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 Betreff des Beitrags: Ikone Lula und die Korruption: "Verzeiht uns!"
BeitragVerfasst: 12 Aug 2005 19:47 
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Registriert: 03 Aug 2005 21:32
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Von Praktiken angeblich nichts gewußt

Nach neuen gravierenden Enthüllungen über Abgeordnetenbestechung, Mittelabzweigung und Machtmißbrauch hat Brasiliens Staatschef Luis Inacio Lula da Silva am Freitag in einer Fernsehrede die Nation um Verzeihung gebeten. Gleichzeitig stritt er ab, über illegale Machenschaften engster, teils bereits entlassener Mitarbeiter sowie persönlicher Freunde informiert gewesen zu sein, mit denen er noch vor kurzem engsten Kontakt pflegte. "Ich fühle mich durch inakzeptable Praktiken verraten, von denen ich niemals gewußt habe", beteuerte der Staatschef. Er sei wie jeder andere Brasilianer empört und entrüstet über die täglich neuen Enthüllungen, die das ganze Land schockierten. "Ich schäme mich nicht, dem brasilianischen Volk zu sagen, daß wir, die Arbeiterpartei und die Regierung, jetzt um Verzeihung bitten müssen." Die Brasilianer sollten angesichts der unbefriedigenden Lage dennoch nicht die Hoffnung aufgeben.

Anders als von der Öffentlichkeit erwartet, nahm Lula jedoch nicht konkret zu neuesten sensationellen Aussagen seines Werbemanagers Duda Mendonca Stellung, wonach auch die Präsidentschaftswahlkampagne von 2002 aus schwarzen Kassen und sogar über illegale Transaktionen aus dem Ausland, darunter über Banken auf den Bahamas, finanziert worden sei. Der sehr vermögende, zwielichtige Werbe-Unternehmer Mendonca hatte bisher rechtsgerichteten Politikern wie Paulo Maluf in Sao Paulo Wahlkampagnen geführt, bis ihn Lula engagierte. Mendonca formuliert Lulas Reden mit, baut u.a. jene populistischen Gags ein, die beim Wahlvolk ankommen sollen. Dem Vernehmen nach hatte ihm der Manager jetzt geraten, sich derzeit bei öffentlichen Kundgebungen auf die relativ schlecht informierte, kaum politisierte Unterschicht zu konzentrieren, da er vor Studenten, Intellektuellen und anderen Angehörigen der gebildeten Mittelschicht gnadenlos ausgepfiffen bzw. ausgebuht würde.

Überraschend hatte Mendonca vor einem parlamentarischen Untersuchungsauschuß in Brasilia eingeräumt, auf illegalem Wege Millionensummen vor der Arbeiterpartei Lulas erhalten zu haben und in ein System der Geldwäsche eingebunden worden zu sein. Nach Ansicht der Opposition wird damit Lulas Vize, der Milliardär und Großunternehmer Josè Alencar ebenfalls schwer belastet, da beide Politiker ihre Wahlkampagne gemeinsam geführt hatten. Gemäß neuesten Meinungsumfragen sind bereits fast dreißig Prozent der Brasilianer für ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Staatschef, für rund achtzig Prozent trägt Lula Verantwortung für die Korruptionsfälle. Bei Neuwahlen würde Lula gegen den derzeitigen Bürgermeister Sao Paulos, Josè Serra von der Sozialdemokratischen Partei Brasiliens(PSDB) unterliegen.
Zahlreiche Kongreßpolitiker nennen ein Impeachmentverfahren jetzt unausweichlich. Lula sei nicht bereit, sich den Fakten zu stellen.
Selbst Politiker der Arbeiterpartei PT bezeichneten Lulas Fernsehrede als außerordentlich schwach, inhaltsleer und keineswegs ausreichend, der Staatschef müsse erneut vor die Kameras treten.

Als Mendonca das illegale System der Geldtransaktionen enthüllte, brachen anwesende PT-Parlamentarier in Tränen aus. Wie es hieß, weinte auch Lula vor dem Palast-Fernseher.
Die brasilianische Bischofskonferenz(CNBB) hatte den Staatschef ebenfalls nach den neuesten Enthüllungen gedrängt, der Nation die Hintergründe des Skandals offenzulegen. Vermutlich sei im Zuge der dreimonatigen Ermittlungen durch parlamentarische Untersuchungsauschüsse und die Bundespolizei jedoch nicht einmal die Hälfte des bislang Verschwiegenen an die Öffentlichkeit gekommen. Hauptopfer der derzeitigen politischen Krise sei die Bevölkerungsmehrheit der armen Brasilianer.

Für Brasiliens Komikprogramme und Karikaturisten sind Lula und der Korruptionsskandal derzeit das gefundene Fressen – für sein Beharren, von den im Präsidentenpalast geplanten und koordinierten Machenschaften nichts gewußt zu haben, erntet er permanent Hohn und Spott.


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BeitragVerfasst: 12 Aug 2005 20:22 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2034
Nix mit verzeihen, Sr. Lula .................. leider erinnere ich mich nicht mehr in welchem Märchen der folgende Spruch vorkam, aber er passt so gut hierher:

"Weg damit, weg damit .......... morgen gibts ja Neues .........."


Auch die Lüge von nichts gewusst zu haben ist alt. Roberto Jefferson informierte Lula bereits telefonisch im Januar dieses Jahres. Als Lula bis Mai 2005 immer noch nicht reagiert hatte und sich die Lage für Jefferson zuspitzte, ging er an die Öffentlichkeit. Alles weitere stand in den Zeitungen. Mittlerweile ist bekannt, dass bereits Killer für ein Kopflohn von 150.000 R$ auf Jefferson angesetzt worden sind. Etwas zu spät, meine ich, aber wenn schon keine "queima do arquivo" mehr möglich ist, dann wenigstens eine kleine Rache.

José Dirceu wurde ja nun auch auf frischer Tat ertappt. Er hatte eine "lista fria" mit Mitgliedern der Regierungsopposition aufsetzen lassen und sie dann als Mensalão-Empfänger in Umlauf bringen lassen. Die Policia Federal arbeitete aber effektiv genug, um schnell herauszufinden, dass alle genannten Personen, nie etwas von den bekannten Konten (Marcus Valerio und Banco Rural .......) bekommen hat. Misslungenes Ablenkungsmanöver, Herr Ex-Minister.

Und:

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht,
auch wenn er jetzt die Wahrheit spricht.


Gilt im übrigen auch für das letztere Verhör von Marcus Valerio, als er beteuerte, jetzt mit de Wahrheit herauszurücken. Was dann kam, war nichts weiter als eine zuvor mit seinen Rechtsanwälten ausgearbeitete Verteidigungsstrategie, um seine eigene Verhaftung zu vermeiden. Er könnte ja noch zum Kronzeugen werden .......... vielleicht auch was Lulas Verwicklung in den Fall angeht. Er sagte ja schon einmal, dass er im Auftrag der Presidencia zu Portugal Telekom gereist wäre, um dort Gelder für Wahlkampagnen zu organisieren.



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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 Betreff des Beitrags: Kölsche Gesetz
BeitragVerfasst: 13 Aug 2005 19:47 
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LULA ? --- Wollen wir net - brauchen wir net - fot damet ! !


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BeitragVerfasst: 14 Aug 2005 20:40 
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Yep, immer anwendbar, das kölsche Grundgesetz:


§1 Sieh den Tatsachen ins Auge: Et es wie et es.
§2 Habe keine Angst vor der Zukunft: Et kütt wie et kütt.
§3 Lerne aus der Vergangenheit: Et hätt noch immer jot jejange.
§4 Jammere den Dingen nicht nach: Wat fott es es fott.
§5 Sei offen für Neuerungen: Et bliev nix wie et wor.
§6 Seid kritisch, wenn Neuerungen überhand nehmen: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.
§7 Füge dich in dein Schicksal: Wat wellste maache?
§8 Achte auf deine Gesundheit: Mach et jot ävver nit ze off.
§9 Stelle immer erst die Universalfrage: Wat soll der Quatsch?
§10 Komme dem Gebot der Gastfreundschaft nach: Drinkste eine met?
§11 Bewahre dir eine gesunde Einstellung zum Humor: Do laachste dich kapott.



Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"


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BeitragVerfasst: 30 Sep 2006 21:57 
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Beiträge: 19
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Gibt es ein land das ohne Illegale Machenschaften regiert wird?


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BeitragVerfasst: 30 Sep 2006 23:18 
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Beiträge: 1028
Wohnort: Vila Velha-ES-Brasil
wer ist Lula?


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 Betreff des Beitrags: Neue Erkenntnisse und alte Schlussfolgerungen oder vice vers
BeitragVerfasst: 30 Sep 2006 23:19 
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Beiträge: 1204
Wohnort: Ceará
Es gibt auch kein Land in dem keine Morde geschehen und trotzdem ist Mord in allen Ländern ein Verbrechen.



Com as palavras todo cuidado é pouco, mudam de opinião como as pessoas. (J. Saramago)


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BeitragVerfasst: 30 Sep 2006 23:26 
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Das war auch nicht als Entschuldigung gemeint!


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BeitragVerfasst: 03 Okt 2006 11:51 
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Beiträge: 231
Wohnort: Ostfildern
Meine Meinung:

Brasilien war lange nicht so stabil und im Aufwärtstrend, wie unter Lula...hängt allerdings teilweise auch mit der internationalen Entwicklung zusammen...

In Brasilien braucht doch nur einer das Wort Korruption in den Mund zu nehmen und alle fangen an mit Steinen zu werfen...

Für mich alles Propaganda von der rechten Opposition...die warten doch nur drauf wieder alles unter den Reichen "verteilen" zu können !!!

Und das arme Volk fällt auch noch jedesmal drauf rein...

Revelacao hat recht: Ist doch überall die gleiche Abzocke...

:wink:

Cuco


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BeitragVerfasst: 03 Okt 2006 12:18 
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Beiträge: 187
Cuco hat geschrieben:
Für mich alles Propaganda von der rechten Opposition...die warten doch nur drauf wieder alles unter den Reichen "verteilen" zu können !!!


Unsinn, unter Lula haben gerade die Reichen und die Banken allerdickste Gewinne eingefahren. Die Verlierer der Lula-Politik findest du dagegen in der Mittelschicht.

Interessant ist, wenn man diese beiden Artikel liest:

Lula defende lucro de bancos e se diz vítima de preconceito

http://www1.folha.uol.com.br/folha/bras ... 0688.shtml

Doação de bancos a PT cresceu cerca de 1.000% desde 2002

http://www1.folha.uol.com.br/folha/bras ... 6133.shtml


Zuletzt geändert von Pimenta Bueno am 03 Okt 2006 12:27, insgesamt 1-mal geändert.

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