Takeo hat geschrieben:
Plötzlich werden Nahrungsmittel knapp - erwiesenermassen nicht direkt mit der Ausweitung von Zuckerrohr zu tun, sondern mit steigender Nachfrage in Ostasien -, auch spielen die 'Grossen' wie UDSSR, USA und Saudi-Arabien da nur eine untergeordnetere Rolle... Petrobras findet in nationalen Gewässern auch noch eine Erdölbombe... und komisch komisch... besonnene VerbraucherInnen lehnen schon vehemennt unser Ethanol ab -> Ökologisch und sozial nicht verträglich heisst es da in etwa... Es wird von Urwald geredet, vom Verhungern geschwafelt... und der Meinungsmschwung hat sich innerhalb von nur wenigen Wochen bis Monaten volzogen... fragt sich doch welche Interessen mal wieder vertreten werden...!!!
Aber egal, wenn wir kein Ethanol produzieren dürfen, produzieren wir eben Mais, Reis, Soja... wahrscheinlich heisst es dann auch wieder: die Grossgrundbeitzer, der Urwald, die armen Kleinbauern... irgendwas fällt Euch da bestimmt auch wieder ein!
Ich bin keine Gegnerin von Biosprit, Biomasse zur Energiegewinnung o.ä. Und ich finde die europäische bzw. deutsche Diskussion auch ziemlich daneben. Dass es nicht ohne irgendeinen Energieträger geht, ist klar und dass jede Energiegewinnung in irgendeiner Form auch Nachteile birgt, ist ebenfalls klar.
Hier wird die Technik einfach im Laufe der Zeit zeigen, welche Varianten die besten sein werden- nur das technische Entwicklungsmöglichkeiten natürlich sehr von Lobbyarbeit abhängt...
Die Diskussion begann damit, dass Takeo sagte:
Takeo hat geschrieben:
Im Moment sind Grundnahrungsmittel so teuer wie noch nie, und die weltweiten Lager so leer wie noch nie, damit sollte man heutzutage lieber nicht spassen!
Energie oder Nahrung, das ist die Frage. Fakt ist: es gibt zu viele Menschen auf der Erde!
Nach einigen Unkenrufen zur Frage Rodung von Regenwald, steuerte Brasilblog das Zitat von Frau Silva verbunden mit folgender Frage bei:
brasilblog hat geschrieben:
Jetzt muss ich doch mal Marina Silva vom Montag (28.04.2008) zitieren, aus der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel in Brasília.
„Die Herstellung von Biokraftstoff in Brasilien bedroht weder die Waldgebiete noch steht sie im Wettbewerb mit der Lebensmittelproduktion. Wir können in Brasilien die Anbauflächen verdoppeln ohne auch nur einen Baum zu fällen“
Spinnt die oder hat sie vielleicht recht?
Und damit begann eine Diskussion, die natürlich nichts mehr mit dem Thema zu tun hat- O.k. so what
Ob die gute Frau Recht hat, kann/will ich nicht beurteilen aber wenn man sich andere Texte durchliest, kann man die Aussage von Frau Silva eben auch anders lesen.
Vielleicht wird durch den Zuckerrohr-Anbau kein Baum gefällt aber könnte es denn z.B. passieren, dass der Anbau von Soja, Mais o.ä. in andere Gebiete verlagert werden muss, um die Nachfrage sowohl nach Ethanol als auch nach Nahrungsmitteln zu erfüllen?
Und könnte es vielleicht sein, dass dafür doch neue Gebiete erschlossen werden müssen?
Und bevor jetzt einige wieder losschreien:
Auch das muss in meinen Augen nicht unbedingt das Schlimmste bedeuten, es sollte halt nur ein bisschen koordiniert stattfinden, um die Interessen aller ein bisschen zu berücksichtigen.
Da aber wird es nun m.E. gefährlich, denn hierzu würden dann nicht nur Lobbyisten gehören, sondern eben auch NGOs...
Grüße,
lb