Ilha do Mel

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Ilha do Mel

Beitragvon Lasagnemutti » Fr 19. Aug 2005, 14:17

Als ich zum ersten Mal die Ilha do Mel betrat, wollte ich eigentlich nur weinen.


Es war die erste Woche in Brasilien, ich kam gerade aus Ubatuba und als wir morgens in Sao Paulo starteten, war die Welt noch in Ordnung. Die gesamte Fahrt über hatten wir schlechtes Wetter, Regen, die riiiesigen Bananenplantagen waren wolkenverhangen, alles war grau und neblig und bäh. Die Mutti fährt aber gern, somit war die Reise toll. Hab beim Überholen jedem Trucker den hochgehaltenen Daumen gezeigt und gegrinst :mrgreen: (fand das supiii), und mich wie eine Schnitzelsemmel über Antwort (Hupen, Lichthupe, Küsse, Telefonnummern etc.) gefreut :jive: :moon:

Irgendwo bei Campina Grande do Sul hatten wir eine Abkürzung über die Rua Graciosa genommen. Ich kann diese Strecke echt jedem empfehlen. Ich kann zwar die Schönheit der Gegend nur erahnen, aber trotzdem. Es war so wolkenverhangen, ich sah weder die Orchideen am Straßenrand geschweige denn größeres Gewächs. Teils ist diese Straße gepflastert (hat mich persönlich sehr gewundert, wozu der Aufwand?) und manchmal sprang auch ein Bauarbeiter mit einem Pflasterstein aus der Nebelwand hervor. Die Straße ist wirklich (sogar nebelverhangen) wunderschön, führt durch Morretes, schöne alte Häuser etc. Das ganze hatte so einen alten Mississippi-Südstaaten-Touch. Naja wie auch immer….

Mein Freund und ich kamen dann grade noch rechtzeitig an der Küste an, um mit dem letzten Boot überzusetzen. Gesagt, getan. Das war dann aber auch der schöne Teil unserer Reise.

Als wir endlich auf der Ilha do Mel ankamen, war es dunkel, kalt und einsam. Wir wussten nicht wohin wir gehen sollten um eine Pousada zu finden und sind dann einfach mal spontan links über die Sandzunge zum großen Teil der Insel gegangen. (jetzt weiß ich auch, einfach gradeaus :banging: )

Der Wind hat dermaßen gepfiffen, dass ich sogar ein T-Shirt meines Freundes anzog denn da gingen mir die Ärmel wenigstens bis zum Ellenbogen. (ja LM trägt lieber hauteng und ja, typischer Südbrasilien-Ersttourist-dort-ist-es-warm-ich-brauche-keine-langen-Sachen-Fehler)

Auf dem großen Teil der Insel gabs aber keine Pousadas. Wir standen dann an einem Platz, der sich dadurch ausgezeichnet hat, dass es dort die einzige Lichtquelle, Sprite, komische Süßigkeiten und 5 Kinder gab, die uns mit großen Augen angeschaut haben 8-[ . Auf unsere Frage wo wir denn eine Pousada finden, sagte man uns, dass es hier jetzt keine gibt. Da war ich dann leicht am Rande der Verzweiflung :drunk: , ich war erschöpft, es war dunkel und SAUKALT. Waaaah. Irgendjemand brachte uns dann zu zwei/drei Privathaushalten – entweder Fischer oder bald Pousadainhaber(im Bau). Ja und irgendwie hat uns dann eine Frau aufgenommen, nachdem wir so gemütlich bei der Familie im Wohnzimmer vorm Fernseher standen. Wir wurden dann in irgendein Zimmer gebracht und haben geschlafen. Soweit das ging, denn es war saukalt und es gab nur einen Hauch von Decke. Noch nie in meinem Leben hab ich so gefroren wie in Brasilien (und in meiner Heimat sind -25 bis -30 keine Seltenheit).

EDIT: Wir hatten natürlich nix gegessen und maassig Hunger. Tja aber mitten im Nirgendwo gabs nix. Also hab ich ihm, als er nicht geguckt hat, alle Fritts (Kaustreifen) weggegessen. War eigentlich sein Mitbringsel-Geschenk aus Deutschland, die mag er nämlich genauso gern wie ich. Tja.....aber ich hatte Hunger :twisted: :lol:

Man muß sich bitte vorstellen, dass das damals alles zuviel für mich war. Sehr suspekter, komischer Film. Meine erste Woche, in meinem ersten alleine-weg-und-dann-gleich-so-verdammt-weit-Urlaub, so viele neue Eindrücke, die Sprache und dann auch noch dunkel und kalt – dat war ganz schön spannend :riding:

Deswegen ist nachts dann auch gleich noch das Holzbett putti gegangen :huh:

So und beim nächsten Mal erzähl ich dann, was ich dort so gemacht hab (mein Reisebegleiter, der arme Kerl, soviel Kilometer ist der bestimmt in seinem ganze Paulista-Leben noch nicht gelaufen! :smidev: )


Dank auch an Careca für den Ansporn und die Hilfe (mir viel da ein Name nicht mehr ein :-$ )


Lela :winknkiss:
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Beitragvon W124 » Fr 19. Aug 2005, 17:10

jooo, stockdunkel ist es da und kein geräusch, man hört nur den fahrtwind des mondes.

wir wollten damals trampen ... das geht, es gibt dort motorboot-taxis .... aber als wir den seegang sahen, zogen wir zu fuß los.
schließlich gibts da nur zwei richtungen --- hin und zurück, der rest ist gebüsch und strand.

aber eine schöne insel trotzdem, abwechslung gibts auch: leuchtturm, anleger und so'n altes fortaleza
abraços
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Beitragvon tinto » Fr 19. Aug 2005, 17:31

Von SP bin ich im Juli'92 über Registro nach Eldorado gefahren, da gab es die Verwandten meiner Gasteletern). Ich wusste gar nicht, dass eine Landstraße auch einfach nur als Lehmstraße existiert, so war es jedenfalls von Registro aus. Das dauert schon länger als man denkt und macht mit regen besonders Spass. Eldorado ist !&@*$#!. Klein, religiös, konservativ. Keine Disco, keine Touris, keine Aufgeschlossenheit..... Und von dort aus über Jacupinga nach Cananéia.

Ich hab mal auf die Karte gesehen, das ist ja nicht so weit weg von Deiner Ilha. Wir wollten damals noch nach Curitiba, aber als es nachts nur 10 Grad waren und ich den Kaffee auf hatte mit diesem Nebel und Nieselregen, sind wir zurück nach SP gefahren.
_________________________________
Schöne Grüße,
tinto
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Beitragvon Lasagnemutti » Fr 19. Aug 2005, 19:35

tinto hat geschrieben: Wir wollten damals noch nach Curitiba, aber als es nachts nur 10 Grad waren und ich den Kaffee auf hatte mit diesem Nebel und Nieselregen, sind wir zurück nach SP gefahren.


Sei froh, wir haben den Schritt gewagt und sind auf dem Rückweg über die Autobahn nach Curitiba, weil wir eigentlich noch nach Foz do Iguacu wollten. MÖRDERISCH sag ich da nur. Ich glaub ganz Parana ist ständig neblig. Die Autobahn hatte sich irgendwo den Berg hochgeschlängelt, Sichtweite - moment laß mich nachdenken - 1 Meter ?! :shock: Vor uns sind plötzlich massig LKWs in allen Richtung da auf der Autobahn gestanden :shock: , rechts von uns gings weit runter (ich bilde mir ein es trotz Nebel erkannt zu haben das wir uns auf steilem Gebiet befinden). Mein Herz hat so gerast............
Aber mein Freund hat gut gebremst und uns heil nach Curitiba gebracht (obwohl er auch ganz schön geschwitzt hat, wie ich gemerkt hab).

Wir haben uns dann übrigens entschlossen nicht mehr nach Foz zu fahren....nach der Odysee. Als wir aus Curitiba raus waren, Richtung SP auf der BR116 wars schon dunkel (mal wieder) und die Restfahrt war auch noch nervenaufreibend [-o< . Zumindest kann man die Straßenführung aufgrund reflektierender Bodenmakierung erkennen (Dt. nimm dir ein Beispiel!)

So jetzt hab ich mit dem Schluß weitergeschrieben. Das nächstemal gibts dann wirklich die Ilha-Erlebnisse.

Leli :roll:
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Beitragvon Careca » Sa 27. Aug 2005, 13:55

So, Leli, die Anstandswoche des geduldigen Abwartens ist jetzt vorbei ... :pfeif: O:)

Wie ging's denn weiter? *mitdenFingernungeduldigaufdieTastaturtrommelnd* :nogr:

Warte schon gespannt auf die Fortsetzung. :badcomp:
Abraços
Careca

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MfG Microsoft"
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Beitragvon Lasagnemutti » Mo 29. Aug 2005, 15:19

So nachdem ich die erste Nacht ohne Erfrierungen überlebt hab, gings morgens zum Frühstückstisch. Da hat uns die liebe Hausdame zugelabbert. und ihre netten Männer haben derweil an der, im Bau, Pousada rumgehämmert.
Mei und die hatte zwei Hundis, sehr süß, schwarze Labradoris oder so....der eine hieß Andromeda, der andere hatte auch einen astronomischen Namen, weiß nur leider nicht mehr.

Nach dem Frühstück war die Schonfrist abgelaufen, ich wollte unbedingt Kilometer zählen und die Insel erkunden. Wir sind als allererstes zum Leuchtturm gegangen. Von dort hat man einen gewissen Überblick, außerdem gibts darunter einen Strandabschnitt zum Surfen. Soll angeblich recht gut sein.

Dort auf dem kleinen Teil der Insel gibts auch massig Pousadas. Na das hätt ich mal die Nacht vorher wissen sollen.

In meiner jugendlichen Naivität hatte ich natürlich auch gedacht, mich mit irgendwelche Knabbereien dort eindecken zu können. Pustekuchen. Ich hab da nix entdeckt. Es gab nur diesen einen Bretterverschlag an dem wir abends ankamen (gefunden da einzige Lichtquelle), dort gabs Sprite und Schaumgummi. iiiiiiiih.
Dafür gabs drüben im kleinen Teil massig Surfer/Strandkleidung und Muscheln zu kaufen.

Ich wollte auch soooooooooo gern dem Heinrich was gscheites zum Essen kaufen............aber es gab ja nirgends Fleisch. Uffz......


Beim nächsten Mal gehts ums Fort, das Wassertaxi, Grotten und um Felsklettern am Strand bei steigender Flut.

:thankyou:
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