brasilienflug Portal - Infoportal für Flugreisen nach Brasilien
brasilblog Magazin - Nachrichten live aus Brasilien



Neu:


Condor Partnerprogramm DKB-Cash




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 11 Beiträge ]   Gehe zu Seite: 1, 2  [ Nächste ]
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Inflationslüge ?
BeitragVerfasst: 08 Apr 2005 14:42 
Offline

Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2034
Hi people,

ich lese gerade wieder mal, dass die Inflation (INPC) im Monat März 0,73% gewesen sein soll (Quelle: JB online). Die akkumulierte Inflation 2005 liegt bei 1,75%.

Nun weiss ich nicht, ob ich das alles so glauben soll.

Die Stromrechnung hat sich in 2005 um 18% in M.G. erhöht. In anderen Bundesstaaten wohl so ähnlich. Benzin kostete in B.H. bis vor kurzem noch 1,90 R$. Jetzt findet man kaum eine Tankstelle, die ihn für weniger als 2,20 R$ verkauft. Gleiches gilt für Fixtelefon und Celular.

Condominio-Beiträge sind teilweise bis zu 40% gestiegen, so dass viele Leute schon die Hauswächter raushauen. Auch das Salario Minimo steigt demnächst um 15,4% von 260 auf 300 R$ (nicht, dass ich das bedauern würde, aber es entspricht eben nicht den staatlich verordneten Inflationszahlen).

Auch Lebensmittel sind teurer geworden. Ich erspare mir eine lange Liste hier aufzustellen, sondern frage ganz einfach nur:

Sind die Inflationszahlen getürkt ?

Wenn ja, warum eigentlich ? Die Folge sind doch nur höhere Zinsen, die sowohl der eigenen Wirtschaft als auch der Auslands-Schuldentilgung schaden !



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  


 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08 Apr 2005 15:24 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 30 Nov 2004 09:16
Beiträge: 1050
Wohnort: bei Frankfurt
Hallo,

es gibt schon einen Zusammenhang zwischen Inflation und Zinsen. Die Zinsen werdennormalerweise bei steigender/hoher Inflation durch die Zentralbank angehoben.

Wenn der Wert zu niedrig ausgewiesen wird, hat das mit den Zinsen zunächst nichts zu tun. Warum auch, die Zentralbank reagiert ja auf die offizielle Inflationsrate, und nicht auf die gefühlte.

Den offiziell ausgewiesenen Inflationsraten liegt ein Standard-Warenkorb zugrunde. Dieser Warenkorb kann je nach Index variieren, in BR gibt es da ja einige Indizes.

Diese Warenkörbe versuchen, den durchschnittlichen Verbraucher abzubilden. Den Durchschnitt gibt es in der Realität nicht. Die Inflationsrate mag für den Durchschnittsverbraucher stimmen, weichen Deine Konsumgewohnheiten ab, stimmt die Inflationsrate für Dich nicht.

Im deutschen Warenkorb gab es bis vor kurzem z.B. noch keine Handys, dafür aber die Telegrammdienstleistung.

Werden Telegramme billiger, sinkt c.p. die Inflationsrate, nutzt Du aber keine, ändert sich für Dich nichts.

Ich weiss nicht, inwieweit in BR die Inflationsrate unabhängig erhoben wird, es kann schon einige Interessensgruppen geben, die an einer offiziell niedrigen Inflationsrate interessiert sind.

Viele Grüße

Moranguinho


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 13:06 
Offline

Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2034
Der folgende Beitrag stützt eigentlich nur das, was ich schon am Freitag geschrieben hatte. Im Grunde ist nur die Regierung an der Inflation schuld, da die Preiserhöhung hauptsächlich im öffentlichen Sektor und in staatlichen Unternehmen passiert ............... traurig, traurig ............... Lula versucht jetzt also seine "hohen Staatskosten" auf diese Art und Weise aufs Volk abzuwälzen.

Die Folge sind höhere Zinsen. Schlimm für Leute, die investieren wollen bzw. für die Wirtschaft im allgemeinen.



Inflação oficial sinaliza estouro da meta do governo

Fonte: INVERTIA


No ano, o IPCA - medido pelo Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) - acumulou 1,79% (menos do que no primeiro trimestre de 2004, quando chegou a 1,85%), e em 12 meses, atingiu 7,54% (contra 7,39% nos 12 meses imediatamente anteriores).

Caso a tendência do trimestre se mantenha, o IPCA anual pode chegar a 7,16%, bem acima do centro da meta do Comitê de Política Monetária do Banco Central, que é de 5,1%.

Um dos remédios utilizados pelo BC para segurar a inflação é o aumento da taxa básica de juros, a Selic, atualmente em 19,25% ao ano.

Preços

A incompatibilidade com a meta de inflação deste ano deu-se em razão, principalmente, de aumentos de preços administrados e monitorados.

Em março os núcleos subiram com mais força e a perspectiva de curto prazo da inflação ainda não é positiva - o que deve levar o Banco Central a decidir por mais uma alta de juros neste mês, disseram economistas.

"A inflação ficou concentrada nos preços administrados e nas tarifas", disse Eulina Nunes, técnica do Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE).

As maiores contribuições para o mês vieram de ônibus urbano (0,25 ponto percentual), água e esgoto (0,08 ponto), telefonia celular (0,01 ponto) e combustíveis (0,04 ponto). Segundo Eulina, os combustíveis subiram por conta de um realinhamento de preços em Curitiba e Fortaleza.

Em março, os preços de transportes substituíram os de educação como maior pressão. As tarifas de ônibus tiveram alta de 5,02%¨e contribuição de 0,25 ponto percentual, por reajustes em São Paulo e Porto Alegre. Em fevereiro, o maior impacto foi de cursos, com contribuição de 0,25 ponto.

Os preços de alimentos avançaram 0,26% em março, contra 0,49% em fevereiro. Segundo Eulina, o índice ainda não captou o impacto da estiagem no sul, mas que isso deve ocorrer no curto prazo.

"Com clareza, ainda não identificamos o efeito da estiagem. O efeito (da queda) do dólar ainda é preponderante em itens como óleo de soja, pão francês, trigo, macarrão e outros."

Ela acrescentou que, no ano, os produtos alimentícios com insumos em dólar, como os acima, acumulam queda de preços.

O IPCA acumula alta de 1,79% no ano. Os maiores vilões do primeiro trimestre são colégio, contribuição de 0,28 ponto percentual, e ônibus, de 0,22.

Março

Além da provável pressão dos alimentos, o IPCA de abril sofrerá impactos de alta de ônibus no Rio de Janeiro, resíduos das tarifas de ônibus em São Paulo e Porto Alegre, energia em Belo Horizonte, telefonia e remédios, disse Eulina.

Na quinta-feira, pesquisa da Reuters mostrou que o mercado estima em média uma inflação de 6,1% para 2005.



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 13:32 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 30 Nov 2004 09:16
Beiträge: 1050
Wohnort: bei Frankfurt
Hallo,

die Frage ist, inwieweit der Index die wirkliche Inflationsrate abbildet. Sollte der Index nicht unabhängig, d.h. durch die PT beeinflussbar sein, kommt es zunächst zu keinen Zinssteigerungen, da die Inflation offiziell nicht erkannt wird. Die Leute werden einfach so ihre Ersparnisse verlieren. Zu Zinssteigerungen käme es dann erst nach einem evtl. Regierungswechsel.

Dann wird die brasilianische Wirtschaft richtig gegen die Wand fahren, und auch die dann hohen Zinsen werden dem Real nicht mehr helfen können.

Viele Grüße

Moranguinho


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 13:38 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 30 Nov 2004 09:16
Beiträge: 1050
Wohnort: bei Frankfurt
@ Lemi:

"schlimm für Leute, die investieren wollen"

Das kommt darauf an. Gut für Gringos mit Dollar oder Euro, schlecht für Brasilianer, die sich Geld leihen müssen...

Für Ausländer, die ernsthaft investieren wolle, ist das eine gute Einstiegsgelegenheit, langer Atem vorrausgesetzt.

Bei hoher Inflation kannst Du in BR sehr viel Geld verdienen, abends Dein Geld in Overnights anlegen, tagsüber mit Zahlungszielen hantieren... Ich kenne einige Brasilianer, die sich Ende der Achtziger so nach oben katapultiert haben!

Viele Grüße

Moranguinho


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 18:10 
Offline

Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2034
Moranguinho hat geschrieben:
@ Lemi: "schlimm für Leute, die investieren wollen"

Das kommt darauf an. Gut für Gringos mit Dollar oder Euro, schlecht für Brasilianer, die sich Geld leihen müssen... Für Ausländer, die ernsthaft investieren wolle, ist das eine gute Einstiegsgelegenheit, langer Atem vorrausgesetzt.


Das stimmt nicht ganz, Erdbeerchen. Erstens läuft die Inflation in Brasilien relativ unahängig vom Dollarkurs (siehe momentan: BRL/US$ = 2,59) und zweitens bestimmt die Zinsen 2 wichtige Faktoren:

1 - bei hohen Zinsen bin ich gezwungen, ein Geschäft zu machen, dass sofort Gewinn abwirft, damit das eingesetzte Kapital zumindest im gleichen Masse arbeitet, wie auf der Bank ........... also nix mit Kokosnussplantage, die die 1. Nüsse erst nach 4-5 Jahren trägt. Die 80% Zinsverlust holst du nie wieder rein.

2 - Geschäfte mit Rentabilitäten unter 20% (beim derzeitig Zinssatz) verlieren ihren Sinn, denn wer riskiert sein Geld schon in einem Geschäft, was weniger bringt als eine sichere Bankeinlage.

Das Risiko in Brasilien zu investieren ist damit sehr hoch bzw. die Gewinnerwartung muss überdimensional hoch sein, was gerade für Geschäftsgründer als unkalkulierbar gilt. Resultat: Man hält sich mit Investitionen zurück.

Moranguinho hat geschrieben:

Bei hoher Inflation kannst Du in BR sehr viel Geld verdienen, abends Dein Geld in Overnights anlegen, tagsüber mit Zahlungszielen hantieren... Ich kenne einige Brasilianer, die sich Ende der Achtziger so nach oben katapultiert haben!

Viele Grüße

Moranguinho


Die Overnights sind, wenn ich richtig gehört habe, in diesen Tagen abgeschafft worden. Ausserdem sind die besten Zeiten von denen auch schon lange vorbei ............ seit FHC den Real eingeführt hat. Eigentlich haben die auch nur dazu gedient, dass die Reichen immer reicher wurden und das auch noch rein spekulativ ohne irgendwas zu erwirtschaften.



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 19:35 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 30 Nov 2004 09:16
Beiträge: 1050
Wohnort: bei Frankfurt
Lemi hat geschrieben:
Moranguinho hat geschrieben:
@ Lemi: "schlimm für Leute, die investieren wollen"

Das kommt darauf an. Gut für Gringos mit Dollar oder Euro, schlecht für Brasilianer, die sich Geld leihen müssen... Für Ausländer, die ernsthaft investieren wolle, ist das eine gute Einstiegsgelegenheit, langer Atem vorrausgesetzt.


Das stimmt nicht ganz, Erdbeerchen. Erstens läuft die Inflation in Brasilien relativ unahängig vom Dollarkurs (siehe momentan: BRL/US$ = 2,59) und zweitens bestimmt die Zinsen 2 wichtige Faktoren:

1 - bei hohen Zinsen bin ich gezwungen, ein Geschäft zu machen, dass sofort Gewinn abwirft, damit das eingesetzte Kapital zumindest im gleichen Masse arbeitet, wie auf der Bank ........... also nix mit Kokosnussplantage, die die 1. Nüsse erst nach 4-5 Jahren trägt. Die 80% Zinsverlust holst du nie wieder rein.

2 - Geschäfte mit Rentabilitäten unter 20% (beim derzeitig Zinssatz) verlieren ihren Sinn, denn wer riskiert sein Geld schon in einem Geschäft, was weniger bringt als eine sichere Bankeinlage.

Das Risiko in Brasilien zu investieren ist damit sehr hoch bzw. die Gewinnerwartung muss überdimensional hoch sein, was gerade für Geschäftsgründer als unkalkulierbar gilt. Resultat: Man hält sich mit Investitionen zurück.

Moranguinho hat geschrieben:

Bei hoher Inflation kannst Du in BR sehr viel Geld verdienen, abends Dein Geld in Overnights anlegen, tagsüber mit Zahlungszielen hantieren... Ich kenne einige Brasilianer, die sich Ende der Achtziger so nach oben katapultiert haben!

Viele Grüße

Moranguinho


Die Overnights sind, wenn ich richtig gehört habe, in diesen Tagen abgeschafft worden. Ausserdem sind die besten Zeiten von denen auch schon lange vorbei ............ seit FHC den Real eingeführt hat. Eigentlich haben die auch nur dazu gedient, dass die Reichen immer reicher wurden und das auch noch rein spekulativ ohne irgendwas zu erwirtschaften.



Hallo,


klar Inflation ist bestimmt nicht gut für eine Volkswirtschaft. Ich bin aber der Meinung, dass einige Gruppen davon profitieren können.

Kurzfristig läuft die Inflation mit Sicherheit unabhängig zum Dollarkurs, langfristig aber nicht, da der freie Wechselkurs die Inflation ausgleicht. Spätestens in der nächsten Wirtschaftskrise, die bei steigender Inflation nicht mehr fern sein dürfte, wird der Real wieder in den Keller rauschen.
Passiert in den Schwellenländern immer wieder.

Zu Deinen Punkten 1 und 2: Gerade durch die Investition in Sachwerte geht die Inflation doch an Dir vorbei. Wenn Du ein Haus kaufst, ist der Wert desselben c.p. vor und nach der Hyperinflation identisch, nur die Anzahl der Nullen auf Deinen Geldscheinen variiert.

Der Witz ist nun, dass Du schon vor der Inflation (oder während, wenn Du aus dem Ausland kommst) genug Geld haben musst, sprich, es ist entscheidend, auf welcher Seite der Gesellschaft Du stehst: Wenn Du ein gewisses Vermögen besitzt, und dieses sinnvoll in Sachwerte investierst, gehörst Du zu den Gewinnern der Inflation. Hast Du wenig und Dein Geld am besten noch in Staatspapiere investiert, dann verlierst Du alles, und stehst in der Schlange, um Deine Milchration zu bekommen.

Das ganze geht aber nur dann auf, wenn Du genug Geld zur Verfügung hat. Bei einer Inflation verlieren gerade die Leute mit wenig Geld alles, weil sie NICHT die Möglichkeit haben, es in Sachwerte zu investieren (oder natürlich in Dollar zu tauschen). Um beim Hausbeispiel zu bleiben: Wenn ein Haus 100.000 Reais kostet, Du aber nur 50.000 hast, dann kannst Du Dein Geld eben nicht in Häusern anlegen. Bleibt vielleicht ein Auto...Wenn Du aber nur 15.000 Reais hast, was machst Du dann? Viel Dosenbier und Kondome kaufen, damit Dir wenigstens noch etwas bleibt... :beer: :humping:

Der Zinssatz ist für die Bewertung der Investition in diesem Fall übrigens nicht so wichtig, da nicht der Nominal-, sonder der Realzinssatz interessant ist, also die Differenz aus Zinssatz und Geldentwertung. Was bringen mir 85% Zinsen, wenn die Inflationsrate bei 84% liegt und übermorgen eine Währungsreform droht. Nur die Kredite werden teuer, wobei wir wieder bei der Ausgangsthese sind: Inflation ist dann gut, wenn Du schon Geld hast...

Ein Sektor, der von Inflation profitiert, sollte z.B. der Transportsektor sein. Je weiter Du am Ende der Produktionskette steht, desto besser für Dich, z.B. wenn die Ware mit Zahlungsziel kaufst.

Overnights: Wurden abgeschafft? Kann sein, knallt es wirklich, kommt sowas schnell wieder zurück... :lol:

Viele Grüße

Moranguinho


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11 Apr 2005 19:57 
Offline

Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2034
Oi Moranguinho,

mit dem Beispiel Hauskauf hast du im Prinzip recht ............... jetzt kommen aber noch 2 ABER ................

1 - Ich sprach von Investionen in Produktion oder Gewerbe. Damit sich so eine Investition lohnt, muss das "Return on Investment" höher sein als die Zinssätze der Bank (sonst macht es ja keiner). Bei einer Taxa SELIC von 19% ist das schwieriger bzw. riskanter als bei dem derzeitigen Leitzins von 2% in Deutschland.

Bei niedrigen Zinsen fällt dem Investor ausserdem noch die Entscheidung leichter einen Kredit zum Aufbau eines Geschäfts aufzunehmen (ok, ich weiss, dass die Hürden für Geschäftskredite mittlerweile in DEU sehr hoch liegen und somit eine andersgeartete Barriere für den Investor darstellen).

2 - Die Investition in eine Immobilie ist nicht immer rentabel. Kauft man eine fertige Immobilie, passiert es schnell, dass man über eigentlichen Wert kauft (der Verkäufer denkt ja auch an nichts anderes als Profit) und meist bezahlt man auch noch 3-10% an einen Makler, die man auch erstmal wieder erwirtschaften muss.

Je nach Bundesland, Region, Stadtviertel kann es ausserdem passieren, dass der Wertzuwuchs ganz und gar nicht der (bereinigten) Inflation entspricht. In Belo Horizonte ist das Immo-Angebot derartig gross, dass man sich als Kunde erlauben kann zwischen 20% und 40% Nachlass zu verlangen. Habs selber schon erlebt, dass ein Makler den Kaufpreis eines Nobel-Apto´s innerhalb von 30 Minuten von 350.000 R$ auf 260.000 R$ abgesenkt hat.

Das einzige, was bleibt, ist selber zu bauen. Das ist in Brasilien noch relativ billig, vorausgesetzt man bekommt ein einigermassen preiswertes Grundstück. Beim Verkauf kann man dann - gute Lage vorausgesetzt - gute Renditen erwarten.

Der Haken daran ist nur, dass man zum Bauen ganz schöne Nerven (und Zeit) braucht. Aber im Prinzip sollte man sich das irgendwann mal antun, zumindest wenn man gedenkt, längerfristig in Brasilien ansässig zu werden.



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12 Apr 2005 08:20 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 30 Nov 2004 09:16
Beiträge: 1050
Wohnort: bei Frankfurt
Hallo,

irgendwie sagen wir beide ungefähr das gleiche, nur irgendwie immer an anderer Stelle... :lol:

Mit dem Wertverlust beim Hauskauf hast Du recht, allerdings habe ich c.p. (ceteris paribus) dazugeschrieben. Ich persönlich halte den Immobilienmarkt in BR übrigens für überhitzt und würde höchstens selbst bauen, auf keinen Fall aber momentan etwas kaufen.

Mit dem ROI hast Du recht, er bezieht sich allerdings auf den Realzinssatz, und nicht auf den Nominalzinssatz. Wenn Du einen Zins in BR von 85% hast, in Deutschland aber von 2%, hast Du noch absolut gesehen keine Aussage, da Du (falls Du nicht gerade in Fremdwährungsanleihen investierst), die Inflation berücksichtigen musst. Hast Du eine Inflation von 84%, bekommst Du auf der Bank nur einen Realzins von 1%, liegst also schlechter als in Deutschland. Deine Investition muss also nur 1% übertreffen, und nicht die 85%.

Wenn Du produzierst, nimmst Du ja auch beim Einkauf und beim Vertrieb an der Inflation teil: Stellt Dir vor, Du hättest eine Maschine, die mit Benzin betrieben wird. Der Benzinvorrat der Maschine reicht für einen Monat. Wenn Du die Maschine am 1. des Monats betankst, und Du eine Inflation von 50% hast, dann hast Du am 30. des Monats natürlich nominal die gleichen Benzinkosten wie zu Beginn des Monats. Deine Produkte verkaufst Du aber 50% teurer als zu Beginn des Monats. Prima ist es, wenn Du es (vielleicht aufgrund langfristiger Verträge) mit Zahlungszielen arbeitest: Dein Benzin wird am 1. geliefert, Du zahlst am 30., allerdings schon mit von der Inflation entwertetem Geld (im Vertrag darf keine Indexbindung vorgesehen sein!). Relativ gesehen hat sich also Dein Einkauf verbilligt, Dein Gewinn erhöht sich!

Was sich allerdings auf keinen Fall lohnt, da stimme ich zu 100% zu, sind Investitionen auf Kreditbasis, da es in Brasilien hier ja eine Indexbindung gibt.

In Deutschland hingegen kann Dir als langfristiger Schuldner aber nichts besseres passieren als Inflation: Wenn Du heute ein Haus kaufst, Dich auf 10 Jahre bindest und sich die Inflation verdoppelt, dann hast Du ein prima Geschäft gemacht.



Viele Grüße

Moranguinho


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12 Apr 2005 15:34 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 16 Dez 2004 14:20
Beiträge: 1030
Wohnort: Belo Horizonte - Wiesbaden
Hallo Moranguinho

Ist das nicht alles ein wenig theoretisch, wie du das schreibst. Ich nehme mal deinen Benzinmotor.
Kaufst du dein Benzin für einen Monat im voraus, leerst du dein Konto und bekommst nicht mehr die schönen Zinsen, die da wären, wenn du täglich kaufen würdest. Schaffst du es ein längeres Zahlungsziel zu vereinbaren, schlägt der Lieferant den Zinsverlust drauf, und noch zur Sicherheit einen Risikozuschlag, er weis ja nicht wie’s kommt.
Und deinen Verkaufspreise bestimmt nicht die Inflation, sonder der Markt mit Angebot/undNachfrage.

Spekulationen mit Inflation sind halt eine Spekulation, gut für den, der weis wie sie sich entwickeln wird und gut für den, der sie Manipulieren kann. Mit entsprechenden Finanzvolumen geht das ja prima.

Unsereiner wird mit seinen paar Kröten langfristig immer zu den Verlierern gehören, anders sind die Gewinne und Verluste der Finanzjongeure ja nicht finanzierbar. Darum sollte das Interesse des Normalbürgers in einer niedrigen Inflation liegen. Die Inflation hilft nur den Spekulanten (die aber in der Regel nicht mit eigenem Geld spekulieren, z.B. Fondsmanagern)

Manfred


Nach oben
 Profil  
     Bedankt  


Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 11 Beiträge ]  Gehe zu Seite: 1, 2  [ Nächste ]



Ähnliche Themen
Themen Forum Autor


» Foren-Übersicht » INFOS, TIPPS UND HILFEN ZU BRASILIEN » Politik, Wirtschaft & Geschichte Brasiliens

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde

Aktuelle Zeit: 20 Nov 2008 23:03


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Dieses Thema durchsuchen:
Gehe zu:  



* Kontakt/Hilfe    * Brasilien Podcasts    * RSS News    * RSS Kanäle    * Brasilien Reisen    * Linienflüge Brasilien    * Flüge Salvador    * Urlaub Recife