Impfung gegen Gelbsucht

Fragen & Tipps von/für Brasilienneulinge in Sachen Ein- und Ausreise, Visa, Geld, Sicherheit, Gesundheit, Essen & Kontaktaufnahme

Impfung gegen Gelbsucht

Beitragvon Hängematte » Sa 16. Apr 2005, 12:20

Mahlzeit ihr Schlafmützen,

kommt ihr nicht aus dem Bett oder was ist hier los ? Keine Tipps weiter für meine kleine Reise durch die Pampa ?

Na, ich habe da mal noch ne Frage. Hab mir irgendwann mal so ´ne Spritze gegen die Gelbsucht verpassen lassen. Die ist nun voriges Jahr abgelaufen. Brauch ich etwa wieder ne neue ? Hab ehrlich gesagt noch nie was gehört, dass jemand in Brasilien Gelbsucht bekommen hat.

Ausserdem nehme ich mal an, wenn die Ärzte sagen, dass die Spritze 10 Jahre wirkt, dass sie in Wahrheit mindestens 15 Jahre anhält. Diese Schlawiner wollen doch nur Geld verdienen und haben doch da bestimmt Sicherheitsfaktor 1,5 eingebaut. Was kostet die Impfung überhaupt jetzt ? Ich hatte so um die 60 Mark bezahlt damals, wenn ich mich richtig erinnere. Weiss jemand was von euch ? Es soll ja auch brasilienreisende Ärzte geben ! Vielleicht haben wir ja einen unter euch ?

Ne Krankenschwester tuts aber auch ! :lol:
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Beitragvon Kuddel » Sa 16. Apr 2005, 12:27

Moin,
Du brauchst eine Impfung, wenn du aus einem Land kommst in dem es Gelbfieber gibt.
Wenn du also von Brasilien nach Peru willst und dann zurück kommst, brauchst du die Impfbestätigung für die Wiedereinreise.
Kommst du nur aus Deutschland und bleibst in Brasilien ist diese Impfung keine Vorschrift.
Das wird auch kontrolliert. Die Impfung muss übrigens mind. 10 Tage alt sein.

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Re: Impfung gegen Gelbsucht

Beitragvon Bagi » Sa 16. Apr 2005, 15:52

Hängematte hat geschrieben:...Was kostet die Impfung überhaupt jetzt ? ...


Also in Brasilien kannst Du Dich auf dem Flughafen impfen lassen und das kostet nichts.
Bis dann
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Impfung!!

Beitragvon RonaldoII » Sa 16. Apr 2005, 17:13

oi Bagi,

du willst uns wohl veräppeln...!! Seit wann gibt es Hepatitis(gelbsucht) impfungen kostenlos und dann noch in Brasilien!!!Am bestens noch die Hepatitis A und B!! :lol:

Aber mal ernsthaft!!! Erstens sind doch mindestens 2-3 Spritzen notwendig damit die Impfung wirkt und zweitens ist der Preis ca. 150 € für z.b Hepatitis A. Also summa summarum 300 € für A und B

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Beitragvon tinto » Sa 16. Apr 2005, 17:25

Die Hepatitis-Impfungen emfehlen sich für den, der viel Sexualkontakte vor Ort hat...und/oder sagen wir an nicht ganz so sauberen Orten verweilt. Sogar küssen ist ansteckend. Und auch die Tränenflüssigkeit, wenn die virusgeladene Süße mal heult. 8) Da sollte man es dann vielleicht nicht unbedingt auf den Sicherheitsfaktor ankommen lasen.

Mehr dazu: Sämtliche Symptome der Hepatitis B stehen in Zusammenhang mit Fehlfunktionen der Leber, die durch das Virus verursacht werden. Das Frühwarnsignal einer Hepa­titis sind Schmerzen unter dem rechten Rip­penbogen. Der Beginn der Hepatitis gleicht einer Grippe:Müdigkeit, Kopfschmerzen, bisweilen Gelenkschmerzen, oft Übel­keit und Brechreiz mit Widerwillen gegen Fett, Fleisch, Alkohol und Nikotin. Verstopfung, Durchfall, Blähungen folgen. Da die Leber sich etwas vergrößert, entstehen Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Oft tritt ein juckender Hautausschlag aus, der Bienenstichen ähnelt. In der zweiten Krankheitsphase färben sich Augen rötlichgelb und der Urin dunkel. Der Stuhl ent­färbt sich. Manchmal schwellen die Lymphknoten im Halsbereich an, und die Milz ist vergrößert. Meist verstärkt sich die Gelbsucht in den er­sten drei Wochen. In seltenen Fällen kann die Hepatitis ohne Gelbsucht verlaufen. Wird sie nicht erkannt, ist die Ansteckungsgefahr hoch.

Hepatitis B wird nur durch Sexualkontakt oder von der Mutter entweder auf den Fetus oder das Neugeborene übertragen.

Alle Formen der Hepatitis beginnen mit Fieber; später kommen in der Regel Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und Gliederschmerzen hinzu. Der Oberbauch schmerzt und ist druckemp­findlich. Nach und nach entwickelt sich eine Gelbsucht, die nach zwei Wochen ihren Höhepunkt erreicht. Die Genesung kann bis zu sechs Monate dauern. In etwa fünf Prozent der Fälle nimmt die Krankheit ei­nen chronischen Ver­lauf. Die Sterblichkeit liegt für alle Formen der Hepatitis zusammen bei etwa einem Prozent. Bei Hepatitis B dürfte sie et­was höher sein, insbesondere wenn gleichzeitig eine Infektion mit dem Delta-Virus vorliegt.

Seit 1982 gibt es einen Impfstoff, der die Hepatitis B wirksam verhindert; er wird aber wegen der hohen Kosten nur in begrenztem Umfang eingesetzt. Im Jahre 1986 kam ein gentechnisch hergestellter Impfstoff auf den Markt; seine Verwendung empfiehlt sich vor allem bei Ärzten und Pflegepersonal, die unter Umständen mit virenverseuchtem Blut in Kontakt kommen. Gentechnisch hergestelltes Alpha-Interferon, eine natürli­che virentötende Substanz, die heute als Medikament erhält­lich ist, hat sich bei vielen Patienten mit chronischer Hepatitis C und auch in manchen Fällen der chronischen Hepatitis B als wirksam erwiesen. Für die akute Virushe­patitis gibt es keine Behandlungsmethode.

Inkubationszeit

Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) vergehen 2-5 Wochen. In dieser Zeit treten als uncharakteristische Vorboten meist allgemeine rheumaartige Beschwerden oder Halsschmerzen und Schnupfen wie bei einer Erkältung auf. Mit dem Stuhl werden häufig schon Viren ausgeschieden und können die Hepatitis übertragen.

Nach der Inkubationszeit beginnt die Leberentzündung oft mit Gelb­sucht. Man erkennt sie zuerst am Weiß der Augen, ehe sie auf Haut und Schleimhäute übergreift. Zunächst sind Haut und Schleimhäute rötlich­gelb gefärbt, nach 1-2 Wochen dann grünlichgelb. Wenn keine Gelb­sucht besteht, spricht das nicht gegen Hepatitis; denn bis zu 50% aller Leberentzündungen verlaufen ohne dieses Symptom.

Als weitere Krankheitszeichen treten Übelkeit, Hautjucken, heller bis weißlicher Stuhl, bierbrauner Urin, ver­langsamter Puls und nicht selten Fieber auf. Gelegentlich entwickelt sich ein masernähnlicher Hautausschlag. Die Leber und meist auch die Milz sind angeschwollen und von außen deutlich vergrößert tastbar. Allein auf­grund dieser Symptomatik läßt sich eine Hepatitis jedoch nicht zuverlässig diagnostizieren. Dazu sind labor­diagnostische Blutuntersuchungen erforderlich, manch­mal auch die Entnahme von Gewebsproben (Biopsie) aus der Leber.

Alles aus dem Internet. Ha. Und man wird beim Stöbern immer schlauer, in Brasilien soll das Anteckungsrisiko extrem hoch sein, bis zu 1/3tel der bevölkerung sind infiziert (Weltweit übrigens 350 Mio Menschen). Ein interessanter Link:
http://www.moselweiss-apotheke.de/seite126.htm

Hier mal ein Auszug, was da so zu lesen steht:

"Es gibt verschiedene Möglichkeiten bezüglich des weiteren Verlaufes, wobei das Ausmaß der Erkrankung und der Schäden an der Leber vom Alter und vom Immunstatus des Patienten abhängt:
Gutartiger Verlauf: In ca. 90% der Fälle verläuft die Infektion gutartig, der Erreger wird danach vollständig aus dem Körper entfernt. Das Lebergewebe kann sich regenerieren.
fulminant: in ca. 0.5-1% der Fälle extrem schwerer Verlauf, oft tödlich endend
Chronischer Verlauf: Bei ca. 10% der Fälle entwickelt sich die Erkrankung chronisch. Dabei gibt es drei Möglichkeiten (mit Übergängen dazwischen):
gesunder HBV-Träger: Statisch infiziert, kann andere Menschen anstecken, leidet selbst nicht unter Beschwerden, zeigt unerhebliche Leberveränderungen
chronisch-persistierend: statisch infiziert, keine Virusvermehrung, kann Viren aber nicht eliminieren, kann aber wohl andere Menschen anstecken, leidet selbst nicht unter Beschwerden, zeigt geringe Leberveränderungen
chronisch-aggressiv: progredienter Verlauf, mit Virusvermehrung und zunehmender Verschlimmerung
mögliche Endstadien einer chronischen Infektion:
Leberzirrhose (1% aller Fälle, 50% der chronisch infizierten Fälle, entwickelt sich ca. 5 Jahre nach der Infektion ohne Therapie)
Leberkrebs, hepatozelluläres Karzinom, entwickelt sich in gemäßigten Breiten am häufigsten aus einer chronisch-aggressiven Hepatitis B, in südlichen Ländern und insbesondere Afrika eher aus einer chronisch-persistierenden Hepatitis B oder auch bei klinisch gesunden Virusträgern. Die Latenzzeit zwischen der Infektion und dem Auftreten eines Leberzellkarzinoms beträgt ca. 20 - 40 Jahre.

Na, das ist aber echt alles nicht schön. Lieber Impfen! (Hab ich jetzt auch nicht gemacht, obwohl das Rezept schon fertig war.)

Bagi, für mich ist auch neu, dass es das kostenlos gibt. Meinst Du Gelbfieber? Wohl auch nicht, oder?
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Schöne Grüße,
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Beitragvon Manfredo » Sa 16. Apr 2005, 18:58

Oi Hängematte,
Hepatisis A u. B: Spar hier keinesfall am Geld! Brasilien ist hoch durchseucht. A kannst Du auch über Nahrungsmittel aufnehmen. Geh einfach zu (d)einem Hausarzt und hol Dir das Rezept. Wenn Du privatversichert bist bezahlt Deine Versicherung den Impfstoff und die Arztkosten. Wenn normal gesetzlich versichert rede mal kurz mit Deiner Krankenversicherung (sag aber nichts von Urlaub, sondern z.B. dass mußt Du ehrenamtlich beim Rettungsdienst tätig bist, Malthäser Hilfsdienst oder Rotes Kreuz etc.) evtl. darfst Du aber selbst die Kosten tragen. Hepatitis A und B ist ein Kombipräparat und Du brauchst 2 Injektionen, ich glaube mich zu erinnern im Abstand von 4 Wochen die 2. Wenn keine Kostenübernahme von den Kassen, hol Dir den Impfstoff (Rezeptpflichtig) und injeziere ihn Dir entweder selbst :D oder such Dir jemand der es macht. Schick ne pn mit Deiner Telefonnumer, dann erklär ich Dir wies unproblematisch geht. Kosten des Impstoffes A+B ca. € 150 für beide Injektionen.
Gelbfieber: Irgendwo hab ich einmal gelesen dass diese Impfung Pflicht bei der Einreise sei, ob jetzt aus einem Gelbfieberland oder nicht weis ich nicht mehr. Ich bin bis heute auch nur 1 mal in SP am Flughafen nach meinem Impfpass gefragt worden (zur Zeit von SARS), auf meine Aussage ich habe ihn zuhause vergessen, wars auch schon wieder erledigt, nachdem ich erklärte daß ich aus Deutschland einreise. Aber: nur wirklich wichtig ist die Impfung nur wenn Du Dich in die Tiefen Amazoniens begibst. Für Manaus und Umgebung brauchst Du diese Impfung gewiss nicht.


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Beitragvon Kuddel » Sa 16. Apr 2005, 19:05

Moin,
Mein Posting bezog sich natürlich aus Gelbfieber nicht auf Gelbsucht.
Habe mich wohl von der einen Spritze verwirren lassen.
Den nur bei der Gelbfieberimpfung reicht eine Spritze.

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Beitragvon Timm » Sa 16. Apr 2005, 19:46

Na das hör ich als angehender Pharmareferent aber gar nicht gerne :lol:

Klar hat er Recht, Malariaprophylaxe ist absolut out, aber immer etwas dabei haben falls ihr die ersten Symptome bemerkt ! Wichtig !

Ein ernstes Thema ist Gelbfieber ,fevre amarelo, aber von einem Ausbruch z.B. in Recife hört man, und dann sofort zum posto de saude.

Hepatitis ist ein Muß in eurem eigenen Interesse, Hep. A Schutz (Havrix)hab ich mir schon vor 9 Jahren zu meiner Cuba Zeit geholt. Hep B ist sehr sinnvoll, aber leider nicht ganz billig. Kann nämlich chronisch werden und das ist nicht wirklich prickelnd.

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Beitragvon Careca » Sa 16. Apr 2005, 19:56

Sowas nennt man auch Marketing-Konditionierung der eigenen Kunden ... :(
Abraços
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Beitragvon Hängematte » Sa 16. Apr 2005, 19:59

Mensch Leute, jetzt macht ihr mir aber auch nicht leicht hier. Einer sagt "vergiss es", der andere "es ist ein Muss", einer sogar "machs dir selber". Ich werde wohl die Würfel entscheiden lassen. :lol:

Neee, also ihr meint, nach 10 Jahren muss man auffrischen. Ok, dann werde ich es auch machen. Was ich vor 10 Jahren gemacht habe, werde ich ja jetzt nicht unterlassen. Ich dachte nur, dass das Zeug manchmal ein paar Jahre länger anhält als auf der Verpackung steht.

Übrigens hatte ich die Hepatits B damals nicht gemacht. Nur Gelbfieber und Hep A. Ist die B wirklich so dringend notwendig ? Ich meine, bei Neto bekomme ich doch was ordentliches auf den Tisch oder ? Und die Tränen wisch ich den Lolitas beim Abschied auch nicht ab. Also, dass man bei der Vögelei auch noch wegen Hepatitis Angst haben muss, war mir ja auch neu ! Haben denn die Krankheit viele Brasilianierinnen oder ist das vorläufig erstmal reine Theorie ?
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