Ich verstehe es nicht

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Severino » Fr 4. Jul 2008, 15:13

Man kann es nicht pauschalisieren. Ich kenne beide Typen Brasilianerin in Europa und auch in Brasilien. Allerdings ist mir aufgefallen, dass der arbeitssame Typ ein Leben in Europa bevorzugt. Und natürlich durch die Bereitschaft die Sprache wirklich zu lernen eine echte Chance auf Erfolg hat. Die "Vagabunda" wirft den Deutschkurs schnell hin, denn das ist ja viiiiiel zu schwierig. Dann sucht sie sich Gleichgesinnte - z.B. auf den erwähnten "Pagode-Treffs". Da gibt es dann meist nur ein Gesprächsthema: "Meiner ist Bankdirektor und pro Monat ziehe ich ihm 15.000 Euro aus der Tasche. Natürlich habe ich auch noch einen Lover. Mein Mann ist ja immer nur am Arbeiten und dann viel zu müde ..."
Die "Vagabunda" schlägt sich in Deutschland eben genauso durch, wie in Brasilien, braucht aber zum Überleben ihre tägliche Mindestdosis an Fofoca und Bate Papo, oder mindestens 3 Stunden Novela. Ein eindeutiges Indiz!
Das Leben in Brasilien ist aber komplizierter - denn den Vagabunda-Typen gibt es in jeder grösseren Familie (und zwar unabhängig von Bildung, Stand usw.). Selbst im Beisein meiner Frau und ihres Namorados hat sie mir eindeutige Angebote gemacht. Sie ist die Tochter meiner Schwägerin und kennt keinen Respekt. Ihren Namorado betrügt sie regelmässig. Aber vielleicht ist sie ja auch nur Sex-süchtig.
Und auch der Rest der Bekannten/Verwandten nimmt einen ziemlich in Beschlag. Was anfangs als gesellig empfunden wird, kann einem mit der Zeit ganz schön auf die Nerven gehen. Dazu die Eifersüchteleien: Tia XY habt ihr jetzt aber schon dreimal besucht... und dem "Boi" habt ihr ne Flasche Domus mitgebracht...
Als Tipp kann ich nur jedem empfehlen: Sucht Euch die Richtige aus. In den seltesten Fällen wird eine Beziehung mit einer "Vagabunda" glücklich.... Und ausgrechnet dieser Typ Frau ist am schärfsten hinter den Gringos in den Touristenhochburgen her.... Daher ist die Aussage bzgl. Mineira gar nicht so falsch - auch wenn es bei mir eine Goiana ist....
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Schwobaseggl » Fr 4. Jul 2008, 15:23

Man sollte nicht immer alles verallgemeinern.

Es gibt überall " Solche und Solche "

In Deutschland hatte ich keine solch engen Freunde die einfach einmal 4 Tage kostenlos halfen ein Haus zu renovieren und dafür 137 Km ( einfache Strecke ) im eigenen PKW fuhren.

Hier gibt es diese.

2 Freunde aus Matutina fuhren nach Patos, da einer meiner Mieter mal wieder über Nacht auszog und einfach ein total demoliertes Haus hinterlies, und renovierten dies 4 Tage lang aufs Beste. Ich zahlte nur Material und Spritkosten.

Ausser natürlich die nächtlichen Churrascos. Da wir aber bis ca. 22:00 Uhr nachts arbeiteten war es immer nur ein kurzes Vergnügen beim Feierabendbierchen.

Das Haus wurde innen neu verputzt, Löcher wurden zugespachtelt, und gestrichen.
Aussen wurden ebenso die Löcher zugespachtelt und verputzt. Kompletter Aussenanstrich. Dach wurde kontrolliert und gebrochene Dachziegel ausgetauscht. Verstopfte Abflussrohre wurden repariert. usw. usf.

4 Stunden nach Anruf standen Beide auf der Matte.

In Deutschland habe ich dies noch nie erlebt.

Aber ich habe ihnen auch bei ihren Hausbauten geholfen.
Dort agierte ich als Servente.

Es ist nicht immer alles nur einseitig.

Bei einigen ist es ein Geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

In einem Wort : Freundschaft.
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Schwobaseggl » Fr 4. Jul 2008, 15:29

Laurita hat geschrieben:Vielen Dank, Supergringo! :thankyou:

Ich würde für immer in Deutschland bleiben - wenn ich hier als Rechstanwältin arbeiten könnte. Ich vermisse meinen Beruf, mein eigenes Geld, mein eigenes Auto. Hier in Deutschland bin ich leider von meinem Mann finanziell abhängig - obwohl er sehr nett ist und NIE etwas negatives darüber gesprochen hat, langfristig macht diese Tatsache jede gebildete Frau unglücklich. :(


Als Anwältin kannst Du in Brasilien auch Karriere machen.

Kurs zur Delegada, 3 Jahre öffentlicher Dienst und Kurse zur Richterin oder Promotora.
Richter ( Estadual / Federal *Desembargador* ) haben ein Grundgehalt von R$ 22.300,00 und kommen selten unter R$ 30.000,00 mtl. nach hause.
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Severino » Fr 4. Jul 2008, 15:36

@Laurita
Kenne eine Brasilianerin, die in MG eine Kanzlei hat und in der Schweiz als Angestellte in einer Anwaltskanzlei arbeitet. Soweit ich weiss, hat sie auch in der Schweiz das Anwaltspatent (oder wie das Papier heisst). Jedenfalls hat sie die Anerkennung meiner Schweizer Scheidung beim STJ in Brasília gemacht...
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon mikelo » Fr 4. Jul 2008, 16:21

Jacare hat geschrieben: Immer wieder lustig, daß Brasilianerinnen als die dunkle Seite der Macht dargestellt werden, die den armen, unschuldigen Deutschen in den Abgrund reißen.


davon habe ich aber noch nie etwas gehoert [-X
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Laurita » Fr 4. Jul 2008, 17:47

Schwobaseggl hat geschrieben:
Als Anwältin kannst Du in Brasilien auch Karriere machen.

Kurs zur Delegada, 3 Jahre öffentlicher Dienst und Kurse zur Richterin oder Promotora.
Richter ( Estadual / Federal *Desembargador* ) haben ein Grundgehalt von R$ 22.300,00 und kommen selten unter R$ 30.000,00 mtl. nach hause.


Das alles ist mir schon bekannt... Aber mal ehrlich: wie wird ein Land sich entwickeln, wenn gerade die besten Juristen von einem Karriere als städtischer Beamter träumen, um zu wenig wie möglich zu arbeiten und zu viel wie möglich zu kassieren? Das gefällt mir an Deutschland: hier sind die Beamter eher als Schmarotzer bezeichnet. Keiner ist stolz darauf, mit zu viel staatlichen Geld zu leben.
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Schwobaseggl » Fr 4. Jul 2008, 19:37

Der öffentliche Dienst, communal, estadual oder federal sowie ein abgeschlossenes Jurastudium ist halt Grundvoraussetzung für ein Amt als Richter.

Staatsanwalt ist dagegen eher brotlos. Schon 5 Jahre ohne Gehaltserhöhung und von Brasilia eher gebremst wegen der Denunzierung einiger Skandale. Wenig Arbeit ist es auch nicht gerade wenn ich die 1200 Fälle, nur dieses Jahres, im Büro meiner Frau sehe.
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Laurita » Fr 4. Jul 2008, 20:58

Schwobaseggl hat geschrieben:Wenig Arbeit ist es auch nicht gerade wenn ich die 1200 Fälle, nur dieses Jahres, im Büro meiner Frau sehe.


Hallo Schwobaseggl,

Es gibt natürlich Ausnahmen, und deine Frau scheint eine zu sein. Ich habe gar nichts gegen die Beamter. Aber in welchem anderen Land der Welt wurden sie so privilegiert wie in Brasilien? 100% pension (aposentadoria integral), licença remunerada de seis meses, estabilidade na função und andere Vorteile die ich nicht einmal auf deutsch beschreiben kann! Mit solchen Bedingungen kann ein Land sich nicht entwickeln. Brasilien sollte am besten die Iniciativa Privada fördern.
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Brummelbärchen » Sa 5. Jul 2008, 21:43

Schwobaseggl hat geschrieben:Der öffentliche Dienst, communal, estadual oder federal sowie ein abgeschlossenes Jurastudium ist halt Grundvoraussetzung für ein Amt als Richter.

Um Richter zu werden muss man mindestens 3 Jahre als Anwalt gearbeitet haben und dann eine Prüfung bestehen die m.W. aus vier Etappen besteht und hammerhart ist. Vorbereitungszeit 2-4 Jahre Vollzeit (= ca. 50-60 Std. pro Woche) büffeln. Meistens bleiben schon nach 3 Etappen weniger Kandidaten übrig als Richterstellen zu besetzen sind. Wer Heute Richter wird in Brasilien muss verdammt gut sein. Ist allerdings erst sei ein paar Jahren so.

Es ist die absolute Schinderei, glaubt mir... ich erlebe es jeden Tag hautnah :shock:.
Wenn man es allerdings geschafft hat hat man finanziell ausgesorgt :lechz, und der Job ist zwar anstregend aber interessant.

BB
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Re: Ich verstehe es nicht

Beitragvon Jacare » Sa 5. Jul 2008, 21:58

supergringo hat geschrieben:
ana_klaus hat geschrieben:Meine Ana liebt D., sie hat eine Menge hier gelernt, sie möchte die Erfahrung in Br. multiplizieren. Sie ist sicher, auf Dauer, kann keine Brasilianerin in D. glücklich werden.
Pauschalisiert betrachtet ist das sicher richtig. Doch woran liegt das wohl?

-> Mangelnde Sprachkenntnisse
-> "Minderwertige" oder überhaupt gar keine Ausbildung -> Arbeitslosigkeit
-> Anspruchsdenken (Welcome to paradise) vs. Realität/Alltag
-> Isolierung ("brasilianische community"), anstelle Integration, Konsolidierung
-> Überstürzte Heirat (und ggf. Familiengründung)
-> Fehler des Ehemanns (falsche Auswahlkriterien, erst in Europa zeigt er sein wahres Gesicht, Kommunikationsprobleme, mangelndes Durchsetzungsvermögen (Weichei), aber auch mangelndes Einfühlungsvermögen)


@ana_klaus
Ich denke genauso.Die wenigsten Brasilianerinnen die wir kennen, kommen mit diesem Deutschland/Brasilien Spagat zurecht. Heimat ist Heimat und Familie ist Familie auch wenn sie manchmal nochso Sch*sse ist.

@supergringo
Eine Sache fehlt noch in der Liste: Keine Geld für einen Flug nach Hause.
Ich kenne Brasilianerinnen die waren seit 5 Jahren und mehr aus Kostengründen nicht mehr in Brasilien. Das schafft wohl jeden Menschen.

Gruss
Jacare
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