Ich wollte es nicht aber .

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon nini » Do 25. Sep 2008, 21:03

Lemi hat geschrieben:
Takeo hat geschrieben:40,-R$ pro tag, das sind bei 25 Arbeitstagen 1200,-R$ ...


Hm ... bei mir sind das nur 1000 R$, Takeo ... :lol:

Vielleicht sollte man die Geschichte mal nicht so von der extremen Seite beleuchten. Das gilt sowohl für die Strafgesetzesbuchreiter als auch für die Sozialromantiker.

In Brasilien gibts doch immer einen Mittelweg für alles ... den Jeitinho.

Bei uns zu Hause sah der immer so aus, dass unsere Faxi nach einem Diebstahl (der zugegebenermassen sehr selten vorkam) sofort benachrichtigt wurde. Allerdings nicht in der Form "eh, du hast geklaut ...", sondern "wir suchen schon eine zeitlang diesen !&@*$#! Ehering und können ihn nicht finden. Weisst du nicht, wo er sein könnte ...".

Bei der anschliessenden vermeintlichen Suchaktion wird das vermisste Schmuckstück dann in 99% der Fälle rein zufällig durch die Faxi wiedergefunden. Manchmal erst am Folgetag, da sie ihn natürlich zu Hause aufbewahrt hat und erst wieder mitbringen muss.

So kommen beide Partein relativ sauber aus der Geschichte raus.

Bei Lebensmitteldiebstahl klappt das natürlich nicht. Rauskotzen ist eben nicht so einfach. Aber sowas wäre mir ehrlich gesagt auch Wurscht.

Zum Glück habe ich aber keine Faxi und deswegen auch solche Probleme nicht. :mrgreen:



bravo, sensationell.
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon nini » Do 25. Sep 2008, 21:15

Bahiasol hat geschrieben:nini hat geschrieben:

vielleicht sollte sich ein brasilianer/in melden die etwas deutsch kann. um als dass dann diese person euch auch erklaert wieso man es nicht so macht wie maennlein es getan hat... ...


Hi nini.
Hier meldet sich eine Brasilianerin. Was maennelein gemacht ist doch rechtens. Warum wird den gejammert, das das Hausmädchen vielleicht keinen Job mehr bekommt oder vielleicht bestraft wird. Diese Reaktionen sind für mich völlig unverständlich.

Vor 3 Monaten war der Rohbau einer meiner Häuser fertig. Das Maurertem nahm für einen anderen Kunden danach einen neuen Job an. 2 Tage später wurde bei mir eingebrochen und sehr viel Werkzeug und Hilfmittel entwendet.(Aluleitern, Flaschenzüge, Winkelschleifer, Matritzen zum Säulengiessen, Lineale und vieles mehr). Ich hatte den Verdacht, es ist mein Maurer. So erkundigte ich mich, wo ist seine neue Baustelle. Zum Glück kannte ich den neuen Arbeitgeber. Es ist ein Poussadabesitzer im gleichen Ort. Ich besuchte ihn und zeigte ihm eine Liste der entwendeten Dinge. Wir gingen in seine Garage, wo der Maurer sein angeblich eigenes Equipment untergebracht hat. Alles war dort von mir und vollzählig. Ich ging zur Polizei und erstattete Anzeige. Die fuhren dann zur Poussada machten Fotos. Am Montag um 7 Uhr früh, kam der Maurer zur Poussada, die Polizei war schon da. Wir sassen dann alle bei der Polizei, der Maurer sagte er sei nicht bezahlt worden, was nicht stimmte. Ich legte sein Arbeitsbuch vor wo detaiiert stand, wann, wie lange, wie viel Geld und Unterschrift des Maurers. Dann kam eine andere Geschichte...ich hab ein Baby, das braucht Medikamente. Ich kenn sein Baby, es ist gesund. Da platzte dem Polizisten der Kragen. Er sagte du Vagabund hast ein Baby. Dann ist es wohl besser, es lernt dich nicht kennen. Er verfrachtete ihn in eine Zelle. Wie die Geschichte weiterging, weiss ich jetzt auch nicht. Interessiert mich auch nicht. Ich habe mein Eigentum zurück und dieser Maurer findet in meinem Ort keinen Job mehr. Als in dem Ort bekannt wurde das ich ihn Angezeigt habe, fanden sich nach und nach mehrere Leute die den Mut aufgebracht habben ebenfalls gegen ihn eine Anzeige zu machen. Darunter 2 ehemalige Arbeitgeber und ein Ladenbesitzer . Bei dem hat er für sehr viel Geld noch eingekauft, nach dem Motto, ich bezahle morgen. Aber er hat den nur gemolken. In Wirklichkeit wohnte er garnicht mehr hier.
Nein es interessiert mich nicht ob er noch hinter Gittern ist, nein es interessiert mich nicht ob er noch arbeit findet. Seine Frau sagte mir, sie wusste das er bei mir geklaut hat. Es tue ihr leid, aber sie konnte nichts sagen, sie hatte angst vor ihm.
Darum hat für mich maennelein es vollkommen richtig gemacht. Wenn nur alle Eier hätten wie er, dann könnte es auf dauer durchaus möglich sein, dass sich die Diebstähle oder andere kriminelle delikte verringern. Das sind die Brasilienfreunde, nicht die weggucker.

Eure Alessandra


...ja schön. dann mach mal weiter so. eure eier wandern gelegentlich zuweit gegen norden wobei sie dann vom "hirni" nur zu gerne als ersatz hergenommen werden.
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon dimaew » Do 25. Sep 2008, 21:45

Das ist jetzt mal eine interessante Reaktion.
Erst verlangen, dass sich ein Brasiliener/eine Brasilianerin zu Wort meldet. Und wenn dann die eigene Meinung nicht bestätigt wird, sich beschweren.

Ich habe keine Empregada, keinen Gärtner. Ich wurde auch noch nicht beklaut. Die KInder, die während der Erntezeit auf mein Grundstück kommen und Obst "klauen" zähle ich mal nicht mit.

Aber es erschließt sich für mich einfach nicht, warum ein Diebstahl nicht zur Anzeige gebracht werden soll. Nicht muss :!: Das muss und kann doch jeder selbst entscheiden. Es kann viele Gründe geben, warum man auf eine Anzeige verzichtet, aber es gibt aus meiner Sicht keinen Anlass, denjenigen, der Anzeige erstattet dafür zu "verurteilen".
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon Takeo » Do 25. Sep 2008, 22:34

nini, sei mal ehrlich! Du hast noch nie 'ne Schüppe in der Hand gehabt, nicht wahr? Dein Geld musstets Du auch noch nie selber "verdienen" - ich rede hier nicht von Deinem überbezahlten Yuppie-Job im sanft geheizten Werbebüro? Du bist eine Luxuspuppe die von der schönen weiten Welt träumt, stimmts?
(...) siehst Du? Recht habe ich, stimmt's?
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon nini » Fr 26. Sep 2008, 07:10

hi takeo,
ist das jetzt die maionese, was da draus kommt????
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon Lemi » Fr 26. Sep 2008, 10:46

Kane Rai hat geschrieben:
Lemi hat geschrieben:Allerdings nicht in der Form "eh, du hast geklaut ...", sondern "wir suchen schon eine zeitlang diesen !&@*$#! Ehering und können ihn nicht finden. Weisst du nicht, wo er sein könnte ...".


Sorry Lemi, aber so könnte man maximal ein Kind behandeln, aber doch keinen Angestellten. Nach einem Diebstahl ist das Vertrauensverhältnis zerstört, da würde ich die entsprechende Person nicht mehr in meinen Räumlichkeiten sehen wollen.

Lemi hat geschrieben:So kommen beide Partein relativ sauber aus der Geschichte raus.


Absurd. Hier findet schon wieder eine Täter/Opfer-Umkehr statt.


Nix absurd. Ein bisschen Situationskomik und Sensibilität hilft manchmal weiter.

Übrigens: Rein vom Bildungs- und Erziehungsgrad gesehen, sind die meisten Faxis auf Kindsniveau. Das sollte man durchaus beachten.

Bei den o.g. Vorgehensweisen müsste man sich wahrscheinlich wöchentlich eine neue Faxi suchen. Wer will das schon? Es könnte ja eventuell auch mal eine richtige schwere Diebin darunter sein, die sich eine Schlüssel nachmacht und dann während deines Urlaubs deine Bude komplett leerräumt. Da nehme ich lieber das leichtere Übel in Kauf, was Gelegenheitsdiebstahl erlaubt, aber ab dem Moment des richtigen Kennenlernens und gegenseitigen "Vertrauens" (ja ja, das ist möglich ... ich hatte selber 4 Jahre lang ein und dieselbe Faxi) vorteilhaft für Geldbörse und Nerven ist.

Aber was soll ich sagen. Jeder ist der eigenen Nase Herr.
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon nini » Fr 26. Sep 2008, 12:41

die art und weise wie lemi mit dem thema umgeht empfinde ich als äusserst ädequat.

@lemi
mit 'freundlicher aber bestimmter aufforderung' wurde dir vor der eingenen garage/haustüre das auto entwendet.
aufgrund gewisser vorkommnisse hast du einen konkreten verdacht...

was wuerde uns lemi im anschluss an die geschichte erzählen?

nini
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon Lemi » Fr 26. Sep 2008, 14:07

nini hat geschrieben:die art und weise wie lemi mit dem thema umgeht empfinde ich als äusserst ädequat.

@lemi
mit 'freundlicher aber bestimmter aufforderung' wurde dir vor der eingenen garage/haustüre das auto entwendet.
aufgrund gewisser vorkommnisse hast du einen konkreten verdacht...

was wuerde uns lemi im anschluss an die geschichte erzählen?

nini


Das verstehe ich jetzt nicht ganz ... meinst du, was ich in so einem Fall machen würde???

Bom ... ich würde eine Occorencia bei der Polizei machen und die anschliessend meiner Versicherung (ja, ich habe eine) vorliegen. Ein paar Wochen später hätte ich das Geld von der Versicherung. Wenn die Versicherung gut ist, bekommst du in der Zwischenzeit sogar einen Mietwagen gestellt.

Sicherlich würde ich keine Privatfehde mit einem potentiell besser als ich bewaffneten Kriminellen ausführen. Ein Auto ist dann doch weniger wert als ein Leben. :idea:
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon Takeo » Fr 26. Sep 2008, 14:17

Lemi, ich weiss nicht in Rio de Janeiro, aber die meisten "Faxis" stehen eben NICHT auf Kindesniveau! Das ist doch Blödsinn und überheblich sowas zu behaupten! Es gibt einfach genügend Leute (der grösste Teil!) in Brasilien die einfach NICHT stehlen... und schonmal garkeinen Schmuck, den man natürlich sicherheitshalber nicht offen 'rumliegen hat (genauso wie in Deutschland)! Manchmal kommen Sachen weg... weil die Kinder sie zu den Nachbarn geschleppt haben, oder weil man selber was verloren hat, manchmal hat auch die Putzfrau was verloren oder sogar kaputt gemacht, aber das ist kein stehlen und deshalb steht sie noch lange nicht auf Kindesniveau.

Es gibt Leute, denen kann man vertrauen und es gibt Leute den kann man nicht vertrauen. Wir hatten mal ein Hausmädchen die hatte Kleptomanie! Bis heute wohnt sie immer für mehrere Tage bei uns im Haus wenn wir mal verreisen... der Schlüssel bleibt oft tagelang bei ihr obwohl wir l¨ngst wieder zurück sind... der kann man vertrauen TROTZ Kleptomanie... dann hatten wir mal einen Gärtner (einmal monatlich!), er war ein Engel von einem älteren Mann und die Liebenswürdigkeit in Person... nur er war zu altmodisch um seinen eigenen Rasenmäher anzukriegen oder zu hilflos um den richtigen Schlüssel für ein Gartentörchen zu finden... sein Sohn war ein "Segurança"... dem könnte ich irgendwie NICHT vertrauen... ich habe einen guten Bekannten der in der Autowaschanlage arbeitet... dem habe ich sogar den Nachkommen von meinem Hund (Rottweiler) geschenkt... aber wenn ich verreisen muss erzähle ich ihm das lieber mal nicht... ...cada caso é um caso! Aber was zu weit geht geht zu weit - und mit gutem Zureden funkts vielleicht gerade mal bei Deiner geistig beschränkten Faxi (wie Du ja sagst), und die man nicht verlieren möchte (ich kann Deine spezielle Situation verstehen!) aber "für die Regel" ist sowas auf Dauer ein Eigentor!
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Re: Ich wollte es nicht aber .

Beitragvon Takeo » Fr 26. Sep 2008, 14:25

nini hat geschrieben:die art und weise wie lemi mit dem thema umgeht empfinde ich als äusserst ädequat.

@lemi
mit 'freundlicher aber bestimmter aufforderung' wurde dir vor der eingenen garage/haustüre das auto entwendet.
aufgrund gewisser vorkommnisse hast du einen konkreten verdacht...

was wuerde uns lemi im anschluss an die geschichte erzählen?

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Was würde denn "nini" machen?
Du willst doch nicht im ernst behaupten, dass Du mit den Autodieben sprechen gehen würdest??? Oder doch? Ws würdest Du sagen? Lass' hören?
Ein Autodiebstahl MUSS angezeigt werden, sonst gibt die Versicherung kein Geld zurück... aber bei Autodieben ist selbst die Polizei sehr vorsichtig, das Auto ist in der Regel schnell auseinader gebaut und in Stücke gesägt... Du kannst Dir die Einzelteile ja hinterher (recht preisgünstig sogar!) wieder zusammenkaufen und Dein Auto wieder zusammenbauen. In der Regel wartet die Polizei bis sie genügend Indizien hat, und hebt dann das Auto-desmanche in einer gross angelegten Polizeirazzia aus...
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