Grund zur Freude und Ansporn für weiteres Engagement: So verstehen die Seara-Aktiven die Urkunde, die ihnen Regierungspräsident Lutz Klein (CDU) jetzt überreicht hat. Diese macht die Stiftung offiziell, die von Ehrenamtlichen um Ferdinand Herr zugunsten unter- und mangelernährter Kinder in der Tropenwaldstadt Santarém gegründet worden ist. Der 1990 ins Leben gerufene Seara-Förderverein bleibt laut Herr bestehen.
„Mit der Stiftung ,Kinder sind Zukunft‘ wollen wir unsere Arbeit in Brasilien langfristig sichern und möglichst ausweiten“, erläuterte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Rainer Neubauer. Zentrum des Seara-Projektes sei eine Tagesstätte für 140 noch nicht schulpflichtige Kinder, die gemeinsam mit der Stadt Santarém betrieben werde. Die Kleinen litten unter den Folgen der Armut ihrer Eltern, obwohl es im Amazonasgebiet viele natürliche Ressourcen gebe. Wie Ferdinand Herr ergänzte, biete die aus der Not geborene, einseitige Ernährung mit Maniok zwar viele Kohlenhydrate, aber Kalzium, Vitamin B und Proteine fehlten. Diesem Mangel wird in der Tagesstätte nach Angaben der Seara-Verantwortlichen mit dem Nahrungsergänzungspulver Multimistura entgegen gewirkt, das von einer Ärztin entwickelt worden sei und sich bewährt habe: „95 Prozent der Kinder der Tagesstätte besuchen anschließend die Schule – ein sagenhaftes Ergebnis“, freut sich Neubauer. Ganz wichtig seien auch Begleitung und Hilfe zur Selbsthilfe für die betreffenden Eltern. Der Vize-Vereinsvorsitzende würdigte Ferdinand Herr als „großen Visionär“, der schon vor fünf Jahren die Idee einer Stiftung eingebracht habe.
Lob zollte den Aktiven vor allem auch Regierungspräsident Lutz Klein aus Kassel. „Wie engagiert Sie sind, haben Sie mit dem Gründen der Stiftung bewiesen“, erklärte er bei der Übergabe der Urkunde. Er unterstrich die Bedeutung bürgerschaftlichen Einsatzes, wobei Stiftungen – wie Klein an Beispielen aus der Region festmachte – keine Erfindung der Neuzeit seien.
Für die Ziele von Seara arbeiten auch die Unterhaltungskünstler Wolf & Bleuel. Mit Info-Karten, auf denen ihr Gedicht „Das verlorene Lachen“ abgedruckt ist, haben beide bei ihren Auftritten in wenigen Monaten 1500 Euro für das Projekt gesammelt. Wolfgang Mihm (Wolf) brachte dieses Reimwerk während der Feier in den Räumen der Fuldaer Kanzlei Dr. Gebhardt & Moritz spontan zu Gehör. Dr. Christian Gebhardt, Stellvertreter von Ferdinand Herr, dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstands, bezeichnete es als besondere Ehre, dass Klein die Stiftungsurkunde selbst überreicht hat.
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