Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon Hebinho » Fr 17. Apr 2009, 16:45

Hier im Sueden Bahias sind die casas populares ebenfalls heiss begehrt! Wer mal an der BR 101 von Vitoria kommend nach Norden faehrt, kennt die Bretterbuden entlang der Bundesstrasse.

Diese Familien sind mehr als froh, wenn sie so ein Haeuschen bekommen: Fliessendes Wasser, Toilette, Strom ...
Durch die Taetigkeit meiner Frau kennen wir einige dieser Familien an den Strassenraendern und da ist es schon etwas anderes, wenn man in so eine Siedlung direkt am Stadtrand wohnt und nicht jeden Tag erst 5 oder 7 km zu Fuss zur Arbeit gehen muss, denn Zubringerbusse gibt es dort an der BR101 nicht. Gleiches gilt fuer die Schulkinder!

Einziger Nachteil, den die Planer solcher Siedlungen leider immer vergessen:
Es gibt keine gemeinschaftlichen Einrichtungen oder eine "praça", wo sich die Bewohner mal treffen koennten, keine Bolz- oder sogar Spielplaetze, keine SUS und keinen Supermarkt. Alles nur in den umliegenden Stadtteilen!
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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon Christian B. » Fr 17. Apr 2009, 18:48

Admin hat geschrieben:Einziger Nachteil, den die Planer solcher Siedlungen leider immer vergessen:
Es gibt keine gemeinschaftlichen Einrichtungen oder eine "praça", wo sich die Bewohner mal treffen koennten, keine Bolz- oder sogar Spielplaetze, keine SUS und keinen Supermarkt. Alles nur in den umliegenden Stadtteilen!

Tja, für einen Apfel und ein Ei gibt es nicht alles. Ist ja logisch.
Die Nutzniesser der Casas Populares könnten ja selbst einen Spaten in die Hand nehmen und einen Bolzplatz oder Spielplatz errichten. Oder sogar einen Praça anlegen. Das wäre nicht zuviel verlangt. So etwas kommt denen aber gar nicht in den Sinn. Komischerweise eine Baracke, wo die Pinga aus dem Wassergals getrunken wird, ist nach einer Woche zusammen geflickt.
Auch entsprechende Vorrichtungen, wo die Müllsäcke abgelegt werden wird von den Planern immer "vergessen". Macht auch kein Sinn, der Müll wir nämlich nach wie vor aus dem Fenster geschüttet oder neben der Haustür gelegt.


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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon Itacare » Fr 17. Apr 2009, 19:00

Mag sein dass man aus bestimmten Kreisen nie ordentliche Bürger mit Eigeninitiative machen kann, aber als repräsentativ würde ich das jetzt nicht bezeichnen.

Es gibt durchaus auch ansprechende Siedlungen, fragt sich aber für wie lange. Denn die Frage scheint immer zu sein, wie baue ich möglichst viele Häuser möglichst billig. Und über die Haltbarkeit von "Baufehlern" wurde hier ja schon diskutiert…

Dazu kommt, wie andere schon erwähnten, dass nicht geschätzt wird was man geschenkt bekommt.

Langfristig kann die Lösung nur Hilfe zur Selbsthilfe sein, zum Beispiel in Form bezahlbarer Kredite. Zinsproblem……
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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon Christian B. » Fr 17. Apr 2009, 19:21

Itacare hat geschrieben:
Es gibt durchaus auch ansprechende Siedlungen, fragt sich aber für wie lange.

Das ist es doch was ich sage.
Für die Leute ändert sich nicht viel. Nur dass sie nun nicht mehr in einer Holzhütte wohnen, sondern in einem Haus aus Stein mit fließendem Wasser. Der Nachbar zu links ist trotzdem noch arbeitslos und die Nachbarin zu rechts ist immer noch die alleinerziehende Mutter mit 8 Kindern. Der Strom von denen, der sowieso schon begünstigt ist, wird nach wie vor irgendwo abgezapft, genauso wie das Fernsehn und das Internet.

Und wenn die Bausubstanz schon schlecht ist, dann sollten sie einmal im Jahr das Haus mit wetterfester Farbe streichen und vorher am besten noch die Risse in der Wand kitten. Das bekommen diese Leute aber nicht auf die Reihe! Nicht weil sie doof sind, nein, weil sie gar keine Lust dazu haben.
Jeder der so ein Haus bekommt und nicht in der Lage dazu ist einen Preis zu bezahlender dem Haus entspricht, sollte für 30 Jahre zu öffentlichen Arbeit verpflichtet werden. Männer wie Frauen!

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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon dietmar » Fr 17. Apr 2009, 19:40

Lieber Christian B.,
mit welchem Recht nimmst du es dir heraus, so über diese Menschen zu sprechen? Es ist beschämend und eine Schande, jemanden wie dich in diesem Forum zu haben.
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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon Christian B. » Fr 17. Apr 2009, 21:24

BrasilOnline hat geschrieben:Lieber Christian B.,
mit welchem Recht nimmst du es dir heraus, so über diese Menschen zu sprechen?

In welchen Punkte widerspricht Du mir?

BrasilOnline hat geschrieben:Es ist beschämend und eine Schande, jemanden wie dich in diesem Forum zu haben.

Für mich ist es beschämend, was Du machst.
Erspare mir aber bitte in Details zu gehen. Dieses ist mir nämlich zuwider.
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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon ManausTip » Fr 17. Apr 2009, 21:35

Hallo Dietmar und Christian.
Ich denke das der Cristian das nicht so veralgemeinern will und es gibt auch in diesen Wohngebieten mit Sicherheit Leute die ihr Anwesen gut in Stand halten.Es gibt aber schon ein Unterschied ob jemand für sein Haus hart schuften hat müssen, oder nur geschenkt bekommt ohne ein Finger krumm zu machen. Es kommt auch darauf an wo er wohnt man liest ja dort wo der Admin wohnt klappt es fast perfekt. Da wo ich wohne klappt es zu 50 %. Und da wo Christian seine Erfahrungen gesammelt hat klappt es vielleicht überhaupt nicht. Man kann nicht ganz Brasilien über einen Kamm scheren.
Ich bin gerade eben an einem solchen Wohngebiiet vorbeigefahren da hat gerade eine Frau ihren toten Hund auf die Strasse geworfen. Die Müllabfuhr nehmen ihn ja dann schon mit oder nach 5 Tagen gestank haben ihn die Geier schon versorgt. Da wo ich wohne (war auch mal eine Invasion) habe ich das noch nicht gesehen. Es hat jeder ein Wolfsmaul um ein Loch zu pudeln. Die Leute haben auch schuften und kämpfen müssen für das was sie haben.
Das erfüllt auch mit Stolz. Es gibt auch hier Projekte wo der Maurer und das Matrial gestellt wird und die Leute müssen selbst mithelfen. Für mich ist das die richtige Lösung.
Dietmar ich weis von Cristian das er eine gute Meinung von Brasilien hat. Er hat mich auch schon rund gemacht weil er von mir was falsch verstanden hat.
Wenn er das wirklich gesehen hat dann braucht er sich über seinen Beitrag nicht zu schämen.
Was er falsch gemacht hat er hat es veralgemeinert. Mit Sicherheit gibt es da wo er es gesehen hat auch einige Häuser wo in Schuß sind.
Ich finde auch das hier im Forum einige herumschleichen die Brasilien weniger respecktieren wie der Cristian. Jeder Sextourist respektiert Brasilien weniger und von denen gibt es viele hier im Forum und auch bei Supper Gringo genug.
Gruss Jürgen
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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon dimaew » Sa 18. Apr 2009, 19:26

Danke ManausTip, wärst ein super Moderator.

Ich denke auch, dass jeder hier über seine Erfahrungen berichtet und bitte versuchen sollte nicht "alle Brasilianer" oder "die Brasilianer" zu schreiben, wenn er "meine Nachbarn" oder "die Leute bei mir um die Ecke" meint.

Ich kann zu den casas popular noch eine Kleinigkeit beitragen. Bei uns im Städtchen wurden ebenfalls 100 dieser Häuser gebaut (komischerweise kündigte der Bürgermeister, der nicht von der PT ist, dies kurz vor der Wahl an). Soweit ich es sehe, sind noch nicht alle bezogen. Allerdings ist es auch so, dass ich, wenn ich durch die Stadt gehe, sicher keine 100 Holzhäuser mehr finde. Könnte also durchaus sein, dass hier bei uns gar kein Bedarf mehr für 100 Häuser war. Und dann trifft es zu, was einige schon geschrieben haben. Die Idee ist gut, an der Planung und Ausführung hapert es manchmal.
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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon Harry1986 » So 19. Apr 2009, 09:41

Christian B. hat geschrieben:So etwas ähnliches gab es schon vor Jahren in São Paulo. Das Projekt hieß "Cingapura" oder so. Favelas wurden abgerissen und mehr oder weniger schmucke Reihenhäuser hingestellt.

Eine Empregada hatte mir mal von diesem "Cingapura" erzählt. Sie hatte dort auch ein Haus angeboten bekommen. Sie hatte sich geweigert, das Angebot anzunehmen, obwohl billig. Sie hatte die Zustände kommen sehen und sie wollte deswegen nicht dahin. Sie hatte dann hart gearbeitet (härter als hier mancher selber gearbeitet hat) und hat sich dann Moema eine eigene Wohnung gekauft. Und wohnt nicht mehr unter Favelados. Wenn jemand will, dann kann er auch und brauch auch solche Projekte nicht. Einfach ein wenig härter arbeiten und nicht dauernd süchtig vor dem Fernseher sitzen, dann kriegt man in Brasilien was man will, hat sie gesagt. Und sie ist der lebende Beweis, dass man mit guter harter Arbeit in Brasilien sein eigenes Reich nicht von Geschenken abhängig machen muss.
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Re: Internationale Investoren haben Brasilien im Visier

Beitragvon Itacare » So 19. Apr 2009, 17:45

Harry1986 hat geschrieben:......... dass man mit guter harter Arbeit in Brasilien sein eigenes Reich nicht von Geschenken abhängig machen muss.........


Gilt weltweit. :)
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