Diter_Rio hat geschrieben:
wenn ich aber hier so lese, dass 200 leute eingeladen werden muessen, weil - sinngemaess - sich das so gehoert, dann habe ich fuer mich persoenlich die allerhoechsten zweifel, ob ich da mitspielen wuerde.
Diese Riesenfeste werden gern von den Schwiegermüttern oder anderen Verwandten gefordert weil sie sich dann in der Ausgestaltung der Feste so richtig ausleben können. Zweifel hätte ich da keine an mir, da würde dann ich beim Fest einfach "fehlen".
Dieser Wahn ist wohl nicht auf Brasilien beschränkt. Wenn ich da an die USAmerikaner denke, dort hat es schon krankhafte Züge.
Auch beim festa 15 anos kann man das beobachten. Manche drehen da voll durch, vergleichbar den indischen Hochzeiten, da verschuldet man sich ja für den Rest des Lebens.
Beim Schulabschluß meiner Nichte hat mein Schwager ein paar Kisten Bier spendiert, wir saßen vor dem Haus, die Tochter feierte ein paar Häuser weiter mit ihren Schulkollegen und Freunden. Jeder war zufrieden.
Diter_Rio hat geschrieben:
denn aufgrund meiner allgemeinen lateinamerika erfahrung stehe ich eher auf dem standpunkt, dass du als gringo nie, ich wiederhole: nie, richtig zu einer familie gehoeren wirst, ob du nun fuer teures geld versuchst, auf wuensche nach einem riesenfest einzugehen oder nicht.
das mit dem dazugehören muß man natürlich irgendwo festmachen, also wenn es bedeutet
daß ich bei allen Festen eingeladen werde,
daß alle mir irgendwie behilflich sind z.B. beim Autokauf,
wir bei jedem fast unbegrenzt lang wohnen können,
wir auch mal angepumpt werden, die Schulden aber bezahlt werden,
man gemeinsame Ausflüge plant (nichts großartiges aber immerhin),
jeder Tipps gibt bzw. versucht meine Hobbies zu ermöglichen indem er was organisiert, wie fischen gehen, reiten, Fußball,
dann fühle ich mich dazugehörig.
Mit meiner Familie in D stelle ich mir naturgemäß solche Fragen nicht, aber da ist meist außer einem Geburtsessen bei der jetzt 84 jährigen Mutter kaum noch Kontakt zwischen den Geschwistern.
Natürlich gab es auch andere Situationen, z.B. wollte mich der Vater meiner Frau als ich sie kennenlernte nicht sehen, er hielt nichts von gringos die sich mal schnell ne morena schnappen, das hätte keine Zukunft. Als er die Enkelin auf den Arm nehmen konnte war das natürlich vergessen.
Also ich kann das nicht nachvollziehen, daß man als gringo nie dazugehört. Wenn wir uns in Zukunft in Brasilien eher weiter im Süden niederlassen, dann deshalb weil wir beide am Nordosten nichts sooo interessant finden als dass man da sein ganzes Leben verbringen muß.
Just my 5 cents.