Hochzeit in Deutschland oder Brasilien? Bitte um Hilfe!

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Re: Hochzeit in Deutschland oder Brasilien? Bitte um Hilfe!

Beitragvon Brazil53 » Mo 24. Aug 2015, 20:02

amazonasklaus hat geschrieben:Warum schließt der Mann nicht einfach eine PKV für seine Frau ab? Schwerwiegende Vorerkrankungen? Andernfalls sollte das doch kein Problem sein.


Ich denke einmal, dass es dem Ehemann zu teuer ist! :mrgreen:
Die gesetzlichen Krankenkassen setzen fiktiv die Hälfte des Einkommens des Ehemannes bei der Beitragsberechnung an.
Ist aber immer noch günstiger als die Ehefrau in einer PKV zu versichern.
Besonders wenn irgendwann auch Kinder versichert werden müsse, geht das dann auch bei der gesetzlichen Familienversicherung der freiwillig gesetzlich versicherten Ehefrau.

Anders liegen die Dinge, wenn der arbeitende Partner Mitglied einer privaten Krankenversicherung ist. „In diesem Fall hat der gesetzlich versicherte Elternteil ein Problem“, sagt Julia Nill von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Eine kostenlose Mitversicherung beim Gatten scheidet in diesem Fall aus. Stattdessen muss die Frau sich entweder selbst um eine private Krankenversicherung bemühen, oder sich in der gesetzlichen Krankenversicherungen freiwillig versichern. Und das kann teuer werden.


http://www.focus.de/finanzen/recht/tid-18111/hochzeit-vorsicht-bei-eheschliessung-mit-privatpatienten_aid_504552.html
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Re: Hochzeit in Deutschland oder Brasilien? Bitte um Hilfe!

Beitragvon Itacare » Mo 24. Aug 2015, 21:47

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Re: Hochzeit in Deutschland oder Brasilien? Bitte um Hilfe!

Beitragvon cabof » Di 25. Aug 2015, 05:44

Die Lage hat sich wie folgt dargestellt. Die BR Gattin wird erst einmal bei der PKV des Mannes versichert, kostet 220
Euronen im Monat, wenn sie dann eine Anstellung findet kann sie wieder ausscheiden, wird schriftlich fixiert, auf jeden
Fall hat sie dem Amt gegenüber die Pflicht erfüllt und erhält den Titel und Arbeitserlaubnis. Würde sie freiwillig in der gesetzlichen KV versichert sein, wird der Beitrag vom Einkommen des Mannes errechnet, in diesem Falle = teurer. Der nächste Schritt wird dann zum Arbeitsamt sein, sich arbeitsuchend melden, hier und da gibt es dann eine Zuwendung wie
Kurse, 5 Euros pro Bewerbung etc. -

Dann noch etwas zu den sog. Eheverträgen, kann man zu stehen wie man will, für Kleckerangelegenheiten ist er wohl nützlich aber wenn es an das Eingemachte geht, i.E. wird ein Partner zum Sozialfall, greift die gesetzliche Regelung
und man zahlt, Kinder kann man nicht ausschließen - auch hier greift das Gesetz. Rein theoretisch kann ein Ehevertrag
auch von Brasil. Seite angegriffen werden wenn es hart auf hart kommt - kann der/die Normalo wohl nicht bezahlen...
Wollen wir aber für uns alle hoffen, das der Super-Gau nicht eintritt.
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Re: Hochzeit in Deutschland oder Brasilien? Bitte um Hilfe!

Beitragvon Brazil53 » Di 25. Aug 2015, 07:54

Also, als Klecker- Angelegenheiten würde ich nicht alle Dinge benennen, welche in Eheverträgen sinnvoll geregelt werden können.
Gütertrennung und Gütergemeinschaft können verbindlich rechtssicher geregelt werden. Das sollte man immer tun, wenn zum Beispiel eine Selbstständigkeit vorliegt, damit die Firma bei einer Scheidung nicht den Bach runter geht.

Alle anderen Dinge welche man vereinbart, wie Versorgungsausgleich, nachehelicher Unterhalt, Kindesunterhalt, Unterhalt wegen Alter, Krankheit oder Gebrechen erfüllen sehr schnell den Tatbestand der Sittenwidrigkeit oder verstoßen gegen "Treu und Glauben". In den meisten Fällen sind diese Eheverträge nicht das Papier wert auf welches sie geschrieben sind.

Sollte der brasilianische Ehepartner nachweisen können, dass er bei Abschluss des Ehevertrages der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig war, um den Inhalt des Ehevertrages zu verstehen, dann kann der Vertrag auch für ungültig erklärt werden!

Ein Ehevertrag wird immer nach dem Recht des Landes gültig in dem die Ehe geschlossen wurde und wo zum Zeitpunkt der Ehe der Hauptwohnsitz der Ehegatten war. Das erkennt auch die brasilianische Rechtsprechung an. (theoretisch!)

Zur Wirksamkeit des Ehevertrages gegenüber Dritten in Brasilien, ist aber eine Anerkennung des Ehevertrages in Brasilien notwendig.
"Dritte" sind in Verträgen zwischen zwei Personen, immer Personen oder Behörden, die einen Nachteil durch den Vertrag erleiden.
In solch einem Fall können brasilianische Gerichte bei einer Scheidung in diesen Vertrag eingreifen.

Ein Beispiel ist zum Beispiel der Erbverzicht im Ehevertrag. In Deutschland ist ein Erbverzicht jederzeit möglich, in Brasilien aber ausschließlich erst nach dem Tode der Person in Form der Ausschlagung des Erbes.
Wenn der brasilianische Partner nach einem Erbverzicht vor ein brasilianisches Gericht geht, hat er gute Chancen.

Fazit: Ein Ehevertrag, der neben den Güterstand noch etwas anderes regelt und bei dem es noch eine ausländische Beteiligung gibt, kann nur von einem hochspezialisierten Anwalt formuliert werden.
Und wenn es in der Ehe Kinder gibt, dann halte ich einen sauberen Vertag fast für nicht möglich.
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Re: Hochzeit in Deutschland oder Brasilien? Bitte um Hilfe!

Beitragvon cabof » Di 25. Aug 2015, 08:30

So kann man es auf den Punkt bringen. Im Regelfalle handelt sich es bei unseren Bi-Nationalen Ehen um Normalos, nur wenn Kinder im Spiel sind wird es haarig. Sage im Fazit - nicht anders als bei nationalen Ehen. Kann gutgehen, kann Rosenkrieg entstehen und wollen wir für uns alle hoffen, das es bis ans Lebensende hält. Habe jetzt auch einige Erbschaften begleitet (inkl. meiner) die Gattin ist außen vor - sofern sie nicht im Testament erwähnt ist. Unser Leben wird von Paragrafen bestimmt - leider oder zum Glück. In DE herrscht eine gewisse Rechtssicherheit (gewisse) wie es den Residents in Brasilien ergeht, wenn der Gau eintritt, keine Ahnung, Koffer packen und tschüss.
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