Ich glaube ich bin schon zu lange hier

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Renter, Arschloecher, Schreibtischtaeter

Beitragvon Westig » Sa 27. Sep 2008, 23:12

Bei diesen Superman supergringo bin ich ein Renter und ein Freier und ein !&@*$#! und ein Jurist, und bei takeo ein Schreibtischtaeter der versucht sein Touristenvisum zu verlaengern um weiter in der Haengematte zu liegen und von morenas zu traeumen und der sein Schreibtischwissen ueber Brasilien aus ONG/Publikationen bezieht.

Nun denn. Die beiden muessen es ja wohl sehr genau wissen. Nun will ich es trotz aller Vorbehalte mit solchen Typen mich auseinanderzusetzen doch einmal richtig stellen:

Ohne auf die in der Regel billige Form, die oft agressive Polemik, die stellenweise prekaeren Inhalte ihrer Beitraege einzugehen, sachlich nur so viel: weder "Renter" bin ich noch Freier wie dieser eigenartige Mensch der sich supergingo nennt behauptet, noch ein Schreibtischtaeter in der Haengematte nach der Meinung dieses alleswissenden 2000-Beitraege takeo.

Wahrscheinlich habe ich mehr Zeit verbracht in Brasilien als diese beiden, naemlich mehr als 22 Jahre, und studiert habe ich ebenfalls in Brasilien, einige Jahre, und ebenso etliche Jahre in Deutschland, wenn dort auch nicht an einer Elite-Universitaet wie takeo. Jurist bin ich nicht, sondern habe zwei humanwissenschaftliche Diplome und einen master in Entwicklungslaender-Soziologie und in Entwicklungspolitik.

Und Brasilien kenne ich, wie takeo, weitaus besser als Deutschland. 17 Jahre habe ich in Brasilien ununterbrochen in sehr grossen entwicklungspolitischen Programmen und unter verschiedenen Regierungen gearbeitet, ohne dabei Projekte mit engagierten NGOs aus den Augen zu verlieren, die takeo wahrscheinlich als Sozialscheiss bezeichnen wuerde und die supergringo wohl auch juristisch angehen wuerden was z.B. seine hier breit veroeffentlichten zynischen und sexistischen Meinungen Wuerde und Rechte brasilianischer Frauen betrifft.

Und neben Arbeiten in und mit Brasilien - wo ich seit 1966 einen Wohnsitz habe, nicht in der Haengematte!, arbeite und lebe ich seit 1989 in verschiedenen Laendern Lateinamerikas, und arbeite an Hochschulen mit Ringvorlesungen zum Themenfeld Gewaltreduktion und Friedenskultur, engagiere mich und suche nach Kofinanzierungen z.B. bei Projekten zum Bau und Betrieb von Haeusern der Offenen Tuer fuer Frauen, die von Typen wie diesem supergringo benutzt und ausgebeutet werden, arbeite mit einigen Landesregierungen in Mittelamerika an der Formulierung von Menschenrechtspolitiken, und habe sieben Jahre lang mit 72 Dorfgemeinschaften in der aermsten Region eines sehr armen Landes zusammengelebt, nicht in der Haengematte, und von den Menschen dort wie auch von denen in Nordost-Brasilien enorm viel gelernt.

Das auch sehr arme Gemeinden faehig sind, ihr Leben grundsaetzlich zu verbessern belegt, dass zusammen mit diesen, und auch mit vielen Millionen Euro deutscher Steuergelder und vielen Millionen US-Dollar BID-Gelder, 68 Gemeindeschulen, 5.400 Haeuser, 22 Ambulatorien 14 Baumschulen, 54 Bewaesserungsanlagen gebaut wurden und vom Staat und von den Gemeinden unterhalten werden.

Dennoch gut gelebt habe ich bei all dem auch ohne takeos verletzende angebliche Traeume in der Haengematte von der supergringo-morena, weil wir naemlich in sehr vielen Jahren positiv und konstruktiv gut miteinander umgingen, und insgesamt und stets sehr hart zusammen gearbeitet haben.

Und gelernt habe ich auch in Brasilien, dass die meisten Menschen, wie der administrator hier treffend schrieb, sehr wohl an ein normales Leben und auch unter ethischen Prinzipien denken und dieses wohl auch so leben und ihre Lebensveraenderungen auch positiv angehen koennen. Ohne die Einbindung - und da hat takeo Recht - in starke sozialoekonomische Netze und Stuetzprogramme, wie sie (noch) in Deutschland bestehen

Takeo und supergringo (bei letzterem faellt es mir schwer, ihn in diesem ansonsten recht gehaltvollen Forum ueberhaupt weiter zu nennen, er ist in meinen Augen aufGrund seiner Selbstdarstellungen in diesem Forum, ein absulut mieser, ausbeuterischer Typ zumindest was Frauenwuerde angeht): nur weiter so mit euren billigen, herablassenden Meinungen. Brasilien ist eigentlich zu schade fuer Euch.

Und nun darf man gespannt sein, einigermassen ausfuehrlich zu erfahren, wie ihr beiden Besserwisser seit vielen Jahren Eurem Land dient. Wenn ihr denn was zu berichten habt. Zumindest was den Renter, Haengematten-Morena-Traeumer, den Juristen, den Schreibtischtaeter und das !&@*$#! mit dem Touristenvisum angeht, liegt ihr grundlegend falsch.
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Re: Ich glaube ich bin schon zu lange hier

Beitragvon Takeo » Sa 27. Sep 2008, 23:42

tinto hat geschrieben:
Admin hat geschrieben:Auch du tinto, redest gerade vollkommen am Thema vorbei. Es geht nicht darum, welche Nachrichten, News und Berichte publiziert werden. Es geht im Kern darum, dass wenn etwas positives geschrieben wird (und wenn es nur die besagten 5 Prozent sind), diese Erfahrungen/Erlebnisse angezweifelt werden und wir faktisch als Lügner oder Wahrheitsverdreher hingestellt werden. Nur darauf will ich hinaus, aber ich kann es scheinbar nicht vermitteln. :cry:


Nein, das Problem ist, dass das Negative immer in den Vordergrund gerückt wird. In der veröffentlichten Meinung und in der Berichterstattung ist das so, und so ist das auch hier im Forum. Wer auch immer mit einer positiven Erfahrung kommt, er findet überall welche mit anderen Erfahrungen.


Nein, das Problem ist, dass NUR Eure von 'recherchierten Journalisten' aus dem fernen Europa und im fernen Europa geformten Meinungungen und Wertvorstellungen (über Recht/Unrecht; Gut/Böse; Arm/Reich) als das Non-Plus-Ultra auch in Brasilien gelten sollen und Ihr einfach nicht akzeptieren wollt, dass Eure zugegebenermassen sehr edlen (aber teilweise auch überheblichen) Weltbilder oft zu kurzsichtig sind und hier nicht immer so greifen. Europäer sind zwar gerade deshalb oft sehr gern gesehen... werden aber dann auch gerade deswegen etwas belächelt oder teilweise auch ausgenutzt. Es hat keinen Zweck, man kann immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand rennen... aber irgendwann muss man kapieren, dass Brasilien eben doch nicht europäisch ist, einfach anders tickt... manchmal muss man dann seine europäischen Wertvorstellungen a la Ché Guevarra um 1960 über'n Haufen werfen und die Sache neu bedenken! Aber sowas tut ihr nicht!!! Ihr gebt Euch liberal bleibt aber auf Euren Prinzipien stehen, weil sie "hip" sind... weil man Yuppie ist und es einfach "en-vogue" ist, sich mit einer gewissen linksliberalen Aura zu schmücken!!! Ich kann Euch versichern: MIR tut es VERDAMMT weh, hier als reaktionärer Spiesser durchzugehen... es ist seeehr unbequem, zumindest aber ehrlich!

So, und jetzt dürft Ihr um meine Seele heulen!!!
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Re: Ich glaube ich bin schon zu lange hier

Beitragvon nini » Sa 27. Sep 2008, 23:44

hm westig, es gibt noch ein anderes brasilien-forum...
welches, :oops: :oops: :oops:, so scheint mir, ein leicht anderes publikum hat. man ist hier manchmal etwas polemisch. ich würde mal sagen, brasilienfreunde.de ist eine 'bulevard' zeitung. und ja klar, persönliches geht hier oft ein wenig zu sehr in eine richtung in welche sie nicht gehen sollte...
auf der anderen seite, man muss ja nicht reagieren.

gruss
nini
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Re: Ich glaube ich bin schon zu lange hier

Beitragvon Takeo » Sa 27. Sep 2008, 23:53

Herr Dr. Westig,

mit Hängematten und Morenas meine ich jemand andern... er heisst draft und ist Representant einer gewissen europäischen opportunistischen Fun- und Freizeitgesellschaft, die meiner meinung hier nix zu suchen hat... Schreibtischtäter insofern, als dass wenn man mehrere Jahrzenhnte in so tollen Sozial- und Entwicklungsprojekten arbeitet, man zu leicht vergessen kann, dass es auch ein ganz normales Brasilien gibt... wo Frauen mal NICHT ausgenutzt werden, wo Landarbeiter mal KEINE Sklaven sind, wo das hier im Forum so unendlich geschätze "Movimento Sem Terra" mal KEINE so ehrenwerte Landarbeiter sind, die unbedingt NUR ihre Scholle bearbeiten wollen...etc... Insofern trägst Du nicht bei, das NORMALE Brasilien zu beschreiben, sondern eher wieder das hier so geschätzte PROBLEMATISCHE Brasilien... es sind doch genau diese Paradigmen, die wir mal einreissen möchten... zumindest HIER in diesem Umfeld!!!
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Re: Ich glaube ich bin schon zu lange hier

Beitragvon Takeo » Sa 27. Sep 2008, 23:56

nini hat geschrieben:hm westig, es gibt noch ein anderes brasilien-forum...
welches, :oops: :oops: :oops:, so scheint mir, ein leicht anderes publikum hat. man ist hier manchmal etwas polemisch. ich würde mal sagen, brasilienfreunde.de ist eine 'bulevard' zeitung. und ja klar, persönliches geht hier oft ein wenig zu sehr in eine richtung in welche sie nicht gehen sollte...
auf der anderen seite, man muss ja nicht reagieren.

gruss
nini


ja... im anderen Forum werden nur Blümchen gepflückt!!! Wem das lieber ist? Mir ist das zu langweilig! Allerdings kann ich sehr leicht auch 'rüberschwappen, nur tue ich DAS meinen Nerven nicht an!

'bulevard'zeitung...??? ziemlich billig Deine Verteidigung!!!
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Re: Ich glaube ich bin schon zu lange hier

Beitragvon nini » So 28. Sep 2008, 00:09

@takeo
1 Liter cachacha einwerfen und dann 12 stunden durchschlafen, hilft bestimmt...
:mrgreen: :mrgreen: :hellau:
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Re: Takeo, Movimento Sem Terra:

Beitragvon Westig » So 28. Sep 2008, 00:19

Na sowas! Wo habe ich die hier im Forum und / oder anderswo jemals verteidigt? Spinnst Du? Das ist kein movimento popular, sondern ein seit vielen Jahren und ueberwiegend aus dem Ausland breit finanzierter, hingegen sehr gut organisierter Chaos-Verein. Mit einer Vorsitzenden-Mafia, die es sich in jeder Beziehung bestens ergehen laesst. Und die gegen minimale Bezahlung Halbverhungerte bei Landbesetzungen im gluehenden Sertao Faehnchen schwingen laesst wenn ein Auto mit Journalisten vorbeikommt.

Politische Mafia, so aehnlich wie der langjaehrige Vorsitzende der Kommunistischen Partei in Pernambuco Roberto Freire, der am Nebentisch im beruehmten Restaurant Leite in Recife (wohin mich der deutsche Generalkonsul eingeladen hatte - ansonsten kannte ich das nicht) laut herumpolterte und einen armen Kellner niedermachte weil der unter 5 vorgezeigten Whisky-Sorten nicht mehr die spezielle des Herrn Roberto Freire vorraetig hatte. Der Kellner, der mir dann spaeter sagte, seit 30 Jahren arbeite er im "Leite" und sowas von "seinem" Abgeordneten habe er nie erwartet, aber er werde ihn wiederwaehlen und buchstaeblich weinte dabei. -

Takeo, ich waere wirklich der letzte, der dieses "movimento" verteidigen und hochjubeln wuerde. Und habe viel darueber gearbeitet und auch geschrieben. Und sie besucht in mehr als 40 Gruppierungen kreuz und quer im brasilianischen Nordosten. Wo bewirtschaften die redlich und effizient und nachhaltig ihr Land das ihnen zugeteilt wurde??

Mich mit denen in einen Topf zu werfen... aber nun denn, Du weisst das alles besser.

Wann schreibst Du mal was ueber das, was Du fuer Dein Land als Brasilianer von Jugend auf getan hast? Waer doch interessant fuer so manchen Leser, nachdem Du hier an die 2000 Beitraege verfasst hast...
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Re: Schreibtischtaeter und Doktor

Beitragvon Westig » So 28. Sep 2008, 00:34

Takeo, lass Dir was anderes einfallen: vor einer halben Stunde war ich bei Dir noch ein mieser Schreibtischtaeter, und nun bin ich ein Herr Dr.

Weder das eine bin ich noch das andere.

Aber erzaehl uns doch mal: wer bist Du und was hast Du gemacht fuer Dein Land - ausser ca. 2000 -zugestandenermassen und manchmal - mehr oder weniger hilfreichen Beitraegen fuer Brasilien-newcomer hier im Forum?
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Re: Ich glaube ich bin schon zu lange hier

Beitragvon nini » So 28. Sep 2008, 00:37

"...besucht in mehr als 40 Gruppierungen ..."
interessant, in welchem zeitraum konntest du diese gruppen besuchen?
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Re: Ich glaube ich bin schon zu lange hier

Beitragvon Takeo » So 28. Sep 2008, 00:49

Wie, Du bist kein Dr. - jetzt wirst Du mir immer sympathischer!

Du beziehst aber wirklich alles auf Dich! Es geht doch um die allgemeine Haltung hier! Als wir hier im Forum mal lang und breit die MST-Problematik diskutiert haben, ja regelrecht für das richtige Bild kämpfen mussten, hast Du glaube ich keinen Beitrag ob Deiner Erfahrungen beigetragen... es waren mal wieder wir, die als reaktionäre Spiesser und alleinige Befürworter landwirtschaftlichen Grossgrundes übrig blieben... Beispile, Filme, Erfahrungen... es war ein schwerer Kampf!!!

Was soll' ich hier beweisen was ich für Brasilien getan habe? Ich bin nicht Justitia und auch nicht Mutter Teresa... ich bin ein einfacher Angestellter der tagtäglich in Brasilien arbeitet, und dabei anständig Geld ausgibt (mind. 5.000,-R$/monat) indem ich allerhand Dienstleistungen (Serviços), Bens und Direitos kontraktiere, bei meiner täglichen Arbeit... damit tue ich doch eigentlich erstmal genug für mein Umfeld... oder soll ich als Agraringenieur (-> hoffentlich flippt Careca nicht wieder aus!), sagen dass ich meinen Beitrag leiste, um gegen den Hunger auf dieser Welt kämpfe? Soviel Pathos kannst Du nicht von mir verlangen!
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