Italienische Staatsbuergerschaft

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Italienische Staatsbuergerschaft

Beitragvon Soulfly » Di 19. Aug 2008, 19:03

Hi

Also meine Frage dreht sich eigentlich nicht direkt um das brasilianische Recht. Eher um das Italienische bzw. europaeische.
Folgende Situation>
Meine Frau ist Brasilianierin mit Grosseltern aus Italien. Ich bin Deutscher und wir sind verheiratet. Jetzt wollen wir zusammen in Deutschland leben. Meine Frau spricht bis jetzt noch kein oder kaum Deutsch und von daher kann sie im Moment noch kein Deutschsprachtest machen um ein Familienzusammenfuehrungsvisum (oder so) zu beantragen...

Jetzt sind wir auf die Idee gekommen, dass es vlt. einfacher waere fuer sie die Italienische Staatsbuergerschaft zu beantragen.
Nach einigen Nachforschung und Nachfragen meinte eine Behoerde(strahlte nicht unbedingt die Kompentenz aus), dass meine Frau erst 7 Jahre in Brasilien leben muss um diese zu bekommen.
Das kann ich mir einfach nicht vorstellen, da es bei der deutscher Nationalitaet auch nicht von noeten ist.
Ich bin der Meinung, dass das Europaeisch weit geregelt wird.

Ich hoffe wirklich, dass mir da einer weiterhelfen kann.

lg soulfly
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Re: Italienische Staatsbuergerschaft

Beitragvon Hairbear74 » Do 11. Dez 2008, 10:39

Hallo Soulfly

es ist so: Wenn der Grossvater oder urgrossvater italiener war, kann deine Frau die Italienische Staatsbuergerschaft beantragen. Allerdings braucht sie ganz viele Unterlagen, wirklich viele. Sie kann das auch in Deutschland beantragen, und zwar bei der italienische Botschaft. Es ist kein Problem. Aber es dauert viele Jahren von Papiere sammeln bis ital. Pass.
Dafür bin ich Expert!!!! :mrgreen:
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Re: Italienische Staatsbuergerschaft

Beitragvon smarterfuchs » Do 11. Dez 2008, 17:08

moinsen,

ich hatte zu diesem thema im september dieses jahres ein interessantes gespräch mit einem paulistano gleicher konstellation; großeltern italiener - er brasilianer in sp geboren.

dieser berichtete folgendes; sein antrag auf italienische staatsangehörigkeit würde nun schon seit zwei jahren laufen - in brasilien übers konsulat beantragt.
nach aussage des konsulates würde das verfahren noch weitere jahre benötigen.

tip des konsulates;

alle notwendigen dokumente legalisieren lassen, nach italien einreisen mit einem touristen-visum.
dort am besten in eine großstadt in der nähe des ehemaligen wohnortes der familie.

dort, vor ort in italien den notwendigen prozess einleiten - mit einer größeren erfolgsaussicht als über das konsulat. zeitraum bis zu evtl. genehmigung 6 bia 18 monate.
voraussetzung - italienische sprachkenntnisse.

von september bis ende november nahm er an einem intensiv-kurs italienisch in sp teil und befindet sich heute in italien.

ich stehe nach wie vor in msn-mailkontakt mit ihm - bin ebenfalls gespannt ob es für ihn direkt in italien
schneller und einfacher geht.

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Re: Italienische Staatsbuergerschaft

Beitragvon Copa Brasil 2014 » Do 11. Dez 2008, 19:04

smarterfuchs hat geschrieben:dieser berichtete folgendes; sein antrag auf italienische staatsangehörigkeit würde nun schon seit zwei jahren laufen - in brasilien übers konsulat beantragt.
nach aussage des konsulates würde das verfahren noch weitere jahre benötigen.


So ist es, die Italiener haben´s da nicht eilig, besonders wenn die Einbürgerung ausserhalb Italiens über ein Konsulat läuft dauert es mehrere Jahre bis der ital. Pass endlich abgeholt werden kann.

Da kommt es billiger wenn Deine Frau in BRA Deutsch lernt um das A1 Zertifikat bei GI zu bestehen, das geht sicher schneller!

Mehr Infos bei der ital. Botschaft in Brasília:

http://www.ambbrasilia.esteri.it/Ambasc ... tadinanza/

Oder hier:

http://www.dupla.cidadania.nom.br/duvid ... brasil.htm

http://www.dupla.cidadania.nom.br/duvid ... italia.htm

http://www.italia.org.br/roteiro_08.html



:cool:

Até a copa, tá tudo resolvido!
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Re: Italienische Staatsbuergerschaft

Beitragvon tinto » Do 11. Dez 2008, 21:32

Soulfly hat geschrieben:Hi

Also meine Frage dreht sich eigentlich nicht direkt um das brasilianische Recht. Eher um das Italienische bzw. europaeische.
Folgende Situation>
Meine Frau ist Brasilianierin mit Grosseltern aus Italien. Ich bin Deutscher und wir sind verheiratet. Jetzt wollen wir zusammen in Deutschland leben. Meine Frau spricht bis jetzt noch kein oder kaum Deutsch und von daher kann sie im Moment noch kein Deutschsprachtest machen um ein Familienzusammenfuehrungsvisum (oder so) zu beantragen...

Jetzt sind wir auf die Idee gekommen, dass es vlt. einfacher waere fuer sie die Italienische Staatsbuergerschaft zu beantragen.
Nach einigen Nachforschung und Nachfragen meinte eine Behoerde(strahlte nicht unbedingt die Kompentenz aus), dass meine Frau erst 7 Jahre in Brasilien leben muss um diese zu bekommen.
Das kann ich mir einfach nicht vorstellen, da es bei der deutscher Nationalitaet auch nicht von noeten ist.
Ich bin der Meinung, dass das Europaeisch weit geregelt wird.

Ich hoffe wirklich, dass mir da einer weiterhelfen kann.

lg soulfly


Also, das mit der italienischen Staatsbügerschaft lohnte sich in meinem Fall. Sie war jung, ich auch, heiraten wollten wir nicht, und das war auch gut so. Die Prozedur dauerte ungefähr 24 Monate, inklusive Dokumente in Archiven suchen und Bearbeitungszeiten. Wir mussten auch in Italien behörden aufsuchen, um das zu beschleunigen, dh, ihr Vater hat das vor Ort mit dortigen Angehörigen geregelt, sonst hätten wir noch auf den Weihnachtsmann warten müssen...

. Das mit den og 7 Jahren verstehe ich nicht so ganz, aber bei uns war es so, dass sie in Brasilien geboren und aufgewachsen ist, dann ein Jahr in Deutschland (als Austausch-Schülerin) und danach Monate lang in Brasilien und wieder 1 Jahr in Deutschland (als Au Pair) war, bevor es klappte. Dann konnte sie sogar ruckzuck Beamtin beim deutschen Staat werden. Bei der Polizei und beim Zoll suchen sie Leute mit so einem Hintergrund (Sprachkenntnisse, sehr wichtig! Sie spricht portugiesisch, englisch, italienisch, spanisch und deutsch...fliessend!).

Für Verheiratete ist wohl der Integrationskurs besser und weniger aufwändig. Nach 2 jahren daueraufenthaltsrecht, dann kann nix mehr passieren. in dieser Zeit schon Vorbereitung auf den Test, die Kurse kosten ja nicht viel (die Übersetzung von brasilianischen Dokumenten für dieitalienische Staatsangehörigkeit mitunter schon). Dann winkt die deutsche Staatsangehörigkeit fast schon automatisch nach Bestehen. Bis dahin kann auch nix anbrennen. Arbeiten kann sie auch.

Klare Ansage an Euch: da ihr schon verheiratet seit, lohnt sich das für Euch bestenfalls, wenn ihr in Italien leben wollt. Sonst gibt es keinen Vorteil, der nicht durch Bürokratie und Kosten sofort wieder aufgewogen würde. Leuten, die nicht heiraten wollen, empfehle ich die Mühen aber ausdrücklich!.

Tja, und jetzt sind wir 9 Jahre auseinander und seit 8 Jahren bin ich glücklich verheiratet. Mit einer wo das mit der italienischen sataatsangehörigkeit nicht ging.... :lol:
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Schöne Grüße,
tinto
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Re: Italienische Staatsbuergerschaft

Beitragvon Karsten&Stephanie » So 14. Dez 2008, 16:38

Wie ist das eigentlich, wenn eine Deutsche dort die Staatsbürgerschaft annimmt? Bekommt das Einwohnermeldeamt dann eine Meldung?
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Re: Italienische Staatsbuergerschaft

Beitragvon smarterfuchs » So 14. Dez 2008, 20:27

moin moin,

wer als deutscher eine andere staatsbürgeschaft annimmt - verliert automatisch seine deutsche. egal ob "sie" es sofort merken oder durch einen dummen zufall.

ausnahmen gibt es allerdings auch; bei "besonderen" personen - joachim fuchsberger z.B.

der hat zu der deutschen noch die australische - warum er ein "sonderfall" ist - keine ahnung.

ich habe zu diesem thema nur die radikale info, des ansonsten ziemlich liberalen ausländeramtes hier vor ort:

Sollten Sie, als deutscher, jemals eine andere Staatsbürgerschaft annehmen - werden wir Ihre deutsche, nach bekanntwerden, sofort entziehen.

und ich glaube - der spaßte nicht


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Re: Italienische Staatsbuergerschaft

Beitragvon tinto » So 14. Dez 2008, 21:03

smarterfuchs hat geschrieben:moin moin,

wer als deutscher eine andere staatsbürgeschaft annimmt - verliert automatisch seine deutsche. egal ob "sie" es sofort merken oder durch einen dummen zufall.

ausnahmen gibt es allerdings auch; bei "besonderen" personen - joachim fuchsberger z.B.

der hat zu der deutschen noch die australische - warum er ein "sonderfall" ist - keine ahnung.

ich habe zu diesem thema nur die radikale info, des ansonsten ziemlich liberalen ausländeramtes hier vor ort:

Sollten Sie, als deutscher, jemals eine andere Staatsbürgerschaft annehmen - werden wir Ihre deutsche, nach bekanntwerden, sofort entziehen.

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Das ist so nicht richtig. Es gibt viele gebürtige Deutsche mit doppelter Staatsangehörigkeit. Folgende Vorschriften des Staatsangehörigkeitsgesetzes sind zu beachten.

§ 25
(1) Ein Deutscher verliert seine Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb einer ausländischen
Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen Antrag oder auf den Antrag des
gesetzlichen Vertreters erfolgt, der Vertretene jedoch nur, wenn die Voraussetzungen
vorliegen, unter denen nach § 19 die Entlassung beantragt werden könnte. Der Verlust
nach Satz 1 tritt nicht ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines anderen
Mitgliedstaates der Europäischen Union, der Schweiz oder eines Staates erwirbt, mit
dem die Bundesrepublik Deutschland einen völkerrechtlichen Vertrag nach § 12 Abs. 3
abgeschlossen hat.
(2) Die Staatsangehörigkeit verliert nicht, wer vor dem Erwerb der ausländischen
Staatsangehörigkeit auf seinen Antrag die schriftliche Genehmigung der zuständigen
Behörde zur Beibehaltung seiner Staatsangehörigkeit erhalten hat. Hat ein Antragsteller
seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland, ist die deutsche Auslandsvertretung zu
hören. Bei der Entscheidung über einen Antrag nach Satz 1 sind die öffentlichen und
privaten Belange abzuwägen. Bei einem Antragsteller, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt
im Ausland hat, ist insbesondere zu berücksichtigen, ob er fortbestehende Bindungen an
Deutschland glaubhaft machen kann.
(3) (weggefallen)
§ 26
(1) Ein Deutscher kann auf seine Staatsangehörigkeit verzichten, wenn er mehrere
Staatsangehörigkeiten besitzt. Der Verzicht ist schriftlich zu erklären.
(2) Die Verzichtserklärung bedarf der Genehmigung der nach § 23 für die Ausfertigung
der Entlassungsurkunde zuständigen Behörde. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn eine
Entlassung nach § 22 nicht erteilt werden dürfte; dies gilt jedoch nicht, wenn der
Verzichtende
1.seit mindestens zehn Jahren seinen dauernden Aufenthalt im Ausland hat oder
2.als Wehrpflichtiger im Sinne des § 22 Nr. 2 in einem der Staaten, deren
Staatsangehörigkeit er besitzt, Wehrdienst geleistet hat.
(3) Der Verlust der Staatsangehörigkeit tritt ein mit der Aushändigung der von der
Genehmigungsbehörde ausgefertigten Verzichtsurkunde.
(4) Für Minderjährige gilt § 19 entsprechend.
§

@ Admin, den Teil zum deutschen recht könntest du abtrennen., hat ja mit Italien nix zu tun... :wink:
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Schöne Grüße,
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