschrieben:Ja, erinnere mich wieder. Aber warum "Faßrollen" :?:


Naja, dieses Faßrollen, wo du ein Faß mit dem Stock über die Straßen rollst. Bei Kinder ist es tatsächlich ein beliebtes Spiel. Bei Erwachsenen (wie in diesem Fall, und wie auch in dem Film erklärt), ist es eher ein taktisches "Warnsignal" für trafficantes, dass die Polizei im Anmarsch ist.
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Beitragvon lobomau » Di 14. Mär 2006, 11:22

Achso. Von "Fassrollen" habe ich noch nie was gehört.
Ich hatte "saltar pipa" verstanden. Neben Feuerwerkskörper dachte ich wär dies vielleicht eine Methode die Traficantes vor ankommender Polizei zu warnen.
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Beitragvon PoisonYvi » Di 14. Mär 2006, 11:57

lobomau hat geschrieben:Neben Feuerwerkskörper dachte ich wär dies vielleicht eine Methode die Traficantes vor ankommender Polizei zu warnen.


Ist ja genau das, was ich geschrieben habe. :?:
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Beitragvon lobomau » Di 14. Mär 2006, 13:39

Ich meinte mit "saltar pipa" das Drachensteigen als Polizei-Warnung.
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Beitragvon Lemi » Di 14. Mär 2006, 13:41

Nur als kleine Korrektur:

es heisst "soltar" pipa.

Saltar ist "springen" .......... soltar ist "steigen lassen"
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Beitragvon flloyd » Di 14. Mär 2006, 16:00

In der gestrigen (auf bedrückende Art faszinierenden) Dokumentation wurde auch eine: Favela "Deutschland" als Wohnort erwähnt. Zumindest in den Untertiteln wurde die so übersetzt/genannt. Hat jemand verstanden, wie diese Favela im Original genannt wurde?

Ich kann mir nur schwer vorstellen, das es tatsächlich eine Favela namens "Deutschland" in Rio gibt.
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