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Heisst es doch jetzt schon.
MONOKULTUR
Macht das ganze Land kaputt. Das müssen alles kleine Betriebe werden von jetzigen Landlosen, damit geht es ihn zwar Schlechter als jetzt, wo der kapitalistische Westen ihnen das Geld in die Taschen steckt, aber dann gehts auch mit dem Agrarstaat Brasilien bergab und der verliert dann an Macht und darf dann international nicht mehr so mitreden oder eventuell gar einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat fordern.
Andererseits begreifen die Rädelsführer der linken Hetzkampagne immer noch nicht, dass ihr Schnitzel aus Brasilien kommt. Denn jedes Gramm Fleisch, jedes bisschen Fett wurde durch Soja als Tierfutter aus dem Ausland herangemästet.
Und genmanipuliert darf auch nix sein. Also Ackerflächen nicht ausweiten, Genmais und Gensoja verbieten und damit die Erträge verringern, Monokulturen abschaffen und den Regenwald nicht antasten. Dafür sein Auto statt mit "Regenwald" wieder mit "Erdöl" betanken.
Und dies sollen die richtigen Massnahmen gegen eine eventuelle Nahrungsmittelknappheit sein? Irgendwie kapiere ich das nicht.
Kleiner Exkurs: Ist genauso wie bei der Energieerzeugung. Atomkraft darf nicht sein wegen dem Müll, Kohle auch nicht weils stinkt. Wasserkraft erst recht nicht, weil dann die Indianer nix mehr zu essen haben jedesmal bei jedem Neubau die grösste Artenvielfalt der Erde aufs neue vernichtet wird und riesige Solarenergie-Anlagen im Cerrado stören die Emas. Bei Windrädern laufen die Vogelfreaks Amok und der eigene Generator zu Hause wirds wohl auch nicht richten. Am besten Brasilien lebt wieder in der Steinzeit, ums allen recht zu machen.
Und diese volldepperten Slogens wie "Kein Regenwald in den Tank" kann man nach der Logik der Weltverbesserer aus Mitteleuropa sehr sehr leicht umschreiben: z.B. "Kein Regenwald in die Döner!" oder "I hate AmazonienFriedChicken!" oder "Für dieses Brathähnchen verloren Kapuzineräffchen ihren Lebensraum!" --- wenns denn so wär ...
Und falls es doch so sein sollte ... wo will Mitteleuropa anfangen zu verzichten? Beim vorgenannten Döner, beim Brathähnchen oder beim Fruchtsalat danach? Die Liste ist lang. Aber maximal wird sich der gemeine Mitteleuropäer dazu durchringen können, Montags keinen Caipi mehr zu trinken, weil ungeklärt ist welchem Lebensraum das für die Destillation verwendete Zuckerrohr vernichtet hat.
Vielleicht sollten wir einfach keine Zellulose mehr exportieren, bis sich Mitteleuropa nicht mehr den Arsch abputzen kann. Oder unseren Orangensaft selber trinken und zusehen, wie Valensina pleite geht.
Das für 1 Liter Bier rund 5 Liter Trinkwasser draufgehen, darüber regt sich z.B. in Deutschland niemand auf. Im ersten Quartal 2008 lag die Produktion nach dem statistischen Bundesamt bei den 1.300 Brauereien bei 2.200.000.000 (2.2 Milliarden) Liter Bier, sprich 8.8 Milliarden Liter Trinkwasser wurden dafür vernichtet - nur von Januar bis März. Das sind rund 35 Milliarden Liter Trinkwasser alleine in Deutschland im Jahr - oder 400 Liter je Einwohner. Kein Mucks von den Umweltschützern, die vermutlich sich ihre Ideen nach übermässigen Genuss desselben ausdenken. Vielmehr feiert man sich selbst und den technologischen Fortschritt, dass man nun statt 20 Liter nur noch 5 Liter braucht. Einen Fortschritt, den man sich nur selbst zugesteht und maximal exportiert, um dann jahrzehntelang abzukassieren.
Okay, ich denke es ist klar, auf was ich hinaus will: Diese fortwährende und niemals endene Nörgelei und Kritisiererei an allem was Brasilien macht geht mir dermassen auf den Zeiger. Zahllose postive Beispiele gibt es für die Veränderung in Brasilien, von sinkender Kindersterblichkeit, geringere Armut, bessere Bildung, bessere Infrastruktur, etc. Natürlich geht auch in Brasilien nicht alles über Nacht und es gibt noch viele Probleme zu bewältigen. Wo man zuerst ansetzt, was man erst einmal vernachlässigen kann, darüber darf gestritten werden. Ob man das falsche oder richtige Geld ausgibt (intern oder externe Kredite) ist auch ein Thema, welches nicht in dieses Posting gehört. Ich will damit nur ausdrücken, dass Brasilien eigentlich fast alles aus eigener Kraft regeln kann und vieles meistert, was im Ausland so gut wie niemand erfährt.
Das Ausland steht seitdem ich dies verfolge nur mit erhobenen Zeigefinger da - kontinuierlich dieselben Phrasen vor sich hin murmelnd. Es nervt. Brasilien ist schon ein gutes Stück erwachsen geworden und muss nicht immer wie ein Kleinkind behandelt werden. Und will es auch gar nicht.
Ein schönes Beispiel ist auch die Indianergeschichte. Klar gibt es einige unkontaktierte Stämme und Gruppen, die abgeschieden leben wollen. Aber von den 1 Million echten Indios im Jahr 2010 wollen 990.000 Schulen, Gesundheitsvorsoge, Infrastruktur, Viele wollen zudem Satellitenfernsehen, Universitätszugänge, Zukunftschancen. Indios veranstalten ihre eigenen Sportfeste und reisen weiter durchs Land als manch anderer normale Brasilianer. Indios nehmen an Misswahlen teil, produzieren Musikclips, erheben Mautgebühren. Auch hier beisst sich die romantische Vorstellung vieler Mitteleuropäer mit der Realität in Brasilien. Über alles wollen sie die schützende Hand halten, sammeln Spenden mit unwahren Behauptungen, polarisieren "guter Indianer" und "böser Brasilianer". Als wollten sie die Fehler der eigenen Vergangenheit hier wieder gutmachen.
Gerade fällt mir noch die Diskussion zu der Strasse zwischen Manaus und Porto Velho ein, BR-319 oder so ... Ist ja wieder zugewuchert und soll reaktiviert werden, an den Endstücken ist man schon dabei. Nun hüpfen die von Ausland finanzierten Umweltheinis da rum und labern einen von Naturschutz, etc. Dieselben, die daheim noch vorher für die Umgehungsstrasse gekämpft haben, die nun einen Schneise durch einen Wald zieht, und nur, damit man nachts ruhiger schlafen kann und am Tag sicherer über die Strasse in den Supermarkt kommt. Und dort kauft man sich dann die in Plastik eingepackte Geflügelwurst, die es gar nicht gäbe, gäbe es nicht solche Projekte wie die BR-319, die nämlich die Infrastruktur schaffen, um z.B. Soja nach Europa exportieren zu können, damit das Geflügel, aus dem besagte Wurst hergestellt ist, vorher über überhaupt was zu fressen hatte und wachsen konnte.
Und wer das alles nicht glaubt: Ich empfehle die entsprechenden Berichte in Agencia Brasil, Globo, Folha S. Paulo, Imprensa Ministerio de Saúde, Funai, DIEESE, IBGE, Presidencia.gov.br (viele der brasilianischen Artikel findet man ganz oder auszugsweise in deutsch im brasilblog Magazin oder auf dem BrasilienPortal.ch - auch als Podcast unter brasilienpodcasts.de), zudem verweise ich auf die deutsche Aussenhandelskammer, den Spiegel, die Welt, Newsweek, ABCNews, brasilienaktuell.blogspot.com und einige TV- und Printmedien mehr. Da kann man das alles nachlesen, vergleichen, querdenken und sich einen Gesamtüberblick verschaffen. Kostet natürlich jede Menge Zeit.
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