PoisonYvi hat geschrieben:
Ich finde die Frage an sich schon sehr schwierig zu beantworten.
Ich persönlich würde sagen: Ja, es ist babyleicht. Ich kenne aber auch genug Leute, die sich schon jahrelang dran versuchen, und auch schon jahrelang in Brasilien leben, und die sprechen immer noch wie ein frisch angekommener Tourist.
Es kommt auf das Sprachtalent an. Wenn du es hast? Parabens. Hast du es nicht, wirst du zu kämpfen haben.
Kleines Beispiel: Ein Bekannter von mir wohnt schon seit 5 Jahren in Fortaleza. Er bricht sich immer noch ziemlich viel ab, wenn er portugiesisch spricht, und hört sich an, wie ein Kleinkind bei den ersten Worten. Mich dagegen (nach zwei Jahren, OHNE Sprachkurs) haben so einige Brasis schon gefragt, ob ich Brasilianerin sei, weil ich völlig ohne Akzent spreche.
Es kommt immer auf die Begabung an. Darum finde ich die Frage, ob Portugiesisch leicht oder schwer zu lernen ist, sehr in den Weltraum gestellt.
Ob Sprachtalent oder nicht, darauf kommt es nicht immer darauf an.
Mein Bruder hat die Sprache mit 33 Jahren gelernt, indem er unter das einfache Volk gegangen ist. Der kann heute in jede Favela von São Paulo gehen und alle glauben, daß er einer von ihnen ist. Dafür hat er Probleme in der "besseren Gesellschaft" zu reden, weil die Grammatik falsch ist und viele Wörter veraltet oder Vulgärportugiesisch sind.
Ich habe deshalb lieber vorgezogen, die Sprache sauber und ordentlich wie in der guten Schule zu lernen. Das bedeutet zwar mehr Aufwand aber nachher ist man auf sich schon stolz, wenn man ordentliche Sätze bilden kann, Verben richtig konjugieren kann und vor allem auch mal ordentlich begrüßen kann.
Natürlich muß man schon viele Jahre in Brasilien leben, um auch die typischen Redewendungen des Brasilianers in Fleisch und Blut zu haben.
Jeder sollte selbst überdenken, wie, wo und mit wem er die Sprache erlernen will. Nur für gehobene Positionen kann man wie in Deutschland und der ganzen Welt nicht die Sprache des einfachen Volkes sprechen.
Das tut der Karriere keinen Gefallen.